Moin, moin,
heute gehe ich nochmals zurück zum Angkor Wat im November 2006. Eigentlich war ich in dem Moment der Aufnahme mit einem anderen Motiv beschäftigt, als ich aus dem Augenwinkel das loslaufende Tempelkind wahrnahm. Die Kamera, meine damalige D7D, war für diese spontane Situation leider hoffnungslos falsch eingestellt, so dass statt einer gewollt scharfen nur eine verwischte Aufnahme herauskam, was mich anfangs ziemlich ärgerte. Daheim angekommen stolperte ich wieder über die Aufnahme, aber irgendwie assoziierte ich dieses Mal mit dem Bild den Gedanken an den Aufbruch der kambodschanischen Jugend. Während des mehrjährigen Kriegs in Kambodscha und durch die Terrorherrschaft der Roten Khmer in den 70er Jahren wurden weite Teile der älteren Bevölkerung und insbesondere die Teile, die man als westlich orientiert oder intellektuell hielt (oftmals reichte das Tragen einer Brille), ausradiert. Kambodscha hat dadurch eine der jüngsten Bevölkerungen der Welt, was zu einem hohen Druck auf die Schultern der nachrückenden Generationen geführt hat, die oft ohne Eltern und / oder Bildung aufgewachsen sind. Und aus dem Gedanken heraus ist das Bild für mich persönlich ein kleines "Sinnbild" geworden, das mich immer wieder an Kambodschas erinnert. Technisch fehlerhaft und schlecht, aber ich mag es...
Dat Ei