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Startseite » Forenübersicht » Kreativbereich » Foto-Monatsthema » Monatsthema Juni 2018: Langzeitbelichtung im Vergleich und/oder mit making of
 
 
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Alt 18.06.2018, 21:55   #11
WildeFantasien
 
 
Registriert seit: 07.04.2014
Beiträge: 984
Zitat:
Zitat von jolini Beitrag anzeigen
Gefällt mir sehr gut.

Hier mal ein Bild aus letzten Woche. Weil die Wetterbedingungen gut waren ist es spontan bei der „Ortsbegehung“, mit den Mitteln die ich eigentlich immer mitschleppe, entstanden. Zur Verwendung kamen ein ND 3.0 Filter in Kombination mit einem ND 1.8 Filter. In dieser Kombination kann ich 64.000 Mal länger belichten. In der Regel lasse ich die Kamera zunächst die normale Belichtungszeit ohne Filter ermitteln, und schraube dann die Filter drauf. Dabei achte ich immer darauf, dass kein Staub auf den Gläsern liegt. Wenn ich zu sehr abblende, macht der Sensordreck Probleme, deshalb verwende ich idealerweise Blende 8. Die Kamera betreibe ich bei Langzeitbelichtungen fast immer mit ISO 50, um möglichst lange Belichtungszeit zu erreichen und eine bestmögliche Qualität zu erzeugen. Meistens starte ich die Aufnahme im Bulbmodus sofort und rechne erst dann auf dem Smartphone die Belichtungszeit aus. An die berechnete Belichtungszeit halte ich mich nur ungefähr. Warum? Weil ich noch berücksichtige, ob die Sonne hinter den Wolken hervorschaut oder verschwindet. Dementsprechend verlängere oder verkürze ich die Belichtungszeit gerne mal um 20-30%. Da ich die ziehenden Wolken mit im Bild haben will, verlängere ich auch gerne mal nur, um noch die eine oder andere Wolke mit zu erwischen. Was am Ende dabei rauskommt ist aber reine Glückssache.
Da die Aufnahme für diesen Zeitpunkt nicht geplant war und ich folglich kein richtiges Stativ dabei hatte, konnte ich nur mein Gorillapod verwenden. Wenn ich mir die Ergebnisse anschaue, muss ich feststellen, dass ein schweres und vermeintlich besseres Stativ keine besseren Ergebnisse geliefert hätte.
Mit dem Himmel auf dem Bild bin ich nicht so zufrieden. Am nächsten Tag wollte ich mit einem vernünftigen Stativ richtig loslegen, u.a. das gesamte Gebäude bei 12mm ablichten wobei ich endlich mal meine 150mm Filter hätte ausprobieren können. Daraus wurde leider nichts, denn es handelt sich bei dem Gebäude um eine Event-Location, und just ab diesem Tag war der Ort nicht mehr öffentlich zugänglich. Schade, denn ich hatte extra noch die RX100 eingepackt, um ein „Making Of“ für das Monatsthema zu drehen.

Endergebnis

Bild in der Galerie

Normales Foto.

Bild in der Galerie

Wie das Bild entstand:

Bild in der Galerie

Das nächste Bild ist auch in der letzten Woche entstanden. Leider bin ich sehr vom Wetter abhängig, da ich ziehende Wolken mit im Himmel haben möchte. Der Himmel war an diesem Tag komplett bewölkt hatte aber Zeichnung. Das Problem bei Langzeitbelichtungen ist, dass ein komplett bewölkter Himmel ausbrennt, bevor die Wolken streifig werden. Deshalb habe ich hier mal etwas Extremes gemacht. Ich habe das komplette Filterset (ND 3.0 + ND 1.8 + ND 0.9) verwendet und bewusst unterbelichtet. Die Statue ist natürlich nachträglich aufgehellt worden und ich habe auch etwas „buntes Konfetti“ wegretuschieren müssen. Das Bild ist gewollt so düster und dramatisch entwickelt. Ich mag das.

Resultat:

Bild in der Galerie

Sehr schlechte Bedingungen für mein Vorhaben:

Bild in der Galerie

Zitat:
Zitat von aidualk Beitrag anzeigen
Ich war mir beim Einstellen von diesem Monatsthema wirklich etwas unsicher wie es angenommen wird. Ich weiß, dass das fotografische 'Stilmittel' Langzeitbelichtung durchaus etwas polarisiert.
Ich nutze alle möglichen Stilmittel während des Fotografierens und auch die Möglichkeiten der nachträglichen Bildbearbeitung. Ich wüsste nicht, dass Langzeitbelichtungen (am helllichten Tage) zu den Stilmitteln zählen, die zu großen Diskussionen führen. Bei Diskussionen geht es doch eher mehr darum, ob das Ergebnis gefällt. Fotografieren einfach nur, um etwas so zu dokumentieren wie es ist, ist mir immer öfter einfach nur zu langweilig, da die meisten Motive schon „totfotografiert“ sind.

Zitat:
Zitat von Reisefoto Beitrag anzeigen
Vielleicht lassen sich am Ende klare Schlussfolgerungen formulieren, wann sich LZB lohnen ...
Bei Landschafts- oder Architekturbildern, um
  • Wolken am ansonsten blauen Himmel streifig zu zeichnen
  • größere Wasserflächen glattzuziehen, um gleichmäßige Reflexionen zu erzielen
  • sich bewegende Personen oder Fahrzeuge verschwinden zu lassen
  • Wasserfälle weicher zu zeichnen
  • felsige Küsten zu „vernebeln“

Wichtig:
Das Motiv muss schon von sich aus etwas hergeben. Eine Langzeitbelichtung macht aus Kuhfladen keine Goldklumpen.

PS:
Irgendwann werde ich auch mal Solargraphy ausprobieren. Hat das aus Forum schon Mal jemand gemacht? Das sind Ultralangzeitbelichtungen über 6, 12 oder 24 Monate, die den Sonnenverlauf über den Jahresverlauf zeigen. Einfach mal die Bildersuche von Google bemühen, um zu sehen, wovon ich spreche!
__________________
Gruß
Stephan
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