Ganz ehrlich: ich habe keinen "Fachmann" getroffen, der mir ein Angebot abgegeben und die richtige Antwort gegeben hätte.
Aus folgenden Gründen:
1. Die Erhebung der realen Grunddaten hat keiner von denen gemacht; alle rechnten mit Normwerten.
2. Alle rechneten auf der sicheren Seite, also alle als beheizt angegebenen Räume bis -14° auf 23° Raumtemperatur zu bringen: Ich weiß nicht genau wo der Wert liegt, zu dem sie bei "fachgerechter" Berechnung sie verpflichtet sind, ich meine 20° C. Wenn aber ein von den Nutzern nur frostfrei gehaltener Raum (bei uns Gäste-WC. Elternschlafzimmer, Wohnwintergarten...) voll einbezogen wird, kommt wie bei uns ein rund 50% zu hohe Heizleistung als Anforderung heraus.
3. Bestimmte Einflussfaktoren können ihre Rechenprogramme gar nicht einbeziehen wie z.B. den Wärmeeintrag eines vorgsetzten Wintergartens oder den geringeren Wärmeverlust eien Aussenwand mit vorgebauter Garage.
4. Genauso können sie das Nutzerverhalten nicht abbilden, muss ja über die Jahre auch nicht konstant bleiben.
5. Haben die gar nicht die Zeit die Daten zu erheben. Man braucht dafür wenn man es ganz gut machen will nahezu eine Heizperiode
6. Will kaum einer den Aufwand dafür bezahlen.
7. Achten sie auf ihre Marge, verkaufen das, wo sie den größten Einkaufsrabatt bekommen und / oder sie Ersatzteile auf Lager halten, sie genügend Anlagen schon im Bestand haben, sie gute Erfahrungen mit dem Ersatzteilservice usw. gemacht haben...
Ich war ihnen gar nicht böse, die haben ihre berechtigten Gründe für ihr Verhalten.
Ich habe mir deshalb nach den ersten Angeboten, die für mich allesamt überdimensioniert und an der Anfrage vorbei erschienen Sensoren mit Datenloggerfunktion (
Click ) gelauit und an verschiedenen Meßpunkten (Vorlauftemperatur, Inneraumtemperatur und Aussentemperatur) die Temperaturen sowie die Schaltzeiten meiner Ölheizung geloggt. Dann habe ich die Heizkurve versucht zu optimieren, Heizkörper im Wohnzimmer voll aufgedreht und die Raumtempertur über die Vorlauftemperatur einreguliert. Ist bei mir daran gescheitert, dass ich die Vorlauftemperatur nicht unter eien Max-Wert von 35° absenken kann und bei Aussentempertur ging meine Raumtemperatur über 23°
Nach ein paar Monaten hatte ich für mein Haus viele Daten und weiß jetzt, dass bei -10° Aussentemperatur ( kälteste Aussentemperatur ) meine Vorlauftempertur hysteresebedingt zwischen 37° und 42° Grad schwankte, mein 18kw Brenner dazu alle 30 Minuten ansprang und für 10 Minuten lief (also 1/3 der Zeit in Betrieb war) und ich ein Raumtemperatur von 20° errichte, bei Erhöhung der Vorlauftemperatur um 3° sogar 23°. Nur das Bad war meiner Frau zum Duschen nicht warm genug, obwohl da schon ein sehr großer Heizkörper installiert ist.
Wir haben jetzt festgelegt, dass uns eine Wärmepumpe die bei -7° eine Heizleistung von 7kw bei einer Vorlauftemperatur von 42° erbringt ausreicht. An den wenigen Tagen, an denn es kälter ist können wir mit Holz zuheizen. Angebot ist dementsprechend angefordert, die meisten haben aber abgelehnt eines abzugeben, einer hat es mir zugesagt und hat einen Vertreter seiner bevorzugten Wärmepumpemfirma vorbeigeschickt, der nach Einsicht meiner Daten und Besichtung des Hauses die Mappe sofort zugeklappt hat und nur meinte, dass ihr kleinstes Modell auf jeden Fall ausreicht (Hoval Balaria pro comfort 8kw).
Mein Fazit:
Ohne die geloggten Temperaturdaten wäre es auf eine Fehldimensionierung hinausgelaufen, die meisten hatten sowieso behauptet mit Heizkörpern und Wärmepumpe würde des nicht zufriedenstellend funktionieren.
Daher kann ich nur jedem Hausbesitzer empfehlen einen Winter lang die Daten zu loggen, wenn er das kann. Auch wenn eine Heizungserneuerung gar nicht ansteht kann es helfen die Heizung besser und damit sparsamer einzustellen. Wenn speziell ein Ölheizung oft und nur kurz anspringt geht der Verbrauch und der Verschleiß hoch und es werden mehr Schadstoffe in die Umwelt geblasen als sein muss. Und wenn sie dann doch mal kaputtgeht, hat man Daten.
P.S. Die von mir velinkten Temperaturlogger sind keine Empfehlung, auch wenn meine zufriedenstellend funktionierten. Wobei sie sehr unterschiedlichen Stromverbrauch hatten und nicht sehr wertig wirken. Den Ausseneinsatz hat der eine Logger nicht lange überlebt und ist trotz wettergeschützem Platz schnell korrodiert. Dafür sind sie billig und bei mir erfüllten sie ihren Zweck.