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#11 | |
Registriert seit: 07.09.2003
Beiträge: 20.037
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Zitat:
Dieses sich Gedanken machen ist viel schwieriger als das vorschnelle Verurteilen, weil es auch bedeuten kann, den eigenen vermeintlich sicheren Standpunkt einmal zu verlassen und zu versuchen, die Gegenseite einzunehmen. Wie schwer das ist, in solchen Situationen auch mal den weniger offensichtlichen Weg zu schreiten, haben wir selbst in den Medien gesehen. Nach Nizza und Würzburg ließ es sich am Freitagabend der ARD-Moderator Thomas Roth, aber auch Kollegen von ihm, nicht nehmen, immer wieder nur in den gleichen Bahnen zu denken und noch mehr Sensation aus der Situation zu schlagen, was bei zartbesaiteten Gemütern eher zu einer Verstärkung der Angst und Panik führt. Wie wohltuend waren da die Auftritte des Polizeisprechers sowie der Terrorismusexperten, die aufgrund der völlig unklaren Informationslage beschwichtigten, sich auf Fakten zurückfallen ließen und gedanklich auch mal andere Möglichkeiten als die eines (multiplen) IS-Anschlags in Erwägung zogen. Leider scheint es heute aufgrund der vielen "Informationsquellen" und vielfältigen Medien wichtiger denn je zu sein, einfach nur schnell und möglichst präsent zu sein, um sich in der Masse noch oder insbesondere damit profilieren zu können. Die Qualität leidet im Wettrennen der Opinion Leader. Die vielen Fehlalarme und Fehlmeldungen in den sozialen Medien sind Anzeichen dafür. Wenn wir uns aber auch im Nachgang nicht mehr die Zeit nehmen, das Geschehene zu analysieren und nüchtern zu deuten, dann füttern wir mit unseren eigenen, vorschnellen Verurteilungen Vorurteile und genau die Probleme, Konflikte und Rivalitäten, die auf lange Sicht zur nächsten Katastrophe führen können. Diese Form der Gewalt sät auch neue Gewalt. Dat Ei
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![]() "Wer mit Euch ist, ist nicht ganz bei sich." |
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