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Alt 20.03.2026, 14:31   #11
Dat Ei
 
 
Registriert seit: 07.09.2003
Beiträge: 20.213
Moin, moin,

Zitat:
Zitat von HoSt Beitrag anzeigen
... nur mal zur Einordnung: Kennst du die "Pferdefüße" der E-Mobilität nur vom Hörensagen oder gibt's da auch echte Erfahrungen?
entschuldige, wenn ich die Frage nicht sonderlich smart finde.

Es gibt Aspekte, dafür benötigt man keine eigene, persönliche Erfahrung, sondern da reicht auch schon ein wenig Nachdenken. Kleines Beispiel: unser Fahrzeug wird in einer zur Wohnung gehörenden Mietwohnung abgestellt. Es handelt sich um eine Doppelhubgarage. Die Stellplätze sind für maximal 2 t Gewicht zugelassen. Des Weiteren ist die maximale Fahrzeughöhe derart eingeschränkt, dass ich vor 30 Jahren, als ich die Münchner Wohnung angemietet habe, auf den Stellplatz verzichten musste, weil unsere Ente nicht hinein passte. Eine Lademöglichkeit gibt es in der Garage nicht. Ob eine installiert werden könnte, eine zulässig wäre, oder überhaupt ein E-Fahrzeug in der Garage abgestellt werden dürfte, müsste geklärt werden. Meine Vermieterin hat wenig Interesse, dafür ein Fass aufzumachen. Ich als Mieter habe bei den Randbedingungen und meiner persönlichen Münchner Restlaufzeit (< 4 Jahre) auch wenig Interesse, viel Zeit und viel Geld in die Hand zu nehmen. Die Frage, was nach dem Auszug aus dem Invest würde, mal ganz außen vor.

Nachdem wir on top auch noch zwei Wohnsitze haben, die 200 km voneinander entfernt sind und pendeln müssen, sollte das Fahrzeug (auch im Winter) Langstrecken tauglich sein. Das steigert zum einen die Kosten und zum anderen Gewicht und Dimensionen des Fahrzeug. Oder wir müssten mindestens einmal pro Standortwechsel zum Nachladen, bei einer in unserem Umfeld recht überschaubaren Ladeinfrastruktur. In unser Leben geht schon genug Zeit für Job und Pendeln drauf.

Das waren nur mal ein paar Punkte durch die ganz persönliche Brille betrachtet. Mit dem Blick über den eigenen Tellerrand hinaus, frage ich mich, woher die Energie für eine Voll-Elektrifizierung des Pkw-Verkehrs kommen soll, insbesondere, nachdem wir auch das Heizen und industrielle Prozesse auf E umstellen wollen. Über die Planung, den Ausbau und die Finanzierung unserer Netze (überregional, aber auch konkret in den Städten) in Zeiten klammer Kassen und schrumpfender Wirtschaft deckt man auch besser den Mantel des Schweigens. Woher soll das Geld kommen, wenn wir jetzt schon mit der Instandhaltung kämpfen, oder Systeme wie Rente, gesetzliche Krankenversicherung und Pflege gegen die Wand fahren? Und das bei absehbar schrumpfender Bevölkerung mit der umgekehrten Alterspyramide... Ich weiß, da gibt es die üblichen Ideen von (ganz) links und auch (ganz) rechts...


Dat Ei
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