|
|
|||||||||||||||
![]() |
||||||||||||||||
|
||||||||||||||||
|
|
#18 |
|
Registriert seit: 01.04.2008
Ort: Drabenderhöhe
Beiträge: 10.679
|
Wenn Du es verstehen und behalten willst, musst Du es vernünftig lernen. Dazu kannst Du Dir selbstverständlich Tipps holen, aber machen musst Du es selbst.
- Als allererstes wähle Dir ein passendes Motiv, um die Auswirkung verschiedener Blendeneinstellungen auszuprobieren. Am besten ist eines, wo Du auf das Hauptmotiv fokussieren kannst, und genügend andere Dinge vor und hinter dem Hauptmotiv liegen. Vielleicht so, dass Du den interessanten Teil in 1-2 Metern Entfernung hast, aber auch Dinge in 0,5 und 20 Metern mit aufs Bild kommen. - Als erstes montiere die Kamera auf ein Stativ. Ja, richtig. So ein Ding braucht man nicht nur nachts für Langzeitbelichtungen, sondern auch zum Lernen, wie die Blende "funktioniert". - Richte die Kamera so aus, dass Du das Motiv so im Sucher siehst, wie oben beschrieben. - Stell den ISO-Wert auf 100 oder 200 - Fokussiere auf das Hauptmotiv, und stell danach auf manuellen Fokus (MF), damit sich die Schärfeeinstellung während der nächsten Aufnahmen auf keinen Fall ändert. - Als nächstes drehst Du das Belichtungswahlrad (PASM) auf A, denn für diese Prozedur darf die Kamera die richtige Belichtungszeit ruhig selbst wählen. - Fotografiere das Bild jetzt mit verschiedenen Blendeneinstellungen. Angefangen von der größten Blende (z.B. f/2,8) bis hin zur kleinsten Blende (z.B. f/36), eben die Werte, die Dein Objektiv ermöglicht. Du brauchst dabei keine Abstufungen in Drittelwerten zu machen, sondern nimm möglichst nur die ganzen Werte: 2,8 - 4 - 5,6 - 8 - 11 - 16 - 22 - 32 Durch die Verwendung des A-Modus werden alle Bilder einigermaßen gleich hell. Bei ISO 200 hält sich das Rauschen in Grenzen, und Du kannst die Bilder detaillierter vergleichen. Indem Du ein Stativ verwendest, zeigen alle Bilder den selben Ausschnitt. Das hilft sehr, wenn Du bestimmte Details vergleichen willst. Schau Dir die Bilderreihe in einem beliebigen Betrachtungsprogramm an, und vergleiche aufmerksam, was Du siehst. Beobachte den Punkt, auf den Du fokussiert hast, und finde heraus, bei welcher Blende genau dort die größte Schärfe entsteht. Erfahrungsgemäß ist das nicht bei den Extremwerten der Blendengrößen, sondern etwa 2-3 Stufen abgeblendet. Vorher könnte die Abbildung etwas weich wirken, und bei geschlossener Blende wie mit einem unscharfen milchigen Schleier überzogen. Beobachte danach die nahen und die fernen Dinge im Bild. Beschreibe mit eigenen Worten, welche Unterschiede Du sehen kannst. Beobachte das Bild als Ganzes. Hat es einen größeren Reiz, wenn es nur einen kleinen Schärfebereich gibt, der sich auf das Wesentliche beschränkt? Wird der Blick bei großer Schärfentiefe nicht zu sehr vom eigentlichen Motiv abgelenkt? Wie schön oder unschön wirken die unscharfen Bereiche, die man auch "Bokeh" nennt? Bei welcher Blende ist das Bokeh besonders weich und harmonisch? Gibt es eventuell bei längeren Belichtungszeiten unscharfe Bereiche, die durch bewegte Motive entstehen? Sind diese unerwünscht, oder vielleicht sogar erwünscht? Aus so einer Blendenreihe kann man soooo viele Schlüsse ziehen, und so viel lernen, wenn man sich nur die richtigen Fragen stellt, und diese mit eigenen Worten, am besten schriftlich beantwortet. Stell Dir diese Aufgabe immer wieder, am besten mit wechselnden Motiven und mit unterschiedlichen Brennweiten. Fotografiere, und nimm Dir viel Zeit zum Vergleichen der Bilder. So lernst Du Deine Kamera und vor allem Deine Objektive "persönlich" kennen, und weißt später genau, wie Du ein Motiv so abbilden kannst, wie Du es Dir vorgestellt hast.
__________________
Gruß Gottlieb |
|
|
|
|
|