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#23 |
Registriert seit: 12.02.2008
Ort: Dresden/München
Beiträge: 146
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Interessanter Weise gab es eine ganz ähnliche Diskussion vor drei, vier Wochen im blauen Nachbarforum - teilweise sehr kontrovers ausgetragen.
Einen Teil meiner Antwort auf die dortige Fragestellung: "Was macht einen guten Fotografen aus?" gebe ich hier mal wieder, weil es gerade zu passen scheint: "Habe mir die Diskussion mit großem Vergnügen durchgelesen - es geht hier mal um Inhalte, und nicht um Technik. Gut so. Dabei finde ich es interessant, daß sowohl die Frage nach dem guten Fotografen als "Künstler", als auch die nach demselben als "Handwerker" differenziert wird. Nur ein verschwindend kleiner Teil der Fotografie hat überhaupt etwas mit Kunst zu tun. Ein Künstler schafft eine eigene, vorher und ohne ihn nicht existierende Welt, die andere Menschen ansprechen, berühren und bewegen will und kann. Ganz gleich, ob er das bildnerisch, darstellerisch und/oder musikalisch tut. Immer - und ich betone das als ausübender Bühnenkünstler - ist die Basis von Kunst ein bis zur Perfektion beherrschtes Handwerk. Nur dann habe ich die Mittel in der Hand, um meine Welten zu erschaffen. Um das klarzustellen - nicht alles, was ein Künstler macht, ist immer und automatisch Kunst. Es sind nur seltene, bleibende Glücksmomente, wo alles Nötige zusammen kommt, um zur Kunst zu werden. Deshalb ist "Demut" neben dem Handwerk eine weitere Voraussetzung für die Kunst. Sonst bleibt es "Show". Mir geht es als Künstler darum, die Menschen zu berühren, zu bewegen, zu erreichen. Das ist verdammt schwer. Es gibt durchaus Fotografen, die eigene Welten erschaffen und die Betrachter damit berühren...und die einem auf immer in Erinnerung bleiben. Für die meisten Aufgaben im Bereich der Fotografie aber reicht das beherrschte Handwerk aus. Ein guter Fotograf ist m.E. ein Dokumentarist, der die Bilder herstellt, die den geforderten Zweck erfüllen und welche die Kundschaft gern sehen will und/oder dafür bezahlt. Fotografische Aufnahmen sind in der absoluten Mehrzahl Kommunikationsmittel - und nicht Kunst. Entweder erzählt der "gute Fotograf" Geschichten, oder transportiert bestimmte Inhalte, Sichtweisen, Klischees...die beim Betrachter Interesse auslösen. Mit welchen fotografischen Mitteln er das erreicht, ist mir persönlich egal - Hauptsache, es spricht mich irgendwie an. Und mir ist es auch völlig egal, ob er diese Wirkung als Profi oder als Amateur erzielt. Am Ende entscheidet die Zeit und das Schicksal, was "bleibt". Ich kann mir nicht vorstellen, daß von der bildenden Kunst, Architektur und Musik und den Hypes unserer Zeit besonders viel bleiben wird. Das war in allen Epochen ähnlich...übrigens." |
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