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#1 |
Registriert seit: 12.02.2008
Ort: Dresden/München
Beiträge: 146
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Interessanter Weise gab es eine ganz ähnliche Diskussion vor drei, vier Wochen im blauen Nachbarforum - teilweise sehr kontrovers ausgetragen.
Einen Teil meiner Antwort auf die dortige Fragestellung: "Was macht einen guten Fotografen aus?" gebe ich hier mal wieder, weil es gerade zu passen scheint: "Habe mir die Diskussion mit großem Vergnügen durchgelesen - es geht hier mal um Inhalte, und nicht um Technik. Gut so. Dabei finde ich es interessant, daß sowohl die Frage nach dem guten Fotografen als "Künstler", als auch die nach demselben als "Handwerker" differenziert wird. Nur ein verschwindend kleiner Teil der Fotografie hat überhaupt etwas mit Kunst zu tun. Ein Künstler schafft eine eigene, vorher und ohne ihn nicht existierende Welt, die andere Menschen ansprechen, berühren und bewegen will und kann. Ganz gleich, ob er das bildnerisch, darstellerisch und/oder musikalisch tut. Immer - und ich betone das als ausübender Bühnenkünstler - ist die Basis von Kunst ein bis zur Perfektion beherrschtes Handwerk. Nur dann habe ich die Mittel in der Hand, um meine Welten zu erschaffen. Um das klarzustellen - nicht alles, was ein Künstler macht, ist immer und automatisch Kunst. Es sind nur seltene, bleibende Glücksmomente, wo alles Nötige zusammen kommt, um zur Kunst zu werden. Deshalb ist "Demut" neben dem Handwerk eine weitere Voraussetzung für die Kunst. Sonst bleibt es "Show". Mir geht es als Künstler darum, die Menschen zu berühren, zu bewegen, zu erreichen. Das ist verdammt schwer. Es gibt durchaus Fotografen, die eigene Welten erschaffen und die Betrachter damit berühren...und die einem auf immer in Erinnerung bleiben. Für die meisten Aufgaben im Bereich der Fotografie aber reicht das beherrschte Handwerk aus. Ein guter Fotograf ist m.E. ein Dokumentarist, der die Bilder herstellt, die den geforderten Zweck erfüllen und welche die Kundschaft gern sehen will und/oder dafür bezahlt. Fotografische Aufnahmen sind in der absoluten Mehrzahl Kommunikationsmittel - und nicht Kunst. Entweder erzählt der "gute Fotograf" Geschichten, oder transportiert bestimmte Inhalte, Sichtweisen, Klischees...die beim Betrachter Interesse auslösen. Mit welchen fotografischen Mitteln er das erreicht, ist mir persönlich egal - Hauptsache, es spricht mich irgendwie an. Und mir ist es auch völlig egal, ob er diese Wirkung als Profi oder als Amateur erzielt. Am Ende entscheidet die Zeit und das Schicksal, was "bleibt". Ich kann mir nicht vorstellen, daß von der bildenden Kunst, Architektur und Musik und den Hypes unserer Zeit besonders viel bleiben wird. Das war in allen Epochen ähnlich...übrigens." |
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#2 | |
Themenersteller
Registriert seit: 20.10.2006
Ort: Nordwürttemberg
Beiträge: 4.508
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Zitat:
ich vergleiche doch einen Bühnenkünstler auch nicht mit einer Marionette oder bezeichne ihn als Reproduktionsdarsteller für Bühnenskripte. |
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#3 | |
Registriert seit: 12.02.2008
Ort: Dresden/München
Beiträge: 146
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Zitat:
Ich bin sehr für die Beachtung bzw. Aufwertung des Handwerklichen - gerade, weil heutzutage soviel „Kunst“ ohne Handwerk entsteht. Meist ist es dann eher Klischee als Kunst. |
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#4 |
Themenersteller
Registriert seit: 20.10.2006
Ort: Nordwürttemberg
Beiträge: 4.508
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Vielleicht weil es Kunst ist? Was natürlich nicht auf jedes handwerklich gut gemachte Bild zutrifft. Aber auf so manches. Sogar auf manche, die gar nicht "handwerklich gut gemacht" sind.
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#5 | |
Registriert seit: 16.03.2013
Ort: Berlin
Beiträge: 754
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Zitat:
Die kann man auf 2 Wegen erreichen: einmal mit der Kamera und einem Objektiv, aber auch durch Bearbeitung, heute mittels Software. Und da ist man von der Dokumentation weit entfernt. Eigene Interpretation heraus zu stellen ist fotografisch nicht einfach, das kann u.a. bis hin zum Surrealismus gehen, kann auch in Richtung Malerei gehen und dann ist nichts mehr übrig vom dokumentieren. Ein Künstler, der z.Bsp. ein Model bis zur Unkenntlichkeit mit Farbe übergießt, entsprechende Beleuchtung, die die Situation dann vollständig entfremdet, dokumentiert nicht. Wenn man nicht angesprochen oder berührt wird, das Interesse nicht geweckt, fehlt oftmals das Verständnis für die Darbietung / Darstellung. Ein berühmtes Beispiel war J.Beus. Sehr wenige Menschen haben seine Kunst verstanden, es abgetan, z.T. mit abfälligen, beleidigenden Äußerungen, bis zu dem Moment wo die Putzfrau den "Dreck" bereinigt und weggeschmissen hat. Vielleicht ist das Problem in der Fotografie, das es überwiegend Amateure gibt, fachlich wenig, künstlerisch oftmals, überhaupt nicht gebildet sind. Wenn ich schon allein sehe welche Aufnahmen, ob mit der Kamera, oder heute überwiegend mit dem Handy gemacht werden, und diese werden dann als Street Fotografie benannt. Und warum? Mangelns Kenntnisse der Street Fotografie. Auch die Wortwahl, wenn über Fotos gesprochen wird, vor allem bei künstlerischen, erreicht nicht annähernd den Wortschatz, wie eine Besprechung eines Ölgemäldes oder einer Skulptur, oder.... Wir können uns das täglich in einer sehr beliebten Fernsehsendung "Bares für Rares" anhören: Die Erklärung und Beschreibung der Gutachter, mit Begeisterung, unterstützt durch Fachwissen, deren Ausdrucksform ist meistens begeisternd. Dann kommt Hr. Lichter mit seinen Bemerkungen, manchmal sehr unflätigen Bemerkungen und seine Ausdrucksweise, primitivster Wortwahl, in dem Segment seiner Fernsehsendung, völlig ungebildet, spricht für sich. |
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#6 |
Registriert seit: 26.07.2020
Beiträge: 88
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#7 |
Registriert seit: 12.02.2008
Ort: Dresden/München
Beiträge: 146
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#8 |
Gesperrt
Registriert seit: 05.03.2021
Beiträge: 2
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Oder eventuell auch einfach nur darauf, daß der Horizont am Tellerrand endet…
Geändert von Cossаrt_(Fälschung) (05.03.2021 um 09:06 Uhr) |
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#10 |
Registriert seit: 10.02.2005
Ort: 31552 Apelern
Beiträge: 19.572
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Ist das so leicht zu machen?
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