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Startseite » Forenübersicht » Kreativbereich » Vor der Aufnahme » Einstieg in die Astrofotografie
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Alt 28.01.2024, 14:45   #141
embe
 
 
Registriert seit: 11.02.2013
Ort: Südbaden
Beiträge: 5.409
Lieber Ernst-Dieter,

mach es Dir doch nicht schwerer als notwendig.
Ja, die 600/500/400/300-er Regeln sind nicht mehr aktuell
Ja, die NPF-Regel (Formel) ist wesentlich genauer
Nein, man muss sich nicht absolut exakt daran entlanghangeln.

Wenn Du Dir den Artikel über die NPF-Regel vom Ersteller (Frederic Michaud) von der Astronomischen Gesellschaft Le Havre anschaust, findest Du dort auch ein Berechnungsformular bei dem Du die Daten Deines Setups eingeben kannst - im unteren Teil der Seite auf Englisch.

Dort sienst Du dann 4 Ergebnisse - die exakte NPF, die vereinfachte NPF, die 4-Crop-Regel, die 500er Regel

Für den allgemeinenGebrauch würde ich Dir einfach die 4-Crop-Regel empfehlen, die sollte für die meisten Fälle ausreichen exakt sein.
Also maximale Belichtungszeit = 100*(4 - Cropfaktor) / Brennweite in

Und ggf. immer ein bisschen drunter bleiben, wenn die Formel 22,7 sec ausgibt, nimm halt 20 sec
Einfach ausprobieren.

EDIT1: Ja, die ISO ist dabei aussen vor. Wenn Du eine Zeit/Blenden-Kombination gefunden hast, die Dir ausreichend punktförmige Sterne liefert, dann die ISO entsprechend Deiner weiteren Bearbeitung einstellen
__________________
Viele Grüße,
Michael

Do what you can, with what you've got, where you are.
Bill Widener, of Widener Valley, Virginia, as quoted by Theodore Roosevelt in 'An Autobiography'

Geändert von embe (28.01.2024 um 14:58 Uhr)
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Alt 28.01.2024, 15:09   #142
usch
 
 
Registriert seit: 16.08.2010
Beiträge: 18.903
Zitat:
Zitat von Ernst-Dieter aus Apelern Beitrag anzeigen
Das ist dasselbe wie mit den Formeln für Schärfentiefe und Verwacklungsgrenze – die einen gehen von einer "normalen" Ausgabegröße in "normalem" Betrachtungsabstand aus, und die anderen von maximaler Ausnutzung der Sensorauflösung für großformatige Prints oder 100%-Ansicht am Monitor. Entsprechend kommen dabei unterschiedlich strenge Obergrenzen heraus.

Ich finde es ein bisschen übertrieben, auf der einen Seite zwar die mögliche Beugungsunschärfe einzubeziehen (→ Blendenzahl), aber auf der anderen Seite überhaupt nicht zu berücksichtigen, dass sich die Sterne ja nicht alle gleich schnell bewegen (an den Himmelspolen kannst du dir eine längere Belichtungszeit erlauben als am Himmelsäquator). Am Ende ist das also auch nur ein verallgemeinerter Schätzwert.

Zitat:
Ist diese Formel für Einsteiger eine gute Hilfe?
Für den Einsteiger wäre es eine gute Hilfe gewesen, die Zusammenhänge zu erklären und nicht einfach nur eine Zahl auszuwerfen.

Für den Einstieg ist jede Formel eine gute Hilfe, um überhaupt mal einen Anhaltswert zu bekommen, von dem aus man dann seine eigenen Versuche starten kann. Aber wenn du es genau wissen willst, dann mach halt mal drei oder vier Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungszeiten. Das ist doch kein Hexenwerk.

Zitat:
Iso Eingabe nicht erforderlich?
Meine Eltern hätten jetzt gesagt "denk doch mal nach!" . Wie soll sich denn der ISO-Wert auf die Länge der Sternspuren auswirken?

Wenn du die Blende selber vorgibst und die Zeit vom Rechner vorgegeben bekommst, ergibt sich ja zwangsläufig ein bestimmter ISO-Wert für eine korrekte Belichtung.

Zitat:
Gibt es ähnliche Rechner?
Wozu? Dein Sensor ändert sich nicht, dein Objektiv ändert sich nicht, die Sterne ändern sich nicht. Wenn du einmal eine akzeptable Belichtungszeit gefunden hast, kannst du sie auf einen Zettel schreiben und fertig. Da gibt es nichts mehr zu rechnen.

Aber wenn du unbedingt rechnen willst – die beiden Formeln sind ja vollständig äquivalent, solange die Sensorgröße und die Blendenzahl gleich bleibt. Für deine α6100 (APS-C-Sensor mit 24 MP) und das Sony 11mm/1,8 ergäbe sich bei Offenblende nach der NPF-Formel eine maximale Belichtungszeit von 17 Sekunden und nach der 300er-Regel eine maximale Belichtungszeit von 18 Sekunden.

Oder allgemeiner für die α6100:

f/1,4 bis f/3,2 → 300er-Regel
f/3,5 - f/5 → 400er-Regel
ab f/6,3 → 500er-Regel

Das sollte man sogar im Kopf rechnen können, ohne App oder Javascript.
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Alt 28.01.2024, 15:27   #143
embe
 
 
Registriert seit: 11.02.2013
Ort: Südbaden
Beiträge: 5.409
Zitat:
Zitat von usch Beitrag anzeigen
....
Ich finde es ein bisschen übertrieben, auf der einen Seite zwar die mögliche Beugungsunschärfe einzubeziehen (→ Blendenzahl), aber auf der anderen Seite überhaupt nicht zu berücksichtigen, dass sich die Sterne ja nicht alle gleich schnell bewegen (an den Himmelspolen kannst du dir eine längere Belichtungszeit erlauben als am Himmelsäquator). Am Ende ist das also auch nur ein verallgemeinerter Schätzwert.

....
Deswegen hatte ich ja auf den Artikel von Frederic Michaud verwiesen.
In die exakte NPF geht die Deklination ja mit ein.

Und ja, grober Anhaltspunkt um mal anzufangen.
Und ja, je mehr Richtung Himmelsäquator, desto eher kürzer, je mehr Richtung Himmelspol, desto eher längere Zeiten möglich. Logisch.
Und ja, dann einfach ausprobieren bis es für einen persönlich passt.
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Viele Grüße,
Michael

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Alt 28.01.2024, 16:28   #144
usch
 
 
Registriert seit: 16.08.2010
Beiträge: 18.903
Zitat:
Zitat von embe Beitrag anzeigen
Deswegen hatte ich ja auf den Artikel von Frederic Michaud verwiesen.
In die exakte NPF geht die Deklination ja mit ein.
Es geht nix über Primärquellen, danke. Mit Links darauf hat Ernst-Dieter es ja nicht so.

Mal gucken, ob ich die vollständige Formel auch noch in mein Spreadsheet einbaue. Ich persönlich hätte ja in der einfachen Version eher die Blende weggelassen als die Deklination, aber vermutlich wollte er den Cosinus aus der Gleichung raus haben, eben damit man das notfalls im Kopf rechnen kann.
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Alt 28.01.2024, 17:00   #145
Ernst-Dieter aus Apelern

Themenersteller
 
 
Registriert seit: 10.02.2005
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Beiträge: 19.540
Habs nun auch gesehen, bei meinem Link bei der Formel die Deklination nicht dabei(berücksichtigt)!
Wie relevant dies letztlich ist in der Praxis ist festzustellen.
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Geändert von Ernst-Dieter aus Apelern (28.01.2024 um 17:22 Uhr)
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Alt 28.01.2024, 17:33   #146
HaPeKa
 
 
Registriert seit: 17.02.2016
Ort: Bern
Beiträge: 5.012
Wenn du einen Anhaltspunkt hast, dann schleich dich empirisch an das für dich beste Resultat ran. Mach ein paar Belichtungsreihen und schau sie dir auf dem PC an. Du wirst dann sehr schnell sehen, was dein System hergibt.

Als erstes auf den hellsten Stern scharf stellen - sehr wichtig!
Dann bei Offenblende eine Reihe belichten: 10s / 12s / 14s / 16s / 18s / 20s
Blende um eine Stufe schliessen und die Serie noch einmal durchführen.

Auf dem PC schaust du dir die 12 Bilder genau an und suchst dir das aus, auf dem die Sterne so sind, wie du sie gerne hättest. Und diese Einstellungen merkst du dir dann.
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Grüsse aus der Schweiz
Hans-Peter

Geändert von HaPeKa (28.01.2024 um 17:35 Uhr)
HaPeKa ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.01.2024, 17:33   #147
aidualk
 
 
Registriert seit: 17.12.2007
Ort: Rhein-Main
Beiträge: 21.459
Raus gehen, üben, üben und üben.
Nicht nur die Kamera und das Objektiv kennen lernen. Auch die Sterne und das (umgebende) Licht. Das kommt mit der Erfahrung. Aber die kommt nur, wenn man raus geht!
Ich habe tatsächlich noch nie mit einer solchen oder ähnlichen Formel fotografiert (ich stelle immer nur fest, die überall gepriesene 500er Formel ist völliger Unsinn!). Auch nie einen Schärfentiefenrechner für meine Landschaftsaufnahmen verwendet. Oder mit Photopills auf die Sekunde genau die beste Milchstraßenzeit für meinen Standort berechnen lassen (so jemand stand mal am Geroldsee neben mir - über eine Stunde hat der nur auf sein handy geguckt, dann sein Bild gemacht und ist gegangen).
Das einzige was ich verwende ist Stellarium. Aber auch das nur zu Hause für die Vorbereitung und nie unterwegs.

Geändert von aidualk (28.01.2024 um 17:36 Uhr)
aidualk ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.01.2024, 17:43   #148
Ernst-Dieter aus Apelern

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Registriert seit: 10.02.2005
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Beiträge: 19.540
Vielen Dank! Werde die Ergebnisse Mittwoch Abend haben von einem neuen Standpunkt!
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Alt 29.01.2024, 13:33   #149
atlinblau
 
 
Registriert seit: 09.03.2020
Beiträge: 271
Zitat:
Zitat von Ernst-Dieter aus Apelern Beitrag anzeigen
https://www.focustoinfinity.de/npf-rechner/
Ist diese Formel für Einsteiger eine gute Hilfe? Iso Eingabe nicht erforderlich? Gibt es ähnliche Rechner?
(Der Rechner muss sehr gut sein - er gibt die Belichtungszeit auf Zehntel genau an...)

Ich habe damit mal gespielt und eine Frage...

Einstellung:
"Vollformat/Blende 4.0 / 16 mm Brennweite / Sternenspuren "keine".." Der Rechner liefert mir eine Belichtungszeit von 10 sek.

Die Halbierung des Blendenwertes auf 2.8 ergibt eine rechnerische optimale Belichtung von 8,7 sek...

Welchen Einfluss hat die Blende zur Vermeidung von Sternenspuren?
atlinblau ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.01.2024, 23:14   #150
usch
 
 
Registriert seit: 16.08.2010
Beiträge: 18.903
Zitat:
Zitat von atlinblau Beitrag anzeigen
Welchen Einfluss hat die Blende zur Vermeidung von Sternenspuren?
Der Gedanke dahinter ist, dass die Bewegungsunschärfe durch die zunehmende Beugungsunschärfe verdeckt wird.

Meiner Meinung nach ist der Effekt aber so gering, dass man sich die Berechnung sparen kann. In deinem Beispiel verliert man 1 EV durch das Abblenden von f/2,8 auf f/4, gewinnt aber nur 0,2 EV an zulässiger Belichtungszeit dazu. Das reicht also nicht einmal, um den Helligkeitsunterschied auszugleichen.
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usch ist gerade online   Mit Zitat antworten
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