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#11 | ||
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Themenersteller
Registriert seit: 07.09.2003
Beiträge: 20.227
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Moin Dana,
Zitat:
Als wir wach wurden, mußten wir gleich an Füchschen denken, das wir herzlos aus lauter Ratio mitten in der Nacht bei schlechtem Wetter vor die Tür gesetzt haben. Das tat weh. Nunja, so geht´s manchmal im Leben. Wir beschlossen als erstes, das improvisierte Katzenklo wieder aufzulösen, schütteten die unbenutzte Streu zurück in den Sack und stellten die Caddyhälfte beiseite in den Flur. Während ich duschen ging, wollte Hella Frühstück machen. Nach ein paar Minuten ging die Badezimmer Tür auf, und Hella kam in Begleitung von Füchschen ins Bad. Ich war baff erstaunt und hakte nach, woher die Katze denn nun wieder käme. Hella antwortete, dass die Katze auf dem Balkon saß, als sie die Rollladen öffnete. Aber wie konnte das sein? Die Katze kannte meinen Balkon nicht, ich wohne im 1.Stock und der Balkon ist zudem nur schwerlich von der Straße ausmachbar, da er straßenseitig von Garagen zu weiten Teilen verdeckt wird, insbesondere bei einer Schulterhöhe von 30cm. Den nächsten Klops lieferte Füchschen umgehend: sie stellte sich neben die Caddyhälfte und maulte. Sie ging ins Bad, just dorthin, wo am Vortag das improvisierte Katzenklo stand und maulte. Wir kombinierten, auch wenn wir ja nur dumme Zweibeiner sind, füllten wieder Streu in die Caddyhälfte und stellten diese wieder ins Bad. Prompt ging die Katze in das Klo und legte einen außerordentlichen Prachtköttel vom Feinsten in das Katzenklo. Sie sah uns mit einem Gesichtsausdruck an, als wollte sie sagen: "Seht her, habt ihr etwa gedacht, dass ich so blöd bin und nicht weiß, was ein Katzenklo ist?" Danach war die Frage nach der Verteilung der Intelligenz zwischen geklärt. Nach dem Frühstück entschied ich, dass Füchschen bei soviel Anstand und Intelligenz auch während unserer Abwesenheit in der Wohnung bleiben dürfe. Als ich heute Abend heim kam, empfing sie mich mit einem lauten, aber freudigen Maunzen. Futter war nicht so wichtig, aber Streicheleinheiten... -> Bild in der Galerie Zitat:
Tja, das ist leider das Traurige an der Geschichte. Nachdem wir eine Fernbeziehung haben, pendeln wir, d.h. aber auch, dass wir die Katze nicht halten können. Ich werde Ausschau halten, ob jemand seine Katze vermisst, oder halt abwarten, bis das schlechte Wetter rum ist, und sie dann wieder vor die Tür setzen. Seit einem kleinen Ausflug heute Abend weiß ich ja, dass sie wiederkommt und den Weg über den Balkon nicht zufällig gefunden hat. Zum Trost (für wen?) darf sie heute Nacht mit in meinem Bett schlafen... Dat Ei
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![]() "Wer mit Euch ist, ist nicht ganz bei sich." Geändert von Dat Ei (28.05.2013 um 12:36 Uhr) |
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#12 |
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Registriert seit: 21.08.2008
Ort: Hessen
Beiträge: 35.250
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Du weißt genau, für wen...macht das nicht. Ihr macht euch und das Vieh unglücklich. Es kriegt jetzt eindeutige Signale und wird dann wieder abgegeben, weil ihr sie nicht halten könnt.
So schön es ist, ein solches Fellknäuel im Bett zu haben...wenn ihr sie nicht behalten könnt, dann prägt sie doch nicht so auf euch....ich kann es voll verstehen, aber für die Katze ist das echt heftig, wenn sie euch dann wieder verlassen muss. Ihr seid beide die komplette Woche nicht in der Wohnung? Oder nur du nicht? Sorry, dass ich so nachfrage, aber das ist schon anrührend und interessant.
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Liebe Grüße! ![]() Blowing out someone else's candle doesn't make yours shine any brighter.
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#13 |
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Registriert seit: 23.06.2010
Ort: Passau/Stuttgart
Beiträge: 706
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Nette Geschichte...
ich würde mal beim Tierarzt checken lassen, ob sie einen Chip implantiert hat. Könnte ja auch sein, dass jemand die Katze vermisst Könnte sich ja z.B. in einem Auto versteckt haben und der Fahrer hat sie dann irgendwo rausgeworfen. Oder so was in der Richtung...
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mfg Tom |
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#14 |
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Registriert seit: 30.01.2009
Ort: Köln
Beiträge: 3.241
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"Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“
Antoine de Saint-Exupery Klingt wie eine Belehrung oder eine Aufforderung; ist aber mitnichten so gemeint. - Wenn das Füchschen nicht langfristig bei euch wohnen kann, habt ihr nur die eine Aufgabe, die lautet, das Fellnäschen anderweitig gut unterzubringen! Viel Erfolg dabei! Herzliche Grüße, Vera
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Viele Grüße, Vera ________________________________________________ Für die, die meine Bilder (teilweise) nicht angezeigt bekommen hier steht die Lösung! |
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#15 |
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Themenersteller
Registriert seit: 07.09.2003
Beiträge: 20.227
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Moin, moin,
ich glaube, dass das Wichtigste in der Situation ist, problemadäquat zu handeln. D.h. für mich, die Umstände, aber auch das Wesen der Katze zu berücksichtigen. Als mir an einem Novemberabend 1991 Schnute zugelaufen war, war dies in einem sehr verkehrsreichen Kölner Viertel. Die Katze war sehr verängstigt, hatte kaum was auf den Rippen und nur ein sehr dünnes Fell, das ein klares Zeichen dafür war, dass diese Katze kein Freigänger oder Streuner war. Nachdem sie damals mehrfach in Panik und orientierungslos quer über die vielbefahrene Straße lief, nahm ich sie mit heim. In den folgenden zwei Wochen haben wir Zettel im Viertel ausgehangen und jede Vermisstenanzeige sorgfältig studiert. Nachdem sich der Besitzer nicht ausfindig machen ließ, haben wir für knapp 14 1/2 Jahre die Verantwortung für Schnute getragen. Das haben wir erst recht während ihres letzten, halben Lebensjahres getan, in dem so manch anderer Zeitgenosse die Katze einfach eingeschläfert hätte. Und so manches Mal hängen mir noch die Bilder der Nacht vom 5. auf den 6.April 2006 nach, in der wir angesichts des nunmehr apathischen Eindrucks Schnutes beschlossen, dass nun der Zeitpunkt gekommen sei, auch die schwerste Verantwortung für ein Lebewesen zu tragen, die man sich vorstellen kann. Die Worte des Tierarztes, dass unsere Entscheidung und der Zeitpunkt richtig seien und "schon die halbe Seele aus der Katze wären" sind auch heute noch nur ein sehr schwacher Trost. Die 14 1/2 Jahre waren eine tolle Zeit, auch wenn sie für uns mit einigen Entbehrungen und Sorgen einhergingen. Oft genug haben wir auf Lisas Ängstlichkeit und Panik vor Ortswechseln Rücksicht genommen und auf Urlaube und Reisen verzichtet - wir wollten und konnten die Schwiegermutter ja auch nicht jedes Jahr in die Münchner Wohnung zum Katzenhüten zwangseinladen. So sehr ich das Leben mit einem Stubentiger genossen habe und seit 2006 auch immer wieder mal vermisse, so sehr liebe ich nun auch den Freiraum, Herr der eigenen Zeit- und Urlaubsplanung zu sein. Aktuell gehen in Hellas Haus drei Katzen regelmäßig ein und aus. Zwei davon sind Bruder und Schwester, gehören den Nachbarn und sind von Natur aus richtige Schisser. Das hat Monate gedauert, bis sie Vertrauen gefasst haben und nicht beim leisesten Mucks davon gerannt sind. Die Dritte ist m.E. eine Streunerin, die auch bei dickstem Regen und tiefsten Temperaturen unterwegs ist. Zum Winter hin bekommt sie ein dickes Fell und wird dick und rund, was ihr den Rufnamen "Helmut" einbrachte. Sie bleibt auch schon mal über Nacht. Es gibt Phasen, da sieht man alle drei auch schon mal für einige Tage, ja Wochen nicht. In der Münchner Wohnung in ruhiger, nahezu ländlicher Stadtrandlage kam mich in den letzten Monaten sehr sporadisch eine prachtvolle, langhaarige, weiße Katze besuchen - ein bildhübsches Tier. Aber auch mit mir praktizierte ich das Konzept der "offenen Tür", weil der Fellzustand klar verriet, dass auch sie größtenteils, wenn nicht sogar vollkommen, im Freien lebt. Aber zurück zu Füchschen - ihr Verhalten lässt darauf schließen, dass sie Menschen, aber auch viel Freilauf gewohnt ist. Eine Katze, die schnurstracks in fremde Wohnungen geht und mitten durch den Raum läuft, hat Selbstbewußtsein. Schisser und unsichere Katzen gehen an der Wand lang. Die Aktion mit dem Balkon zeigt auch, dass sie sich im Freien orientieren und geplant bewegen kann. Die Art, wie sie mit Menschen kommuniziert und interagiert, zeigt wiederum, dass sie auch häusliches Leben kennt. Nachdem sie heute Nacht in der Wohnung geblieben ist und es sich auf meiner Bettdecke bequem gemacht hatte, setzte sie sich heute Morgen nach ein paar Minuten vor die Balkontür und maulte. Ich öffnete die Tür, sie ging auf´s Garagendach und genoss dort noch eine 1/4h die morgendliche Sonne. Und dann ist sie ihrer Wege gegangen... Ich bin sicher, man sieht sich. Dat Ei
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![]() "Wer mit Euch ist, ist nicht ganz bei sich." |
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#16 |
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Registriert seit: 13.03.2006
Ort: Idstein
Beiträge: 4.132
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Eine tolle Geschichte und ein versöhnliches (vorläufiges) Ende
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Grüße aus dem Taunus Holger |
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#17 |
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Registriert seit: 22.12.2011
Ort: Zürcher Weinland (CH)
Beiträge: 263
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Wirklich tolle Geschichte, auch super geschrieben Dat Ei! Muss man auch mal sagen, bei der im Internet leider immer mehr abhanden kommenden Orthografie und Interpunktion.
Ich bin selber Katzenhalter von 5 Schmusetigern, und obwohl sie alle aus eigener "Zucht" sind (zuerst war da eine einzige Dame, 2 weitere Mädels folgten, die dann wiederum auch wieder trächtig wurden und aus den folgenden Würfen behielten wir jeweils einen Kater, die übrigen 4 kamen zu guten Bekannten) und somit nicht zugelaufen sind, erkenne ich diverse Parallelen mit Deiner Geschichte. Ich wohne in einem kleinen, ländlichen Dorf (absolutes Kaff, aber daher auch schön grün und ruhig), daher können die Miezen raus und geniessen dies auch. Im Winter wird Fell und Speck zugelegt, welches im Frühling (zu unserem Leidwesen) dann wieder abgeworfen und mit längeren, zum Teil wochenlangen Streifzügen (vor allem der eine Kater) getauscht wird. Unsere Katzen sind mittlerweile alle gechipt. Einerseits für die Identifikation im schlimmsten Fall, andererseits aber auch um ungebetene Nachbarskatzen aus unserer Wohnung fern zu halten. Bei uns im Dorf hat es wirklich viele Katzen, und die schauen auch gerne mal bei Herr und Frau Nachbar rein. Mal auf Besuch kommen und den Kopf in den Futternapf stecken ist ja in Ordnung, wenn aber demonstrativ die Möbel angepisst werden (unter anderem die damals nagelneue Wohnzimmerkombination aus massivem amerikanischem Nussbaum), dann hört der Spass auf. Daher haben wir uns dann die Katzenklappe mit Chip-Sensor zugelegt, seither ist nichts mehr vorgefallen. Mich faszinieren Katzen sehr, nachdem ich an unseren 5 Samtpfoten erfahren durfte, wie grundverschiedene Charaktere und Personalitäten jede einzelne Katze hat, genauso wie Menschen. Jede hat ihre eigenen Gefühle, Vorlieben, Abneigungen und bringt dies auch absolut klar und deutlich zum Ausdruck mit ihrem Verhalten und auch ihrer Stimme. Ja, ich und meine Frau führen manchmal richtige Dialoge mit unseren Katzen, etwa wenn der Kater, von einem Regenguss überrascht, lautstark maulend nach Hause kommt und sich darüber beschwert, es dann aber super toll findet, wenn wir ihn trocken rubbeln. Oder wenn der andere Kater eine Beute nach Hause bringt (das nebst den klassischen Opfern wie Mäuse und Vögeln auch mal was exotischeres wie Blindschleichen, Frösche, dicke Raupen oder eine Fledermaus sein kann), sie uns zu Füssen legt und mit stolz geschwellter Brust auf sein Lob wartet, ehe das Opfer dann mit Haut und Haaren verspeist wird. Oder wie sie deutlich zu spüren scheinen, wenn Herrchen oder Frauchen mal krank sind oder es uns einfach nicht gutgeht, dann wird gekuschelt und geschmust bis der Arzt kommt, bzw. dieser nicht mehr benötigt wird. Ich könnte stundenlang weitere Anekdoten aufzählen... Mir graut schon vor dem Tag, wenn wir mit unserer Ältesten (jetzt 10jährig) dann mal zum Arzt gehen müssen. Auf dass dieser noch in weiter Ferne liegen möge! |
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#18 | ||
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Themenersteller
Registriert seit: 07.09.2003
Beiträge: 20.227
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Hey Martin,
danke für Deine Teilnahme und Deine Geschichte! Zitat:
Und es sind meist schöne, manchmal auch unglaubliche Anekdoten, wenn man denn den richtigen Umgang mit den Tieren hinbekommt. Wir haben in unserem Umfeld oft den Satz "die Katze ist Euer Kind-Ersatz" gehört, den wir mit "die Katze ist kein Mensch, aber ein Familienmitglied mit eigenen Ansprüchen, Rechten und Pflichten" erwidert haben. Ich hoffe, das ordnet die Rolle eines Haustieres für andere nachvollziehbar ein. Zitat:
Dat Ei
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![]() "Wer mit Euch ist, ist nicht ganz bei sich." |
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#19 |
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Registriert seit: 08.12.2008
Ort: Ølstykke (DK)
Beiträge: 2.929
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Eine schöne Geschichte und toll erzählt.
Das Füchschen sieht aus wie unsere Cirkeline II - Mama war 3-farbig und Vaddern unbekannterweise sicher gestreift - und so bekommt man eine streifige Katze mit rötlichen Tönen und weissen Pfoten und weisser Nase. Ich hoffe ihr bekommt die kleine Persönlichkeit gut unter bei jemanden, der von ihr akzeptiert wird. |
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#20 | |
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Registriert seit: 23.06.2010
Ort: Passau/Stuttgart
Beiträge: 706
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Um nochmal darauf hinzuweisen:
Zitat:
Ich habe auch eine Katze, die selbstständig raus geht. Wenn die mal jemand anderes einfach "adoptieren" würde, dann hätte ich da ein Problem damit Kann ja sein, dass die Katze sich nach einem Umzug verlaufen hat, oder versehentlich im Auto mitgefahren ist... ...und eigentlich schon gerne wieder Heim wollen würde, aber den Weg nicht weiss und deshalb einfach woanders Essen und Streicheleinheiten sucht.
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mfg Tom |
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