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#18 |
Registriert seit: 29.01.2006
Ort: Stuttgart
Beiträge: 2.135
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Hallo Dana,
es ist ein altbekanntes Phänomen, dass Bildkritiken in Fotoforen, insbesondere solchen, die keine ausschließlichen Bilderforen sind, sich überwiegend auf technische Aspekte beziehen. Der Grund ist klar: Technische Aspekte lassen sich objektiv beurteilen und jedermann kann relativ leicht erkennen, ob ein Foto unscharf, überschärft, zu dunkel, verrauscht, farbstichig etc. ist. So ist es leicht, ohne großen Zeitaufwand zu jedem (technisch nicht perfekten) Bild einen vermeintlich passenden Kommentar zu schreiben. Stufe zwei ist dann, sich oberflächlich mit gestalterischen Aspekten zu beschäftigen: Hauptmotiv im goldenen Schnitt, Horizont außermittig, kleine/große Schärfentiefe, Linien, die ins Bild hineinlaufen etc. Auch hier kann man noch relativ gut nach Schema F vorgehen. Wer mit den Regeln vertraut ist, kann noch recht leicht einen entsprechenden Kommentar schreiben. Schwieriger ist eine tiefergehende inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Bild. Bildaussage, Bildwirkung, Stimmung, usw. lassen sich nicht mehr so leicht erfassen und schon gar nicht objektiv beurteilen. Da braucht es Einfühlungsvermögen, ein wenig Erfahrung und vor allem auch Zeit. Wer bringt dies schon auf bei der Flut an Bildern, die tagtäglich in die Foren strömt? Zudem ist der Durchschnittsknipser es gewöhnt, dass bei Bildkritiken technische Aspekte "abgearbeitet" werden. Er erkennt vermutlich nicht, dass bei manchem Bild der Fotograf gar keinen Wert auf bestimmte technische Aspekte gelegt hat, oder gar bewusst die Standardregeln verletzt hat zugunsten der Bildwirkung. Dagegen kann man in einem "Massenforum" wie diesem wohl nur wenig tun. Größere Chancen hat man in kleineren Foren, die mehr auf Bilder fokussiert sind als auf Technik. Wobei im kleinen Kreis unter Gleichgesinnten natürlich immer die Gefahr einer ständigen Selbstbeweihräucherung besteht. |
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