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Alt 16.10.2007, 21:54   #15
WinSoft
 
 
Registriert seit: 07.09.2003
Beiträge: 4.030
Ist mal wieder die Filteritis ausgebrochen? Entschuldigung, aber wozu in der Digitalfotografie die (leider) noch immer lebendige analoge Filterei?

Man bedenke: Jedes weitere Glas vor der Frontlinse verschlechtert mindestens theoretisch die Abbildungsqualität. Und sei es "nur" durch Geisterbilder (LensFlares) durch innere Reflexionen im Filter...

Wer nicht auf ganz spezielle (Farb-)Effekte aus ist, kommt in der Digitalfotografie mit maximal drei Filtertypen aus:
- Polarisationsfilter
- Neutralgraufilter
- Infrarotfilter.

Zum Polarisationsfilter, kurz Polfilter:
Der Effekt ist des Langen und Breiten ausgiebigst erklärt und diskutiert worden. Aber bei Lücken gebe ich gern wiederholt Nachhilfe...

Polfilter schlucken unabhängig von ihrer Drehstellung und ohne jeglichen Poleffekt rund 1.5 Blenden/Zeitstufen. Das ist der Verlust der Polfolien. Bei starkem Poleffekt erscheint das Motiv bei maximaler Drehstellung noch dunkler, also noch größerer Lichtverlust.

Zum Neutralgraufilter:
Sie werden gern zur künstlichen Belichtungsverlängerung an Fließgewässern eingesetzt. In der Praxis haben sich Dichten von 64x (6 Blenden/Zeitstufen, ND-Dichte 1.8, z.B. B+W 106) bewährt. Geringere Dichten kann man auch mit geschlossener Blende und/oder Polfilter erreichen, größere Dichten ergeben an Fließgewässern zu glasartige, unwirkliche Effekte.

Zum Infratorfilter, kurz IR-Filter:
Infrarot ist für das menschliche Auge nicht mehr sichtbares Licht ab etwa 720 nm Wellenlänge aufwärts. Chips sind jedoch noch im IR empfindlich. Da die Objektive IR durchlassen, aber nicht für IR korrigiert sind, muss IR vor dem Chip mit einem IR-Sperrfilter gesperrt werden. Anderenfalls hätte man durch die Überlagerung von korrigiertem und unkorrigiertem Bild ein unscharfes Ergebnis.

Aufschraubbare IR-Filter sind Filter, die sichtbares Licht bis etwa 720 nm sperren und über 720 nm durchlassen. Für dieses Licht bleibt zwischen diesem Filter und dem internen IR-Sperrfilter ein schmales Wellenlängen-Fenster, das in manchen Digitalkameras für den bekannten Schneelandschaft-Effekt trotz Wiesengrün genutzt werden kann. Bewährt hat sich ein Filter, welches bei etwa 720 nm nur noch 50% des Lichts durchlässt. Das entspricht Kodak Wratten 89b bzw. Hoya R72 bzw. B+W 092. Lichtverlust etwa 4 bis 6 Blenden/Zeitstufen.

Zu Pol-, Neutralgrau- und IR-Filtern auf Wunsch gern Bild- und weitere Anwendungsbeispiele.
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