Zitat:
Auch ein OVF-Bild entspricht nicht exakt der ungefilterten Wirklichkeit. Es geht um die jeweilige "Nähe" - die ist beim OVF eben am ohne Kamera sichtbaren und beim EVF eben eher bei der Sicht der Kamera. Das Bild im EVF-Sucher ist doch wohl unzweifelhaft näher am Kamerabild als das optische.
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Ja, das wäre eine These.
Andererseits liegt das EVF Bild wie du richtig schreibst, auch schon ganz ordentlich daneben. Jetzt ist halt die Frage, was mehr hilft, ein OVF, der das Zielbild zeigt oder eine EVF, der irgendein Bild zeigt, das weder dem Ziel noch der Quelle entspricht ;-)
Aber mit Erfahrung gehts mit beiden und ohne mit keinem. Das ging allenfalls mit einem kalibrierten EVF, was aber allein schon vom wechselnden Umlicht her natürlich exakt sein kann.
Was beim EVF hilfreich ist, ist einen falschen Weissabgleich zu erkennen (wobei das auch nichts hilft, wenn man Umfeld und Blitz verwendet) oder manuell nach Gefühl und Sicht einstellen. Ich stelle beispielsweise bei Events generell manuell ein damit die Belichtung konsistent ist (Fenster im Gegenlicht). Hier wäre eine leichte Korrektur je nach Richtung durchaus mit dem EVF leichter erkennbar. Ebenso das Histogramm. Das geht mir manchmal schon ab.
Im Studio kann ich mir deine Arbeitsweise nicht vorstellen. Ich richte das Licht ein und da mache ich halt Probebilder und wenn das Licht steht, dann passt es ja. Und davor muß ich eh zu den Lampen gehen, da nutzt mir das Bild im Sucher nichts.
Danach brauche ich das auch nicht mehr zu sehen. Und Bildfehler(schiefe Krawatte oder Haarsträhne,.. ) sehe ich im EVF und im OVF nicht. Da geht das mit WUSB auf den Rechner und 10sec später schreit dann jemand vorm PC ;-).
In Summe wird das recht egal sein und kann mit entsprechender Erfahrung mit beidem arbeiten. Ein Umstiegsgrund ist es für mich keiner, ein echter Ausschließungsgrund mit Blick auf die Entwicklung der nächsten Jahre auch nicht. Kritischer ist halt, wenn man meint, die Erfahrung durch WYSIWYG zu ersetzen. Dafür reichen die EVF halt bei weitem nicht.