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Zitat von cdan
Hallo Wolfgang,
du sprichst da ein grundsätzliches Problem an. Streetfotografie zeigt für mich die Welt wie sie ist. Was du willst ist sie für ein Foto passend machen. Würde ich die Hauswand verlängern und eventuell die Glastür über dem Sessel weg stempeln, dann wäre das nicht mehr die Situation wie ich sie eingefangen habe. Das wäre nicht mehr Streetfotografie sondern künstliche Welt. Es gibt genügend Fotografen, die färben mal eine Fläche komplett um, stempeln Passanten weg oder kopieren sie ins Bild hinein. Kann man machen, kann mit etwas Übung jeder, ist aber nicht echt. Gleiches gilt übrigens für "Naturfotografen" die sich ein Bild zurecht stempeln bis die Welt passt oder setzen gar tote Tiere in Szene um Aufmerksamkeit zu erziehlen. Mein Ding ist das nicht, im Gegenteil, diese extrem manipulierten Bilder machen mir sogar keinen Spaß mehr. Ich sähe in ihnen ständig das was da mal war oder nicht war und jetzt ist. Letztlich muss das jedoch jeder für sich selbst entscheiden, wie weit er geht und wo die Grenzen, bzw. persönlichen Befindlichkeiten liegen.
Meine Bilder sollen möglichst authentisch bleiben, daher nehme ich die kleinen Fehler in Kauf und finde die Bilder werden durch die Fehler sogar sympathisch.
Deinen Vorschlag habe ich spaßeshalber einmal umgesetzt und auch die Glastür oberhalb der Lehne weg gestempelt. Das Bild war nach der OP klinisch tot.
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Hallo Christian,
ich verstehe und akzeptiere deine Einwände. Mir ging es auch nicht darum, das Bild zu verfälschen oder durch Stempeln, Raus- oder Reinkopieren besser oder schlechter zu machen. Mich störte der Blick in das schwarze Loch, was mein Auge immer wieder anzieht, weil es ergründen will, was dahinter ist, wie es weiter geht.
Man könnte das Bild an der Hausecke beschneiden. Dann würde die Dame allerdings direkt gegen die Wand rennen, sie braucht Raum, den sie bei deinem Beschnitt hat. Das muss also so bleiben. Deshalb kam mir die Idee, mit dem Verlängern.
Gruß Wolfgang