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#11 |
Themenersteller
Registriert seit: 21.08.2008
Ort: Hessen
Beiträge: 34.953
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Notfalls Auto an einer breiteren Stelle stehen lassen und hoch laufen...? Ah, ich mach schon Pläne für in ein paar Jahren!
![]() Erstmal dieses überleben... Sooo, der nächste Tag steht. Tag 6: Da die Aran-Fähre bereits gegen zehn Uhr ablegte und mit Sicherheit nicht auf uns wartete, frühstückten wir recht früh. BodenseeTroll und eac hatten sich unserer Aran-Gruppe angeschlossen, Robert, der ja mit BodenseeTroll noch eine Woche länger in Irland verweilte, beschloss, einen Ruhetag einzulegen und einfach im Haus zu bleiben (als wir später heim kamen, hatte er alles aufgeräumt und alles weggespült!! Total klasse, vielen Dank!), während Beso und ihr Mann die Loop-Head-Tour planten, die wir am Anfang gemacht hatten. Ich merkte langsam meine Knochen, die immer müder wurden, allerdings war ja jetzt Fährefahren und Inselerkunden angesagt, was mir so viel Vorfreude gab, dass mir das Zwacken im Rücken und in den Waden egal war. Die Sonne brannte schon morgens fröhlich auf unsere Schädel, weshalb wir uns mit Sonnenschutzfaktor 30 eincremten, um keine Hautschäden zu riskieren. Als wir in Doolin angekommen waren und zu den Fähren kamen, war es, wie Beso uns vorhergesagt hatte. Die Fährbetreiber versuchten, uns durch Winken und Zurufen in ihre eigenen Reservierhäuschen zu locken, wir gingen aber schnurstracks zu dem Häuschen, das Beso uns angeraten hatte. Dort gab es nämlich eine Kombi-Tour „Kleine Aran-Insel + Ausflug zu den Vogelinseln an den Cliffs of Moher“, das laut Beso sehr interessant war. Die komplette Tour kostete 30 Euro …stolzer Preis. Irena fragte, ob es für uns als Gruppe einen Rabatt gäbe, da betrat der Betreiber persönlich die Hütte und schenkte jedem von uns fünf Euro Rabatt. Auf unsere glücklichen aber dennoch fragenden Blicke hin, sagte die eine Angestellte: „It’s his birthday today!“ Aaaaah! Daraufhin stimmte ich einmal Happy Birthday an, was alle lauthals mitsangen und dem Betreiber die Gesichtsfarbe einer vollreifen Tomate bescherte. Die Angestellten lachten und meinten leise zueinander, dass sie ihn SO wohl noch nie gesehen hätten. Wir liefen zum Steg und guckten nach unserem Schiff. Das wurde gerade mit Menschen beladen. Und da der Fährmann genau sortierte, mussten wir eine ganze Weile oben warten, bis wir das Schiff betreten durften. Unten saßen alle, die weiter als bis zur ersten Insel fuhren, oben alle die, die auf der ersten Insel ausstiegen. Ich freute mich, draußen sein zu können, war doch Sonne, Wind und Wasser das, was ich mochte. Wir bekamen gesagt, dass wir bitte ruhig auf unseren Plätzen bleiben und die ersten zehn Minuten der Fahrt bitte nicht aufstehen sollten. Wir verstanden erst nicht, warum das wichtig war, ein anderer Gast wohl auch nicht, der aufstand und versuchte raus zu gehen, aber wieder unbarmherzig auf seinen Platz verbannt wurde. Als die Fähre dann losfuhr, wussten wir, warum. Es war gerade Ebbe und das Wasser so niedrig, dass die Fähre im Kriechtempo um die ganzen Unterwassercliffs herum fahren musste! Doch die Fähre kam heil im tieferen Wasser an und wir durften uns bewegen. Natürlich strebte ich gleich nach draußen und suchte mir einen Platz. Ich hatte Glück, einen zu erwischen, der im Windschatten lag, ich wäre sonst fast weggeweht worden! eac saß weiter „draußen“ und bekam sowohl Wasser als auch einiges an Windböen voll ab. Aber er trug es mit Fassung. So sah es aus der Fährenperspektive aus: (Sonnenbrillen auf! Manche Bilder krachen ziemlich, aber das war mir irgendwie wichtig, weil ich genau diesen Seheindruck hatte) Ich schoss ein paar Fotos und freute mich einfach über die Überfahrt. Allerdings war der Kapitän jetzt mutiger und schoss dahin auf diesem kleinen Schiff, das ziemlich schaukelte. Zum Teil so, dass an den Seiten das Wasser hereinschwappte. Man musste immer mit den Beinen ausgleichen, damit man nicht umfiel und ich ertappte mich bei leichten Angstgedanken, was wäre, wenn das Schiff kippte…aber natürlich passierte das nicht. Die Kapitäne dort werden Jahr und Tag da fahren und genau wissen, wann sie fahren dürfen und wann nicht. In meiner Angst wurde ich netterweise gestört. Erst brummte ein Propellerflugzeug über uns hinweg, dann hubschraubte sich ein Heli in die Luft. Lifeguard stand drauf…da war doch nicht etwa einer ins Meer gefallen? Herausbekommen haben wir das leider nicht. Auf der Aran-Insel angekommen, gab es direkt einen Fahrradverleih (aber für 10 Euro Miete für die kurze Zeit sind wir dann doch lieber gelaufen) und ganz viele Pferdefuhrwagen, deren Besitzer uns mit kräftigen Stimmen lockten. Wir wollten aber laufen und die Insel erkunden, mussten aber im Abstand von ein paar Sekunden, später dann von ein paar Minuten immer wieder erklären, dass wir NICHT auf einem Pferdewagen mitfahren wollten. Als wir losliefen, sahen wir einen nicht ganz sauberen Sandstrand (so richtig zum Liegen und Sonnen war er nicht geeignet, wohl aber, um seine Boote zu reinigen oder so). Weit entfernt und völlig alleine, spielten zwei kleine Kinder selbstvergessen im Sand. Ich habe keine Eltern gesehen, wer weiß, vielleicht dürfen die Kleinen immer alleine ans Meer? Wir kamen an einem Friedhof vorbei, der so am Meer natürlich unglaublich idyllisch lag. Man hatte fast den Eindruck, als wachten die Toten über das Meer… Ein kleines Häuschen sahen wir dort. Nicht höher als unsere Hüften. Ob es wohl ein Kindergrab war? Es gab auch ein Haus, das so halb unter der Erde war. War es früher mal ganz draußen oder ganz drunter? Fragen über Fragen. Aber die Ruhe war wunderbar. Man hörte nur den Wind, der einen umwehte (manchmal sogar nicht gerade sanft) und spürte die Sonne auf der Haut, sobald der Wind mal kurz pausierte. Die Dorfjugend kam hoch zum Friedhof mit Decken. Sie legten sich dort, neben die Gräber, einfach in die Sonne! Da war keine Flasche Alkohol dabei, keine laute Musik...sie redeten auch nicht laut miteinander, saßen einfach nur zusammen oder lagen...und genossen die Sonne. Nichts störte die andächtige Stille. Wir verließen den Friedhof, liefen zurück auf die kleine Straße davor und sahen gleich dieses Schild: Oookaaaay....gab es hier öfter mal nen Zusammenstoß? Somit war das wahrscheinlich doch nicht der ruhigste Ort. ![]() Interessant war, dass auf dieser kleinen Insel, wo es NICHTS gab, außer Steinen und Gras, doch einige Leute wohnten. Es gab durchaus viele Häuser, die auf die Steigungen und Hügel gebaut waren. Ich glaube, ich würde klaustrophobisch werden, würde ich auf so einer kleinen Insel leben und nicht wegkommen. Gerade bei Sturm ist man doch total abgeschnitten! Aber wenn ich dann aufs Meer sah... Hachja. Und nein, es fehlt KEIN Eyecatcher und es ist auch NICHT nötig, den Kontrast zu verstärken! ![]() Wir liefen los, immer ein wenig den Hügel hinauf, vorne am Meer entlang und ich stellte gedanklich ein paar Dinge fest: 1. es gab unglaublich idyllische Gartenhäuschen 2. es gab Unmengen von Steinmauern. 3. wir würden es nicht schaffen, die Insel komplett zu sehen, oder unsere Fähre verpassen. (Zu diesem Gedanken existiert kein Bild, aber ich hab euch eins gemalt, der Gerechtigkeit halber.) ![]() ![]() Wir stalksten auf wackeligen Beinen zu dem rostigen Schiff, das linkerhand von uns war (siehe Gemälde) und das so aussah: Ich traute mich nicht hinein und drum herum, aber einige andere sehr wohl. Vielleicht könnt ihr gerade ein Bild noch anhängen? Immer in uns die Frage, ob wir rechtzeitig zur Fähre zurückkommen würden, hatten wir doch schon mehr als die Hälfte der Zeit hier her gebraucht. Als ich zum Weg zurück schwankte (lauft ihr mal über halb große, runde und völlig lose Steine!), war gerade ein Pferdewagen angekommen, dessen Inhaber in Ruhe auf die Familie wartete, die am Strand gerade ihren Spaß hatte. Ich fasste mir ein Herz und fragte ihn, ob er uns schnell zurück bringen könne oder ob die Familie gleich weiter wollte. Da der Weg zurück zu „Pferde“ recht schnell gehen würde, hatte die Familie nichts dagegen, dass wir ihren Pferdeflüsterer ausliehen und ich trommelte geschwind alle zusammen. Sechs Leute? Fünf Euro pro Person! Puh, das waren ja Preise. Er erzählte mir aufgrund meines erstaunten Blickes, dass man über die ganze Insel für zehn Euro pro Person bei sechs Personen pferdewageln könne und deshalb fünf Euro die Hälfte für die Hälfte der Strecke sei. Ich ließ mich drauf ein, allerdings wollten Shooty und Irena zurück laufen (wir durften trotzdem für je 5 Euro fahren). Sie riskierten, für mich persönlich, viel, eac nahm ihnen auch sicherheitshalber unsere Gruppenfahrkarte für die Fähre ab, aber es sollte sich heraus stellen, dass die beiden absolut Recht damit hatten. Der Weg zurück war nicht lang, wir hatten ihn halt nur fotografisch gestreckt. Kein Wunder, wenn Fotografen an jedem Grashalm stehen bleiben…dann dauert die Einfachstrecke halt so lang. Wenn man dann zügig zurück läuft, geht es ganz schnell. Trotzdem war der Pferdewagen ein Erlebnis, das ich nicht missen möchte. Der warme Wind blies uns um die Nase, die Luft roch so unheimlich toll und dort lang zu fahren war einfach klasse. Der Pferdeführer war sehr schlau, er setzte uns nämlich vor dem Pub eines Kollegen, ganz nah am Fährhafen ab, wo „wir noch was trinken könnten, wenn wir wollten“. Natürlich wollten wir und aufs Klo konnte man dann auch grad noch. Das ist ja in Irland gar nicht so einfach, wenn man stundenlang in der Natur rumrennt und nicht gerade Büsche besuchen will. Wir nutzten also die Trink- und Klochance und trottelten gemütlich zum Hafen zurück, wo Shooty und Irena dann schon etwas nervös auf uns warteten, hatten sie doch gedacht, wir seien vor ihnen dort. Auf der Hinfahrt war ein Hufschmied mit an Bord gewesen, der allerlei Werkzeug und schweres Gerät bei sich trug. Da er unmöglich alles von der Fähre in einem Zug holen konnte, halfen ihm einige der Passagiere, auch Gottlieb nahm ihm was ab. Als wir zurück kamen von der Tour, sahen wir ihn im Hafengelände wieder, wo er der Reihe nach Pferde der Insel beschlug. Eine knallharte Arbeit – und immer mit dem Risiko verbunden, von den Pferden mal eins abzukriegen. SO toll finden die die Fußpflege nämlich nicht. Einige Pferde warteten noch auf den Beschlag und auch Pferdewagen standen wieder, um Gäste mit zu nehmen. Nachdem wir dann auf die richtige Fähre bugsiert worden waren, ging es zu den Vogelinseln. Die Fahrt war länger als die von Doolin nach Aran 1…und Irena wurde es schlecht. Sie stand auch die ganze Zeit in der Sonne, das Gesicht etwas gerötet…und so konnte sie diese wunderbare Erfahrung an den Vogelinseln nicht wirklich genießen. Schade. Wir, deren Mägen es besser abkonnten, kamen aus dem Staunen dann nicht heraus. Wir fuhren vorbei an riesigen Felsenmassen. Vögel flogen vor und neben der Fähre. An einem der Felsen ankerte unten ein kleines Bötchen: Es gab da einen Felsen neben den Cliffs, der aussah, als sei er von einem Riesen ins Meer gerammt worden..oder einfach von den Cliffs abgebrochen. Er stak aus dem Meer heraus und war umflattert und umflogen. Wir beobachteten mit Interesse, was da wohl kam…und dann sahen wir die Rückseite. Ich glaube, ich habe noch nie so viele Vögel auf einem Haufen gesehen! Lauter kleine irische Pinguine (Beso, wie hießen die??) saßen laut krakeelend wie auf Theaterrängen, flatterten, flogen auf, setzten sich wieder…es war ein herrliches Bild. Das Schiff hielt dort eine kleine Weile und drehte sich einmal um, damit auch die Menschen, die hinten auf dem Boot waren, das Spektakel sehen konnten und fuhr dann auf direktem Weg nach Doolin zurück. Wir hatten wie die Wilden geknipst und freuten uns dann an den Bildern. Da es Irena sehr schlecht ging, fuhren wir schnurstracks zurück zum Haus, wo sie sich erstmal hinlegte. Ihre eine Gesichtshälfte war sehr stark gerötet und eac diagnostizierte einen Sonnenstich. Gottseidank ging es ihr am nächsten Morgen wieder besser und sie musste nicht einen Tag das Bett hüten. Wir machten uns einen gemütlichen Abend, guckten Bilder durch, hörten irische Musik und eac, Gottlieb und ich gingen dann noch einkaufen, um die letzten beiden Tage Verpflegung anzukarren. Ich kochte den Hauptgang und sah währenddessen, dass draußen ein wunderschöner Sonnenuntergang stattfand. Knallrot und dick stand die Sonne kurz über dem Cliff. Ich rannte nach meiner Kamera, drückte zweimal ab, hatte aber noch den Kochlöffel in der Hand, der mich echt störte, rannte nach drinnen, legte ihn ab…vorher war die Sonne noch so: (Hoffentlich ist das Bild bei euch nicht zu dunkel, ich seh noch alles, aber seit den Tulpen "drüben" bin ich verunsichert...) Danach war sie so!!! Unglaublich, wie schnell das geht. Am nächsten Tag probierte ich es dann nochmals...und es klappte besser. ![]() Nach dem Abendessen saßen wir noch eine Weile zusammen, es gab Cyder, an den wir uns während der Woche immer mehr gewöhnt hatten und die Stimmung wurde zusehends lustiger. Cyder haut echt rein, wenn man nicht aufpasst. ![]() ![]() Somit waren wir später durchaus bettfertig. *g* Der Tag war wundervoll. Ich lag abends im Bett, hatte einen mords Schluckauf und freute mich aber über jede Minute dieses Tages. Was war es doch schön hier! Leise Wehmut mischte sich in meine Gedanken…morgen würde schon der letzte vollständige Tag hier sein…
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Liebe Grüße! ![]() Blowing out someone else's candle doesn't make yours shine any brighter.
Geändert von Dana (13.05.2011 um 00:26 Uhr) Grund: Teil 6 noch eingefügt |
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