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Alt 05.06.2018, 08:39   #36
jolini
 
 
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Zitat:
Zitat von jolini Beitrag anzeigen
Darf ich eine 32 Minuten Nachtaufnahme zeigen? Auf dem Stativ mit offenem Verschluß bei BULB vergessen … Die Vergleichsaufnahme wäre ein dunkles Rechteck.

mfg / jolini


Nach langer Zeit mäßig ansprechender Themen mit vielen trivialen Bildchen endlich mal wieder etwas Interessantes, bei dem es Spaß macht mitzumachen – Danke Oli!

Wenn ich mit Freunden nachts zur Lichtmalerei unterwegs bin, und das schließt in meiner Definition das gezielte Inszenieren und Akzentuieren von Landschaften mit unterschiedlichen Lampen ein, dann arbeiten wir immer mit mehreren Kameras gleichzeitig: Bei durchschnittlichen Belichtungszeiten von sechs bis zehn Minuten ist es lästig auf den internen Dark Frame der Kamera während der Langzeit-Rauschminderung tatenlos zu warten. Daher arbeiten wir pro Mann mindestens mit zwei Stativen und zwei Kameras – während eine Kamera mit sich selbst beschäftigt ist kann man eine weitere Aufnahme machen oder assistieren.

In genau einer solchen Situation ist das folgende Bild als Zufallsergebnis entstanden:


Bild in der Galerie


Im Juli 2013 waren wir zu viert an der nordspanischen Atlantikküste (Asturien) unterwegs um unter anderem diese kleine Seefahrerkapelle zu fotografieren, damals noch mit der guten alten A900 und der NEX-7. In dunkler Nacht (bedeckter Himmel) sind wir bei Niedrigwasser im Schein unserer Stirnlampen über die Klippen geklettert und haben Kamerastandorte gesucht. Dabei habe ich meine A900 mit dem modifizierten Minolta MC 1,2/58 mm auf der äußersten erreichbaren Klippe aufgebaut und seewärts ausgerichtet um später die Brandung auszuleuchten und mit Verschluss in Stellung BULB testweise mit ca. sechs bis sieben Minuten zu belichten.

Nachdem ich den Kabelauslöser betätigt hatte wurde ich allerdings per Hilferuf zu einem anderen Fotografen gerufen, der Probleme hatte. Danach war ich durch andere Ausleuchtungen / Aufnahmen abgelenkt bis mir nach ca. einer halben Stunde siedend heiß einfiel, dass ich irgendwo im Dunkeln noch eine Kamera mit offenem Verschluss rumstehen hatte.

Also wieder nach vorne auf die Klippe gedüst, nasse Füße geholt, Aufnahme beendet, Kamera vor dem auflaufenden Wasser gerettet und zurück. Ich ging davon aus, dass die Aufnahme völlig verrauscht und unbrauchbar war zumal wir um Mitternacht Temperaturen von 25 bis 26 °C hatten. Trotzdem schaltete ich die Kamera nicht aus und verstaute sie im Fotorucksack, wo sie während der Rückfahrt zur Unterkunft an ihrer Langzeit-Rauschminderung arbeitete.

Im Hotel angekommen war ich überrascht von dem mystischen Charme der pastellig, erdigen Farben und der völlig gesofteten weißen Gischt der Brandung. Der blaue Streifen am oberen Bildrand ist der Himmel. Die weißlichen Horizontlinien wurde von weit draußen auf See hin und her fahrenden beleuchteten trawlenden Fischerbooten erzeugt. Das Bild ist während einer einzigen Belichtung von 1889 Sekunden völlig ohne Fremdlicht in stockdunkler Nacht entstanden. Ich habe das RAW erneut mit der aktuellen DxO Prime Version entrauscht, den Horizont geradegestellt und auf Forumsgröße reduziert - sonst ist es völlig unbearbeitet.

mfg / jolini
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I often think the night is more alive and more richly colored than the day. [Vincent Van Gogh]

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Geändert von jolini (05.06.2018 um 08:55 Uhr)
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