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Startseite » Forenübersicht » Kreativbereich » Fotostories und -reportagen » Verborgene Gesichter der Welt (Mitmach-Thread)
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Alt 14.07.2019, 18:02   #121
perser

Themenersteller
 
 
Registriert seit: 25.11.2012
Ort: Leipzig
Beiträge: 1.661
Zitat:
Zitat von Reisefoto Beitrag anzeigen
Südlich von Tamarasset gab es damals keine Straßen in Richtung Süden und auch keinen öffentlichen Transport. Man musste also ein eigenes Auto haben, oder konnte gegen einen stattlichen Betrag auf der Ladung eines LKWs mitfahren. Die Fahrt führt einfach direkt durch die Wüste, in sandigen Gebieten gesäumt von Autowracks, die stecken geblieben sind.

Ein Stückchen südlich von In Guezzam liegt isoliert in der Sahara die algerische Grenzstation. Hier war nachts Stopp und wir schliefen neben dem LKW. Am nächsten morgen ging es weiter ins ca. 17km südlich gelegene Oäschen Assamakka im Niger. Dort verkündeten uns die Grenzer, dass die Strecke nach Arlit, die wir fahren wollten, für Ausländer gesperrt sei (wahrscheinlich hätte ein Schein im Pass das Problem lösen können). Wir mussten also unseren LKW verlassen und eine andere Fahrgelegenheit finden. Ein passender LKW sollte einmal in der Woche fahren.

Assamakka ist ein Ort, in dem man nicht tot über den Zaun hängen möchte. Trinkwasser gab es nur aus einem stinkenden Brunnen mit grünlichem Wasser. Entsprechend niedergeschmettert waren wir bei der Aussicht, hier eine Woche verbringen zu dürfen. Glücklicherweise fanden wir am gleichen Tag noch einen kleinen LKW, auf dem wir gen Süden nach In Gall weiterfahren konnten und durften. Mehr als 30 Personen saßen oben auf der Ladung, teilweise sogar auf den außen angebundenen Matratzen der Wanderarbeiter. Wir haben uns lieber in die Mitte gesetzt. Dort war es zwar drängelig, aber man konnte nicht so leicht herunterfallen. Das war der Blick auf die Mitreisenden oben auf der Ladung:


Bild in der Galerie

Und das war der LKW bei einer Pause:


Bild in der Galerie
Weiß Gott, Matthias, das sind Abenteuer, an denen man wächst, die einen reifer, härter und zugleich gelassener machen... Und die einem hinterher niemand mehr nehmen kann!


Zitat:
Zitat von Reisefoto Beitrag anzeigen
... (wahrscheinlich hätte ein Schein im Pass das Problem lösen können)...
Das ging uns so ähnlich an den diversen willkürlichen Straßensperren in Mali, an denen schlecht gelaunte aber bewaffnete Militärs herumlungerten - besonders südlich von Gao, auf dem Weg zurück nach Niger, von wo unsere Jeeps stammten. Nur bei uns, den Ausländern, lief halt wirklich nichts ohne einen Schein...
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Gruß Harald

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Alt 30.07.2019, 10:27   #122
perser

Themenersteller
 
 
Registriert seit: 25.11.2012
Ort: Leipzig
Beiträge: 1.661
Gesichter Afrikas: Völker im Omo-Tal (Äthiopien)

Bilder aus Äthiopiens Süden habe ich schon mal vor längerer Zeit gezeigt (#15). Das ist fraglos eine der spannendsten Regionen ganz Afrikas, weil hier, im Tal des Flusses Omo, gewissermaßen die Wiege der Menschheit steht. Von Äthiopien aus machte sich einst der Homo Sapiens auf den Weg, um nach und nach die ganze Welt zu bevölkern.

Heute leben im Omo-Tal noch etwa 200 000 Menschen, die mehr als zehn verschiedenen Stämmen angehören. Zu ihnen gehören die hier gezeigten Völker der Arbore, der Benna, der Hamar, der Beshada, der Kara, der Ari, der Dassanech und natürlich der wegen der sehr gewöhnungsbedürftigen Lippenteller ihrer Frauen bekannten Mursi.

Bis heute gehören auch Waffen aller Couleur zum selbstverständlichen Statussymbol der Männer, gleich welchem Stamm sie angehören. Leider landen so auch allerhand ausgemusterte Kalaschnikow am Omo. Ob sie noch funktionstüchtig sind, weiß ich nicht, habe es natürlich auch nicht ausprobieren wollen, obwohl ich in meinen Rekrutenzeiten natürlich gelernt habe, sie auseinanderzunehmen und zu bedienen.

In Anlehnung anderer Beiträge in diesem Thread, die mir durchweg gut gefallen, habe ich es auch mal mit s/w-Bearbeitungen und leichter Vignettierung versucht. Möge es denn gefallen.



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Die Bilder sind fast zehn Jahre alt. Sie entstanden noch mit einer Sony A300 (+Sigma 18-250) sowie teils auch der Nikon D40 meines jüngsten (damals 20 Jahre jungen) Sohnes, mit dem ich seinerzeit zusammen dort war.
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Geändert von perser (30.07.2019 um 10:31 Uhr)
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Alt 30.07.2019, 11:18   #123
hpike
 
 
Registriert seit: 12.07.2005
Beiträge: 15.237
Spannende Bilder Da bekommt der Spruch Schönheit liegt im Auge des Betrachters, jedenfalls bei diesen Lippentellern, ein ganz andere Gewichtung. Witzig teilweise auch der Schmuck, vor allem bei Bild 17, sieht aus, wie eine Hälfte eines Uhrenarmbandes. Nur nichts verkommen lassen. Ich muss ja zugeben, ich täte mich sehr schwer damit, die Leute so zu fotografieren, bzw. sie überhaupt zu fotografieren. Ist mir unangenehm so in die Privatsphäre einzudringen. Drum würde ich auch nie Porträts machen. Nicht mein Ding.
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Gruß Guido
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Alt 30.07.2019, 16:46   #124
perser

Themenersteller
 
 
Registriert seit: 25.11.2012
Ort: Leipzig
Beiträge: 1.661
Zitat:
Zitat von hpike Beitrag anzeigen
Witzig teilweise auch der Schmuck, vor allem bei Bild 17, sieht aus, wie eine Hälfte eines Uhrenarmbandes. Nur nichts verkommen lassen.
Danke, Guido, für Deine Gedanken. Ja, die Vermutung, dass es Teil eines Uhrenarmbandes ist, könnte zutreffen. Das hat man bei vielen solcher Völker: Was wir wegwerfen (würden), können sie noch nutzen, sofern es ihnen rein optisch gefällt...

Zitat:
Zitat von hpike Beitrag anzeigen
Ich muss ja zugeben, ich täte mich sehr schwer damit, die Leute so zu fotografieren, bzw. sie überhaupt zu fotografieren. Ist mir unangenehm so in die Privatsphäre einzudringen. Drum würde ich auch nie Porträts machen. Nicht mein Ding.
Ich weiß, dass das nicht jedermanns Sache ist. Ich merke es auch, wenn ich mit anderen unterwegs bin. Nicht jeder fotografiert dann fremde Menschen. Ist ja auch okay. Aber im Grunde ist das eine heutige westliche oder zivilisatorische Macke. Menschen in anderen Teilen der Welt haben viel weniger Distanz (oder gar Angst?) voreinander, gehen weit ungehemmter und argloser miteinander um. Das beginnt teils schon in Osteuropa oder in Russland. Selbst in der DDR gab es bis zur Einheit deutlich mehr Unbefangenheit und Nähe zwischen den Menschen. Die Gründe dafür mögen Soziologen oder Psychologen herausfinden. Vielleicht liegt es ja an der zunehmenden Vereinzelung in der Gesellschaft. Jeder/jede Dritte ist doch heutzutage Single und viele davon mittlerweile bindungsunfähig…

In Äthiopien wirst Du jedenfalls selbst bei solchen etwas weltabgeschiedenen Völkern geradezu umringt, angefasst, in Gespräche gezogen, in die Hütten gebeten. Viele wollen fotografiert werden. Und die Leute merken dann schnell, ob ein Bleichgesicht fremdelt oder seinerseits locker drauf ist. Manchmal wollen sie auch etwas tauschen, schnorren oder handeln, auch bettelnde Kinder gibt es auf den Märkten, wenn auch selten.

Indes ist Äthiopien, und speziell jener abgelegene Süden, auch kein Ziel für Massentourismus. Dort sieht man nicht jeden Tag Europäer. Und erst recht steigt da keiner in Shorts, Flipflops und Goldkettchen mal schnell zwischen Beach, Poolbar und Shoppingmeile für eine halbe Stunde zwischen Eingeborenenhütten herum. Dazu ist es auch viel zu abgelegen. Wir haben dort in Zelten gewohnt, unser Abendbrot (etwa eine Ziege) unterwegs bei einem der Stämme gekauft und dann gebrutzelt, und wir waren in dreckigen Jeeps unterwegs.

Hier mal drei Fotos, die dort andere von mir gemacht haben, ohne dass ich es gemerkt hatte. Die Qualität ist miserabel, aber es zeigt ein wenig die Situation in so einem Dorf.


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Alt 30.07.2019, 19:33   #125
Reisefoto
 
 
Registriert seit: 10.11.2007
Ort: Region Karlsruhe
Beiträge: 6.957
Sehr interessant und die sw-Bilder gefallen mir sehr gut!

Zitat:
Zitat von hpike Beitrag anzeigen
Spannende Bilder Da bekommt der Spruch Schönheit liegt im Auge des Betrachters, jedenfalls bei diesen Lippentellern, ein ganz andere Gewichtung.
Die sind ursprünglich auch dazu gedacht, Fremde davon abzuhalten, die Frauen zu stehlen. Sehr eindrucksvoll ist übrigens die Reise von Rüdiger Nehberg durch die Region westlich davon, die er in seinem Buch "Abentuer am Blauen Nil" beschreibt:
https://www.piper.de/buecher/abenteu...-3-492-26488-4
Ein Kamerad von ihm wurde dabei leider erschossen. Das war in den 70ern.

Geändert von Reisefoto (30.07.2019 um 19:40 Uhr)
Reisefoto ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 30.07.2019, 19:40   #126
hpike
 
 
Registriert seit: 12.07.2005
Beiträge: 15.237
Zitat:
Zitat von Reisefoto Beitrag anzeigen
Sehr eindrucksvoll ist übrigens die Reise von Rüdiger Nehberg durch die Region westlich davon, die er in seinem Buch "Drei Mann, ein Boot und der Blaue Nil" beschreibt:
https://www.piper.de/buecher/abenteu...-3-492-26488-4
Ein Kamerad von ihm wurde dabei leider erschossen. Das war in den 70ern.
Ja daran kann ich mich noch gut erinnern. Hab ich damals auch gelesen und ich meine darüber gabs auch mal ne Doku vom Rüdiger. Ich hab seine Bücher früher verschlungen.

Das mit den Frauen hat geklappt oder?
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Geändert von hpike (30.07.2019 um 19:42 Uhr)
hpike ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.07.2019, 19:42   #127
Reisefoto
 
 
Registriert seit: 10.11.2007
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Beiträge: 6.957
Ich auch. Habe ihn auch mal bei einem seiner Vorträge kennengelernt. Inzwischen ist er 84:
https://www.spiegel.de/einestages/ru...a-1031228.html

Zitat:
Zitat von hpike Beitrag anzeigen
Das mit den Frauen hat geklappt oder?
Bestimmt!
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Alt 30.07.2019, 21:54   #128
perser

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Ich oute mich hier gern auch als Fan von Rüdiger Nehberg, habe auch seine Bücher (stark auch die Amazonas-Geschichte!) verschlungen und ihn mehrfach live erlebt. Einmal, als wir in einer Vortragspause ein wenig plauderten, fragte er mich nach einer Weile sogar, ob er mich für eines seiner Projekte gewinnen könne (es ging um weibliche Genitalverstümmelung). Doch so sehr es mich bauchmiezelte, ich hätte beruflich gar nicht die Zeit gehabt.

Der tragische Todesfall war indes, sofern ich mich richtig erinnere, nicht am Omo sondern viel weiter nördlich, in der Afar-Region. Die Afar gelten als die feindseligste ethnische Gruppe in Äthiopien. Auch die beiden ermordeten deutschen Touristen 2012 gehen wohl auf ihr Konto.
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Alt 20.10.2019, 13:32   #129
perser

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Gesichter Afrikas: Benin

Wenn die Tage wieder kürzer und kälter werden und die Abende länger, wächst auch die Muße, im eigenen Bildarchiv zu stöbern. Hier also endlich mal wieder etwas in der Rubrik "Gesichter der Welt".

Wenn man auf die Weltkarte oder auch nur auf die Afrikakarte schaut, kommt einem die Republik Benin, wo ich Ende 2017 war, wie ein schmaler Streifen im Westen des Kontinents vor. In der Weltpolitik spielt es ohnehin keine Rolle. Dabei ist Benin flächenmäßig größer als die Niederlande, Belgien und die Schweiz zusammen, und von der Einwohnerzahl her bevölkerter als Schweden oder Österreich.

Die frühere französische Kolonie zählt heute zu den stabilsten Demokratien in Afrika. Freedom House, eine amerikanische NGO, nennt Benin „frei“. In den Kategorien Bürgerrechte bzw. politische Rechte bekommt Benin eine „2“ auf einer 7-stufigen Skala. Seit sich das Land, das sich bis 1989 als marxistisch orientierte Volksrepublik bezeichnete, ab 1991 über freie Wahlen organisiert, gab es mehrere gewaltlose Regierungswechsel.

Auch Reisen durch Benin sind unkompliziert. Nirgends gibt es, wie in anderen afrikanischen Staaten, permanent Schlagbäume, gar korrupte Polizeischikanen.

Benin gilt als das Mutterland des Voodoo-Kultus, den viele vor allem aus Haïti kennen. Dazu später mehr. Jetzt einfach mal, wie ich es gern mache, ein bunter Bilderbogen mit Gesichtern Benins.



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Alle Bilder entstanden mit 1-Zoll-Kameras, zumeist der RX10 III, teils auch der RX100 V.

Übrigens will ich hier gern noch mal daran erinnern, dass dies ein MITMACH-Thread ist (der sich natürlich auch nicht nur auf exotische Kulturen beschränkt)!!
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Gruß Harald

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Alt 20.10.2019, 19:00   #130
hlenz
 
 
Registriert seit: 24.08.2008
Ort: Eifel
Beiträge: 5.963
Da sind dir sehr authentische, lebendige Aufnahmen gelungen, die auch vom Leben der Menschen erzählen.
Besonders gut gefällt mir gleich das erste Foto.
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