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Alt 13.08.2024, 15:46   #21981
Irmi
 
 
Registriert seit: 07.09.2003
Ort: Sauerland 59***
Beiträge: 11.722
Zitat:
Zitat von marino Beitrag anzeigen
Moin aus Hamburg,

das ist aus meiner Sicht doch völlig egal, ob und wie die Sängerin technisch unterstützt wurde. In meinem Kopf bleibt, dass die Künstlerin C. Dion, die in den vergangenen Jahren schwere Schicksalsschläge erlitten hat und selbst schwer krank ist, im strömenden Regen auf der großen Bühne Eiffelturm die Hymne à l‘amour für die Welt „sang“. Was für eine kulturelle Botschaft und lässt für mich die Frage, ob und wie technisch unterstützt, als überflüssiges kleines Karo erscheinen…

Mit freundlichem Gruß

Horst
Ausnahmsweise ein Vollzitat, weil ich damit 100 % übereinstimme.
Jeder, der die Möglichkeit hat, sollte sich die Doku I AM CELINE ansehen und sehen, was diese bewundernswerte Frau hinter sich hat.
__________________
Gruß aus dem Sauerland Irmgard (IRMI) I.M.A f to / meine Glerie hier / I.M.A lerei
Ein Foto stellt den Augenblick dar, die Malerei die Interpretation

Geändert von Irmi (13.08.2024 um 15:48 Uhr)
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Alt 13.08.2024, 16:23   #21982
Dat Ei
 
 
Registriert seit: 07.09.2003
Beiträge: 20.229
Moin, moin,

Zitat:
Zitat von steve.hatton Beitrag anzeigen
Mein Einruck ist, dass heutzutage fast nur noch Rockmusik und Opern/Operetten und Provinz Bands" echt live performen.
auch in der Klassik und im Jazz ist die Live-Performance noch Standard.

Zitat:
Zitat von marino Beitrag anzeigen
Was für eine kulturelle Botschaft und lässt für mich die Frage, ob und wie technisch unterstützt, als überflüssiges kleines Karo erscheinen…
Bei der Eröffnungsfeier wurde dem Publikum ein Playback vorgespielt, das zuvor unter Einsatz von Auto-Tune aufgezeichnet wurde. Das muss zunächst einmal Céline Dion mit sich und ihrem Anspruch an ihre eigene künstlerische Integrität ausmachen. Als Zuschauer fühle ich mich ein wenig veräppelt, wenn ihr Name und ihre gesundheitliche Geschichte genutzt wird, um Pathos zu generieren, und man mir technische Perfektion vorgaukelt. Auch Künstler können und dürfen in Würde altern, sogar samt ihrer Stimme.

Dass man den Fake gerade hier, wo viele Naturphotographen unterwegs sind, gutheißt, irritiert mich. Üblicherweise werden hier Naturphotographen, die an ihren Bildern rumschrauben und Illusionen erzeugen, mit entsprechenden Kommentaren bedacht.


Dat Ei
__________________


"Wer mit Euch ist, ist nicht ganz bei sich."
Dat Ei ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2024, 18:19   #21983
marino
 
 
Registriert seit: 26.02.2015
Ort: Hamburg
Beiträge: 84
Zitat:
Zitat von Dat Ei Beitrag anzeigen
Moin, moin,



auch in der Klassik und im Jazz ist die Live-Performance noch Standard.



Bei der Eröffnungsfeier wurde dem Publikum ein Playback vorgespielt, das zuvor unter Einsatz von Auto-Tune aufgezeichnet wurde. Das muss zunächst einmal Céline Dion mit sich und ihrem Anspruch an ihre eigene künstlerische Integrität ausmachen. Als Zuschauer fühle ich mich ein wenig veräppelt, wenn ihr Name und ihre gesundheitliche Geschichte genutzt wird, um Pathos zu generieren, und man mir technische Perfektion vorgaukelt. Auch Künstler können und dürfen in Würde altern, sogar samt ihrer Stimme.

Dass man den Fake gerade hier, wo viele Naturphotographen unterwegs sind, gutheißt, irritiert mich. Üblicherweise werden hier Naturphotographen, die an ihren Bildern rumschrauben und Illusionen erzeugen, mit entsprechenden Kommentaren bedacht.


Dat Ei
Moin,

außergewöhnliche Umstände rechtfertigen im Einzelfall auch außergewöhnliche Maßnahmen.
Ich denke, die nicht vorhandenen Skrupel verdienen Nachsicht. Wer kann erwarten, dass C. Dion in strömenden Regen auch angesichts ihres Gesundheitszustandes auf dem Eiffelturm die Hymne à l‘amour live singt? Der Genuss blieb (bei mir) trotzdem an Lied und Stimme. Und ich möchte auch nicht eine Opernaufführung erleben, in der der gealterte Tenor seinen Part mit brüchiger Stimme vorträgt, die nur noch entfernt an ihre einstige glanzvolle Ausstrahlung erinnert…Wem ist da geholfen?

Mit freundlichem Gruß

Horst
marino ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2024, 20:02   #21984
Dat Ei
 
 
Registriert seit: 07.09.2003
Beiträge: 20.229
Moin Horst,

Zitat:
Zitat von marino Beitrag anzeigen
Und ich möchte auch nicht eine Opernaufführung erleben, in der der gealterte Tenor seinen Part mit brüchiger Stimme vorträgt, die nur noch entfernt an ihre einstige glanzvolle Ausstrahlung erinnert…Wem ist da geholfen?
in erster Linie hat der Künstler das Heft des Handelns in der Hand. Er kann entscheiden, ob er im Alter noch seinen eigenen Ansprüchen gerecht wird und weiter machen mag, oder ob er sein Wirken beendet. Die zweite Instanz ist das Publikum. Wenn aber wie hier im vorliegenden Fall die Leistung nur noch über Technik generiert werden kann, und dem Publikum ein Live-Gesang vorgegaukelt wird, dann muss man sich den Vorwurf gefallen lassen, nur noch von seinem Namen zu leben, die eigene Krankengeschichte zu vermarkten und Teil der Musikindustrie zu sein.


Dat Ei
__________________


"Wer mit Euch ist, ist nicht ganz bei sich."
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Alt 13.08.2024, 22:18   #21985
marino
 
 
Registriert seit: 26.02.2015
Ort: Hamburg
Beiträge: 84
Zitat:
Zitat von Dat Ei Beitrag anzeigen
Moin Horst,



in erster Linie hat der Künstler das Heft des Handelns in der Hand. Er kann entscheiden, ob er im Alter noch seinen eigenen Ansprüchen gerecht wird und weiter machen mag, oder ob er sein Wirken beendet. Die zweite Instanz ist das Publikum. Wenn aber wie hier im vorliegenden Fall die Leistung nur noch über Technik generiert werden kann, und dem Publikum ein Live-Gesang vorgegaukelt wird, dann muss man sich den Vorwurf gefallen lassen, nur noch von seinem Namen zu leben, die eigene Krankengeschichte zu vermarkten und Teil der Musikindustrie zu sein.


Dat Ei

Keine völlig neue Erkenntnis aus meiner Lebenserfahrung:

Moral/Moralisten sowie Kommerz/Geschäfte sind nur bedingt vollständig kompatibel.

Mit freundlichem Gruß
Horst
marino ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 14.08.2024, 10:21   #21986
Andronicus
 
 
Registriert seit: 26.11.2012
Ort: Hamburg
Beiträge: 3.139
Zitat:
Zitat von Dat Ei Beitrag anzeigen
... in erster Linie hat der Künstler das Heft des Handelns in der Hand. Er kann entscheiden, ob er im Alter noch seinen eigenen Ansprüchen gerecht wird und weiter machen mag, oder ob er sein Wirken beendet.
Die Eröffnungsfeier oder gar Olympiade habe ich nicht mit verfolgt, aber hier stimme ich voll zu. Kein Künstler ist gezwungen im hohen Alter noch aufzutreten. Irgendwann erkennt jeder/jede das es nicht mehr so weitergeht wie in gewohnten jungen Jahren. Man kann einfach nicht mehr.
Und dann muss man auch nicht mehr auftreten.


Zitat:
Zitat von Dat Ei Beitrag anzeigen
Die zweite Instanz ist das Publikum. Wenn aber wie hier im vorliegenden Fall die Leistung nur noch über Technik generiert werden kann, und dem Publikum ein Live-Gesang vorgegaukelt wird, dann muss man sich den Vorwurf gefallen lassen, nur noch von seinem Namen zu leben, die eigene Krankengeschichte zu vermarkten und Teil der Musikindustrie zu sein.
Deiner Argumentation kann ich voll und ganz folgen. Zwar ist es eine ganz andere als die allgemeine Sichtweise auf die Angelegenheit aber durchaus stimmig.



Meine EdT (um wieder auf das Thema zu kommen):

Es ist sehr weise zu erkennen wenn man/frau an seine eigenen Leistungsgrenzen gekommen ist.
Andronicus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.08.2024, 15:58   #21987
Irmi
 
 
Registriert seit: 07.09.2003
Ort: Sauerland 59***
Beiträge: 11.722
Zitat:
Zitat von Dat Ei Beitrag anzeigen
...dann muss man sich den Vorwurf gefallen lassen, nur noch von seinem Namen zu leben, die eigene Krankengeschichte zu vermarkten und Teil der Musikindustrie zu sein.


Dat Ei
Ich glaube Frank, du hast den Film nicht gesehen, hast die Tragweite nicht erkannt, was dort gezeigt wird.

Es geht um rare deseases, seltne Erkrankungen, ein ganz wichtiges Thema.

Ich selbst bin von 2 anerkannt seltenen, bis sehr seltenen Erkrankungen betroffen.

Es ist wichtig, über diese zu sprechen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man eine Zeit benötigt, mit den Diagnosen umzugehen und noch mehr Zeit braucht es, überhaupt eine Diagnose zu bekommen und noch viel mehr Zeit braucht es, darüber zu reden.

Und wenn nur ein SPS-Betroffener durch diesen Film seine noch nicht diagnostizierte Erkrankung erkennt, ist schon geholfen. Denn das schwerste ist es, überhaupt eine Diagnose zu bekommen, bei mir hat es einmal 6 Monate gedauert, bei der 2. sogar 2 Jahre.

Und ich glaube kaum, dass Celine Dion auf die Einnahmen dieses Films angewiesen ist.

Angeblich hat Sie 2 Millionen für den Auftritt bekommen. Sie hat aber gleichzeitig 2 Millionen an die Forschungsgruppe um Dr. Piquet gespendet, die explizit solche Erkrankungen, wie SPS erforscht.

Ergänzend dazu gibt es 2 ausführliche Interwiews, mit Hoda Kotb und vom The National.
__________________
Gruß aus dem Sauerland Irmgard (IRMI) I.M.A f to / meine Glerie hier / I.M.A lerei
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Geändert von Irmi (15.08.2024 um 16:03 Uhr)
Irmi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.08.2024, 17:39   #21988
Dat Ei
 
 
Registriert seit: 07.09.2003
Beiträge: 20.229
Hallo Irmi,

ich habe mich hier auf die künstlerische Leistung und den künstlerischen Wert der Playback-Darbietung eingelassen - nicht mehr, nicht minder. Dafür bedarf es keiner Voraussetzungen wie das Anschauen irgendwelcher Filme. Ihre Leistung hätte man angesichts ihrer Krankheit sogar noch wirklich einordnen und wertschätzen können, wenn sie denn eine authentische und nicht künstliche gewesen wäre. Ihre Krankheit war auch nicht Teil der Eröffnungsfeier, indem man z.B. um Spenden gebeten hätte, nein, es wurde dem Zuschauer eine Leistung suggeriert, die es nicht gab, und baute darauf, dass die internationalen Kommentatoren ihre Leistung angesichts ihrer Krankengeschichte in den Himmel heben. Das ist reines, industrielles Showgeschäft, das dann auch noch mit der Empathie der Zuschauer spielt - sorry.

Dass sie ihre Gage von 2 Mio. US$ gespendet haben soll (es gibt auch Berichte, dass kein Performer irgendeine Gage bekommen hätte), klingt erstmal für Otto-Normalverbraucher angesichts der Höhe sehr, sehr spendabel. Aber im Ernst: 2 Mio. US$ ist nicht mal ein 1/2 Prozent ihres Vermögens. Ihr Auftritt mag der Show, dem Veranstalter und auch ihr geholfen haben, aber aus künstlerischer Sicht war es ein Rotortenprodukt.

Dem Menschen Céline Dion und auch Dir wünsche ich davon ab alles Gute und viel Kraft im Kampf mit den Einschränkungen und der Krankheit - dafür muss man mich weder zum Mitgefühl ermahnen, noch muss man mir eine Show vorspielen.


Dat Ei
__________________


"Wer mit Euch ist, ist nicht ganz bei sich."
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Alt 15.08.2024, 17:41   #21989
marino
 
 
Registriert seit: 26.02.2015
Ort: Hamburg
Beiträge: 84
Zitat:
Zitat von Irmi Beitrag anzeigen
Ich glaube Frank, du hast den Film nicht gesehen, hast die Tragweite nicht erkannt, was dort gezeigt wird.

Es geht um rare deseases, seltne Erkrankungen, ein ganz wichtiges Thema.

Ich selbst bin von 2 anerkannt seltenen, bis sehr seltenen Erkrankungen betroffen.

Es ist wichtig, über diese zu sprechen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man eine Zeit benötigt, mit den Diagnosen umzugehen und noch mehr Zeit braucht es, überhaupt eine Diagnose zu bekommen und noch viel mehr Zeit braucht es, darüber zu reden.

Und wenn nur ein SPS-Betroffener durch diesen Film seine noch nicht diagnostizierte Erkrankung erkennt, ist schon geholfen. Denn das schwerste ist es, überhaupt eine Diagnose zu bekommen, bei mir hat es einmal 6 Monate gedauert, bei der 2. sogar 2 Jahre.

Und ich glaube kaum, dass Celine Dion auf die Einnahmen dieses Films angewiesen ist.

Angeblich hat Sie 2 Millionen für den Auftritt bekommen. Sie hat aber gleichzeitig 2 Millionen an die Forschungsgruppe um Dr. Piquet gespendet, die explizit solche Erkrankungen, wie SPS erforscht.

Ergänzend dazu gibt es 2 ausführliche Interwiews, mit Hoda Kotb und vom The National.
Moin aus Hamburg,

danke für diesen mich besonders nachdenklich stimmenden Beitrag aus Deiner persönlichen Betroffenheit. Er eröffnet mir eine Sichtweise, die ich nicht hatte, da mich bisher nur die Stimme, das Schicksal der Künstlerin sowie der Gehalt des Liedes in diesem Umfeld gefangen nahm.
Es gilt auch hier, dass sich bei persönlicher Betroffenheit oder aber auch direkt in der Verantwortung stehend, Sichtweisen schnell verändern können. Gedanken ex cathedra erübrigen sich dann…

Mit freundlichem Gruß

Horst
marino ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.08.2024, 18:41   #21990
flyppo
 
 
Registriert seit: 02.06.2017
Ort: Berlin
Beiträge: 925
Oh man, andere Probleme habt ihr nicht? Ihr Glücklichen.
Bei mir hat man nach 55 Jahren eine seltene Krankheit herausgefunden, endlich diagnostisiert. Es ist völlig unwichtig, weil das niemanden etwas angeht.

Hier ist ein Fotoforum. Konzentriert euch darauf.
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Nur wenn du immer dein Handtuch dabei hast, kannst du die Frage auf die Antwort 42 finden.
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