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#1 |
Registriert seit: 20.10.2005
Ort: Austin, Texas
Beiträge: 282
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Geld und Kinder
Eure Antworten in Ehren, aber die Tatsache, daß Peter sich in bester kaufmännischer Art vorher nach den Kosten des "Projektes" erkundigt finde ich sehr löblich. Diese Einstellung ist sicherlich auch gut für das Kind, da oft das leibliche und seelische Wohl nicht zuletzt von finanziellen Faktoren abhängen; Mutter bleibt zuhause, kündigt Job, Vater wird arbeitslos und deprimiert, macht Stress zuhause. Mutter sucht sich Liebhaber, Vater fängt an zu trinken. Bank pfändet Haus. Mutter Schwanger von Liebhaber, Scheidung, Liebhaber verläßt Mutter, Mann muß Unterhalt zahlen. Kinder leiden, alles sch..... .
Hört sich jetzt ziemlich fies an, kommt aber schneller als man denkt. Auch lebt sich eine Beziehung einfacher, wenn von vornherein klar ist, wer wie für die Kinder bzw. den Partner aufkommt, wenn es in die Brüche geht und zwar ohne die Gerichte aufsuchen zu müssen. Wenn man dann auch noch ein Haus abbezahlen will und etwas für die Kinder zurücklegen will, kann das schon schwierig werden. Man kann da allerhand grobe und feine Rechnungen aufstellen. Ganz grob würde ich sagen, sollte man zur Sicherheit ein Kind wie einen Erwachsenen rechnen. Dann dürfte es keine Probleme geben. So müsste man jedenfalls hier in den USA rechnen. Politikdiskussion her oder hin, aber ich kann D nur wünschen, daß unser Sozialsystem nie so menschenverachtend wird. Also Peter, wie sehen die monatlichen Kosten pro Person bei Euch aus? Da muß alles rein Auto, Versicherung, Telefon, Lebensmittel, Hausraten, Kleider, Hobbies, Mitgliedschaften im Sportclub, Fernsehgebuehren ![]() Ansonsten würde ich sagen, daß ein Kind im Schnitt mindestens €300 im Monat kostet. Ich bin 33 und noch in keiner Situation, wo ich mir Kinder leisten könnte; jedenfalls nicht ohne Hilfe von aussen. Für Männer ist das einfacher zu warten, aber ich kann mir vorstellen so mit 40 Kinder zu haben. Dann ist meine jetzige Freundin, mit der ich seit sechs Jahren zusammen bin allerdings auch schon 34 und es wird Zeit, wenn sie denn die Mutter sein soll. Letztlich sollte man bedenken, daß Kinder dem Leben einen Sinn geben, aber wenn das die einzige Methode ist und die Kinder damit zum Zweckmittel der Selbsterfüllung werden (ist gerade bei Frauen oft so und das ist jetzt nicht macho-mäßig gemeint), dann ist das den Kindern und dem eigenen Leben gegenüber vielleicht nicht so fair. Kleines Traktat zum Übergang von DINK (double income no kids) zu SION (single income one kid). Till |
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#2 |
Registriert seit: 25.11.2003
Beiträge: 6.800
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Schade das eine solche Entscheidung in unserer Gesellschaft eine solche frage überhaupt nötig ist. Aber es ist leider unumgänglich darüber nachzudenken.
Lt. Statistischem Bundesamt kostet ein Kind bis zum 18. Geburtstag so viel wie ein Einfamilienhäuschen... ![]() |
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#3 |
Registriert seit: 20.10.2005
Ort: Austin, Texas
Beiträge: 282
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faktor 216
Faktor 216: Einfach den Preis des Einfamilienheims durch 216 teilen. Tja, das wären dann mal ganz easy 700-1000 Euro im Monat, also das, was ein erwachsener, junger Mensch braucht, um über die Runden zu kommen.
Das Problem ist, mit 18 hört man ja nicht schlagartig auf zu zahlen und wenn das Kind studieren soll... Till |
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#4 |
Registriert seit: 14.06.2005
Ort: 64521 Groß-Gerau
Beiträge: 11.151
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Ich finde, in den ersten Jahren sind die Kosten durchaus moderat.
Man braucht allerdings schon sehr bald ein Kinderzimmer -für manche Paare kann das Umzug und höhere Miete bedeuten. Die Erstausstattung mit allem drum und dann kann man aber sich wirklich guten Gewissens auf Kinderflohmärkten holen. Kleidungsstücke von Babies sind in aller Regel absolut nicht abgenutzt und man kann problemlos neuwertiges erstehen. Dafür sind die Flohmarkt Klamotten bereits mehrfach gewaschen und alle potentiell schädlichen Farbstoffreste damit herausgewaschen. Ein typischer Preis für einen Strampler wie neu liegt um 1 Euro. Im ersten Jahr braucht man ausser Kleidung an festem Inventar fast nur noch ein Babybett, einen Kinderwagen und überschaubare Mengen an Spielzeug. Das kann man alles problemlos mit dem Kindergeld finanzieren. Hauptkostenfaktor sind die Windeln-je nach Baby 5-12 Stück pro Tag. Kostet aber dennoch nicht die Welt. Ab einem guten halben Jahr fangen dann die Breigläschen an, zu Buche zu schlagen. Aber mehr als 100€ pro Monat gibt man auch dafür nicht aus. Warnen möchte ich bei dieser Gelegenheit vor so beliebten Dingen wie "Wippen" und "Gehfrei". Beides der motorischen Entwicklung der Kinder potentiell sehr, sehr, SEHR abträglich. Da spart man besser am richtigen Fleck. Ab dem zweiten Jahr werden dann die Ansprüchen an Spielzeug und Kinderzimmer nach und nach immer größer, aber da hat man sich dann schon langsam dran gewöhnt und zuckt wenn die "Neues Fahrrad" Zeit kommt schon nur noch kaum merklich zusammen. Anmerken möchte ich noch, dass die Hauptbelastung sicher in vielen Fällen die veränderte Zeitplanbarkeit sein wird. Glücklich hier die Paare, die Eltern oder eneg Freunde als regelmäßige Babysitter zur Verfügung haben. Gemeinsames Ausgehen wird sonst selten und verteuert sich stets um den Stundenlohn des Babysitters (derzeit 6-9 Euro für nicht professionelle). Und auch, wenn man am Samstag um 2 Uhr nachts nach Hause kommt, ist der Sprößling um halb sechs putzmunter und verlangt volle Aufmerksamkeit. Auch weiss man nie, wie infektanfällig das eigene Kind wird. Eines von unseren fällt über 1/4 des Jahres regelmäßig aus. Unter diesen Umständen ist es für meine Frau auch nach 8 Jahren nicht möglich, wieder arbeiten zu gehen. So etwas muss man einkalkulieren-wobei auch wieder die Paare mit Großeltern vor Ort besser dran sind. Also durchaus stressig, das Kinderaufzuiehen. Aber im Vergleich lohnt sich das abrackern für ein Kind auf jeden Fall mehr, als das für größeres Haus, Yacht, Rennpferd. Und das gemeinsame Drachensteigenlassen macht auch mehr Spass als der Besuch der Trabrennbahn. Gruß Ingo |
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#5 |
Registriert seit: 05.11.2004
Ort: Brühl (bei Köln)
Beiträge: 609
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Ich denke, man kann bei einer solchen Entscheidung auch nicht nur das "Jetzt" betrachten sondern auch die Nahe zukunft.
Als meine Frau und ich uns entschieden haben ein Kind zu bekommen (Anfang 2004) da haben wir natürlichauch die finanziellen Überlegungen angestellt. Natürlich würden wir und 5 Jahren finanziell besser dastehen, aber dann sind wir auch wieder 35 und wer weiss, was dann alles kommt. Wir haben also ausgerechnet, ob wir die nächsten 5 Jahre (ja, genau, 2. Kind ist da schon mit eingeplant ![]() Wenn wir diese 5 Jahre gut überstanden haben und meine Frau wieder arbeiten geht, dann können wir locker all das nachholen, was evtl. zu kurz gekommen ist (wenn überhaupt etwas zu kurz kommen sollte, zur Zeit sieht es nach 8 Monaten nicht so danach aus). |
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#6 |
Registriert seit: 14.06.2005
Ort: 64521 Groß-Gerau
Beiträge: 11.151
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P.S.: Wo bekomme ich heute noch ein Einfamilienhaus um 200 000 €?
![]() Ich versuche gerade umzuziehen und wäre für entsprechende Angebote im Raum Darmstadt überaus dankbar ![]() Gruß Ingo |
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#7 |
Registriert seit: 04.02.2004
Ort: MG
Beiträge: 11.388
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Morgen,
Wenn ich schon mit einem schlechten Gewissen an die Familienplanung herangehe, ist das nicht gut. Als DINK kann man doch ein paar Reserven anhäufeln. So wird überbrückt und der finanzielle Aufwand, wenn nicht umgezogen werden muß und sofort ein größeres Auto her muß, ist erträglich. Wir wußten: Wenn der Sohn aus der Tragschale herausgewachsen ist, muß das Auto mit 5 Dreipunktgurten vor der Türe stehen. Das weiß ich also locker ein jahr im Vorraus. Und die z.Zt. bewohnte 2-Personen-Wohnung reicht auch, wenn das Kind im Schlafzimmer schläft und im Wohnzimmer eine Spielecke eingerichtet wird, auch hier muß also nichts überstürzt werden. Und man hat zuerst eh keine Zeit und Lust etwas zu unternehmen, das spart. Spazierengehen kostet kein Geld und zu was anderem nimmt man das Kind nicht mit. @7D: Deine Beispiele sind zwar Alltag (Scheidung, saufen, Liebhaber), wer aber mit Verstand und Liebe an das Thema geht, überwindet solche Situationen ![]() So, ich gehe jetzt meinen Sohn im Kindergarten anmelden ![]() Frank |
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#8 | |
Registriert seit: 07.09.2003
Beiträge: 4.116
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#9 |
Registriert seit: 01.10.2005
Ort: Region Hannover
Beiträge: 7.723
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Mach es so wie wir :-)
Wir hatten Bedenken wegen der Karriere, ob das finanziell zu schaffen ist, ohne dass Unzufriedenheit im Leben aufkommt (Überleben war natürlich in jedem Fall möglich). Kurzum haben wir gezaudert und das Thema Kind aufgeschoben.
Und dann? Dann ist er einfach ungeplant aufgetaucht. War sozusagen ein statistischer Messfehler der Pharmaindustrie. Ich erinnere mich noch an sorgenzerfurchte Abende, Befürchtungen des absoluten Kontrollverlustes im Leben. Und jetzt? Ich bin ein glücklicherer Mensch geworden. Habe Sinn und Tiefe im Leben gefunden. Gemerkt, was ich mir teilweise früher vorgemacht habe. Was war ich im Rückblick armselig, so eine Entscheidung symbolisch gesprochen von der Furcht um Bausparverträge abhängig zu machen. Und 5.500 Windeln später habe ich mein altes Fotohobby reanimiert und mir ne neue Digitalkamera gekauft. Und fotografiere damit hauptsächlich ihn (und die Mutter natürlich). Womit der Kreis zu diesem Forum geschlossen ist :-) Wenn Ihr Euch emotional auf ein Kind einlassen könnt, dann nehmt das an. Und kurvt stattdessen mit nem zwei Jahre älteren Auto rum, als das vielleicht geplant war. Die Prioritäten sind glasklar. |
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#10 |
Registriert seit: 18.08.2005
Ort: D-40699 Erkrath (bei D'dorf)
Beiträge: 1.037
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Tja, Kinder und Finanzen..
Als mein Sohn geboren wurde, war ich noch in der Ausbildung, mit 24 m²-Wohnung, und die Mutter wohnte zu Hause bei den Eltern. Ein Jahr später die erste passende Wohnung, weitere drei Jahre später das zweite Kind. Da merkt man, dass man auch mit relativ wenig Geld auskommen kann.. Nun ja, heute, der Sohn ist 19 Jahre, sieht das anders aus. Manchmal frage ich mich schon, wie wir damals klar gekommen sind. Womöglich haben wir "was" verpasst, aber wir haben nichts vermisst. Niemals möchte ich diese Geschichte gegen 20 Jahre "Doppelkarriere" eintauschen, bei der wir uns wahrscheinlich materiell um einiges besser gestanden hätten. Nur blaube ich nicht, dass das ein Ersatz wäre. Klar, ich kann jetzt relativ leicht darüber schreiben, weil ich mit 40 Jahren fast schon (im Bezug auf die Kinder) aus allem raus bin. Es ist natürlich heute nicht leichter geworden, das meine ich nicht nur finanziell, und dass sich mancher vorher Gedanken macht, ist sehr löblich. Aber zuviel Gedanken darf man sich auch nicht machen, sonst bleiben Erfahrungen auf der Strecke, die man eigentlich gar nicht beschreiben kann..
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Céad Míle Fáilte, Michael Der sicherste Zeitpunkt für eine Prognose ist kurz nach dem Ereignis. (Winston Churchill) |
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