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Alt 21.09.2019, 17:11   #11
rudluc
 
 
Registriert seit: 23.04.2008
Ort: Oberbergischer Kreis
Beiträge: 3.066
Mir gefällt dieses Lagerdenken nicht. Ich glaube, es ist alles eine Frage des Timings. Es gibt halt bei beiden Systemen auch Zeiten, in denen es richtig schlecht läuft. Wenn man sich dann an das anderes System setzt, wirkt das wie eine Verheißung.

Ich hatte Ende der 1990er Jahre einen langsam schwächelnden PowerMacintosh mit Postskript-Drucker, Brenner und Externe HD mit SCSI-Schnittstellen, ein Modem mit RS??? Anschluss und wollte mir ein Nachfolge-Mac kaufen. Dummerweise hatte gerade Steve Jobs wieder bei Apple das Sagen und schnitt alle Zöpfe ab. Der quietschbunte Plastik-iMac kam auf den Markt und der hatte nur noch einen USB-Anschluss. Sogar das damals noch absolut verbreitete Disketten-Laufwerk fehlte! Meine ganze Apple-Peripherie hätte ich austauschen müssen! Ich war richtig sauer und wechselte aus Trotz zu Windows. Es waren auch die letzten Tage des alten macOS (nicht auf Unix-Basis) und das lief auch nicht stabiler als das ebenfalls unsägliche Windows Millennium.

Ab 2012 kam dann die Gegenbewegung. Microsoft hatte Nokia gekauft und wollte auf Teufel komm raus Windows fingerbedienbar machen und hatte die unsägliche Kachel auf Windows 8 gebracht. Man hörte nur verzweifeltes Klagen von Leuten, die ihr Startmenü suchten und statt dessen riesige Kacheln auf einem Startbildschirm präsentiert bekamen. Letztlich wurde die Maus kaum noch unterstützt! Dann kam die Kehrtwende mit Windows 10, welches am Anfang allerdings auch riesige Probleme machte.

Bei mir reifte dann 2015 die Entscheidung, meinen Augen etwas Gutes zu tun und einen 4K-Bildschirm zu kaufen. Eine dumme Fehlentscheidung, denn meine ganzen Windows-Programme waren nicht 4k-fähig und in der Darstellung winzig klein. Die Schrift in den Menüs war nicht mehr zu entziffern! Ein Riesenfrust mit meinem neuen Monitor!
Windows bot keine Lösung für dieses Problem und ich wechselte äußerst widerwillig wieder zu einem groben HD-Bildschirm.

Irgendwann bin ich im gleichen Jahr rein aus Interesse mal zu einem Apple-Händler gegangen (kein Apple-Store!) und habe mal eine Stunde lang in einem 27" iMac mit 5k-Display herumgeklickt. Ein Traum-Computer für 3000€! Die ganzen Problem, die Windows in dieser Zeit hatte, existierten gar nicht! Ich lief nach 16 Jahren Windows-Nutzung mit fliegenden Fahnen wieder zu Apple über.

Mittlerweile hat Microsoft bei Windows 10 die meisten Kinderkrankheiten beseitigt, aber es gibt immer noch viele Ungereimtheiten, z.B. bei Edge, beim Mailprogramm und den anderen mitgelieferten Programmen. Wer einen fertigen PC kauft, findet auf seinem PC Unmengen von Schrottsoftware, die erstmal deinstalliert werden muss, die aber trotzdem weiterhin negative Spuren hinterlässt. Ok, man muss sich halt mit der schlechten Softwareausstatttung abfinden. Letztlich bietet der Markt für alles eine Lösung, was aber bedeutet, dass man kaum noch etwas nutzt, was Windows von Haus aus mitbringt. Selbst der Edge-Browser wird ersetzt!

Wer einen Mac nutzt, der verwendet zunächst einmal die Programme, die er von Haus aus mitbringt. Safari, Mail, Notizen, iMovie, Garageband, Fotos usw. Diese Programme taugen etwas! Nur wer wirklich hohe Ansprüche hat, wechselt zu MS-Office, Adobe CC.
Aber auch die hauseigenen professionellen Programme wie Logic Pro X und Final Cut Pro X sind bei Apple-Usern erste Wahl, weil sie ausgezeichnet und viel preisgünstiger sind als das Angebot für Windows.
Im Moment macht Apple viel richtig und wer klagt, der klagt auf einem sehr hohen Niveau. Aber ich könnte mir vorstellen, dass beim nächsten großen Fehler, den das Konkurrenzsystem nicht macht, auch wieder ein Wechsel anstehen könnte.

Natürlich kann man auch einen sehr guten Windows-Rechner haben! Ich würde, weil ich mich auskenne, einen Windows-Rechner nicht von der Stange kaufen, sondern aus den Komponenten zusammenbauen und dabei wirklich viel Geld sparen. Dazu käme dann noch der Preis für Windows. Der Rechner würde auch rennen, aber der Preis für die Modularität ist das Kabelgewirr. 3 bis 4 Stromkabel für Rechner, Bildschirm und Lautsprecher, 3 Signalkabel für den Bildschirm und Lautsprecher, 1 Netzwerkkabel usw. Das sind 8 Kabel! Irgendwie erinnert mich ein solcher PC an eine Dampfmaschine.
Manchen ist das egal, aber ich finde bei Apple das ganze Design toll, und dass man beim iMac nur ein einziges Stromkabel benötigt.

Der einzige Knackpunkt, der einem Wechsel des Systems wirklich im Wege steht, nämlich die Inkompatibilität der Dateiformate, ist auf jeden Fall nicht mehr existent. Zum Glück!

Geändert von rudluc (21.09.2019 um 17:20 Uhr)
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