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Alt 10.09.2011, 19:17   #1
TONI_B
 
 
Registriert seit: 13.12.2007
Ort: Ö; Deutsch-Wagram
Beiträge: 12.386
Der tiefere Grund solcher Stromausfälle liegt im maroden Stromnetz in den USA! Die Netze dort sind mit jenen in Europa nicht vergleichbar - noch! Denn auch bei uns wird über die "Liberalisierung" und damit Gewinnmaximierung der privaten Stromgesellschaften die Netzqualität immer schlechter. Es ist nur eine Frage der Zeit, dass es auch bei uns immer häufiger zu großflächigen Ausfällen kommt.
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Alt 10.09.2011, 19:26   #2
About Schmidt
 
 
Registriert seit: 13.10.2007
Beiträge: 22.918
Zitat:
Zitat von TONI_B Beitrag anzeigen
Der tiefere Grund solcher Stromausfälle liegt im maroden Stromnetz in den USA! Die Netze dort sind mit jenen in Europa nicht vergleichbar - noch! Denn auch bei uns wird über die "Liberalisierung" und damit Gewinnmaximierung der privaten Stromgesellschaften die Netzqualität immer schlechter. Es ist nur eine Frage der Zeit, dass es auch bei uns immer häufiger zu großflächigen Ausfällen kommt.
Das Geld für Straßen ist ja schon alle Ich hätte mir wohl doch ein SUV kaufen sollen. Dabei erzählt man doch immer, Konkurrenz belebt das Geschäft. Dabei werden die Stromnetze und die Kraftwerke immer maroder, weil man ja sonst die Aktionäre nicht ausreichend zufrieden stellen kann. Das Gesundheitssystem geht den Bach runter, weil wir tausende von Angestellten der Verwaltungen finanzieren müssen und jeder meint, eine eigene Krankenkasse haben zu müssen. Der gleichen bei Brief und Paketdiensten. Führer war jeder mit der Post zufrieden. Sie erwirtschaftete zusammen mit dem Telefonnetz einen satten Gewinn. Da aber ein staatliches Unternehmen kein Gewinn machen darf, wurde investiert, allen im Unternehmen ging es gut, die Kunden waren zufrieden und der Staat kassierte kräftig mit, so dass er immer genügend in seinen Kassen hatte. Davon sind wir heute weit entfernt und so wird es kommen wie es kommen muss. Amerikanische Verhältnisse lassen grüßen. Und so was nennt sich dann Fortschritt. Ich weiß, so einfach ist es nicht, aber traurig, dass wir darauf zu steuern.
Gruß Wolfgang
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Alt 10.09.2011, 20:19   #3
TONI_B
 
 
Registriert seit: 13.12.2007
Ort: Ö; Deutsch-Wagram
Beiträge: 12.386
Ja, leider wird dieser "Weniger Staat - mehr Privat"-Wahn von den USA, nach D und auch nach Ö importiert! Den Menschen wird vorgegaukelt, dass die Privatisierungen und Liberalisierungen durch Konkurrenz die Preise senkt. Mitnichten! Es steigen nur die Gewinne der Großkonzerne! Auf Kosten der Allgemeinheit und auch auf Kosten der Versorgungssicherheit. Es ist mir absolut unverständlich wie man die Grundversorgungen (Strom, Gas, Wasser usw.) privatisieren hat können.
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Alt 10.09.2011, 20:34   #4
DonFredo
Moderator
 
 
Registriert seit: 28.11.2003
Ort: Frankfurt (Oder) als Ex-Berliner
Beiträge: 16.514
Ausrufezeichen

Wir sollten den tollen Bericht von an-my nicht durch Diskussionen über politsche Entscheidungen zerreden.
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LG
Manfred

...der nun über 15 Jahre mit einer knipst... Current Status: Ge-Boostert

So kannst du das Sonyuserforum und unsere Arbeit unterstützen......Moderationsmodus in Orange
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Alt 10.09.2011, 22:41   #5
an-my

Themenersteller
 
 
Registriert seit: 15.03.2010
Beiträge: 114
Es freut mich, wenn es gerne gelesen wird. Als Staatsdiener, der sich immer noch einbildet, dass er eine sinnvolle Tätigkeit leistet, kann ich die hier genannten Gedanken gut verstehen. Aber zurück zum Thema - denn heute stand natürlich auch etwas dazu in der Tageszeitung, und ich möchte allen USA-Interessierten etwas mehr Hintergrund geben (hoffe mal es langweilt nicht):

Auf der Titelseite prangerte: "Blackout sparks Probe", was ich frei damit übersetze, dass der Ausfall eine Untersuchung angestoßen hat. Es ging also im Wesentlichen darum, dass der Energieversorger von einer Untersuchungskommission heimgesucht wurde und wird, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Es würde darum gehen, ob einem Arbeiter die Schuld zu geben sei oder das System falsch ausgelegt sei - oder beides. (Na ja, ich traue mich zu wetten, dass am Ende herauskommt, dass es mehrere Ursachen gab, die unglücklicherweise verkettet waren und zwei oder drei Arbeiter schludrig gehandelt haben, aber das Problem nur deswegen in dieser Größenordnung auftrat, weil das System irgendwo ein paar schlummernde Fehler hatte, die eben nicht rechtzeitig erkannt wurden). Der Energieversorger hätte wohl angegeben, dass Reparaturarbeiten an einer defekten Zwischenstation durchgeführt worden seien. Die ersten Experten wussten auch schon, dass es vermeidbar gewesen sei, weil es so viele Sicherheitsstufen gäbe und üblicherweise jeder denkbare Fehlerfall abgedeckt und durch irgendeine Redundanz abgesichert sei - schließlich läge ja kein äußerer Einfluss wie eine größere Naturkatastrophe vor. Der Rest des Artikel beschäftigte sich mit den unmittelbaren Auswirkungen: welches Krankenhaus wie lange ohne Strom war (eigentlich war es nur eines und das für 90 Minuten - schlimm genug) und wie die Notstromaggregate funktionierten, etc.

Nicht in der Zeitung bestätigt fand ich einen Bericht aus dem Internet, dass ein Atomkraftwerk nördlich von San Diego sich selbst abschaltete. Ich dachte eigentlich, der Sinn von mehreren Kraftwerken sei, dass sie sich gegenseitig abdecken, um eine Redundanz sicher zu stellen, nicht um sich gleichzeitig zu verabschieden ...

In einem weiteren Artikel hat uns alle der Bürgermeister von San Diego gelobt: Die Bürger hätten eine tolle Arbeit geleistet, um das, was ein richtiges Desaster hätte werden können, in eine gut beherrschbare Situation zu verwandeln. Ich bin richtig stolz auf mich! Aber Spaß beiseite: die Feuerwehr hätte in den meisten Fällen Menschen aus stehengebliebenen Aufzügen oder Gondeln (Sea World) befreien müssen und es hat wohl keine Plünderungen gegeben oder sonstige Ausschreitungen. Wahrscheinlich verlässt sich auch die hiesige Szene auf facebook um den Ort der nächsten Zusammenrottung zu verbreiten und war damit lahmgelegt .

Schlimmste Auswirkung war, dass es wohl an zwei Stellen einen Ausfall der Pumpstationen für Abwasser gab und damit mehr als 2 Millionen Gallonen (ca. 8000 m3) an ungeklärtem Wasser ausgelaufen seien und die Gefahr besteht, dass ein Großteil in den Pazifik floss. Vorsorglich wurden also Strände gesperrt. Und hier kommt ein Denken der Amerikaner zum Tragen, von dem ich hoffe, dass es nie so bei uns Fuß fassen wird: Eine Meinung eines Verantwortlichen war eben, dass es nicht rentabel sei, für alle 49 Pumpstationen der Region eine Notstromversorgung für eine "once-in-a-generation" Situation zu haben.

Zur Sicherheit solle man eben das Trinkwasser abkochen - nur was mache ich mit dem automatischen Eiswürfelzubereiter im Gefrierfach? Der bedient sich direkt aus der Leitung - muss ich jetzt die Eiswürfel abkochen bevor ich sie in mein Glas gebe?
an-my ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 10.09.2011, 22:53   #6
Schmiddi
abgemeldet
 
 
Registriert seit: 24.11.2004
Beiträge: 2.735
Zitat:
Zitat von an-my Beitrag anzeigen
Nicht in der Zeitung bestätigt fand ich einen Bericht aus dem Internet, dass ein Atomkraftwerk nördlich von San Diego sich selbst abschaltete. Ich dachte eigentlich, der Sinn von mehreren Kraftwerken sei, dass sie sich gegenseitig abdecken, um eine Redundanz sicher zu stellen, nicht um sich gleichzeitig zu verabschieden ...
Das Netz in USA ist beiweitem nicht so vermascht wie bei uns - wenn durch die Abschaltung dem AKW die Verbraucher abhanden kamen, dann muss das abschalten (irgendwo muss die Energie hin). Ein Nachteil bei AKW, andere Kraftwerkstypen lassen sich einfacher drosseln...

Zitat:
Zitat von an-my Beitrag anzeigen
Und hier kommt ein Denken der Amerikaner zum Tragen, von dem ich hoffe, dass es nie so bei uns Fuß fassen wird: Eine Meinung eines Verantwortlichen war eben, dass es nicht rentabel sei, für alle 49 Pumpstationen der Region eine Notstromversorgung für eine "once-in-a-generation" Situation zu haben.
Hier haben Pumpstationen durchaus einen Diesel, obwohl unsere Stromnetze besser sind (ich plane derzeit eine am Flughafen DUS, dort haben wir 2 unabhängige Einspeisungen und es kommt dennoch ein Diesel dazu - und wir pumpen dort nur Regenwasser, würden aber bei einer Überflutung auch die Flugbetriebsflächen unter Wasser setzen ). Ich hoffe, dass das so bleibt (Abwassernetze werden ja glücklicherweise weitgehend noch von den Gemeinden oder von Abwasserverbänden betrieben - da ist noch nicht so viel privatisiert!).

Andreas
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Einige Bilders: Homepages sind wg. der DSGVO abgeschaltet!

Status: Tschüss , alles ist weg --- "reduziert" auf E-Size
Schmiddi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.09.2011, 00:14   #7
About Schmidt
 
 
Registriert seit: 13.10.2007
Beiträge: 22.918
Zitat:
Zitat von DonFredo Beitrag anzeigen
Wir sollten den tollen Bericht von an-my nicht durch Diskussionen über politsche Entscheidungen zerreden.
Hast recht, Sorry
Gruß Wolfgang
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