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Startseite » Forenübersicht » Kreativbereich » Vor der Aufnahme » Was macht ein gutes Foto aus?
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Alt 09.11.2014, 14:38   #1
amateur

Themenersteller
 
 
Registriert seit: 01.10.2005
Ort: Region Hannover
Beiträge: 7.725
Zitat:
Zitat von Tikal Beitrag anzeigen
Kann mich mit dieser Erklärung nicht anfreunden. Ein gutes Foto kann verschiedene Reize haben.
Aber was sind das für Reize? Darum geht es ja gerade und der Artikel versucht ja auch auszuloten, welche Ebenen es da gibt. Das allein das Gefallen bei einem bestimmten Publikum ein Qualitätsmerkmal ist, möchte ich aber abstreiten. "Cheri, Cheri Lady" von Modern Talking hat auch einmal sehr, sehr vielen Menschen gefallen...

Das Subjekt an sich ist der Mensch, das Gebäude, der Gegenstand, die Blume, das Tier. Ein perfekt scharfes Makro von einem Insekt ist vielleicht für den Fotografieanfänger ein technischer Erfolg, aber dadurch noch lange kein gutes Foto. Ein gutes Foto wird es erst dann, wenn sich mindestens eine weitere Ebene auftut:
  • Ein Gefühl für den Moment wird transportiert.
  • Eine Geschichte tut sich auf.
  • Eine im Alltag ungewohnte Sichtweise wird gezeigt.
  • Das Bild vermittelt durch Licht, Ausschnitt, Blickwinkel und Komposition eine besondere Ästhetik, die in der üblichen Wahrnehmung unbekannt ist.
  • Es werden Dinge miteinander kombiniert und in einen gemeinsamen Kontext gesetzt, der eine neue Bedeutung kreiert.
  • Bewegung und damit die im Alltag bildlich nur schwer wahrnehmbare Zeit wird eingefroren bzw. durch Wischeffekt sichtbar gemacht.

All diese einzelnen Qualitäten (oder noch bessere mehrere davon) sorgen dafür, dass sich ein Bild über das Offensichtliche erhebt, nämlich der reinen Abbildung des Subjekts gemäß einer alltäglichen Wahrnehmung. Deswegen sind im Frühjahr auch 99,9% der Krokusbilder so öde. Der Fotograf freut sich über die ersten bunten Anzeichen des Frühlings, aber es gelingt nur selten, ein reines Abbild des Subjekts Krokus zu vermeiden, sondern dem Bild eine weitere Dimension zu geben.

Im Grunde sind all diese Dinge klar, aber selten einfach in Sprache zu fassen. Und um mehr geht es dem Autor auch nicht. Aber allein das hilft mir, meine Gedanken klarer zu fassen und die richtigen Fragen noch präziser zu stellen, wenn mir ein Bild zusagt und ich mich frage, warum dies so ist.

Stephan
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Geändert von amateur (09.11.2014 um 15:13 Uhr)
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Alt 09.11.2014, 15:04   #2
alberich
 
 
Registriert seit: 25.08.2006
Ort: Anus Mundi
Beiträge: 4.384
Zitat:
Zitat von amateur Beitrag anzeigen
Deswegen sind im Frühjahr auch 99,9% der Krokusbilder so öde. Der Fotograf freut sich über die ersten bunten Anzeichen des Frühlings, aber es gelingt nur selten, ein reines Abbild des Subjekts Krokus zu vermeiden, sondern dem Bild eine weitere Dimension zu geben.
Ich bilde mir ein hier hat es tatsächlich mal funktioniert....

Bild in der Galerie
alberich ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.11.2014, 15:12   #3
amateur

Themenersteller
 
 
Registriert seit: 01.10.2005
Ort: Region Hannover
Beiträge: 7.725
Zitat:
Zitat von alberich Beitrag anzeigen
Ich bilde mir ein hier hat es tatsächlich mal funktioniert....

Bild in der Galerie
Jau, bist halt so ein 0,1%ler!

Stephan
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Alt 09.11.2014, 17:23   #4
gpo
 
 
Registriert seit: 15.03.2004
Ort: Hamburg
Beiträge: 12.012
Zitat:
Zitat von amateur Beitrag anzeigen
Aber was sind das für Reize?

Stephan
Moin

sicher ist, das eure Definitionen...alle zuviel "persönliches" beinhalten

DIE Reize finden in unserem Kopf statt....
und das seit Menschwerdung und vergraben in der DNA


was ich sagen will ist>>> man muss sich viel mehr damit beschäftigen....
was in unserem Kopf stattfindet...
denn dort liegt alles bereit, wird gespeichert...wird auch ersetzt und kontrolliert

ihr kennt meinen oft genug geschriebenen Ansatz>>> das Auge geht immer nach Hell
weil das ssooo einfach ist, kann man es fast auf jedes Motiv anwenden...
wird aber gerne NICHT gemacht oder ignoriert...

es gilt also diese "Regeln> geschrieben oder nicht" zu kennen...und sie anzuwenden

einen noch hinterher> Reiz
ihr kenn ebenso meinen Spruch> da muss eine Taube durchs Bild fliegen....
ist eben auch ein Reizanteil, richtig gesetzt erfreut es eine minimalistische Fassade...
oder ein doofer träger Teich wo sich das Wasser nicht bewegt...

es gibt weiteres erwähnenswertes....nur bei mir liegendie Fachbücher auch nur im Schrank,
das Thema ist unendlich und nicht in drei Sätzen erklärt
Mfg gpo
gpo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.11.2014, 17:36   #5
amateur

Themenersteller
 
 
Registriert seit: 01.10.2005
Ort: Region Hannover
Beiträge: 7.725
Gerd,

Du reduzierst die Qualität eines Bildes gerade auf die Komposition und klar gibt es zur Frage der Bildgestaltung viele Bücher und Theorien. Die sind aber alle nur Handwerk, um das zu erreichen, was ein gutes Bild ausmacht. Eine Taube im Lichtspot allein reicht jedenfalls oft nicht, auch wenn ich ein solches Bild als Teil des Portfolios habe:


Bild in der Galerie
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Alt 09.11.2014, 18:08   #6
gpo
 
 
Registriert seit: 15.03.2004
Ort: Hamburg
Beiträge: 12.012
Moin

ich reduziere gar nix....übrigends schönes Bild "mit Taube"
und du weißt da die Taube auch nur Platzhalzter für "anderes ist"

ich weigere micht nur....die Fotografie insgesamt> zu stückeln
also auf zuteilen in>>>

# Technik gut ....Ausage keine...trotzdem gefällt es

# Ausage toll....Bildinhalt schlecht...alle mosern rum

# alles nach goldenem Schnitt...egal ob mit Effekten oder nicht man erkennt "die Regel"

man könnte es beliebig weitermachen .....es ist eine Kopfsache.....
und was bei DIR rauskommt....muss nicht zwangsläufig bei MIR ankommen...

nimmt man nun hunderte von Forenten dazu...haben wir den Salat
Mfg gpo
gpo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.11.2014, 18:32   #7
amateur

Themenersteller
 
 
Registriert seit: 01.10.2005
Ort: Region Hannover
Beiträge: 7.725
Natürlich wird es kein Kochrezept geben, wie man Bilder macht, die alle toll finden. Darum geht es gar nicht. Es geht vielmehr darum, allgemeine Kriterien zu finden, die man als Betrachter und Fotograf anwendet, um herauszufinden, ob und warum ein Bild die entsprechende Wirkung entfaltet. Das dies in einem gewissen Rahmen immer auch eine persönliche Frage ist, bleibt unbestritten.

Stephan
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Alt 09.11.2014, 18:35   #8
SteffDA
 
 
Registriert seit: 03.09.2011
Ort: Groß-Gerau
Beiträge: 1.161
Ich halt's da mit Gertrude Stein: „Rose is a rose is a rose is a rose“

...oder ins digitale Zeitalter übersetzt: "Alles bloß Bits und Bytes." ;-P

Grüße
Steffen
SteffDA ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.11.2014, 20:22   #9
der_knipser
 
 
Registriert seit: 01.04.2008
Ort: Drabenderhöhe
Beiträge: 10.679
Es gibt das berühmte Zitat:
"Wenn ich wüsste, wie man gute Fotos macht, würde ich nur noch gute Fotos machen."

Wenn am Ende dieses Threads herauskommt, wie man sie macht, dann mach ich sie auch nur noch.
__________________
Gruß
Gottlieb
der_knipser ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.11.2014, 20:37   #10
usch
 
 
Registriert seit: 16.08.2010
Beiträge: 19.338
Ein gutes Foto ist eins, bei dem ich zugeben muß, daß ich das selber so nicht hinbekommen hätte. Denn wenn ich das als mittelmäßiger Fotograf gekonnt hätte, könnte es ja bestenfalls auch nur mittelmäßig sein.

Der verlinkte Artikel entspricht aber ziemlich genau dem, was ich beim Fotografieren umzusetzen versuche, um wenigstens im Rahmen meines Könnens so gute Ergebnisse wie möglich abzuliefern.
__________________
Any feature is a bug unless it can be turned off. (Heuer's Law, 1990)
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