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Alt 22.07.2014, 13:38   #1
amateur
 
 
Registriert seit: 01.10.2005
Ort: Region Hannover
Beiträge: 7.725
Zitat:
Zitat von laker4life Beitrag anzeigen
Ich habe lediglich zwei Menschen gesehen die auf Geld warten. Ich finde es sehr interessant was man in solche Bilder interpretieren kann und dies ist auch meine Motivation.
Dabei ist der linke Mensch Profi und der rechte Amateur in Geldsachen. Ich kann diese Art von generalstabsmäßig geplanter Bettelei (siehe Körperhaltung und der typische Pappbecher) echt nicht mehr sehen. Ob Berlin, London, Paris, Oslo oder Rom. Überall das gleiche. Und deswegen sehe ich in dem Bild auch keine Reportagequalitäten.

Stephan
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Alt 22.07.2014, 16:26   #2
Crimson
 
 
Registriert seit: 16.01.2004
Ort: Goch
Beiträge: 6.835
Zitat:
Zitat von amateur Beitrag anzeigen
Dabei ist der linke Mensch Profi und der rechte Amateur in Geldsachen. ... Ob Berlin, London, Paris, Oslo oder Rom. Überall das gleiche. Und deswegen sehe ich in dem Bild auch keine Reportagequalitäten.
hier schließe ich mich zu 100% an

Oder um es krass zu sagen: wer darin ein gutes Streetmotiv sieht, wertet implizit die ab, die wirklich gute Street-Bilder machen.
__________________

Crimson ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.07.2014, 19:14   #3
laker4life

Themenersteller
 
 
Registriert seit: 11.07.2012
Ort: Nürnberg
Beiträge: 382
Zitat:
Zitat von Crimson Beitrag anzeigen
hier schließe ich mich zu 100% an

Oder um es krass zu sagen: wer darin ein gutes Streetmotiv sieht, wertet implizit die ab, die wirklich gute Street-Bilder machen.
Das verstehe ich nicht, weil ein Motiv vllt. schon bekannt ist und als Street qualifiziert werden kann, ist es kein (gutes) Street mehr?

Cartier-Bresson hat Bilderserien über die Armut auf der ganzen Welt gemacht, ist das Thema dadurch für uns alle abgehackt da es bereits einer dokumentiert hat?
__________________
Gruß
Thomas

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Alt 22.07.2014, 19:16   #4
jqsch
 
 
Registriert seit: 28.08.2007
Ort: Bernau bei Berlin
Beiträge: 6.401
Zielt man bei einer Bildbesprechung auf die Sekundärtugenden (wie Schärfe, Kontraste, Schnitt) etc ab, dann ist die Aussage eben nicht rüber gekommen. Im Prinzip hast Du die Situation gut erfasst aber schlecht fotografiert. Und darüber geht die Aussage verloren.

Mir wäre es auch egal, ob man die Situation schon hundertmal gesehen hat oder ob Profis da betteln. Der Fotograf muss das erstmal sehen, er muss den Zusammenhang zwischen dem Kunden am Geldautomaten und dem Bettler herstellen und dann muss er sich auf sein Handwerkszeug zurückziehen. Und genau dort hat es gemangelt.
Ich bin ziemlich sicher, dass Du "Angst" hattest, diese Situation zu fotografieren. Was passiert, wenn mich der Bettler oder der Bankkunde erwischt. Und deshalb husch husch mal abgedrückt.

Die Kunst bei Streetfotografie ist es schnell zu erfassen und instinktiv fotografisch alles richtig zu machen. Oder die Situation schon vorher zu erahnen
__________________
... und Tschüß...

jqsch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.07.2014, 19:27   #5
laker4life

Themenersteller
 
 
Registriert seit: 11.07.2012
Ort: Nürnberg
Beiträge: 382
Zitat:
Zitat von jqsch Beitrag anzeigen
Ich bin ziemlich sicher, dass Du "Angst" hattest, diese Situation zu fotografieren. Was passiert, wenn mich der Bettler oder der Bankkunde erwischt. Und deshalb husch husch mal abgedrückt.

Die Kunst bei Streetfotografie ist es schnell zu erfassen und instinktiv fotografisch alles richtig zu machen. Oder die Situation schon vorher zu erahnen
Du hast zu 100% recht, so ähnlich ist das ganze abgelaufen. Ich will vllt. noch erwähnen das ich in Paris Urlaub gemacht habe und nebenbei fotografiert habe. Das soll jetzt keine Entschuldigung für ein fehlerhaftes Bild sein, ich konnte mich in dieser Situation aber eben nicht vorbereiten und habe diese nur im Vorbeigehen erkannt und schnell abgedrückt. Gegen das "sehen-erkennen-abdrücken" ist meiner Meinung nichts schlechtes zusagen, circa 3 Sekunden später war die Situation wieder weg.

Ich habe großen Respekt vor der Streetfotografie und bin noch sehr vorsichtig und bleibe auf Abstand, hoffe aber mit der Zeit ein besseres Gefühl für Situationen zu bekommen. Für diesen Lernprozess braucht man aber auch Feedback und ich bin froh das ich unterschiedliche Meinungen lesen durfte und werde viel mitnehmen.
__________________
Gruß
Thomas

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Alt 22.07.2014, 19:40   #6
Robert Auer
 
 
Registriert seit: 17.11.2012
Ort: Schwerin
Beiträge: 6.811
@laker4life: Ich kann zwar nicht mit Bildaufbau und sozialkritischer Potenz Deines Werkes mithalten, möchte jedoch angesichts der ernst gewordenen Diskussion aufheiternd einflechten, dass es an Bankautomaten durchaus auch farbiger und aufstrebender zugehen kann - auch wenn dabei der Kontostand sinkt.

Bild in der Galerie
__________________
robert uer

Grüße aus Schwerin, der romantischen Sieben-Seen-Stadt in Ostsee-Nähe
(=> nur ~30km zur German Riviera )
Robert Auer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.07.2014, 19:44   #7
laker4life

Themenersteller
 
 
Registriert seit: 11.07.2012
Ort: Nürnberg
Beiträge: 382
Zitat:
Zitat von Robert Auer Beitrag anzeigen
@laker4life: Ich kann zwar nicht mit Bildaufbau und sozialkritischer Potenz Deines Werkes mithalten, möchte jedoch angesichts der ernst gewordenen Diskussion aufheiternd einflechten, dass es an Bankautomaten durchaus auch farbiger und aufstrebender zugehen kann - auch wenn dabei der Kontostand sinkt.

Bild in der Galerie


Ich glaube mit diesem Bild können wir nun die Diskussion beenden.
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Gruß
Thomas

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Alt 23.07.2014, 09:57   #8
Zwergfrucht
Gesperrt
 
 
Registriert seit: 15.02.2009
Ort: München
Beiträge: 2.408
Hi Robert,

100% Schmunzeleffekt, aber die Füße sind leider ungepflegt, hehe.!

Gruß
Wolfram
Zwergfrucht ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.07.2014, 10:25   #9
Dat Ei
 
 
Registriert seit: 07.09.2003
Beiträge: 20.227
Moin, moin,

Zitat:
Zitat von jqsch Beitrag anzeigen
Der Fotograf muss das erstmal sehen, er muss den Zusammenhang zwischen dem Kunden am Geldautomaten und dem Bettler herstellen...
m.E. ist die Sache in Städten rund um den Globus noch viel perfider. Der Fotograf muss den Zusammenhang zwischen Geldautomat und Bettler nicht herstellen, weil er sehr oft bereits durch die Bettler hergestellt wird und somit gegeben ist. Formen des organisierten Bettelns oder des Bettelns als Lebenskonzepts findet man leider immer häufiger - nicht nur in Deutschland, nicht nur in Europa, nein selbst in der zweiten und dritten Welt. Dieser Umstand führt dazu, dass es zwei sehr orthogonale Lesarten für das Bild gibt: für die einen ist es der Beleg für die Inhumanität des Kapitalismus, für die anderen der Beleg für die Optimierung eines unredlichen Geschäftsprozesses durch intensive Massage der Tränendrüsen.

Meine Erfahrungen in Schwellenländer und Dritte-Weltländer sagt mir, dass wahre Armut selten plakativ ist und erst recht nicht ästhetischen Konzepten folgt. Mich schüttelt es jedes Mal, wenn ich (Kalender-)Bilder von Spendenorganisationen sehe, die uns Armut in Hochglanz mit strahlenden oder todtraurigen Kindergesichtern nahe bringen wollen. Das führt nur zu einem Photoshop-Wettrüsten mit sämtlichen digitalen Werkzeugen, um uns überhaupt noch zu erreichen, zu berühren und uns zu Spenden zu bewegen. Auch das ist Armut, wenn auch menschliche.

Ich mag nicht abschließend beurteilen, wie hier der konkrete Fall gelagert ist, aber innerlich tendiere ich eher zu der Auffassung, dass es sich hier um ein Geschäftsmodell handelt. Und im gleichen Moment, in dem ich den Satz formuliere, spüre ich, welches Unrecht die Profi-Bettlern den wahren Armen antun.


Dat Ei
__________________


"Wer mit Euch ist, ist nicht ganz bei sich."
Dat Ei ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.07.2014, 19:08   #10
laker4life

Themenersteller
 
 
Registriert seit: 11.07.2012
Ort: Nürnberg
Beiträge: 382
Zitat:
Zitat von amateur Beitrag anzeigen
Dabei ist der linke Mensch Profi und der rechte Amateur in Geldsachen. Ich kann diese Art von generalstabsmäßig geplanter Bettelei (siehe Körperhaltung und der typische Pappbecher) echt nicht mehr sehen. Ob Berlin, London, Paris, Oslo oder Rom. Überall das gleiche. Und deswegen sehe ich in dem Bild auch keine Reportagequalitäten.

Stephan
Danke für deine Kritik, da ist wirklich was dran und man stumpft mit der Zeit bestimmt ab. Auf der anderen Seite sollte das einem schon zu denken geben das solche Situationen scheinbar schon so ins Stadtbild gehören.

Was muss als nächstes kommen damit Armut wieder "Qualität" hat? Gewalt auf den Straßen? Tote Menschen?

Ich weiß ja nicht...
__________________
Gruß
Thomas

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