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Startseite » Forenübersicht » Kreativbereich » Nach der Aufnahme » Raw oder Jpg und die Nachbearbeitung, Aufwand vs. Nutzen?
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Alt 13.05.2013, 01:27   #1
GBayer
 
 
Registriert seit: 18.08.2010
Ort: Müllendorf
Beiträge: 738
Ich sehe das so:

Wer so eine komplexe Sache, wie die richtige Belichtung automatisiert, bewegt sich mit seinen Ansprüchen im Mittelfeld. Die Kameras sind darauf getrimmt, aus einer Unzahl Parametern ein Mittelwert herzustellen, mit dem die Masse ihrer Benutzer gut leben kann. Die letzten 5 Jahre haben gezeigt, daß auf diesem Gebiet von allen Herstellern deutliche Fortschritte gemacht wurden. Man kann sich heutzutage darauf verlassen, daß im Automatikmodus jede Kamera zu einem passablen Bild kommt, solange die Lichtbedingungen nicht dramatisch von Ideal abweichen. Das kann zu Frustration führen.

Wenn ich aber ein klares Bild im Kopf habe, das ich fotografisch umsetzen will, kann ich keiner Automatik vertrauen - insbesondere bei schwierigen Lichtverhältnissen, die von mir selber nicht behebbar sind.

Fazit: Ich benötige immer beide Formate zur Aufzeichnung - das eine mal mehr oder weniger als das andere. Oft genug reicht die JPG-Ausgabe von der Kamera und ich spare weiteren Aufwand. Hängt bei jedem einzelnen Bild davon ab, ob ich einen mittleren Erfahrungswert der Kamera benutze oder eben für jedes Bild den besten Wert extra einstelle.

Wer sich allein auf das RAW - Format stützt, muß schon viel Erfahrung haben, wie seine Bilder den realen Umständen entsprechend anzupassen sind. Mit Versuch und Irrtum braucht man nämlich eine Menge Geduld und - ausreichend Rückmeldungen von Betrachtern, bis eine zufriedenstellende Bildausgabe klappt. Auch wenn so eine Prozedur einen ganzen Tag pro Bild dauern kann ist es lohnend, wenn man mit dem Ergebnis tausende Kopien in unterschiedlichen Formaten erzeugt. (Weil ja schon das Einfügen eines Wasserzeichens in ein JPG-Bild beim wieder Speichern zu einer Qualitäteinbuße führt.)

Den "Goldenen Mittelweg" gibt es nicht für jeden, solange die speziellen Anforderung nicht definiert sind.

Servus
Gerhard
__________________
Wenn Dich ein Laie nicht versteht, heißt das noch lange nicht, dass Du ein Fachmann bist. Sprachfüllschaummasse erstickt sinnvolle Inhalte.

... und wenn die Technik dann absolut perfekt ist, öffnet sich eine große Leere - denn dann geht es nur noch um Bildinhalte und diese sind nicht zu messen, wiegen, zählen.
GBayer ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 13.05.2013, 06:47   #2
konzertpix.de
 
 
Registriert seit: 28.09.2007
Ort: bei Ulm
Beiträge: 5.888
Zeeshan, es ist ziemlich vermessen, einen Spezialfall als Normalfall zu deklarieren und alles andere als suboptimal darzustellen.

Blende 5.6 mag das Optimum an Schärfe bei bestimmten Objektiven und Kameras darstellen. Aber um das Optimum auszureizen, dürfen sich deine Motive ausschließlich in dem gemeinhin als Schärfentiefe (oder Tiefenschärfe) bezeichneten Abstand befinden. Und der ist bei f/5.6 räumlich begrenzt, abhängig von der Brennweite.

Was aber ist, wenn mein Motiv sich nicht flach zwischen 2,5 und 3,5 m ausdehnt, sondern z.B. bis hin zum 600m entfernten Wald im Hintergrund? Den bekomme ich nur dann noch akzeptabel scharf, indem ich weiter abblende (und irgendwo dazwischen scharfstelle).

Oder was ist, wenn ich ein Motiv bewußt betonen will und dieses aus seiner Umgebung (die dann naturgemäß unscharf sein sollte!) herauslösen will? Dann muß ich bei Bedarf schon mal die Blende weiter öffnen.

So, und wie oft treten nun die drei Fälle auf, daß man sie als Normalzustand definieren könnte? Ist das übliche Motiv eher komplett auf wenigen zehn Zentimetern zusammen, oder erstreckt es sich eher über eine größere Distanz? Ist das gewollte Bild nicht doch eher eines, bei dem man das für einen selber bildwichtige Motiv hevorheben will, oder muß es immer flach und überall scharf sein?

Ich hab lange auf deiner Homepage gesucht, und bin immer wieder nur auf Screenshots gestoßen, die deine Ausführungen zu JPG und deren Qualität untermauern sollen. Synthetische Bilder, nicht welche aus der realen Welt. Solche Bilder lassen sich als GIF oder PNG praktisch verlustfrei und noch platzsparender komprimieren, weil JPG und dessen Komprimierung darauf abzielen, für das Auge ohnehin nicht wichtige Bereiche wegzulassen bzw. zu reduzieren.

Bei einem Screenshot mit seinen exakt definierten, harten vertikalen und horizontalen Bildkanten und seinen einfarbig definierten Bildelementen gibt es aber nichts, was sich das Auge wegdenkt, so daß jeder Kompressionsversuch fehlschlagen muß. Daher steht dein gesamtes Argumentationsgerüst auf sehr wackligen Beinen.

Nach länger Suche wurde ich dann doch noch fündig, du zeigst ein Bild eines Jahrmarktstandes. Das zeigt im Gegenzug, daß hier eine Kompression gute Ergebnisse leisten kann und daß Blende 5.6 hier ganz passend ist, um alles scharf zu bekommen, weil der Stand eine Mauer darstellt, auf der alles in etwa gleich weit weg ist. Würde man behaupten wollen, daß es ein gutes Bild sei, dann könnte man sich ziemlich ausschließlich nur auf die sehr gute Schärfe berufen. Bildgestalterisch ist es eher Standardkost.

Und Blende 5.6 hätte wahrscheinlich in diesem Fall auch die Kameraautomatik in P vorgeschlagen, das ist also kein großes Geheimnis.

Was du aber übersiehst, ist, daß man mit allen Blenden zu verschiedenen, aber immer vom bewußt fotografierenden Menschen erwünschten Bildergebnissen kommen kann. Und, daß nicht immer (um nicht zu sagen eher selten) alles knackscharf sein soll.
__________________
LG, Rainer
Robert Capa: If your photographs aren't good enough, you're not close enough. | meine Heimatseite | etwas zum Nachdenken | ein typischer Kurt
Hinweis: die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, d.h. du darfst sie kostenlos nutzen. Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. du darfst sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.
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Alt 14.05.2013, 14:47   #3
screwdriver
 
 
Registriert seit: 05.12.2011
Ort: Berlin
Beiträge: 6.404
Zitat:
Zitat von GBayer Beitrag anzeigen
Ich sehe das so:
...Auch wenn so eine Prozedur einen ganzen Tag pro Bild dauern kann ist es lohnend, wenn man mit dem Ergebnis tausende Kopien in unterschiedlichen Formaten erzeugt. (Weil ja schon das Einfügen eines Wasserzeichens in ein JPG-Bild beim wieder Speichern zu einer Qualitäteinbuße führt.)

Für eine Bearbeitung in mehreren Stufen nehme ich zum Dateitransfer das verlustfreie PNG-Format.

Mein "Waserzeichenprogramm" (Watermark Image) unterstützt das ebenso wie mein bevorzugtes EBV-Programm (Paint.NET).

Allein das Endergebnis wird dann (meist fürs Internet) als JPG ausgegeben.
__________________
Gruss aus Berlin, Volker
Es ist ganz einfach, negative Kritik positiv und motivierend klingen zu lassen.
"Schönes Bild" reicht.
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