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Alt 16.10.2007, 23:17   #19
Sebastian W.
 
 
Registriert seit: 10.09.2005
Ort: Hamburg
Beiträge: 1.178
Schärfeverluste sind zumindest bei einigen einfachen und Mittelklassefiltern nicht nur von theoretischer Natur. Bereits am 6MP-Sensor der D7D verursacht mein "normales" Hoya-Polfilter bei mir in 100%-Ansicht Pixelmatsch, der schon auf dem Kameradisplay auffällt und erst auf 1.5MP runtergerechnet wieder ok aussieht. Bei noch einfacheren Polfiltern konnte ich Farbverschiebungen beobachten.

Bei klaren Filtern sind es die Kontrastverluste und Geisterbilder, die vor den Schärfeverlusten auffallen, während zumindest ich bei einfachen Polfiltern kaum mit diesen Fehlern zu kämpfen hatte.

Billige Filter sind einfach Mist.

Zitat:
Zitat von WinSoft Beitrag anzeigen
Wer nicht auf ganz spezielle (Farb-)Effekte aus ist, kommt in der Digitalfotografie mit maximal drei Filtertypen aus:
- Polarisationsfilter
- Neutralgraufilter
- Infrarotfilter.
Als vierten Filtertyp möchte ich Farbkorrekturfilter (CC-Filter) vorschlagen. Mit ihnen lassen sich Farbverfälschungen durch das frühzeitige Überlaufen einzelner Farbkanäle beseitigen. Dies ist in der Praxis durchaus relevant. Es gibt einige Threads zu Problemen die mit CC-Filtern gelöst werden können in diesem Forum. Bei der D7D verschafft es bei 5500 Kelvin (Tageslicht) etwas über eine Blende mehr Belichtungsspielraum bevor der Grünkanal überläuft und Farben verfälscht werden.


Im oberen Histogramm sieht man, daß der Grünkanal bei einem neutralgrauen Motiv in Tageslicht deutlich stärker gesättigt wird als die beiden anderen Kanäle. Er läuft als erster über und führt bei korrekter Belichtung zu Farbverfälschungen in den Höhen, die nachträglich nicht korrigierbar sind, bei Unterbelichtung zu Dynamikverlusten in den Rot- und Blaukanälen.

Ein Magenta-CC-Filter absorbiert im unteren Histogramm etwas mehr als die Hälfte des grünen Lichtes. Man kann eine Blende großzügiger belichten ohne daß der Grünkanal überläuft, gewinnt also eine Blende Dynamikumfang.

Bei speziellen Motiven kann der Dynamikgewinn weiter gesteigert werden, wenn man sich die Mühe macht, das passende CC-Filter auszumessen bzw. zu berechnen.

Wie man sieht, ist der Lichtverlust im Rot- und Blaukanal sehr gering. Insgesamt steigt die Belichtungszeit bei CC-Filtern leicht an.

Aus Sicht des digitalen Workflows entspricht ein CC-Filter wenn es wie oben eingesetzt wird, einem groben Vor-Weißabgleich, dessen Preis eine leichte Belichtungszeitverlängerung ist. Der Preis eines digitalen Weißabgleichs wie wir ihn kennen ist der Verlust an Dynamikumfang und der Zuwachs des Rauschens.

Wie man sieht, sind die drei Farbbalken auch im unteren Histogramm noch nicht deckungsgleich. Diese Feinabstimmung geschieht wie gewohnt durch den digitalen Weißabgleich.

Nachdem ich nun einen Monat Magenta-Filter vor der Linse in der Praxis teste, halte ich sie für sehr praxistauglich. Das Verhältnis zwischen Investition und Gewinn finde ich beachtlich. Bisher dachte ich, eine Blende mehr Dynamikumfang müsse man mit einer neuen Kamera teuer bezahlen.
Sebastian W. ist offline   Mit Zitat antworten