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Alt 13.03.2023, 19:59   #3790
turboengine
 
 
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Zitat von KSO Beitrag anzeigen
Mein naives Gedankenspiel war eher in die Richtung gedacht. 100% Abdeckung wenn Wind weht, Sonne scheint und Wasser fließt und in der Zeit stehen konventiolle Kraftwerke still. Wenn die regenerativen nicht da sind, dann wirft man konventionelle Kraftwerke an. Ich weiß die sind träge und haben bei sowas einen schlechteren Wirkungsgrad usw. Gäbe es überhaupt flexiblere Kraftwerkstypen (mit den Nachteilen dann) zur Ergänzung von Sonne/Wind/Wasser? Denkt/forscht man daran?
Dann kann man derzeit kein einziges Kraftwerk abstellen. Selbst alte Ölkraftwerke bekommen Notbetriebsgenehmigungen und gelten laut BNetzA als “systemrelevant”.

Oben hatte ich eine solche Betriebsgenehmigung für Heilbronn verlinkt. Und wenn man den Anteil Erneuerbarer ausbaut, kann man dennoch keine fossilen Kraftwerke abbauen weil man immer den Fall der Dunkelflaute abdecken muss. Es verringert sich jedoch die Anzahl der Einsatzstunden der fossilen. Sie sind dann nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben und müssen für die Bereitschaft entschädigt werden (Warmreserve, Kaltreserve).
Man kann daher auch die Betriebsmannschaft nicht einfach entlassen - im Extremfall spielen die das ganze Jahr Karten wenn sie nicht Wartungsaufgaben nachgehen…

Wenn man nun aber auch noch den Primärenergieverbrauch ausserhalb der Elektrizitätserzeugung in den Elektrizitätssektor verschiebt (“Dekarbonisierung” durch Elektroauto, Wärmepumpe, Prozesswärme der Industrie…) dann muss der dafür notwendige Zubau von Kraftwerken ebenfalls sowohl bei den Erneuerbaren wie auch bei den Ersatzkraftwerken erfolgen. Bei einer vollständigen “Dekarbonisierung” wäre eine verfünffachung der derzeitigen Kraftwerkskapazitäten notwendig.

Bei Dunkelflaute ist die Arithmetik einfach:
1*0=0
5*0=0

Es braucht also immer fast den Vollen Ersatz durch fossile - nur die Anzahl der Einsatzstunden wird immer geringer je mehr Erneuerbare man zubaut.
Eine Alternative wären Speicher. Dann bräuchte man keinen konventionellen Kraftwerke mehr.

Aber Twolf hat ja nach eigenen Angaben das Speicherproblem gelöst - bitte für 13800 Petajoule pro Jahr Energiebedarf mit dem derzeitigen Energiemix. Wind und Solar decken derzeit gerade einmal gut 5% ab.


Bild in der Galerie

Die derzeitige Stromproduktion pro Jahr in D ist etwa 510 TWh (510000 GWh).

Bei vollständigem Ersatz des Primärenergieverbrauchs durch Wind und Sonne benötigt das mindestens eine Verfünffachung der Kraftwerkskapazität. Das bräuchte nach meiner Schätzung 100.000 GWh Speicher um auch im Winter genug Energie zu haben wenn man nur auf Wind und Sonne setzt. Der größte Pumpspeicher in Deutschland hat 8.5 GWh.

https://de.wikipedia.org/wiki/Pumpsp...erk_Goldisthal

Also brauchen wir nur noch 11763 weitere davon.

Viel Erfolg!
__________________
Viele Grüße, Klaus

Geändert von turboengine (13.03.2023 um 20:20 Uhr)
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