Zitat:
Zitat von mick232
Es wird aber hier im Forum bisweilen behauptet, Stangenantriebe mit den AF-Methoden der A7xx anzutreiben wäre prinzipiell unmöglich (Protokoll, auf PDAF ausgelegt, etc.). Ich sehe den Techart-Adapter als (vorläufigen) Beweis des Gegenteils.
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Da geht jetzt aber einiges durcheinander.
Ein "AF-Protokoll" gibt es beim Stangenantrieb überhaupt nicht. Das regelt die Kamera ja alles selber mit ihrem eigenen internen Fokusmotor. Das Argument bezieht sich nicht auf die generelle Unmöglichkeit bei stangengetriebenen Objektiven, sondern darauf, warum der Kontrast-AF bei SAM/SSM mit dem LA-EA3 so langsam ist.
Hier geht es auch gar nicht um die Art des Antriebs, sondern um die Kommunikation zwischen Antrieb und Kamera. Bei Objektiven, die von Haus aus schon "E-Mount sprechen", ist das logischerweise kein Problem. Bei motorisierten Adaptern wie dem von Techart auch nicht. Ich würde auch erwatren, daß die A-Mount-Objektive der neuesten Generation schon entsprechend ausgestattet sind. Problematisch wird es nur dann, wenn der Adapter zwischen den Protokollen dolmetschen muss und die Kamera z.B. nicht weitermachen darf, bevor vom Objektiv ein "ok" für den letzten Schritt kommt.
Eine ganz andere Baustelle ist der Stangenantrieb. Hier ist das Problem kein elektronisches, sondern ein mechanisches. Du hast Spiel zwischen dem Motor und der kameraseitigen Antriebswelle, zwischen Kamera und Objektiv an der Schraubendreher-Kupplung im Bajonett, zwischen objektivseitiger Antriebswelle und den Getriebezahnrädern, zwischen dem Getriebe und der Fokussierhelix, und zwischen der Helix und den Linsengruppen. All diese winzigen Ungenauigkeiten addieren sich, und an jedem dieser Übergänge wird das Spiel im Laufe der Zeit durch Verschleiß größer. Im Endeffekt führt das dazu, daß du an leicht unterschiedlichen Stellen landest, wenn du denselben Fokuspunkt einmal von Unendlich und einmal von der Nahgrenze aus anfährst. Nicht umsonst steht in allen Anleitungen zur AF-Mikrokorrektur, daß man das Objektiv zwischen den Testaufnahmen immer von Hand auf einheitlich Unendlich oder einheitlich Nahgrenze fokussieren soll.
Für Kontrast-AF ist das tödlich. Der ist ja darauf angewiesen, daß er kurz über das Ziel hinausschießt, sich dabei die Stelle mit dem maximalen Kontrast merkt, und anschließend auf diese Position zurückfährt. Wenn das Objektiv aber bauartbedingt "rückwärts" an einer andern Stelle landet als "vorwärts", funktioniert das natürlich nicht. Deswegen kein Kontrast-AF mit Stangenantrieb.
Wenn der PDAF auf dem Sensor aber irgendwann einmal so treffsicher sein sollte, daß man auf den Kontrast-AF völlig verzichten kann, dann würde einem spiegellosen Adapter mit Stangenantriebsmotor (oder einer spiegellosen A-Mount-Kamera) rein technisch nichts mehr im Wege stehen.