moin,
gerade ist im aktuellen
Physik Journal (März 2012
11 S.6 "Fukushima, ein Jahr danach") ein Artikel erschienen, aus dem ich kurz zitieren möchte:
Zitat:
[...] Die größte Gefahr droht durch neuerliche starke Erdbeben. Noch immer wissen die Experten nicht, wie tragfähig die vorgeschädigten Strukturen sind. [...]
"Im Lagerbecken des abgeschalteten Block 4 haben wir eine relativ große Nachwärmeleistung. Dort befindet sich viel mehr Brennstoff als in jedem der anderen Reaktoren", sagte Michael Maqua [Officer des INES-Meldesystems bei der GRS], "wenn da ein großes Leck im Boden auftreten würde, würde das Material innerhalb weniger Stunden zusammenschmelzen [...]" Dies sei besonders schlimm, weil sich beim Lagerbecken keine schützende Struktur mehr darunter befinde [...]
[...]
"Der Kühlkreislauf geht immer noch über Kanäle im Boden, die in der Turbinenhalle wieder rauskommen. Das ist letztlich kein geschlossener Kühlkreislauf" [...]
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So, ganz langsam zum Mitschreiben:
Es ist in Japan ein Jahr lang nicht gelungen, das Ding in einen sicheren Zustand zu überführen. Die
Betreiberfirma plant mit 40 (in Worten: vierzig) Jahren für die Herstellung eines sicheren Zustandes ... Wenn während dieser Zeit irgendwas ungeplantes passiert ...
Es weiß immer noch niemand, wie es in dem Schutthaufen wirklich aussieht. Und die kokelnden Brennstäbe aus den völlig ungesicherten, beschädigten und teilweise undichten Lagerbecken zu entfernen wurde bisher nicht ein Mal angefangen.
Sorry, bei Tchernobyl wurde noch die sowjetische Unfähigkeit vorgeschoben. Die haben den völlig geplatzten Reaktor aber in wesentlich geringerer Zeit zumindest notdürftig abgesichert, wenn auch um den Preis von tödlich verstrahlten "Freiwilligen".
Auch hier zu Lande liegen Unmengen an abgebrannten Brennstäben in relativ schwach gesicherten Lagerbecken herum. Da reicht ein kleiner Stromausfall in Verbindung mit einem weiteren Problem, und es wird sehr kniffelig.
Und jetzt kommen unsere lieben Politiker, erklären Kerntechnik für beherrschbar, definieren die Endlagerproblematik als irrelevant und streichen ganz kurzfristig die -zugegebenerweise im düsteren Schland mäßig sinnvolle- Förderung der Photovoltaik, an der etliche mittelständische als "Zukunftstechnologie" bezeichnete Firmen hängen.
Cui bono?