Hallo Markus,
dank PN bin ich auf Deine Anfrage aufmerksam geworden.
Ich beginne mal mit der Fototasche, die ein ganz wesentliches Ausrüstungselement ist und maßgeblich zum Schutz der Ausrüstung beiträgt. Auf Rucksackreisen habe ich immer eine kleine Fototasche dabei gehabt, die entweder in das Deckelfach meines Hauptrucksacks passte oder in ein Daypack, ohne dieses ganz aufzufüllen. Diese Fototasche muss unbedingt möglichst dicht schließen, damit es nicht hereinstauben kann. Aus diesen Grund scheiden Crumpler Taschen für mich schonmal aus.
Derzeit habe ich als kleine Fototasche die Lowepro Nova 2 AW.
http://www.taschenfreak.de/TASCHEN/LP/Nova2AW/index.htm
Sie passt stehend in ein Daypack und füllt es dann etwa zur Hälfte. Das ist praktisch, um z.B. für den Flug das Handgepäck möglicht kompakt zu haben. Das Hauptfach dieser Tasche schließt schon durch gute und enge Überlappung sehr gut und wenn man dann noch den Reißverschluss des Deckels schließt, kommt kein Dreck mehr rein. Die Nova 2 AW ist ein älteres Modell, das Du wharscheinlich nur gebraucht bekommst. Die Tasche solltest du Dir vorher unbedingt ansehen. Foto Gregor in Köln hat z.B. eine große Auswahl.
Womit wir beim Schutz wären. So lange kein kräftiger Wind weht, braucht man keinen speziellen Schutz, denn dann ist auch kein (bzw. kaum) mineralisches Material in der Luft. Bei den mineralischen Bodenpartikeln unterscheidet man in Abhängigkeit von der Korngröße zwischen Ton, Schluff und Sand. Ton sind ganz feine Partilel (kleiner 2 Mikrometer), die bei Feuchtigkeit einen Schmierfilm bilden und durch elektrostatische Kräfte zusammenhaften. Tonpartikel werden daher nicht bzw. nur als Anhaftung an anderen Partikeln oder als Aggregat verweht. Von Wind werden hauptsächlich Schluffpartikel (2 Mikrometer bis 0,063mm) verweht. Zerreibt man Schluff zwischen den Fingern, fühlt er sich mehlig an. Er kann über große Entfernungen in der Luft transportiert werden (manchmal ist bei uns nach dem Regen eine gelblichche Staubschicht auf den Autos, das ist meist Schluff, der aus der Sahara zu uns nach Europa geweht wurde). Er kriecht auch durch die Ritzen eines Spritzwasserschutzes (was Regenschutzhüllen meist sind) und setzt sich an ruhigen Plätzen ab. Richtiger Sand (0,063mm bis 2mm) ist vom Wind nur schwer transportierbar und wird bodennah verlagert. Sand ist beim Zerreiben zwischen Daumen und Zeigefinger als Ansammlung von kleinen Körnern fühlbar.
Entsprechend dieser Eigenschaften kannst du Dir überlegen, wann überhaupt mit Staubbelastungen zu rechnen ist.
Falls sich ein Sandsturm entwickeln sollte, muss die Kamera schnell in die Tasche. In der Sahara hatte ich die Objektive zusätzlich noch in Plastiktütchen, während ich in der Atacama sowie in den asiatischen, nordamerikanischen und autralischen Wüsten keinerlei zusätzlichen Schutz dabei hatte (dort habe ich auch keinen Sandsturm erlebt).
Als Filter habe ich habe ich immer ein zirlulares Polfilter dabei. Es hat folgende Vorteile:
- deutlich bessere Farben und Kontraste im Bild
- verhindert oder reduziert die Überbelichtung des Himmels (wirkt nicht, wenn die Kamera direkt zur Sonne oder 180° dazu ausgerichtet ist)
- reduziert sichtbaren Dunst geringfügig
- reduziert oder beseitigt Reflexionen auf Glas oder Wasser
- kann ggf. Wasser eine deutlich intensivere Färbung geben
Das Polfilter ist meiner Meinung nach ein Muss für Landschaftsaufnahmen bei Sonnenschein (bei bedecktem Himmel ist es weitgehend wirkungslos). Das Polfilter ist drehbar und wird so eingestellt, dass der Himmel im Sucher deutlich dunkler wird. Die Maximalstellung kann aber schon zuviel sein. Ich mache daher meist Aufnahmen mit mehreren Einstellungen. Am besten probierst Du es zu Hause aus, damit Du ein Gefühl dafür bekommst. Allerdings fällt die Wirkung in der Sahara deutlich kräftiger aus als bei uns. Wesenlicher Nachteil des Polfilters ist, dass der Himmel im Weitwinkelbereich deutlich unterschiedlich abgedunkelt werden kann. Hier ist dann notfalls elektronische Nachbearbeitung gefragt (z.B. Himmel markieren und dann Tiefen aufhellen). Für optimale Bearbeitungsmöglichkeiten unbedingt auch die RAWs abspeichern. Bei Polfiltern gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede. Es lohnt sich, in ein gutes Filter zu investieren. Ich empfehle z.B. B&W Polfilter mit MRC-Vergütung und Bauweise nach Käsemann.
Auf Reisen benutze ich meist auch ein Schutzfilter. Konkret nehme ich B&W UV-Filter mit MRC-Vergütung. Die MRC-Vergütung lässt sich besonders gut reinigen, was ein wichtiger Vorteil ist. Bei direktem Sonnenlicht im Bild oder Nachtaufnahmen die Punktlichtquellen enthalten, nehme ich das Schutzfilter ab. Für das 16-80 unbedingt Filter in Slim-Ausführung nehmen, sonst kommt es zu starken Abschattungen in den Ecken!
Als Objektiv bis Du mit einem Standardzoom gut ausgerüstet (z.B. das Sony Zeisss 16-80mm [mein Favorit] oder das Sony 16-105). Brauchst Du mal mehr Weitwinkel, machst Du mehrere überlappende Aufnahmen nebeneinander und montierst sie z.B. in Photoshop Elements mit der Photomerge-Funktion zusammen. Das geht automatisch und die Ergebnisse finde ich sehr überzeugend. Als Ergänzung kannst du ggf. noch ein Tamron 70-300 oder ein Minolta 100-300 APO mitnehmen (beide ganz ordentlich, eher klein und schön leicht). Für Nachtaufnahmen ist ein leichtes Reisestativ schön. Mikrofasertuch und kräftiger Blasebalg (Hama Dust Ex) brauchst du für die Reinigung.
Auch bei nicht staubgeschützten Kameras habe ich in der Wüste nie Ausfälle gehabt. Wenn unvermeidbar, sollten Objektivwechsel nicht in Bodennähe und natürlich windabgewandt vorgenommen werden. Kamera meiner Wahl ist derzeit die A580. Mit deren HDR-Funktion bekommst du auch extreme Helligkeitsunterschiede, wie sie z.B. in Schluchten auftreten, in den Griff. Alternativ eine A55, die noch etwas leichter ist.