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Vergleich: Sony FE 24mm/1.4 GM vs. Zeiss Batis 25mm/2.0
Mein Sony FE 24mm/1.4 GM ist angekommen.
Wow, was für ein Objektiv. War das Batis vor 3 Jahren schon ein Traum von Objektiv, von dem man früher wirklich nur träumen konnte, kann das GM das tatsächlich noch mal etwas toppen. Aber es ist, natürlich, auch nicht perfekt und nicht ohne Schwächen. Es ist etwas größer und schwerer als das Batis, klar, eine Blende lichtstärker, aber es ist noch problemlos praktikabel händelbar und auf keine Fall kopflastig an der A7RII. Als Ergänzung, ausser Konkurrenz, noch mein Lieblingsweitwinkel der letzten Jahren, das Loxia 21mm → Bild in der Galerie Mein Exemplar ist sehr gut zentriert, aber nicht ganz perfekt. Eine minimal schwächere obere rechte Ecke kann man bei Offenblende im direkten Vergleich zu den anderen Ecken erkennen. Für ein WW bei Bl. 1.4 aber sehr gut und das ist dann schon pixelpeepen. Bildwinkel (und Streulicht): Das Batis 25mm hat einen minimal größeren Bildwinkel als das Sony 24mm. ;) Das Sony GM hat etwas Probleme mit sehr hellem Streulicht, das direkt vom Bildrand kommt. Das Batis weniger und das Loxia überhaupt nicht. Direkt in die Sonne konnte ich aktuell noch keine Tests machen. 7 Monate blauer Himmel und heute ist es leicht diesig. → Bild in der Galerie Auflösung Bildmitte: Das Sony hat bei Bl. 1.4 fast keine sphärische Aberration, das ist extrem stark. Ich würde es schon bei Offenblende in der Bildmitte auf dem Niveau des Loxia einstufen. Das Batis hat bei Offenblende eine leichte, erkennbare Schwäche. → Bild in der Galerie Auflösung Bildrand: Der Bildrand ist bei allen 3 Objektiven als sehr gut zu bezeichnen. Sie liegen hier wirklich sehr dicht beieinander. Für Bl. 1.4 ist der Bildrand des Sony wirklich mehr als brauchbar. Hier ist das Sony dem Batis bei Bl. 2 nur ganz leicht überlegen. → Bild in der Galerie Auflösung äusserste Bildecke: Es ist beeindruckend was das Sony hier zeigt. Ich würde es in den Ecken eine Blende stärker als das Batis einstufen, und das ist schon sehr gut. → Bild in der Galerie LoCA (ist nicht durch ein Profil korrigierbar, muss u.U. 'per Hand' gemacht werden): Sehr lichtstarke Objektive sind oft anfällig für LoCAs. Auch das Sony ist keine Ausnahme. Aber ich würde es als 'im Rahmen des normalen' einstufen. → Bild in der Galerie Bildfeldwölbung: Ich kann keine nennenwerte Bildfeldwölbung erkennen. Testmotiv nahe Unendlicheinstellung. → Bild in der Galerie Blendenshift: An der Nahgrenze kann ich einen ganz leichten Blendenshift erkennen. Die Schärfentiefe dehnt sich beim abblenden etwas weiter nach vorne als nach hinten aus. Die Schärfenebene bleibt aber im Rahmen der Schärfentiefe. Im Fernbereich kann ich davon nichts erkennen. Das geht mit Sicherheit in der Schärfentiefe durch die große Entfernung unter. Alles gut. ;) Das Objektiv fokussiert an der A7RII mit Offenblende, an der A7SII und der A7R I mit Arbeitsblende (alle live-view Einstellungen 'ein'). Das ist der erste Eindruck. Nachtaufnahmen, Blendensterne, Flare- und Komavergleich folgen natürlich noch. ;) Bokehbilder habe ich jetzt keine gemacht. Man findet sie in fast allen anderen Vergleichen. Mit WW machen ich persönlich sehr wenig davon. ;) Wenn es aber gewünscht wird, würde ich auch dazu einen Vergleich einstellen. |
Ein seriöser, sehr gut gemachter Test!
Ich habe früher ja auch viel getestet, nur habe ich in letzter Zeit eher große, schwere Dinger gekauft, die man nicht so leicht unter normalen Bedingungen testen kann. ;) |
Ja, deine Objektive brauchen inzwischen einen zementierten Betonklotz als Stativ. :crazy: :lol: ;)
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Danke für den interessanten Test! Abgesehen von den LoCAs sagenhaft gut! Ein Kunde von mir, der im März mit auf die Lofoten fährt, hat es auch diese Woche erhalten und mir Testbilder vom Sternenhimmel geschickt (100% Crops aus der Mitte und den Ecken an der A9). Auch in den Ecken sehen die Sterne schon bei f1,4 ausgezeichnet aus, praktisch kein Koma. Da hat Sony wohl nicht zuviel versprochen!
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Na ja, Komafrei ist es nicht. Es zeigt bei schwachen Sternen noch kein Koma, aber schon bei mittel hellen bis Bl. 2.0 ein sichtbares Koma. Ich habe hier bei mir zu Hause einen zu hellen Himmel um richtig "Druck" auf die Belichtung zu geben. Dann würde das Koma noch deutlicher heraus kommen (besonders am 42MP Sensor). In wie weit es in der Praxis dann störend wirkt, muss ich noch austesten. Aber z.B. das ebenfalls hervorragend für Astro geeignete 18mm Batis ist auch nicht ganz Komafrei. Es kam aber nie störend in den Vordergrund und den meisten fällt es nicht mal auf. ;) Von daher mal abwarten.
Ein erster vorsichtiger Vergleich, gerade eben bei mir im Garten. ;) → Bild in der Galerie |
Also ich würde das Sony bei f/2,8 verwenden, weil ich ohnehin sehr selten weniger als 3min Einzelbelichtungen mache...:cool:
Dann wäre es super für Widefields geeignet. :top: |
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Ein Hinweis: was du als LoCA bezeichnest sind „normale“ CA (Farbquerfehler) und lassen sich sehr gut automatisch korrigieren. |
nöö - die normalen CAs sind bei dem Objektiv grün und rot (Aussen- und Innenseite) und werden schon über das RAW korrigiert. Man sieht sie nur im jpg ooc, wenn man die Kamera interne Korrektur deaktiviert. Ausserdem reduzieren sie sich nicht mit Abblenden, im Gegensatz zu den LoCAs, wie hier im Beispiel.
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Ja, das sehe ich genauso. Das Koma erinnert mich an die Tests mit dem Sigma 16mm/1.4, das ich für die (APS) Astrokamera gekauft habe. Damit komme ich in der Praxis auch sehr gut klar.
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Natürlich. "Zirkuläre Blende mit 11 Lamellen" ist zwar nett "für wunderschöne Unschärfe-Effekte", aber halt Mist für Blendensterne.
Wieso hast du das Objektiv schon, während Sony auf der Webseite noch nicht mal einen UVP nennen kann? :crazy: |
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Neben der reinen Darstellung der Blendensterne hat es auch recht viele verschieden geartete Flares.
Ja, es scheint fürs Bokeh konstruiert zu sein. Zitat:
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Abgesehen von dem Blendendsten empfinde ich auch den Kontrast im Gegenlicht eher schwierig. Das könnte auch bei Environmental Protrait ein Problem sein.
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Mit dem Loxia kann es nicht verglichen werden... Da wäre ich nicht davon ausgegangen.
Das es bei Blende 8 schon Blendensterne erzeugt, ist sehr gut, das kann mein Batis nicht. Da ich keine Sternenaufnahmen tätige bzw. Portraitbilder mit F1.4 erzeuge, sehe ich gegenüber dem Batis für mich keinen großen Mehrwert, auch wenn es einen ticken schärfer ist. Klar, hätte ich keines der Beiden, würde ich wohl zum GM greifen. |
Heute etwas früher aufgestanden und ich entkam dem Mond und konnte ein gutes Motiv für den Komatest nutzen. Die Bildausschnitte sind noch ein ganzes Stück von der Bildecke entfernt. ...hmm, könnte besser sein...
Ich denke, mit der Vignettierung wird man auch 'Spaß' bekommen, wenn man den Kontrast für die Sterne noch etwas erhöht (bei richtig dunklem Himmel). → Bild in der Galerie → Bild in der Galerie Ich bin gerade etwas zwiegespalten... |
Es sind zwar 42MP, aber es passt nicht ganz zu dem hervorragenden Eindruck, den ich vorher hatte. Schön wäre es gewesen, jetzt wieder das Batis zum Vergleich zu haben.
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Hi Oli,
vielen Dank für deinen großartigen Vergleich! Wie immer sehr aufschlussreich, insbesondere durch die Einbeziehung des Batis 2/25. Darf ich dich um einen Vergleich der beiden Objektive in Bezug auf LoCA auf diese Art bitten, wenn es nicht zu viele Umstände macht? GM 1.4/24 @f1.4 Ich denke, dass das Batis in diesem Vergleich deutlich mehr LoCA zeigt, würde aber gerne einen Beweis dafür sehen und habe das Batis nicht selbst. Viele Grüße, Jannik |
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Ich hatte das Batis 25 .
Bei Blende f2.0 zeigte es deutlich sichtbare CAs. Ab Blende 2.8 war es spitze. Laut den Bildern hier zeigt das 24er GM deutlich stärkere CAs als das Batis. Für ein nagelneues Objektiv der GM Serie finde ich diesbezüglich die Leistung für schwach. |
Das, was aidualk dort zeigt, sind keine LoCA, sondern lila Farbsäume (kenne nur den engl. Begriff: purple fringing) in der Fokusebene bei Offenblende. Das sind zwei getrennt voneinander zu betrachtende Phänomene, da das eine innerhalb und das andere nur außerhalb der Fokusebene auftritt. Beim FE 1.8/85 konnte man das ganz gut sehen, da dieses reche exzessive lila Farbsäume aber wenig LoCA zeigt.
Das GM ist gegen LoCA wirklich ziemlich robust, das täuscht hier ein bisschen. |
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Super, vielen Dank :top:
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→ Bild in der Galerie Nebenbei: Rechts im Bild meine aktuelle 'Astro-Lösung' für Nacht-Landschaft. Das Sigma 16mm/1.4 DC DN an der umgebauten A6000. Das Sigma ist tatsächlich genauso groß, mit ebenfalls 67mm Filterdurchmesser, nur halt für APS gedacht. Diese unglaublich geringe Vignettierung hat mir schon viel geholfen in den letzten Monaten... Man kann nicht alles gleichzeitig haben. :zuck: P.S.: Das Sony ist ein tolles Objektiv, aber es hat gerade in den Bereichen, in denen ich es einsetzen würde, seine größten Schwächen gezeigt. Ich habe jetzt entschieden, ich schicke es zurück. :( |
Die Sternabbildung in den Ecken finde ich auch nicht sehr gut und die Vignettierung ist echt heftig. Da tut man sich auch mit flats eher schwer. Damit kann ich deine Entscheidung nachvollziehen!
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Kann das Sigma wirklich so wenig Vignettierung haben? So etwas habe ich bisher nur beim 2.8/135 STF gesehen. Ich habe bei dem Sony 2.8 EV gemessen, bei f2 sind es noch 2.2 EV, immer noch recht viel, aber deutlich weniger als z.B. das Loxia 2.8/21, das offen über 3EV hat. Letzteres hat mir für Astro sehr viel Freude bereitet.
Ansonsten zeigte das Batis im direkten Vergleich doch etwas stärkeres Koma. Wie kommt es, dass sich dein Eindruck jetzt umgekehrt hat? Ich hatte leider noch keine Gelegenheit, meines zu testen. Die Farbverschiebungen um die Sterne stören mich aber deutlich mehr als das Coma. |
Ich hatte die Überlegung, das Sony 24mm an die A7R (ich habe die alte noch) zu flanschen und diese zur Astro Kamera umbauen zu lassen. Als KB Ersatz für die Kombination A6000 und Sigma 16mm/1.4 - das Sigma vignettiert tatsächlich fast gar nicht (Imaging Resource staunt auch darüber).
Was mich dann doch zur Entscheidung hat kommen lassen, das Sony zurück zu geben, ist die Summierung von mehreren kleinen Faktoren. Wenn ich mit dem Objektiv unterwegs wäre, müsste ich meistens dann dafür ein anderes aus dem Rucksack zu Hause lassen. Das wäre wohl dann das 21mm Loxia. Aber für Tages-/Gegenlichtaufnahmen kann es das Loxia nicht ersetzen. Es zeigt sich mir zu anfällig, da ist das Loxia unschlagbar. Für Nachthimmelaufnahmen hat es mir etwas zu viel Koma, dazu leichtes Farbdriften (das hat aber z.B. das Laowa auch, das geht noch), und das Koma ist nicht nur am Rand, es geht sehr weit vom Rand Richtung Halbfeld hinein. Mehr als bei anderen Objektiven. Erst bei Bl. 2 empfinde ich es akzeptabel und bei 2.5 gut. Dazu etwas Astigmatismus, was das Sigma nicht zeigt. Die Vignettierung ist, zumindest was ich bei den bisherigen Tages- und den wenigen Nachtaufnahmen bearbeitet habe, kritischer als beim Loxia. Wenn es vielleicht auch gemessen gleich stark oder ähnlich ist. Beim Sony werden Richtung Ecken Sterne regelrecht zugedunkelt. Das macht das Loxia oder das 18mm Batis nicht. Das 15mm Laowa hat auch diesen Effekt, aber geringer. Ich hatte mich wirklich sehr auf dieses Objektiv gefreut, aber je besser ich es kennen lerne umso mehr Zweifel kommen, dass es für meinen Einsatzzweck das richtige ist. |
Kann ich alles gut verstehen, gerade für deine Zwecke. Wenn ich in deiner Situation wäre, würde ich die gleichen Schlüsse ziehen.
Folgende Fragen stelle ich mir noch: Welchen Einfluss hat die Zentrierung auf das Koma? Könnte das bei dir einen Einfluss haben, gerade weil es so weit in die Mitte reicht? Zeiss "schummelt" bei der Vignettierung. Gerade beim Loxia werden die Ecken schon im RAW vor der eigentlichen Objektivprofilkorrektur schon um über 1 EV angehoben und ich vermute, dass das Batis es nicht anders macht. Das Sigma vielleicht auch? Die echte Vignettierung vom Loxia 21 ist z.B. bei f2.8 über 3 EV. Ich habe das Sony noch nicht ausprobiert, kann mir aber vorstellen, dass die 2.8EV nicht oder nicht so stark "geschönt" sind und das Ergebnis von Werk aus nicht so gut aussieht. Zumindest habe ich in den RAWs aus einem "dummen" Konverter die gleichen Werte erhalten, muss es aber noch mit halb demontiertem Objektiv testen. Wenn man das 24mm auch als Portraitobjektiv ansieht, macht das auch durchaus Sinn. |
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Ich finde es etwas überraschend, dass die Marketingmaschine hier ein Astroobjektiv verkaufen möchte, obwohl es scheinbar bessere Optionen gibt.. :roll: |
Es ist meine persönliche Entscheidung, auf Grund der Erfahrung von einigen Jahren Praxis und inzwischen einigen Weitwinkeln im Bestand. Andere kommen möglicherweise für sich zu anderen persönlichen Entscheidungen, das ist doch individuell. ;)
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Keine Frage, aber die meisten (mich eingeschlossen) schätzen deine Meinung sehr und vertrauen ihr mehr als der Sony-Werbung ;) Außerdem sprechen deine Bilder ja eine eindeutige Sprache.
Ich werde das Objektiv definitiv behalten, da mein Profil etwas anders ist und ich Portraits (und damit das Bokeh und den AF) mindestens genauso hoch gewichte wie die Eignung für Landschaft. Als Allround-24er ist das Objektiv mMn aktuell unschlagbar. Es ist super, dass es mittlerweile so viele Optionen gibt. |
Wie ist denn das Batis 25 F2 bezüglich Sonnensternen?
Ich habe beim Händler ein gebrauchtes Exemplar gefunden, das wie neu aussah und 850 Euro kostet. Das ist schon recht attraktiv... |
Zitat:
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Oh wow.
Dagegen wirken die Sterne des GMs ja richtig hübsch. |
Die Flares auch. ;)
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