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About Schmidt 01.08.2015 15:38

Richtig so
 
Porsche kündigt Lehrling nach Fremdenhass Aussage fristlos.
Man sollte halt bevor man so was im Internet, für alle Welt lesbar, das Hirn einschalten.

Gruß Wolfgang

wiseguy 01.08.2015 15:44

Ob das nicht zu weit geht? Ich fand seinen Kommentar zwar auch unterste Schublade, aber darauf hätte man auch anders reagieren können, ohne so einem 17-jährigen direkt mal seine Zukunft zu verbauen.

About Schmidt 01.08.2015 15:53

Ich gebe da nur zu bedenken, dass in einigen Bundesländern 16 jährige sogar zur Wahl zugelassen sind! Wenn das hier dann zu weit geht, müsste man auch das Wahlrecht überdenken. ;)

Gruß Wolfgang

JoeJung 01.08.2015 16:01

Da gibt es noch einen Fall:
Klick
In diesem Fall war es angeblich sogar eine Führungskraft.

Zum Lehrlingsfall: Einerseits ist die Entscheidung zu verstehen und auch nachvollziehbar. Andererseits frage ich mich, ob in so einem Alter nicht "erzieherische Maßnahmen" wie z. B. Sozialstunden in derartigen Einrichtungen sinnvoller gewesen wären. Vielleicht hätte der Jugendliche anders darüber gedacht, wenn er Flüchtlinge und deren Leid kennen gelernt hätte.

Im Fall der Spar-Mitarbeiterin liegt der Fall etwas anders - von einer erwachsenen Führungskraft kann man schon erwarten, dass sie keine derartigen Posts im Internet verbreitet. Da gab es wohl nicht viele Alternativen zur Kündigung.

TONI_B 01.08.2015 16:10

Zitat:

Zitat von About Schmidt (Beitrag 1727497)
Man sollte halt bevor man so was im Internet, für alle Welt lesbar, das Hirn einschalten.

Da stimme ich auf jeden Fall zu!!

Aber ob die Reaktion der Firma richtig war, würde ich zur Diskussion stellen!

1. Kann in Ö ein Lehrverhältnis gar nicht so einfach einseitig gekündigt werden.

2. Gibt es im Schulbereich extreme Schutzmechanismen, wenn es sich um Drogendelikte handelt. So darf ich als Lehrer den Drogenkonsum eines Schülers nicht anzeigen! Es darf nur die Schulbehörde benachrichtigt werden, weil das Motto gilt:"Helfen statt strafen!"
Das ist auch sicher gut so, weil eine Kriminalisierung für die Gesellschaft wesentlich mehr Nachteile hätte. Für diesen Lehrling gilt das - ob seiner Gedankenlosigkeit - aber leider nicht.

Und darum habe ich ein Problem damit, wenn hier gleich massiv verurteilt und gekündigt wird!
Ohne natürlich den Inhalt des postings gut zu heißen.

a1000 01.08.2015 16:19

Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 1727506)
[.....]So darf ich als Lehrer den Drogenkonsum eines Schülers nicht anzeigen! Es darf nur die Schulbehörde benachrichtigt werden, weil das Motto gilt:"Helfen statt strafen!"[.....] Für diesen Lehrling gilt das - ob seiner Gedankenlosigkeit - aber leider nicht.

Nein für diesen Lehrling gilt das nicht.Und das ist auch gut so.
Dieser Lehrling hat seine Äußerungen nicht auf dem Schulhof, oder vor Freunden getätigt,sondern öffentlich und für jeden sichtbar.Womöglich für Millionen.
Insofern ist dieser Fall mit dem "Drogen-Lehrling" gar nicht vergleichbar. Es sei denn, er hätte seinen Drogenkonsum auch öffentlich, für Millionen sichtbar gemacht, oder sogar propagiert.

Zitat:

Zitat von About Schmidt (Beitrag 1727504)
Ich gebe da nur zu bedenken, dass in einigen Bundesländern 16 jährige sogar zur Wahl zugelassen sind! Wenn das hier dann zu weit geht, müsste man auch das Wahlrecht überdenken. ;)

Gute Argumentation, macht Sinn.


Gruss

Erster 01.08.2015 16:48

Zitat:

Zitat von About Schmidt (Beitrag 1727497)
Man sollte halt bevor man so was im Internet, für alle Welt lesbar, das Hirn einschalten.

Nein. Das Hirn sollte man generell einschalten. Dann kommen einem solche Tendenzen gar nicht erst.

TONI_B 01.08.2015 16:55

Zitat:

Zitat von a1000 (Beitrag 1727510)
Nein für diesen Lehrling gilt das nicht.Und das ist auch gut so.

D.h. eine unbedachte Aussage soll mit Arbeitsplatzverlust bestraft werden, ein tatsächlicher Drogenkonsum aber gar nicht?

Da habe ich meine Probleme damit!

"Helfen statt strafen" ist mMn wirklich gut bei den Jugendlichen - aber dann bitte auch bei solchen Fällen! Abmahnung, Sozialstunden ok, aber nicht solche "Strafen", denn damit beginnt die Kriminalisierung genau dort, wo man sie eigentlich nicht haben will.

CB450 01.08.2015 17:08

Der Fall ist ja schon einige Tage her und mein erster Impuls war der gleiche wie Wolfgangs. Die Äusserung war mehr als bösartig.

Mittlerweile erscheint mir die Reaktion von Porsche schon sehr hart. Die Reife bei 17 jährigen ist unterschiedlich ausgeprägt.
Jeder der eine Straftat begeht wird angehört und es werden, falls möglich, auch mildernde Umstände berücksichtigt.

Mein Neffe hat in der Ausbildung mal eine ziemliche Dummheit gemacht, die eine Kündigung gerechtfertigt hätte.
Sein Chef hat ihm stattdessen einige Wochenenden in einer Behindertenwerkstätte verordnet, was ihn menschlich deutlich weiter gebracht hat.

Ich würde gerne sagen der junge Mann in diesem Fall wird seine Lektion lernen, doch öffentlich gebrandmarkt zu werden ist nicht wirklich hilfreich.

Ein Wort noch zu Facebook. Ich bin dort Mitglied, weil ich darüber den Kontakt zu einigen wenigen entfernten Freunden halte.
Was dort aber immer öfter an Entgleisungen zu lesen ist lässt mich manchmal an unserer Gesellschaft zweifeln.

VG,
Peter.

alberich 01.08.2015 17:27

Und wer kündigt all denen?

Nur zwei ziemlich wahllose Beispiele:
https://www.facebook.com/pages/B%C3%...25319137651006
https://www.facebook.com/pages/B%C3%...60885050855826

Noch ein Artikel dazu.

a1000 01.08.2015 18:22

Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 1727524)
D.h. eine unbedachte Aussage soll mit Arbeitsplatzverlust bestraft werden, ein tatsächlicher Drogenkonsum aber gar nicht?

Aber das klingt doch so unschuldig...."eine unbedachte Aussage".
Vor allem die jüngere Generation weiß sehr wohl Bescheid was Facebook bedeutet.
Wenn man dort etwas sagt (entsprechende Privatsphäre-Einstellungen vorausgesetzt) , ist es nicht anders als wenn man auf einer Bühne vor tausenden Menschen so eine Äußerung tätigen würde.Und bei Facebook sind es sogar Millionen.
Na wer würde so etwas sagen?
Niemand würde sich trauen.
Warum dann auf Facebook? Weil man dort niemanden live sieht?Weil man sich im Internet traut Dinge zu sagen, die man sich im normalen Leben nie getraut hätte?
Weil viele denken, dass im Netz alles erlaubt ist? Gesetzlose Zone sozusagen?
Zu kurz gedacht.
Und dass der junge Mann auf seinem Profil mit seinem Arbeitgeber prahlte, hat die Sache auch auch noch verschärft.
Dumm gelaufen.
Andere werden davon lernen.Hoffentlich.

Gruß

About Schmidt 01.08.2015 18:26

Zitat:

Zitat von Erster (Beitrag 1727519)
Nein. Das Hirn sollte man generell einschalten. Dann kommen einem solche Tendenzen gar nicht erst.

Auch wenn ich mich hier auf den speziellen Fall bezog, gebe ich dir dennoch uneingeschränkt recht.

Zitat:

Zitat von alberich (Beitrag 1727545)
Und wer kündigt all denen?

Nur zwei ziemlich wahllose Beispiele:
https://www.facebook.com/pages/B%C3%...25319137651006
https://www.facebook.com/pages/B%C3%...60885050855826

Noch ein Artikel dazu.

Die frage ist, warum lässt Facebook so was überhaupt zu? Ich würde gern mehr dazu schreiben, aber dazu müsste ich mich auf das Niveau dieser Fehlgeleiteten herab lassen und das tue ich gewiss nicht.

Gruß Wolfgang

a1000 01.08.2015 18:31

Zitat:

Zitat von alberich (Beitrag 1727545)
Und wer kündigt all denen?

Jetzt muss man auch nicht übertreiben.Oder ins Lächerliche ziehen...(?)

In dem Fall (dieses Thema) , hat ein Lehrling einem (8j.?) freudestrahlenden Flüchtlingsmädchen den Tod durch Flammenwerfer gewünscht.

Man kann verschiedene Ansichten und Meinungen über Flüchtlinge haben.Habe ich auch.
Solche "Wünsche" sind aber das allerletzte.

Viele andere Äußerungen (ja,auch manche harte), kann man noch oft mit Meinungsfreiheit abdecken.Und das ist auch gut so.


Gruss

Gepard 01.08.2015 18:39

Die frage ist, warum lässt Facebook so was überhaupt zu? Ich würde gern mehr dazu schreiben, aber dazu müsste ich mich auf das Niveau dieser Fehlgeleiteten herab lassen und das tue ich gewiss nicht.

Eigentlich dürfte es solche Seiten nicht geben. Da müsste doch das Anti-diskriminierungsgesetz greifen. Oder ist unser Staat auf dem rechten Auge immer noch blind?

Kurt Weinmeister 01.08.2015 18:42

Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 1727506)
1. Kann in Ö ein Lehrverhältnis gar nicht so einfach einseitig gekündigt werden.

Ich kenne jetzt das österreichische Arbeitsrecht nicht. In D ist es im Betriebsverfassungsgesetz verankert, dass insbesonders bei rassistischen Äusserungen im Wiederholungsfall der Betriebsrat (!) die Entlassung oder Versetzung verlangen kann (Paragraph 104 BetrVG)
Da wird in Ö ja wohl der Arbeitgeber auch entsprechende Mittel haben.
Wäre schlimm, wenn nicht.

Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 1727506)
2. Gibt es im Schulbereich extreme Schutzmechanismen, wenn es sich um Drogendelikte handelt. So darf ich als Lehrer den Drogenkonsum eines Schülers nicht anzeigen! Es darf nur die Schulbehörde benachrichtigt werden, weil das Motto gilt:"Helfen statt strafen!"

Ich lese hier nicht, dass Du den Vergleich zwischen Kiffen und rassistischen Parolen ziehst, oder?
Was soll mir Deine Bemerkung sagen?
Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 1727506)
Und darum habe ich ein Problem damit, wenn hier gleich massiv verurteilt und gekündigt wird!

Ich glaube das tut hier auch keiner und schon gar nicht massiv.
Wir waren alle nicht dabei und kennen auch die Umstände nicht.
Von daher erlaube ich mir weder in die eine, noch in die andere Richtung eine Bewertung.
Ich denke aber, dass es sich Porsche hier nicht leicht gemacht hat, die Arbeitnehmervertreter auch zugestimmt haben und es sich nicht um eine einmalige Entgleisung (viel zu harmlos, das Wort) eines fehlgeleiteten jungen Mannes gehandelt hat.

CB450 01.08.2015 18:45

Die von Alberich verlinkten Seiten finde ich weitaus schlimmer. Das ist Demagogie übelster Machart. Hier möchte ich dann doch unterscheiden. Das ist mit Halbwahrheiten und Lügen betriebene Volksverhetzung.

About Schmidt 01.08.2015 18:49

Zitat:

Zitat von Gepard (Beitrag 1727564)
Oder ist unser Staat auf dem rechten Auge immer noch blind?

Ist er,
das sieht man doch im Fall Zschäpe. Die Tanzt der Justiz doch auf der Nase herum und macht den gesamten Staatsapparat lächerlich. Ist aber ein anderes Thema.

Generell bin ich auch dafür, dass man jugendliche Fehltritte auffängt und versucht den Jugendlichen auf den richtigen Weg zurück zu führen. Aber manchmal werden Grenzen überschritten und da finde ich es richtig, dass man klipp und klar sagt, bis hierher und nicht weiter. Über diese Grenze war dieser Auszubildende in meinen Augen gewiss mehrere Meter über getreten und dafür halte ich diese Entscheidung für vollkommen korrekt. Bleibt die Hoffnung, dass er und andere daraus lernen werden. Und auf der anderen Seite, es mehr Courage zu solch einem konsequenten Handeln, wie von Porsche erfolgt, geben wird. Hier ist kein Platz mehr für ein Schmusekurs.

Gruß Wolfgang

Nahpets 01.08.2015 18:50

Nö, ich sag doch nix dazu...

TONI_B 01.08.2015 18:53

Zitat:

Zitat von Kurt Weinmeister (Beitrag 1727566)
Da wird in Ö ja wohl der Arbeitgeber auch entsprechende Mittel haben.

Ich habe ja nicht geschrieben, dass es nicht möglich ist, sondern dass es nicht einfach ist. Und zwar als Schutz für die (meist) Minderjährigen, damit sie nicht der Willkür des Lehrherrn ausgesetzt sind. BMW wird es juristisch schon schaffen. Ob es wirklich gerechtfertigt ist, frage ich mich halt.

Zitat:

Zitat von Kurt Weinmeister (Beitrag 1727566)
Ich lese hier nicht, dass Du den Vergleich zwischen Kiffen und rassistischen Parolen ziehst, oder?

Habe ich irgendwo kiffen geschrieben? Ich habe die Frage gestellt mit welchem Maß gemessen wird!
Und für mich ist es eigenartig, dass bei - egal welchem Drogenkonsum (das können auch harte Drogen sein) das wirklich sehr gute Motto "Helfen statt strafen" zur Anwendung kommt. Man aber den sicher fehlgeleiteten "Rassisten" nicht helfen will, sondern hart bestrafen will. Und nochmal: ich befürworte diese rassistischen Tendenzen überhaupt nicht! Ich hätte aber gerne, dass man diesen Jugendlichen auch hilft - sonst bilden sie später Bürgerwehren.

Zitat:

Zitat von Kurt Weinmeister (Beitrag 1727566)
Ich glaube das tut hier auch keiner und schon gar nicht massiv.

Mein "hier" hat sich nicht auf das SUF bezogen, sondern auf die Firma...

Zitat:

Zitat von Kurt Weinmeister (Beitrag 1727566)
Ich denke aber, dass es sich Porsche hier nicht leicht gemacht hat, die Arbeitnehmervertreter auch zugestimmt haben und es sich nicht um eine einmalige Entgleisung (viel zu harmlos, das Wort) eines fehlgeleiteten jungen Mannes gehandelt hat.

Na, ja - ich tendiere eher dazu, dass die Firma den Imageschaden minimieren wollte...

MakiSG 01.08.2015 20:14

Hallo zusammen

Ich bin in der Lehrlingsausbildung tätig. Heisst, ich bin teilverantwortlich für die rekrutierung, die Ausbildung und einen erfolgreichen Abschluss. Wir haben über 30 Lehrlinge im Geschäfft in vier verschiedenen Berufen.

Wir, sowohl mein direkter Vorgesetzter, sein direkter Vorgesetzter, sowie ich sind der Meinung, dass man das Privatleben privat sein lassen sollte.

Ob nun jemand rassistisch ist, oder anders mit dem Gesetz in Konflikt gerät (Drogen, Diebstahl etc.), wir mischen uns da nicht ein, solange der Betroffene keine derartigen Ausfälle während der Arbeitszeit hat.
Während der Arbeit ist ganz klar, dass, auch weil wir ein international tätiges Unternehmen sind, keine rassistischen Aussagen oder Diskriminierungen geduldet werden. Meiner Meinung nach führt eine einmalige rassistische Aussage nicht direkt zu einer Kündigung. Es kommt zuerst zu einer Verwahrnung, mündlich oder schriftlich, je nach dem wie der Fall liegt. In dem alter ist es halt immer noch der "jugendliche Leichtsinn"...

Diebstahl gehört zu den grobfahrlässigen Delikten und führt direkt zu einer Kündigung.

Ich denke, da muss mehr dahinter stecken.

Kurt Weinmeister 01.08.2015 23:39

Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 1727571)
Habe ich irgendwo kiffen geschrieben? Ich habe die Frage gestellt mit welchem Maß gemessen wird!
Und für mich ist es eigenartig, dass bei - egal welchem Drogenkonsum (das können auch harte Drogen sein) das wirklich sehr gute Motto "Helfen statt strafen" zur Anwendung kommt. Man aber den sicher fehlgeleiteten "Rassisten" nicht helfen will, sondern hart bestrafen will....

Drogenkonsum, egal welcher Art schädigt in erster Linie den Betroffenen selber und in zweiter Linie diejenigen, die unter der Beschaffungskriminalität zu leiden haben.
Der Aufruf zu Mord aus niedrigen Beweggründen - und so verstehe ich den Post - spielt sicherlich in einer anderen Liga und ist meines Erachtens nicht mit Drogen, Falsch Parken oder ähnlichen Banalitäten zu vergleichen.
Hier gleich "Kante" zu zeigen, ist die richtige Antwort auf derartiges Verhalten.
Ich gehe davon aus, dass es auch in Österreich präventive Maßnahmen, Aufklärung und aktives positives Vorleben gibt. Insofern ist jedwede Entgleisung Folge von "nicht verstehen wollen" und gehört entsprechend geahndet.
Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 1727571)
Na, ja - ich tendiere eher dazu, dass die Firma den Imageschaden minimieren wollte...

Wie gesagt, wir können hier nur über die Beweggründe spekulieren. Wissen tun wir es nicht.

hajoko 01.08.2015 23:56

Aus der Geschichte zu lernen, heißt auch... wehret den Anfängen. Offensichtlich hat Porsche etwas gelernt. Die Stimmung in unserem Land gegenüber Menschen, die viel Not und Gefahren auf sich genommen haben, um ein wenig Sicherheit zu erreichen, ist fragil. Da darf es kein Verständnis mehr für rechtsgerichtete Polemik oder sogenannte "unbedachte Äußerungen" mehr geben.
About Schmidt hat das genau auf den Punkt gebracht.

Saitenschuft 02.08.2015 00:53

"Flammenwerfer währe (sic!) da die bessere Lösung." was für eine menschenverachtende Aussage. Man muss sich die Wirkung eines Flammenwerfers nur vorstellen, Napalm lässt grüßen.
Aber dennoch muss man den Background des Jugendlichen beachten. Welche Maßnahmen ergriffen werden können nur die Verantwortlichen dort entscheiden.
Jugendliche machen manchmal gedankenlose Bemerkungen auch in meiner Jugend gab es mehr als geschmacklose "Judenwitze" ohne dass diejenigen, die sie verbreiteten auch nur eine emotionale Nähe zum dem Gedankengut gehabt hätten.
Ich fühle eine große Wut gegen Rechtsradikale, die Asylanten-Wohnheime abfackeln, jedoch dort wird aus Hass bereits Handeln und dort möchte ich harte Strafen. Bei dem geschilderten Artikel würde ich mich zunächst für ein Urteil außerstande fühlen.
Der Vergleich mit Drogenkonsumenten ist aber auch nicht zutreffend. Diese zerstören sich selbst, nicht andere.

mekbat 02.08.2015 01:34

Zitat:

Zitat von About Schmidt (Beitrag 1727497)
Porsche kündigt Lehrling nach Fremdenhass Aussage fristlos.
Man sollte halt bevor man so was im Internet, für alle Welt lesbar, das Hirn einschalten.

Gruß Wolfgang

Mal vom Bildinhalt aus betrachtet - mir geht das Herz auf,
wenn ich solch ein strahlendes Kind sehe :top:

Die von dieser Zeitung geschilderte Äußerung des ehemals angestellten Lehrlings,
hätte mich auch keine Zeit der Überlegung gekostet, diesem zu kündigen.

Allein jedoch die hier angesprochene Aussicht darauf, das der Lehrling seine Meinung
überdenken könnte, mit der Maßgabe beispielsweise, den "Neuen" alle öffentlichen Gebäude der Ortschaft näher zu bringen
- damit wäre allen wohl mehr geholfen.

Denn wenn man sich näher mit den Leuten beschäftigt, sieht man Menschen,
die in Frieden leben wollen.
Und solange sie das Gastrecht nicht mißbrauchen, immer her mit den Familien.

Ich laß in diesem Thread mehrmals "rechts..." - woher kommt das überhaupt?

TONI_B 02.08.2015 07:27

Zitat:

Zitat von Saitenschuft (Beitrag 1727621)
"Flammenwerfer währe (sic!) da die bessere Lösung." was für eine menschenverachtende Aussage. Man muss sich die Wirkung eines Flammenwerfers nur vorstellen, Napalm lässt grüßen...

Sorry, aber hier wird zum Teil so getan, als ob der Bursche wirklich den Flammenwerfer bedient hätte...:roll:

Es gibt Meldungen, wonach er seinen Fehler eingestanden hat - da wäre eine andere "Strafe" mMn besser gewesen.

Was wird jetzt passieren? Wird er in Zukunft toleranter sein, wenn man ihn jetzt so behandelt?
Wer wird ihm einen neuen Lehrplatz geben? Vermutlich einer aus der rechten Szene...

About Schmidt 02.08.2015 07:41

Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 1727629)
Wer wird ihm einen neuen Lehrplatz geben? Vermutlich einer aus der rechten Szene...

Und hier sind unsere Regierungen gefragt, die in meinen Augen bezüglich rechter Gesinnung total versagt haben. Gern verlässt man sich hier auf das Volk, das sich dem braunen Mob entgegenstellt, weil sie die Schnauze voll haben von dem rechtsradikalen Gesülze. Seitens der Politik reagiert man nur zögerlich, nach dem Motto, wird sich schon von selbst erledigen. Dass dem nicht so ist, lehrt uns die Geschichte. Hier besteht dringend ein Handlungsbedarf!

Gruß Wolfgang

TONI_B 02.08.2015 07:54

Aber gerade durch solche medial wirksamen Aktionen werden sich diese Typen aus dem braunen Sumpf mit dem Burschen solidarisieren und die Gefahr ist mMn sehr groß, dass er dann dort "Heimat" findet.

Daher zum wiederholten Male: auch hier "Helfen statt Strafen", sonst verliert man diese - offensichtlich gefährdeten - Jugendlichen auf jeden Fall an die rechte Szene.

Es klingt ja recht gut, wenn man sagt:"Grenzen setzen!" Das bedeutet aber auch ein Ausgrenzen...

About Schmidt 02.08.2015 08:18

Auch diese Argumentation muss man hier mit einbeziehen.
Nun ist der Bengel mal seinen Ausbildungsplatz los, was nicht gleich bedeutet, dass er nun rechtsradikal wird. Man muss ihm klar machen, dass er den Verlust zu verantworten hat und nicht, wie von rechts gern propagiert, die Flüchtlinge, die hier aufgenommen werden.

Es wäre nun an den sozialen Einrichtungen hier im Land, sich genau um diesen Jugendlichen zu kümmern. Hier aber setzt das ein, was ich versagen der Politik und unseres Systems nenne, nämlich nichts.

Hier müsste der Jugendliche genauestens über das aufgeklärt werden, warum sind solche Äußerungen fehl am Platz, was ist "rechte Gesinnung" und was wollen sie wirklich und vor allem, warum sind diese Flüchtlinge hier und wie kann man helfen.

Auch ich bin in der Ausbildung tätig und hatte lange Gelegenheit mich mit einem Auszubildenden darüber zu unterhalten. War interessant, wie er über das Thema dachte und was er wusste.

Gruß Wolfgang

TONI_B 02.08.2015 09:04

Zitat:

Zitat von About Schmidt (Beitrag 1727632)
Man muss ihm klar machen, dass er den Verlust zu verantworten hat und nicht, wie von rechts gern propagiert, die Flüchtlinge, die hier aufgenommen werden...

Genau so ist es! Aber das wird schwer, wenn er seinen Arbeitsplatz los ist. Besser wäre diese Hilfestellung mit einer saftigen Abmahnung und Sozialdienst gewesen. Damit wäre mMn allen mehr geholfen.

dey 02.08.2015 09:33

Wolfgang
Du zeigst die gleiche Einstellung, wie die Asylantenhasser: gnadenlos.
Mir gefällt Tonis Ansatz besser. Zumal der Junge wohl die Rolle rückwärts versucht hat.

Ohne Vorgeschichte finde ich das Urteil zu hart.

a1000 02.08.2015 10:37

Zitat:

Zitat von dey (Beitrag 1727637)
Wolfgang
Du zeigst die gleiche Einstellung, wie die Asylantenhasser: gnadenlos.

Also bitte...
Die gleiche Einstellung wie die Asylantenhasser?
Du weißt sicher wie solche Leute wirklich eingestellt sind?
Für mich wäre so ein Satz schon eine echte Beleidigung ....

Hätte der Lehrling nicht mit seinem Arbeitgeber geprahlt, hätte es wohl für ihn nicht so ausgegangen.Leser haben sich bei Porsche beschwert.

Ich finde es weiterhin i.O., dass er rausgeschmissen worden ist.Er hat jemanden öffentlich den Tod gewünscht.Der kleine Tastaturheld.Bitte nicht vergessen.
Vielleicht hat er ja auch syrische oder andere arabische Kollegen, oder ehemalige Migranten.Wie sollen sie mit ihm zusammenarbeiten (Stichwort Arbeitsklima)?

Gruss

Ernst-Dieter aus Apelern 02.08.2015 11:20

Die Frage ist aber auch, wie kommen so junge Menschen zu so einer Einstellung?
Die Entscheidung hätte ich zur Bewährung ausgesetzt!Vielleicht mit einem Führerscheinverbot auf Zeit gekoppelt.
Ernst-Dieter

dey 02.08.2015 11:41

Also bitte
Nicht so sinnentfremdend zitieren. Das ist ganz schlechter Boulevardstil.
Ich hatte es erklärt.
Das Wolfgangs Einstellung allgemein nicht gleichzusetzen ist richtig.

Gnade zeigen will er auch nicht und da sehe ich eine Parallele.

Welchen gesellschaftlichen Nutzen hat die Strafe? Es ist eine Botschaft! Nur welche?
Denke nicht so einen Mist! Oder
Äußere so einen Mist nur in vertrauenswürdiger Öffentlichkeit!

Ernst-Dieter aus Apelern 02.08.2015 11:49

Hier mal ein Link zum Thema, man achte auf die Reaktionen:flop:
http://www.focus.de/kultur/vermischt...d_4854215.html
Was ist nur los...........

Crimson 02.08.2015 11:59

Zitat:

Zitat von alberich (Beitrag 1727545)
Und wer kündigt all denen?...

wir als Gesellschaft müss(t)en das tun. Wir müss(t)en klarstellen, dass wir weder Terroristen dulden, noch deren Unterstützer und "geistige" Zuarbeiter. Wir müss(t)en diesen Leuten klar zeigen, dass sie außerhalb der Gesellschaft stehen.

alberich 02.08.2015 12:41

Zitat:

Zitat von Crimson (Beitrag 1727682)
wir als Gesellschaft müss(t)en das tun.

Welche "Wir als Gesellschaft" genau ist damit gemeint?

Diese?
Zitat:

73,5 Prozent der Westdeutschen und 84,7 Prozent der Ostdeutschen äußerten sich abwertend über Asylbewerber. Sinti und Roma sollten nach Auffassung der Hälfte der Befragten aus den Innenstädten verbannt werden. Jeder Fünfte in Deutschland ist laut der Studie ausländerfeindlich, 13,6 Prozent der Befragten teilen chauvinistische Einstellungen, fünf Prozent denken antisemitisch. 76 Prozent der Befragten sprechen sich gegen eine großzügige Prüfung von Asylanträgen aus, 2011 betrug dieser Anteil nur 25,8 Prozent.Quelle
Oder diese?
Zitat:

Judenfeindliche Stereotype sind tief in der deutschen Alltagskultur verankert - da sind sich Experten einig. Besonders zwei Zahlen haben sich dabei in den vergangenen Jahren als stabil erwiesen.

15 bis 20 Prozent der Deutschen haben latent antisemitische Haltungen.
8 bis 10 Prozent der Deutschen äußern sich in Umfragen offen antisemitisch, halten Juden etwa für andere, schlechtere Menschen.

Quelle
Mir ist schon klar welchern teil der Gesellschaft Du meinst. Nur man sollte nicht verkennen, das dieser Teil bei weitem kleiner ist, als gemeinhin angenommen oder auch gehofft wird. Das wollte ich mit den Beispielen unterstreichen.

Der 17-jährige ist halt so ein prima Bauernopfer. Porsche kann international zeigen, dass sie zu den "Guten" gehören und "die Gesellschaft" empfindet Genugtuung, dass man "so einen" bestraft.

Das ändert aber alles leider überhaupt nichts an den erschreckenden Zahlen und der Gesamtstruktur dieser Gesellschaft.

Noch ein Artikel von heute zu dem Thema.
http://www.spiegel.de/kultur/gesells...#ref=meinunghp

Crimson 02.08.2015 13:09

Den letzteren Artikel hätte ich auch zitieren wollen :top:

Ja, die Anteile sind erschreckend groß, das liegt aber auch daran, dass die (ich glaube nach wie vor breite Mehrheit) zu lange still geblieben ist. Deswegen bin ich ja für deutliche Äußerungen, gesellschaftlich und politisch. Beides vermisse ich derzeit, wo man sich mehr um vermeintliche Terroristen unter Journalisten kümmert, als um echte mitten in der Gesellschaft - die verantwortlichen Herren sollten sich was schämen.
Nachtrag: dass sich bei solchen Anteilen natürlich auch hier im SUF der ein oder andere wiederfindet, wundert nicht. Offenbar weiß man dann wenigstens, mit wem man es zu tun hat. Der Rat der Philosophen muss nicht immer gut sein.

Den Einzelfall des Threads kann ich nicht beurteilen, da sicher einiges an weiteren Infos fehlt.

Ansonsten hast Du Recht: singuläre Ereignisse gibt es gesellschaftlich nicht, nichts kommt aus dem Nichts. Dass man sich als Einzelner nicht unbegrenzt dagegen stellen kann, ist auch klar. Zur Not könnte es auch heißen: time to go. Aber: wir sind (so hoffe und meine ich) noch sehr weit weg davon.

TONI_B 02.08.2015 13:35

Zitat:

Zitat von alberich (Beitrag 1727688)
Der 17-jährige ist halt so ein prima Bauernopfer. Porsche kann international zeigen, dass sie zu den "Guten" gehören und "die Gesellschaft" empfindet Genugtuung, dass man "so einen" bestraft.

Mich beschleicht auch oft das Gefühl, dass es bei vielen bei einem Lippenbekenntnis bleibt bzw. dass ein gehörig Maß an Scheinheiligkeit in der Bevölkerung vorhanden ist. Man regt sich auf, fordert Strafen, stellt sich auf die Seite der "Guten" - aber wenn es einem konkret betrifft, schaut es dann ganz anders aus. Wer setzt sich wirklich aktiv für Flüchtlinge ein? Wer ist wirklich tolerant?

a1000 02.08.2015 14:07

Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 1727702)
Wer setzt sich wirklich aktiv für Flüchtlinge ein? Wer ist wirklich tolerant?

Was bitte hat das jetzt damit zu tun? :zuck:
Man darf nichts kritisieren oder für richtig halten wenn man sich dafür nicht selbst und nicht aktiv einsetzt?
Äußerst du deine Meinung nur bei Sachen für du dich aktiv einsetzt?

Wahrscheinlich wenn Argumente ausgehen, muss immer so ein Scheinargument her.

Ahso, setzt du dich für gescheiterte Lehrlinge ein?

Gruss

a1000 02.08.2015 14:08

Zitat:

Zitat von dey (Beitrag 1727673)
Also bitte
Nicht so sinnentfremdend zitieren. Das ist ganz schlechter Boulevardstil.

Ok, dann habe ich dich falsch verstanden. Tschuldigung :oops:


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