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groovenet 29.10.2008 01:12

Es ist klar dass ein PM keine Internas ausplaudert wenn man sich am Rande einer Messe mal gemütlich unterhält. Während Nikon und Canon wohl eher mal hier und da ein Gerücht über Kommendes streuen wird dies von Sony garantiert nicht gemacht. Die sind im UE-Markt zu Hause und haben gelernt dass man im Voraus rein gar nichts rauslassen darf - weil sonst noch vor der Markteinführung die taiwanesische/chinesische Kopie verkauft wird.) Sony verhält sich diesbezüglich des öfteren geradezu paranoid.
Das mag zwar im DSLR-Bereich angesichts der nach Neuigkeiten gierenden KoMi-Gemeinde kontraproduktiv sein, aber solche Auswirkungen der Firmenkultur ändert man nicht so schnell. Immerhin spricht es ja für eine definierte und firmenweit umgesetzte Kommunikationsstrategie... ;)

Zurück zum Thema: Es ist klar, dass bei einem solchen Gespräch nicht viel Verwertbares heraus kommt.
Es braucht schon gewiefte Journalisten mit viel Erfahrung, Geschick und Geduld um den richtigen zu finden und ihm die richtigen Fragen zu stellen.
In meiner Zeit als Fach-Promotor für Sony habe ich zur Genüge solche Schlitzohren erlebt die das (erfolglos) bei mir versucht haben. :cool:
Ein PM ist da noch viel mehr auf der Hut.

Dass neben dem PM auch noch die Pressesprecherin dabei war, die an einem solchen Event weiss Gott genug zu tun hat ist ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber der Forumsgemeinde und somit der Kunden. :top:
(Wenn es nicht ein Zeichen von Misstrauen gegenüber dem lieben Herrn Drawert ist weil dieser sonst zu offenherzig zu plaudern droht...:lol:)

Die Devise an solchen Events lautet immer:
Plaudern: ja, Scherzen: gerne, Fachsimpeln: immer - Geheimnisse ausplaudern: Nie.

Klar kann man in solch einer Situation nicht den investigativen Journalisten raushängen lassen, aber ich hätte wohl schon ausgetestet wie die auf kritische Fragen reagieren. Ein Beispiel wäre die mangelnde Qualitätskontrolle der CZ 16-80 Objektive die in der grossen Serienstreuung resultiert und was sie dagegen tun wollen. Auch ein paar Fragen zur Preispolitik / Entwicklung des Objektivparks im Midrange- oder Einsteigerbereich hätte man durchaus mal stellen können.

Aber es ist noch kein Journalist vom Himmel gefallen und ohne professionelle Vorbereitung und journalistische Erfahrung ist kaum etwas anderes zu erwarten. (Hoffe Du bist jetzt nicht seit 30 jahren Journalist, Anabroxas :? )

Was ich daraus ziehe ist die Andeutung, dass die Aufmerksamkeit in naher Zukunft auf die Entwicklung teurer Festbrennweiten und anderer Spitzenoptiken gelegt wird, die für mich preislich auf längere Sicht nicht interessant sein werden. :(

Anaxaboras 29.10.2008 01:49

Zitat:

Zitat von groovenet (Beitrag 734253)
(Hoffe Du bist jetzt nicht seit 30 jahren Journalist, Anabroxas :? )

Nein, erst seit 25 Jahren.

Was du schreibst, zeigt einfach, dass du keine Ahnung hast. Da hat sich niemand "am Rande der Messe gemütlich unterhalten". Das war knallharte Arbeit, auch in der Vorbereitung. Und: Es ist absolut Usus, dass ein Interview autorisiert wird. Schließlich hat der Interviewte das Urheberrecht an seinem Wort. Wenn das im Ergebnis dann vielleicht nach Marketing-Sprech klingt, ist das nicht dem Interviewer anzulasten.

Das Interview ist also die schlechteste journalistische Gattung, wenn es "investigativ" werden soll. Mir reicht es völlig, dass wir hier die offiziellen Stellungnahmen von Sony zu einigen Fragen bekommen haben.

Du kannst aber gerne den Wallraff bei Sony machen und uns dann berichten.

Martin

groovenet 29.10.2008 10:46

Ooops. Sorry. :oops:

Ein bisschen Ahnung habe ich dann schon in diesen Angelegenheiten...

Aber ich muss beim zweiten Lesen zugestehen, dass die ersten drei Fragen meine Meinung geprägt haben. Die bringen nichts Neues und klingen nach Marketinggesülz. Auch gegen den Schluss hört sich das wieder nicht nach gesprochener Sprache sonder nach ausformulierten Sätzen an.

Aber da ist man natürlich immer in der Zwickmühle, ob man sich dagegen wehren soll oder nicht. Vor allem wenn man keine Zeitung/Zeitschrift im Rücken hat und auf die "Gnade" des Interviewten angewiesen ist. Man will es sich ja nicht mit ihm verscherzen.

Ich muss mich an dieser Stelle also gleich mal entschuldigen, dass das Interview nichts Neues gebracht hat. Das war ein Schnellschuss zu später Stunde der nach hinten losgegangen ist. (Um es mit der Bildsprache mal auf die Spitze zu treiben.)

Ich denke hier liegt der Hund begraben:
Der Anfang muss einen in den Text hineinziehen und auch am Schluss sollte noch einmal etwas Interessantes stehen. (Am Schluss eine Bombe platzen lassen. Zumindest wenn man eine hat. :D)
Die negativen Antworten von anderen Forumsmitgliedern zeigen mir mal wieder wie wichtig der Einstieg ist. Verpatzt man den, hat der Leser sein Urteil gemacht und liest den restlichen Text/Interview mit einer negativen Grundhaltung weiter. (Wenn überhaupt)

So etwas hätte ich eigentlich ich normalerweise nie zur Sprache gebracht, aber nachdem ich mich mit dem letzten Beitrag so weit aus dem Fenster gelehnt habe und die weisse Fahne hissen musste, war ich gezwungen die Katze aus dem Sack zu lassen und reinen Tisch machen, ein Wink mit dem Zaunpfahl.

Ach und das mit dem investigativen Journalisten war ironisch gemeint. ;)

Regine 29.10.2008 13:09

@groovenet - ich finde es ausgesprochen unmöglich, dass Du da jetzt noch einen draufsetzt. Es ist unfair und völlig überflüssig, sich als nächstes den Interviewaufbau zum Zerriss vorzunehmen.

Da kann ich nur noch den Kopf schütteln.:flop:

der_isch 29.10.2008 13:42

Zitat:

Zitat von dbhh (Beitrag 733910)
Nur die halbe Wahrheit. Matsushita/JVC hatte halt die zurückhaltendere Lizenzpolitik. Wenn man je Gerät zu viel Lizenzgebühren abdrücken muss ( V2000, BETAmax ), man denke an die Stückzahlen, dann nimmt man halt das u.U. technisch rückständigere System. VHS hat später ja nachgebessert: Autotracking, S-VHS, ET-SVHS.


Hier ists eigentlich genau so. MiniDISC = Atrac wird den Lizenznehmern n heiden Geld gekostet haben, je verkauftem Gerät. Zusätzlich war SONY später in Starre verfallen, sprich Sie haben es nicht geschafft, Atrac vom Musikträger MiniDISC zu lösen. Mit Einführung von MP3 basierend auf ähnlichen Ansätzen wie Atrac war MiniDISC leider tot.

Gruß

Das Minidisk sich nicht durchsetzen konnte hat aber völlig andere Gründe.
-zum einen wurde es vorschnell und unausgereift auf den Markt geworfen, da Philips gerade seine DCC (digitale Compact Cassette) auf den Markt brachte und im Begriff war, als erster Hersteller ein digital beschreibbare Medium (von DAT mal abgesehen) auf den Markt zu bringen. Erst durch etliche Nachbesserungen wurde Minidisk wirklich gut. Im Gegensatz zu DCC gibts MD aber immer noch. Im Studio- und Theaterbereich ist es immer noch weit verbreitet.
-Minidisk sollte ursprünglich die normale Audio-kassette ablösen. Das Zeug dazu hatte sie auf jeden Fall, der Komfort beim Aufnehmen und sortieren ist einfach genial - und auf jeden Fall besser als bei der CD. Aber da kamen die CD-Brenner auf den Markt, jeder konnte sich mit einem Male seine CD`s am Rechner zusammenstellen und brennen - das war letztendlich billiger.

groovenet 29.10.2008 16:12

@ Regine

Es war nicht mein Ziel den Aufbau zu kritisieren. Von einem Verriss ganz zu schweigen. Ich wollte mich für mein erstes Posting entschuldigen und erläutern, warum meine erste Reaktion, und vielleicht auch die anderer, so ausgefallen ist. Ich ziehe es vor meinen Standpunkt zu erläutern anstatt wie manche einfach zu schreiben: Paah - da gibt's ja nix Neues.

Die Behauptung ich hätte keine Ahnung von Journalismus hat meine Antwort dann etwas ausführlicher werden lassen als geplant. ;)

Um es noch einmal klar zu stellen:
Mein erstes Posting war nicht fair und aus einem emotionalen ersten Eindruck heraus geschrieben. Ich hoffe Anabroxas kann mir das verzeihen. :?

clickpet 30.10.2008 08:58

Die machen ja extrem viel Werbung
 
Zitat:

Zitat von caveman1 (Beitrag 733840)
Ich denke auch, dass die Objektivpreise noch fallen werden. Die wissen selber, dass es mit den Benutzer der alten Minoltagläsern noch ein großes Potenzial gibt aber auch die Produktionskosten sind bei den geringen Stückzahlen höher als bei der Menge, die z. B. Canon oder Sigma sie hat. Sollte das der Fall sein, dürften Objektive bei der aktuellen Nachfrage günstiger werden, da die fixen Kosten sich auf viel mehr Objektive verteilen. Meines Erachtens ist das aktuell auch kein Preis der allein durch die nachfrage sich erklärt, da zum einen hier keine Erfahrungswerte vorhanden sind und wie Sony ja selber behauptet diese hohe Absatzmenge nicht geplant war.

Ich gehe davon aus, dass die Preise der Objektive mit der Zeit auch fallen werden. Eines muss uns aber auch klar sein, Sonyprodukte werden nie billig sein, dafür zahlen wir auch immer schön den Namen mit und die großen Budgets für die Werbung und das Branding.

ab 2000 Euro steht bei mir auch eine alpha 900 neben meiner 700er. Im Moment sitzt da noch die D7D, aber die wird nun durch den Äther geschickt, oder die Tage hier eingestellt.

LG cD

Laut einem Fachhändler mit dem ich letzte Woche sprach beträgt der Werbeetat für die 900 er ein mehrfaches (immerhin im Milionenbereich) von dem was Nikon für seine Neue an Werbung ausgibt. Ich finde die Werbung von Sony ausgesprochen engagiert und aufwändig - leider ist manchmal auf dem Sony Länderseiten ein Abfall zu beobachten. Immerhin wurde ein Fehler den ich auf der Schweizer Seite bemerkt hatte innerhalb von 24h korrigiert:!: Dies ist eine reife Leistung und zeugt von der Bereitschaft sich korrigieren zu lassen. Abgesehen davon haben es die Japaner schon immer verstanden, den Fuss mit günstigen Preisen in den Markt zu kriegen, und dann stufenweise die Preise wieder anzuheben um die Kosten wieder einzuspielen (siehe Motorräder, Autos, Fernsehröhren, Flach BS usw.). Da schaffen sie es sogar gegen die Europäische / Amerikanische Industrie zusammenzuhalten und denen Marktanteile abzujagen. Gemäss den Zahlen weiteroben ist dies Sony ja gelungen.

koerperblicke 30.10.2008 09:56

Zitat:

Zitat von groovenet (Beitrag 734253)
Zurück zum Thema: Es ist klar, dass bei einem solchen Gespräch nicht viel Verwertbares heraus kommt.
Es braucht schon gewiefte Journalisten mit viel Erfahrung, Geschick und Geduld um den richtigen zu finden und ihm die richtigen Fragen zu stellen.

Das "wer mit wem" da spricht dürfte wesentlich entscheidender sein als der gewiefteste Journalist. Klar muss man immer solche Fragen stellen, die er recht eindeutig beantworten kann ohne dass er eindeutige Internas ausplaudert auf die man ihn festnageln kann, als z.B. nicht "wird der Nachfolger der 700 mehr fps liefern?", sondern "sieht Sony auch z.B. in einer höheren Framerate bei der Mittelklasse noch Marktpotential oder sieht Sony seine Kunden eher nicht in der Action-Fotografie?"
Wenn aber das größte deutsche Sony-Forum sich offiziell mit dem PM samt Pressesprecherin unterhält, dann werden die auch die geschicktesten Fragen nicht verwertbar beantworten, weil doch klar ist, wie das dann ganz schnell als verbindliche Aussage im Internet explodiert.

So etwas läuft nur in inoffiziellem Rahmen ohne Zettel und Stift bzw. Diktiergerät! Auf diese Art und Weise geht das dann aber bei den richtigen Fragen ganz gut, so habe ich z.B. auf der Photokina 2006 sowohl von einer kommenden Vollformat DSLR wie auch einer "D7DII" erfahren, die das Bedienkonzept der D7D beibehalten wird und in 2007 kommt und einer "D9D" in 2008 und das war ein halbes Jahr, bevor auf der PMA die ersten Mockups von a700 und a900 standen und aufgrund denen erstmals über VF spekuliert wurde.
Beweis: http://www.phototalk24.de/forum/viewtopic.php?t=1093

So gab es bei den richtigen Fragen durchaus Interessantes auch auf der diesjährigen Photokina zu vernehmen, aber eben nicht im Rahmen eines offiziellen Interviews.

PeterHadTrapp 30.10.2008 10:01

Zumal selbst der cleverste investigative Fragesteller null und garnix von seinem Talent hat, wenn der Wortlaut des Interviews hinterher zur Autorsierung vorgelegt werden muss und dann auch noch großzügig redigiert wird ... :zuck:

dbhh 30.10.2008 10:50

Zitat:

Zitat von der_isch (Beitrag 734470)
Das Minidisk sich nicht durchsetzen konnte hat aber völlig andere Gründe. -zum einen wurde es vorschnell und unausgereift auf den Markt geworfen, da Philips gerade seine DCC (digitale Compact Cassette) auf den Markt brachte (...) Erst durch etliche Nachbesserungen wurde Minidisk wirklich gut. (...)

Im Grunde ist MiniDISC ein weiteres Beispiel dafür, das eine Technik wg des Kampfes um Lizenzführerschaft letztlich doch verloren hat. Die CompactDiskDigitalAudio-Partner SONY/Philips konnten sich in Bezug auf Aufnahmemedium (nachfolgder der CC) leidern nicht einigen. Letztendlich sieht man, wie gut diese Koalition abermals gewesen wäre: die fortschrittliche mechanische Konstruktion der MiiDISC kombiniert mit dem hervorragenden Decoder der DCC. Das Decoder-Problem wurde SONY erst mit ATRAC3.5 anerkannter Maßen los und führte zu einer Blüte der MD. Leider kam dann schon MP3 und das WWW.
Gruß


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