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ddd 24.01.2014 12:53

moin,

auch wenn das hier in gewisser Weise OT ist, da es direkt nichts mit der Frage DNG vs. Hersteller-RAW zu tun hat, aber doch darauf Einfluss hat, wie man sich entscheiden mag:
Zitat:

Zitat von Anaxaboras (Beitrag 1540363)
danke für den Hinweis auf die exiftools von Phil. Dort sind tatsächlich Tags genannt, die auf Korrekturdaten für das Objektiv hinweisen. Etwa DistortionCorrection Allerdings gibt es dafür nur die Werte OFF, Auto und n/a. Wo genau die Kamera die Korrekturdaten speichert, habe ich auch noch nicht herausfinden können

schaut Euch mal an, was exiftool mit der Option -htmldump auf einer Konsole (cmd) ausgibt:
Code:

exiftool -htmldump name.arw >name.html
html-Datei im Browser öffnen ...

Die Korrekturdaten stecken in den 0x94*-tags, da bin ich (fast) sicher.

Da manche RAW-Konverter die nicht entzerrten Bilder zeigen, sind die RAWs weder geometrisch entzerrt noch die Vignettierung oder die CAs oder die weiteren (!) Parameter korrigiert.

Sony verwendet für die Objektive kameraun(!)abhängige Korrekturprofile, welche aus Kurvenscharen bestehen und vmtl. vor dem Demosaicing angewendet werden.
Bei z.B. DxO sind die Korrekturprofile nur für eine Objektiv-Kamerakombination gültig.

D.h. aber auch, dass die Kamera (genauer der Sensor) ebenfalls ein Korrekturprofil hat, welches mit dem Objektivprofil gefaltet werden muss, um die effektive Korrektur zu berechnen. Die Korrekturen sind auch wesentlich komplexer als die, welche man z.B. in LR oder DxO selbst manuell einstellen könnte, sie sind u.a. Blenden- und Fokusentfernungsabhängig usw.

Ich versuche in den nächsten Tagen mal herauszufinden, ob ich die 0x94er Tags mit den mir vorliegenden Original-Korrekturprofilen zur Deckung bekomme, dann kann ich mehr dazu sagen.

Anaxaboras 24.01.2014 13:01

Hi Thomas,

super, dass du dich da so reinfuchst :top:. Die Analyse derartiger Daten übersteigt nicht nur meine Fähigkeiten :roll:, sondern auch mein Zeitbudget.

Wenn du da Klarheit reinbringen könntest, ließe es sich doch recht einfach ermitteln, ob Sony auch bei anderen Modellen "trickst" - oder nicht? (Gut, das könnte ich natürlich auch mit einem RAW-Konverter ausprobieren, der die entsprechenden Korrekturdaten einfach ignoriert). Bei einer Kamera wie der RX100 kann man derartige RAW-Korrekturen ja vielleicht so gerade noch akzeptieren. Wenn die A7 aber bei ihren RAWs genauso "schummeln" würde, fände ich das nicht lustig.

LG
Martin

RainerV 24.01.2014 13:58

Zitat:

Zitat von Anaxaboras (Beitrag 1540794)
...
Wenn du da Klarheit reinbringen könntest, ließe es sich doch recht einfach ermitteln, ob Sony auch bei anderen Modellen "trickst" - oder nicht?
...
Wenn die A7 aber bei ihren RAWs genauso "schummeln" würde, fände ich das nicht lustig.
...

Der Korrekturbedarf ist ausschließlich objektivabhängig und bei Kleinbildobjektiven spielt dann natürlich die Sensorgröße (APS-C oder Kleinbild) noch eine Rolle. Bei Zooms wird der Korrekturbedarf im Weitwinkelbereich in der Regel sehr viel größer sein (- er dürfte hier vielfach im Einstiegs- und Mittelklassebereich sogar ganz extrem sein -), als im Normal- und Telebereich. Verzeichnungen dürften kaum bis gar nicht blendenabhängig sein, Vignettierungs- und CA-Korrekturen dafür umso stärker.

Und was heißt "schummeln"? Die Kamera schreibt ja lediglich die Korrekturinfos in die Exifs. Es ist Sache des Herstellers der Rawkonverters sie zu verwenden, nicht zu verwenden und damit auch extreme Verzeichnungen dem Anwender aufzuzeigen oder dem Anwender die Wahl zu lassen. Es wäre nicht sinnvoll, würde gerade die Alpha 7/7R, die durch ihren großen Sensor eben besonders hohe Anforderungen an die Objektive stellt, die Korrekturdaten nicht in die Exifs schreiben.

Reviewer können Verzeichnungen ihren Lesern problemlos offenlegen. Wer Reviews nur auf JPGs basiert, wird natürlich stark "geschönte" Daten bekommen.

PhotoZone zeigt die Softwarekorrekturen bei MicroFourThirds-Objektiven stets auf, da gibt es dann je ein Chart basierend auf korrigierten und nichtkorrigierten Daten, das ist für den Leser transparent. Bei Nex-Objektiven hingegen scheint das nicht so häufig stattzufinden jedenfalls habe ich es bei PhotoZone hinsichtlich Verzeichnung selten gefunden.

Aber etwa für das 16-50 hat PhotoZone sowohl die Verzeichnung als auch die Vignettierung sowohl der korrigierten als auch der "Original"-Daten dokumentiert: http://www.photozone.de/sony_nex/842...556oss?start=1

Und angesichts solch extremer Verzeichnungen und Vignettierungen denke ich, dass es unerlässlich ist, JPGs in der Kamera standardmäßig zu korrigieren, die Verzeichnungen wären einfach zu extrem und der "Standard"-Anwender will eben nicht am PC nachbearbeiten.

Softwarekorrekturen sind sicherlich qualitätsverschlechternd, andererseits will der Kunde eben gerade auch bei Systemkameras kleine, leichte und günstige Objektive.

Rainer

ddd 26.01.2014 00:38

moin,

ich bin da mit Rainer einer Meinung: "schummeln" oder "tricksen" würde ich das nicht nennen.

Es gilt:
wähle 1 bis 2 der folgenden Eigenschaften auf Kosten der anderen 2 bis 3: Größe/Gewicht, Preis, Optische Leistung, Lichtstärke.

Es gibt Objektive, die perfekt sind, bei genau einer Lichtwellenlänge und einer Fokusentfernung. Leider sind die recht sperrig und teuer.

Durch die Möglichkeit, rechnerische Korrekturen nach der Aufnahme anzuwenden ergeben sich neue Möglichkeiten. Solche kleinen, leichten und billigen Dinger wie das SEL-P1650 wären ohne SW-Korrektur unmöglich. Und sehr gute Objektive lassen sich zu nahezu perfekt korrigieren.

Noch ein paar Details: die vier (!) Sony-Korrekturen enthalten Kurven für bis zu 16 Blendenwerte bei bis zu 16 Fokusentfernungen und bei Zooms bis zu 16 Brennweiteneinstellungen. Das sind bis zu 1024 (Festbrennweiten) bzw. 16384 Kurven pro Objektiv, und jede Kurve ist eine höherdimensionale nichtlineare Funktion. Da steckt schon richtig Aufwand drin, und es erfordert massiv Rechenleistung um dies in Echtzeit anzuwenden.

Am meisten überrascht mich die 4. Funktionsschar, denn bislang sind nur drei Korrekturen bekannt: Verzerrung, Vignettierung und Farbquerfehler. Vielleicht ergibt sich bei der weiteren Analyse, was die 4. Funktion macht.

Es dürfen aber gern weitere Interessierte mitmachen. Detailinfos ggfs. per PN, da es nicht sinnvoll ist, das Forum mit epischen HEXdumps zu fluten ;)

Anaxaboras 26.01.2014 12:38

Hallo Thomas,

die Möglichkeit, dass die Objektivkorrektur in den RAWs durchaus ausgefuchst sein könnte, habe ich ja nicht ausgeschlossen. Deshalb habe ich ja "schummeln" und "tricksen" explizit in Anführungszeichen gesetzt.

Deine erste Analyse der in den Exifs hinterlegten Daten scheint ja nun zu bestätigen, dass Sony da auf Softwareseite ganz schön clever vorgeht. Etwas überrascht bin ich übrigens, dass die Korrekturdaten direkt in den Exifs hinterlegt sind - ich war jetzt davon ausgegangen, dass sie sich in den Kamera-/Objektivprofilen von Adobe befinden.

So clever die Korrektur der Abbildung per Software auch sein mag - bei mir hinterlässt sie ein etwas zwiespältiges Gefühl. Zum einen ist man dadurch auf einen RAW-Konverter angewiesen, der diese Daten auch auswertet.

Zum anderen aber erzeugt diese Vorgehensweise bei mir den mulmigen Eindruck, dass Sony (und Panasonic/Olympus, die wohl ähnliche Verfahren anwenden), sich zwar die kostspielige Entwicklung optisch korrigierter Linsen sparen, diesen Kostenvorteil aber nicht an den Kunden weitergeben.

Die RX100 ist zweifelsohne eine fantastische Kamera, erst gestern hat sie mir wieder gute Dienste geleistet. Wer wie unser Alt-Kanzler der Meinung ist, "wichtig ist, was hinten rauskommt", wird sich also an der elektronischen Korrektur der Abbildungseigenschaften nicht stören. Für die RX100 kann auch ich das gerne akzeptieren.

Dass Sony aber auch die Objektive meiner A7 derart korrigieren könnte, behagt mir nicht. Schade, dass ich das nicht selber herausfinden kann.

LG
Martin

frame 26.01.2014 12:52

Zitat:

Zitat von Anaxaboras (Beitrag 1541404)
Zum anderen aber erzeugt diese Vorgehensweise bei mir den mulmigen Eindruck, dass Sony (und Panasonic/Olympus, die wohl ähnliche Verfahren anwenden), sich zwar die kostspielige Entwicklung optisch korrigierter Linsen sparen, diesen Kostenvorteil aber nicht an den Kunden weitergeben.

Ich habe das Gefühl dass mFT das von Anfang an im Design so vorgesehen hat - die Olympus/Panasonic Objektive sind extrem kompakt und dennoch vergleichsweise sehr scharf - dafür hat man halt Verzeichnungen und CAs als sekundär betrachtet und in die Software-Korrektur verlagert ... ob daraus jetzt grosse Gewinnspannen resultieren kann ich nicht beurteilen ...
Man kann ja immer durch Nutzung eines Konverters der die Korrektur nicht vornimmt vergleichen ... wahrscheinlich wird auch bald jemand einen exif-cleaner bauen der die Tags rausstrippt ...

dey 26.01.2014 13:31

Solange das abschaltbar bleibt ist es Ok.
Was ich schlecht finde ist die Interpolation auf 24mp bei der A65 und idc.
Mit idc ohne Korrektur und jpgilluminator bekomme auf Pixelebene feinere Ergebnisse. Das ist allerdings nur auf Pixelebene relevant.

Ein Kriterium für zukünftige RAW-Konverter ist die abschaltbare Unterstützung.

bydey

Alison 27.01.2014 10:27

Um noch einmal auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: Ich würde niemals die original Raw-Datein in DNG konvertieren und dann löschen. Es ist seit Jahren so dass hervorragende Raw-Konverter wie DXO und Capure One nichts mit DNGs anfangen können, die aus Raw Dateien erzeugt wurden. Das Argument ist immer wieder, dass sie dann den ganzen Aufwand zur Unterstützung der Kameras mit den richtigen Farb-, Rausch- und WasWeißIch-Profilen doppelt machen müssten. Kameras die direkt DNG schreiben sind deshalb auch etwas anderes und werden unterstützt.

DNG mag als offenes Format konzipiert sein, de facto bindet man sich damit aber heute an Adobe.

steve.hatton 27.01.2014 14:40

Zitat:

Zitat von Anaxaboras (Beitrag 1541404)
...
So clever die Korrektur der Abbildung per Software auch sein mag - bei mir hinterlässt sie ein etwas zwiespältiges Gefühl. Zum einen ist man dadurch auf einen RAW-Konverter angewiesen, der diese Daten auch auswertet.
..

Oder einen der diese Daten selbst errechnet hat und somit eigene nutzt - wie DXO.


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