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Moin!
Wow, danke für die ausführliche Erklärung! Heißt im Prinzip also, man kann kaum was dagegen tun, außer auf genügend lange Verschlusszeit zu achten. Was mich bei den Beispielbildern dann aber sehr wundert, denn bei mindestens einem der Bilder ist die Belichtungszeit auf 1/160 eingestellt, also deutlich länger als die Synchronzeit. Kürzer habe eigentlich den ganzen Abend nicht belichtet. Demnach dürfte der Effekt dann doch nicht aufgetreten sein, oder habe ich das falsch verstanden? Oder gelten beim elektronischen Verschluss wieder andere Regeln? Danke und viele Grüße, Björn Gesendet von meinem SM-T825 mit Tapatalk |
Zitat:
Viele Grüße Gerd |
Zitat:
Im Optimalfall muss die Belichtungszeit die halbe Schaltfrequenz sein, um den Effekt zu "überlisten". Beim hier verwendeten Sensor werden vermutlich die "Lamellen"(=waagerechten Sensorsegmente) parallel aktiviert (was die Auslesegeschwindigkeit erhöht), sonst wäre der Unterschied nur von oberer zu unterer Bildhälfte sichtbar. |
Zitat:
Wie aidualk schon schrieb, es sind Interferenzstreifen. Diese treten auf, weil der Sensor parallel in Streifen ausgelesen wird. Dies geschieht zwar bei der a9 in 1/160s (wenn ich mich recht erinnere) und damit deutlich schneller als bei der R3 oder r4 (1/20s bzw. 1/25s), kann aber bei bestimmten Frequenzen der Lichter immer noch auftreten. |
Zitat:
Dazu bedürfte es einer Belichtungsreihe mit unterschiedlichen Belichtungszeiten. |
Zitat:
Er hatte nur bemerkt, dass es im Prinzip die selbe Problematik ist. Lichtzeiten (sei es ein kurzer Puls oder die Frequenz mehrerer) und Belichtungszeiten vertragen sich nicht... |
Noch aufmerksamer lesen: Dieses Phänomen bekommst du bei allen Belichtungszeiten! Es hat absolut nichts mit Belichtungszeiten zu tun, sondern ausschließlich mit der Auslesegeschwindigkeit des elektronischen Verschlusses.
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Zitat:
Das Auslesen beginnt doch erst nach der Belichtung, des Sensors/ Sensorsegments? |
Zähl mal die Streifen auf den Bildern. Du kommst auf 12 - weil die a9 12 "Bänder" des Sensors parallel ausliest. Oder warum meinst du, dass das Problem bei der R3 oder R4 mit Kunstlicht und elektronischem Verschluss fast immer auftritt und bei der a9 fast nie?
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Auf Wikipedia gibt es einen Artikel der die ganze Problematik recht gut erklärt:
https://de.wikipedia.org/wiki/Rolling-Shutter-Effekt Letztendlich entsteht der Effekt, wenn das Bild nicht auf einmal belichtet wird, sondern nur in einen Streifen, der von oben nach unten (oder umgekehrt) über das Bild läuft.Das Ganze ist nötig, da die Verschlusslamellen nur mit begrenzter Geschwindigkeit bewegt werden können, da die sonst nötigen Beschleunigungen bzw Verzögerungen so hoch werden, dass entweder das Material überlastet wird oder die Erschütterungen zu stark werden. Immerhin sind für die 1/250 sek Bltzsynchronzeit schon Beschleunigungen von rund 600g erforderlich. Das geht so weit, das bei sehr kurzen Belichtungszeiten nur noch ein sehr schmaler Streifen über den Sensor läuft. Bei den alten Spiegelreflexkameras, die noch einen langsamen, horizontal ablaufenden Tuchverschluss hatten, konnte es passieren, dass das aufgenommene Auto nur noch halb so lang (oder doppelt solang) wie in Echt war. Der elektronische Verschluss macht nichts Anderes, nur dass da der Sensor in einen Streifen von oben nach unten belichtet und ausgelesen wird. |
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