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amateur 05.01.2010 14:36

Zitat:

Zitat von binbald (Beitrag 946803)
Doch genau das ist der Hintergrund. Wenn ich in einem Land, in dem auf Grund seiner politischen Situation sowieso schon die Nerven blank liegen, auch noch ausgerechnet auf einem Flughafen Weihnachtsmänner fotografieren muss, halte ich das für ein Fehlverhalten und eine Missachtung von Anstand und Respekt.

Es geht nicht nur um Flughäfen und London, sondern auch um Provinzstädte. Es geht auch nicht darum, dass ein Fotograf aufgefordert wird, sein Verhalten an die Umgebung anzupassen, sondern darum, dass das Fotografieren an sich geahndet wird und so verdächtig macht, dass man erkennungsdienstlich behandelt wird mit allem Drum- und Dran der Datenspeicherung von Fingerabdrücken und ähnlichem.

Hier noch ein Link:

http://www.guardian.co.uk/uk/2009/de...terror-suspect

Viele Grüße

Stephan

alberich 05.01.2010 14:44

Zitat:

Zitat von amateur (Beitrag 946830)
dass man erkennungsdienstlich behandelt wird mit allem Drum- und Dran ....
Viele Grüße
Stephan

Nur noch schnell zur Präzisierung ...
Mit "allem Drum und Dran" bedeutet vor dem Hintergrund des "Counter Terrorism Act" bis zu 42 Tage Haft ohne Anklage und dem Wegfall des Rechtes zu Schweigen.

Roland_Deschain 05.01.2010 14:55

Na da bin ich ja mal gespannt, ich bin nächste Woche in London.
Aber ich werde eh nur die kleine Kamera (G1) mitnehmen, weil ich nicht primär zum Fotografieren hinfahre.

Eberhard123 05.01.2010 15:02

Guten Tag,

Es ist keine einfache Situation für die Verantwortlichen in der UK, deren Aufgabe es ist für die Bevölkerung, soweit wie möglich Sicherheit gewähren. Jede Art von Sicherheitsmaßnahmen hat, mal mehr mal weniger, negativen Einfluss auf die allgemeine Bevölkerung (siehe Kontrollen auf den Flughäfen etc.).

In diesem Fall ist die Frage ob Fotogafieren zu den sicherheitsgefährdenten Tätigkeiten gehört oder nicht. Eine andere Frage ist es ob sich eine Einschränung oder sogar Verbot durchsetzen lassen.

Als Beispiel London. Ich kann mir vorstellen das London mehrere Millionen Besucher pro Jahr hat. Kein Wunder es ist ja auch eine tolle Stadt. Aber läßt es sich durchsetzen das in bestimmten Gegenden (ich gehe davon aus das gerade die interessanten von den Touristen meist besuchten Gegenden geschützt sind) nicht fotografiert wird? Ich denke nicht.

Was ich schlimmer finde ist die potentzielle Einschränung von journalistischer Fotografie. Wie in dem einen Beitrag gesagt wurde:

The photographer had been covering a small and peaceful protest by environmental campaigners in Santa outfits at the airport. He was arrested in the middle of filing pictures to national newspapers.

Es ist eine Aufgabe von (Foto)journalisten von Demonstrationen zu berichten. Gesetzliche Einschränkung jeglicher Art für (Foto)journalisten sollte darum vermieden werden.

Auch wenn die UK im Moment ein gutes Beispiel ist, wir sollten nicht vergessen das in anderen Staaten die Aufname von Fotos am falschen Ort, zur falschen Zeit mit dem falschen Motive zu Probelme geführt hat. Man muß sich halt auf die Gegebenheiten einstellen.

Gruß,
Eberhard

chess 05.01.2010 15:24

Zitat:

Zitat von Eberhard123 (Beitrag 946849)
Guten Tag,

Aber läßt es sich durchsetzen das in bestimmten Gegenden (ich gehe davon aus das gerade die interessanten von den Touristen meist besuchten Gegenden geschützt sind) nicht fotografiert wird? Ich denke nicht.

Auch wenn die UK im Moment ein gutes Beispiel ist, wir sollten nicht vergessen das in anderen Staaten die Aufname von Fotos am falschen Ort, zur falschen Zeit mit dem falschen Motive zu Probelme geführt hat. Man muß sich halt auf die Gegebenheiten einstellen.

Gruß,
Eberhard

Ich frage mich, ob es in Zeiten von Google Earth usw. überhaupt noch Sinn macht, Fotografierverbote durch zu setzen. Jeder Terrorist, der mal schnell ein wichtiges Gebäude checken will, geht einfach mal auf Google Street View oder so...

Ich hab mal in Genf/CH von öffentlichem Grund aus das amerikanische Konsulat fotografiert. Dafür dass der Wachmann ca. 40 Kilo Übergewicht hatte, war er aber schnell bei mir und verlangte die Speicherkarte.....(hat sie überigens nicht gekriegt..:))....wäre es nach ihm gegangen, hätte ich ein oranges Kombi gefasst und wäre auf eine Insel in die Karibik verfrachtet worden..:shock:

Pittisoft 05.01.2010 15:45

Zitat:

Zitat von chess (Beitrag 946868)
Ich frage mich, ob es in Zeiten von Google Earth usw. überhaupt noch Sinn macht, Fotografierverbote durch zu setzen. Jeder Terrorist, der mal schnell ein wichtiges Gebäude checken will, geht einfach mal auf Google Street View oder so...

Ich hab mal in Genf/CH von öffentlichem Grund aus das amerikanische Konsulat fotografiert. Dafür dass der Wachmann ca. 40 Kilo Übergewicht hatte, war er aber schnell bei mir und verlangte die Speicherkarte.....(hat sie überigens nicht gekriegt..:))....wäre es nach ihm gegangen, hätte ich ein oranges Kombi gefasst und wäre auf eine Insel in die Karibik verfrachtet worden..:shock:


Bei uns in Berlin habe ich vor ein paar Wochen noch ganz cool den Wachmann vor der US-Botschaft gefragt ob er nicht mal ein paar Meter zur Seite gehen könne wärend Kabuto sich mit den Polizisten die ganz in der nähe standen unterhielt.

Der Wachmann hatte nichts gegen ein paar Bilder, aber nur mit ihm drauf da er seinen Posten nicht verlassen durfte.:cry:

Wenn ich dieses Video vorher gesehen hätte von Mr. Security wäre ich bestimmt nicht auf die Idee gekommen zu Fotografieren bzw. auch noch zu fragen.

http://www.blog.datenwachschutz.de/2...m-terroristen/

Tuergriff 05.01.2010 16:29

Das ist ein Dauerthema und taucht nahezu jede Woche im Amateur Photographer auf.

Gerade heute gibt es etwas lustiges:

http://www.amateurphotographer.co.uk...ws_293426.html

Auf Englisch und Walisisch :top:

Tuergriff


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