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Startseite » Forenübersicht » Kamera und Technik » Objektive » A-Mount Objektive (ILCA, SLT, DSLR) » 1:1 Minolta MD-AF Adapter
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Alt 12.01.2007, 14:23   #11
bleibert
 
 
Registriert seit: 28.10.2003
Ort: Elsaß
Beiträge: 1.171
Mal zum Grundsätzlichen:

Ein Objektiv ist natürlich auf ein spezielles Auflagemaß hin konstruiert. Das Auflagemaß beschreibt den Abstand zwischen Bajonettauflagefläche und Bildebene des jeweiligen Systems. Da jedes Kamerasystem sein eigenes Auflagemaß hat, sind Objektive grundsätzlich nicht untereinander kompatibel.

Ein sehr kleines Auflagemaß hat Canon FD mit 42,00 mm, ein sehr großes haben Nikon F mit 46,50 mm und Leica R mit 47,00 mm. Minolta SR mit 43,50 und Minolta AF mit 44,50 liegen im Mittelfeld (und interessanterweise Canon EOS mit 44,00 genau dazwischen).

Will man beispielsweise ein Nikon F Objektiv an ein Canon FD Gehäuse adaptieren, hat man kein Problem, da zwischen Nikon-Objektivbajonett und Canon-Kamerabajonett ein Spalt von 4,50 mm bleibt. Genug Luft für einen rein mechanischen Adapter. Andersrum ist das zunächstmal ein Ding der Unmöglichkeit, denn wenn man ein Canon-Objektiv genau auf ein Nikon-Kamerabajonett legen würde, dann wäre die Schärfeebene genau 4,50 mm vor der Filmebene. Man müsste also quasi das Objektiv in das Gehäuse hineinschieben. Bei manchen Objektiven geht das, indem man einen Teil des Objektives demontiert. Aber praktikabel wäre natürlich eine Lösung mittels eines Adapters, der auf beiden Seiten ein Bajonett hat. Da so ein Adapter eine gewisse Bauhöhe hat, wandert die Bildebene noch zusätzlich um die Höhe des Adapters nach vorne.

Eine Lösung dafür ist ein optisches Glied, im einfachsten Fall ein Telekonverter. Ganz einfach hat es sich zB Minolta gemacht, die haben einfach den 2-fach Konverter des manuellen Systems umgebaut. Ein Telekonverter "verlängert" die Brennweite, also muss das Objektiv auch weiter von der Filmebene weg. Diese Distanz überbrückt der Telekonverter. Beispielsweise überbrückt der Konverter 300-S so 42 mm. Wenn man daraus jetzt einen MF-AF-Adapter basteln will, dann demontiert man einfach hinten das SR-Bojonett, "sägt" 1 mm ab (das ist der unterschied zwischen MF und AF, MF sitzt 1 mm "näher" an der Bildebene), und montiert ein AF-Bojonett. Fertig. Genau das hat Minolta mit den manuellen Konvertern 300-S und 300-L gemacht, und die dann als entsprechende M/A Konverter verkauft.

Natürlich geht damit die Telekonverter-Wirkung, also die Verdoppelung der Brennweite, einher, was grundsätzlich eher nicht wünschenswert ist. Da bei Minolta der Unterschied zwischen AF und MF sehr klein ist, reicht auch ein viel schwächerer Telekonverter, etwa so in der 1,1x-1,2x Liga. Und das sind genau die angebotenen "flachen" Konverter. Während die Minolta-Konverter allerdings hochspezialisierte optische Systeme mit 7 und 5 Linsen darstellen, haben die flachen Konverter dafür gar keinen Platz, sind somit viel einfacher konstruiert und verschlechtern zwangsläufig sichtbar die Qualität.

Ein Telekonverter ist nichts anderes, als ein optisches Zerstreuungsglied. Er nimmt also, bildhaft gesprohen, den Strahlenkegel eines Objektives auf, und weitet ihn ein wenig auf, so dass sich die Lichtstrahlen erst "weiter hinten" treffen. Da sich damit die Lage des Brennpunktes weiter hinausschiebt, haben wir hier faktisch eine Verlängerung der Brennweite. Hat man also das Problem, dass der Brennpunt vor der Bildebene liegt (Canon-Objektiv an Nikon-Gehäuse), dann benötigt man genau ein solches Zerstreuungsglied - mit "Tele-Wirkung". Meinem laienhaften Verständnis nach, hat so ein optischer Adapter, der den Brennpunkt weiter nach hinten verlegen muss, immer eine Telekonverter-Wirkung. Allerdings würde ich nicht auschließen wollen, dass auch eine (andere) optische Konstruktion möglich ist, die den Brennpunkt nach hinten legt, ohne dabei diesen Tele-Effekt zu bewirken. Da wir hier aber über Produkte sprechen, deren marktrelevanz fast gleich null ist, die also nur von kleinen Firmen in Billigbauweise hergestellt werden, wird hier immer der einfache und billige Weg des Telekonverters beschritten.

@ Jens
Mit dem WW-Konverter zwischen Objektiv und Kamera dürftest Du Recht haben, denn dadurch würde ja der Brennpunkt nach vorne verlegt. Das wäre also vielleicht allenfalls bei großen positiven Differenzen zwischen den Auflagemaßen möglich, etwa Mittelformat-Optik an KB-Gehäuse. Dabei wäre sowas äußerst geschickt, da sich damit der "Crop Factor" neutralisieren ließe.
__________________
Viele Grüße, Dennis.

Minolta SR System
bleibert ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 12.01.2007, 16:56   #12
Falk
 
 
Registriert seit: 21.07.2006
Ort: Süden
Beiträge: 761
Vielen Dank für diese ausführliche "Entwirrung". Jetzt sehe ich deutlich klarer.
__________________
Grüße
Falk
Falk ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.03.2007, 17:30   #13
bianchifan
 
 
Registriert seit: 13.11.2006
Ort: Wuppertal
Beiträge: 426
Hab diesen Topic irgendwie nicht wahrgenommen (Forumscrash... ), als ich im Dezember über den Haoda hab ich nicht sonderlich viel gefunden..und dies hier hat mir Google heute vor die Füße gespuckt.

Nach allem Anschein handet es sich um einen 1:1,09 Adapter mit brauchbarer Qualität.
AUf Dyxum existieren mehrer Topics dazu, er wird dort ausführlich diskutiert, mit Vergleichsfotos, u.a. werden das Minolta AF 1,7/50 mm und das MD 1,7/50 mm sowohl am Haoda-Adapter als auch an einem herkömmlichen 7000/9000 Adapter (1,2 fache Verl.) über den vollen Blendenbereich anhand eines Beispiels dokumentiert.

Da ich hier kein interessiertes Umfeld vermutet hatte, habe ich ein entsprechendes Thema im Minolta-Forum initiiert:

Haoda MD/AF Adapter
bianchifan ist offline   Mit Zitat antworten
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