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Startseite » Forenübersicht » Kreativbereich » Fotostories und -reportagen » Wüste, Tiere, Apfelkuchen. Ein Reisebericht aus Namibia
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Alt 18.03.2023, 20:29   #1
ingoKober
 
 
Registriert seit: 14.06.2005
Ort: 64521 Groß-Gerau
Beiträge: 10.434
Wüste, Tiere, Apfelkuchen. Ein Reisebericht aus Namibia

So...die Fotos sind sortiert und zum großen Teil bearbeitet. Höchste Zeit also, mit dem versprochenen Reisebericht unseres Namibiaurlaubs von Mitte bis Ende Februar anzufangen. Wir, das sind Birgit und ich, sowie 10 weitere durchweg nette Reisende (mit einem starken Schwerpunkt meines und Birgits Geburtsjahrgangs) sowie Floyd Hambira unser Guide, Fahrer und Seelsorger.
Wer mag, kann parallel Hummeldumm von Tommy Jaud lesen. Die Reiseroute hat starke Überlappungen und wenngleich die Handlung im Buch satirisch überzogen ist, ist auch einiges wahres dran. Aber unsere Truppe war viel netter!
Warum Namibia? Nun, das war ein Wunsch von Birgit, die mal mehr afrikanische Landschaft als Tiere sehen und lieber Afrika light als anstrengende Touren wollte.
So ganz richtig lag sie damit nicht, denn wir waren oft acht und mehr Stunden am Tag auf Schotterpisten unterwegs und haben am Ende rund 3000km zurückgelegt.
Vor dem Abflug machten wir uns noch erstmal ein wenig Sorgen, da Südafrika und Nordnamibia zu der Zeit unter dramatischen Überschwemmungen litt. Aber wir fuhren ja erstmal in die Wüste. Da ist es selten so richtig nass. Tatsächlich hatten wir auf der ganzen Reise durchweg (heisses) Topwetter. Nur ganz zum Schluß im Etosha NP gewitterte es einmal und dann regnete es noch ein wenig bei der Fahrt in den Süden. Aber nass wurden wir nie. Nur unser Auto wenige Male.
So, nun fangen wir aber erstmal vorne an:
Leider hatten wir keinen Direktflug, sondern flogen mit Air Ethiopia über Addis Abeba.
Trotz sehr frühzeitiger Ankunft am Flughafen Frankfurt, erwartete uns dort schon eine Riesenschlange. Leider nicht die reptilige, sondern die am Schalter. Dann war auch noch bei der -kostenpflichtigen- Sitzbuchung etwas schiefgegangen und Birgit und ich sollten 20 Reihen auseinandersitzen. Das liess sich zwar am Schalter korrigieren, aber dann sollten wir nicht auf den gebuchten Sitzen mit extra Beinfreiheit landen, sondern mittendrin. Meine Laune war mäßig und dass bekam auch der Herr am Schalter mit. Kurz vor Boarding rief er uns nochmal aus und wir saßen zum Glück dann doch nebeneinander auf Sitzen, wo man die Beine lang machen konnte. Prima!
Leider aber war es im Flieger dann durchweg sehr laut und jemand hatte wohl Klimaanlage und Heizung verwechselt. Meine Smartwatch sagte mir nach der Landung dann auch, dass ich in dieser Nacht 20 Minuten geschlafen hätte. Gääääähn !
In Addis Abeba (eine riesige Stadt, wie man aus der Luft sieht) war es dann schon Morgen......


Bild in der Galerie

... und nach einigem Aufenthalt ging es weiter nach Windhoek. Dieser Flieger war zwar enger, aber ruhig und bestens klimatisiert. Beinfreiheit ist nicht alles war mein Fazit!
Am Flughafen in Windhoek fanden wir dann nach und nach unsere Mitreisenden. Das war nicht sehr schwer, denn es waren all die, die verloren herumstanden und als einzige noch nicht abgeholt worden waren.
Wer nämlich nicht auftauchte, war unser Guide.
Ein Anruf beim Reiseveranstalter brachte dann zum Glück Klarheit: Er steckte in einer Polizeikontrolle fest.
Also warteten wir eben ....


Bild in der Galerie

Und am Ende wurde alles gut, wir konnten unser 4 x 4 Reisemobil, einen umgebauten LKW besteigen, der uns durch saftig grüne Landschaft (viel Regen in letzter Zeit!) ....


Bild in der Galerie

..nach Windhoek brachte. Ins Elegant Guesthouse.


Bild in der Galerie

Adresse: Zieglerstraße 56. Obwohl die Deutschen den Namibiern in der Kolonialzeit viel angetan haben, wird hier noch viel Deutschtum gepflegt. Es gibt allüberall deutsche Straßennamen, Ortsnamen, deutsches Essen und sehr viele Namibier jeglicher ethnischer Zugehörigkeit sprechen fliessend deutsch.

Wir checkten also ein und bezogen erstmal unsere Zimmer


Bild in der Galerie
(Im Hintergrund seht ihr unser Fahrzeug)

Beim Einchecken hörte ich schon Rosenköpfchen hinter dem Haus rufen und als ich mit der Kamera wieder herauskam, flog ein kleiner Schwarm vorbei. Es sollte aber noch lange dauern, bis ich welche fotografieren konnte.
Auch eine hübsche männliche Agama planiceps sahen wir schon beim Aussteigen aus dem Auto vorbeihuschen.
Jetzt konnte ich grad noch in einen Kameldornbaum mit seine bizarren Früchten (sehen aus wie verpackte Goldsicheln aus Asterix) hineinhalten...


Bild in der Galerie

...und eine rufende Senegaltaube knipsen.


Bild in der Galerie

Dann mussten wir schon wieder los, denn es stand eine Stadtrundfahrt durch Windhoek auf dem Programm.
Davon erzähle ich aber dann beim nächsten Mal.
Für heute solls erstmal genug sein.
__________________
Viele Grüße

Ingo
____________________________
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Geändert von ingoKober (20.03.2023 um 13:05 Uhr)
ingoKober ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 18.03.2023, 21:28   #2
cat_on_leaf
 
 
Registriert seit: 31.07.2006
Ort: 56*
Beiträge: 2.992
Ich bin gespannt wie es weiter geht
__________________
Gruß


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Alt 18.03.2023, 21:59   #3
ingoKober

Themenersteller
 
 
Registriert seit: 14.06.2005
Ort: 64521 Groß-Gerau
Beiträge: 10.434
Mit etwas Stadt, viel Landschaft, tollen Wüstenansichten, aber auch viel Geviech, vom winzigen Wüstenkäfer über bunte Geckos und spektakuläre Gepardenaction bis hin zu den größten Elefanten der Welt ...und Apfelkuchen.
__________________
Viele Grüße

Ingo
____________________________
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Alt 19.03.2023, 06:10   #4
roadrunner56
 
 
Registriert seit: 14.01.2013
Ort: Aachen
Beiträge: 114
Auf den Namibiabericht habe ich schon gewartet und ich bin auch gespannt, wie es weitergeht.
Namibia steht bei mir fürs nächste Jahr auch wieder auf der Liste.

Viele Grüße
Peter
roadrunner56 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.03.2023, 13:38   #5
ingoKober

Themenersteller
 
 
Registriert seit: 14.06.2005
Ort: 64521 Groß-Gerau
Beiträge: 10.434
Weiter ging es fürs erste mit der genannten Stadtrundfahrt durch Windhoek. Windhoek heisst auf Afrikaans windige Ecke und verdankt das den heftigen Frühjahrswinden. Die Landeshauptstadt hat so ca 400 000 Einwohner. Niemand weiß es aber so ganz genau, da es keine Meldepflicht gibt. Großstädtisch wirkt es aber so gar nicht und man hat nach einer kurzen Rundfahrt tatsächlich alles wesentliche gesehen.
Das kommt allerdings auch daher, dass der allergrößte Teil der Bewohner in ehemaligen Townships und Blechhüttensiedlungen dicht gedrängt lebt, so dass für das westlich städtische Windhoek nur wenige von den 400 000 übrig bleiben. Diese Siedlungen sind allerdings keine Slums, nur eben nicht reich. Aber dazu später mehr. Die Ballung der Bewohner auf diese ausserstädtischen Zentren bewirkt einen sehr lebhaften Berufsverkehr aus vor allem Sammeltaxis, denn andere öffentliche Verkehrsmittel sind rar. So steht man morgens oder abends rasch mal im Pendlerstau.
Wie die meisten, begannen wir unsere Rundfahrt an der Christuskirche. Eine sehr deutsch wirkende, gut 100 Jahre alte Kirche der Windhoeker Gemeinde der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Namibia.


Bild in der Galerie

Einige von uns kauften einem netten Herrn geschnitzte Schlüsselanhänger aus Palmensamen ab. Ein Schlitzohr war das. Tina war stolz, ihn merklich heruntergehandelt zu haben, merkte aber erst später, dass sie dafür einen Anhänger bekommen hatte, auf dem bereits der Name Jaqueline eingeritzt war.


Bild in der Galerie

Im Kirchgarten entdeckte ich eine Mausvogelfamilie, Weissrücken Mausvögel, um genau zu sein. Der Jungvogel ist am dunklen Schnabel erkennbar.


Bild in der Galerie


Bild in der Galerie

Ich mag diese niedlichen akrobatischen Vögel, die ihren Namen durch ihre graue Grundfarbe und das mausartige huschen durchs Geäst erhalten haben.
Die Christuskirche gilt übrigens als Wahrzeichen der Stadt. Direkt gegenüber sieht man dann die Kaffeemaschine, sorry, ich meine das Independence Memorial Museum.


Bild in der Galerie

Es erinnert allerdings tatsächlich stark an genanntes Gerät. Nicht weit davon erhebt sich das bombastische SWAPO Hauptquartier. Die SWAPO, ursprünglich eine marxistisch orientierte Befreiungsbewegung stellt bekanntlich seit der Unabhängigkeit des Landes 1990 die Regierungen des Landes und erringt immer wieder deutliche Wahlsiege.


Bild in der Galerie

Nun fuhren wir am Parlamentsgebäude vorbei, dem sogenannten Tintenpalast. Ein typischer Kolonialbau noch aus der deutschen Zeit.


Bild in der Galerie

Der Name ist spöttisch gemeint und bezieht sich auf den hohen Tintenverbrauch der deutschen Bürokratie. Direkt gegenüber des Tintenpalasts stehen drei Statuen wichtiger namibischer Persönlichkeiten: Hosea Kutako in der Mitte, links davon Hendrik Samuel Witbooi und rechts Theophilus Hamuntubangela.
Hier zeige ich Hosea Kutako, einen Herrero Führer und Gründer der SWAPO. Heute wacht er darüber, dass im Parlamentsgebäude kein Blödsinn gemacht wird und seine drei Glanzstare unterstützen ihn dabei.


Bild in der Galerie


Noch ein kurzer Blick auf den alten Bahnhof…


Bild in der Galerie

Bevor wir unsere nächste Station erreichten, Katutura, wo wir auch einen kurzen Besuch bei Floyds Familie machten.
Katutura war früher ein Wohngebiet zur Rassentrennung.


Bild in der Galerie
Der Name kommt aus der Sprache der Herero und bedeutet wenig überraschend in etwa „der Ort, an dem wir nicht leben möchten“. Der Bürgermeister wollte damals nach südafrikanischem Vorbild aus Windhoek eine „weiße“ Stadt machen und die schwarzen Familien aus der Innenstadt entfernen. Früher war Katutura entsprechend ca 10 km von Windhoek entfernt. Heute gehen beide ineinander über. Damals wurde ein völlig neues Siedlungsgebiet mit Schulen, Krankenhäusern, Einkaufszentren und Erholungseinrichtungen aus dem Boden gestampft, um nicht berufstätigen Schwarzen keinen Anlass zu geben, das „weiße“ Windhoek zu betreten. Die Zwangsumsiedlung 1959 führte zum bekannten Aufstand bei der „Alten Werft“, der die Umsiedlung jedoch nicht verhindern konnte.
Heute ist das Leben in Katutura immer noch beengt, es wird aber seit der Unabhängigkeit aktiv an der Verbesserung der Infrastruktur und Versorgung gearbeitet. Deshalb wird Katutura jetzt manchmal halb scherzhaft als „Matutura“ „Ort an dem wir leben wollen“ bezeichnet. Wie schon gesagt, besuchten wir kurz den dort wohnenden Teil von Floyds Familie


Bild in der Galerie

….und dabei kam es auch zum obligatorischen Gruppenfoto, auf dem sich unsere Reisegruppe Euch mal vorstellt.


Bild in der Galerie

Eine kleine Nachbarin fand den Auflauf blasser Menschen offenbar recht faszinierend.


Bild in der Galerie

Abends besuchten wir dann Joes Beerhouse. Eine malerische Kneipe mit gutem Bier und Essen. Hier ein paar Eindrücke.


Bild in der Galerie


Bild in der Galerie


Bild in der Galerie


Bild in der Galerie

Auch vom Essen, das man sehr anschaulich erklärt bekam.


Bild in der Galerie

…Mahlzeit, war sehr lecker!

Das war also unser Anreisetag. Am nächsten Tag ging es dann auf in die Wüste. …
__________________
Viele Grüße

Ingo
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Kober? Ach der mit den Viechern!

Geändert von ingoKober (20.03.2023 um 13:07 Uhr)
ingoKober ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 19.03.2023, 17:03   #6
LucasMaria
 
 
Registriert seit: 09.05.2013
Ort: Iserlohn
Beiträge: 60
Danke, für den neuen Reisebericht. Ich werde nächstes Wochenende selber für drei Wochen nach Namibia, Botswana und Simbabwe fliegen. Deshalb werde ich die nächsten Tage besonders gerne mitlesen.

Gruß Benedikt
LucasMaria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.03.2023, 17:17   #7
ingoKober

Themenersteller
 
 
Registriert seit: 14.06.2005
Ort: 64521 Groß-Gerau
Beiträge: 10.434
Klasse ...wenn Du im vorab noch meine Erlebnisse aus Botswana und Simbabwe (plus Südafrika) lesen magst: Hier findest Du sie: https://www.sonyuserforum.de/forum/s...+afrika+tamron

Viele Grüße

Ingo
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Viele Grüße

Ingo
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Alt 19.03.2023, 17:26   #8
herbyp
 
 
Registriert seit: 15.01.2007
Ort: Münster
Beiträge: 238
a 7 R III Wüste, Tiere, Apfelkuchen. Ein Reisebericht aus Namibia

Hallo Lucas Maria, Eine evtl indiskrete Frage.
Fliegst Du zufälligerweise am 24.4 nach Windhoek?
Ich werde genau dann fliegen. Wäre doch lustig, wenn wir uns da zufällig über den Weg laufen. Ich reise übrigens mit Chamäleon .
Herby
herbyp ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.03.2023, 18:58   #9
peter2tria
Chefheizer
 
 
Registriert seit: 30.03.2015
Ort: Fürstenfeldbruck
Beiträge: 4.787
Cool Ingo,
da bin ich sehr gespannt.
__________________
So long
Peter

....ich administriere nicht, ich moderiere nur....
peter2tria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.03.2023, 19:49   #10
LucasMaria
 
 
Registriert seit: 09.05.2013
Ort: Iserlohn
Beiträge: 60
@ Danke Ingo für den Link. Das werde ich noch lesen.
@ Herby Ich komme schon am 15.04 zurück. Meine Reise mache ich mit World Insight
LucasMaria ist offline   Mit Zitat antworten
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