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Startseite » Forenübersicht » Kreativbereich » Fotostories und -reportagen » Gipfel, Grate, Gletscher: Saykogelüberschreitung 2018
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Alt 29.07.2020, 07:53   #11
Sir Donnerbold Duck

Themenersteller
 
 
Registriert seit: 16.01.2005
Ort: Pfinztal
Beiträge: 2.233
Hallo,

ne, da ist nichts, das ist wegloses Gelände, einsame Wildnis. Ob ich das so wieder machen würde, weiß ich nicht. Konditionell ist das schon extrem knackig, aber wenn man es vorher so plant, rechtzeitig aufbricht und mit den Kräften haushaltet, dann ist das meines Erachtens bis auf die Kreuzspitze schon machbar. Der Weg im Tal wirkt nicht so spannend und der Aufstieg vom Martin-Busch-Haus zur Kreuzspitze zieht sich dann schon sehr. Das ist an einem Tag sicher kaum machbar.

Wenn es nur bis zur Hütte gehen soll, dann ist der Weg im Tal sicher deutlich entspannter zu gehen.

Gruß
Jan
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Meine Homepage: http://www.klassischeyachten.de
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Alt 29.07.2020, 08:25   #12
TONI_B
 
 
Registriert seit: 13.12.2007
Ort: Ö; Deutsch-Wagram
Beiträge: 11.190
Ab einer gewissen Höhe bzw. Schwierigkeitsgrad sind sehr oft keine Wegmarkierungen mehr vorhanden. Oft gibt es dann "Stoanamandln", also mehr oder weniger deutlich erkennbare aufgeschichtete Steinpyramiden, die den Weg/Steig markieren. Sonst muss man sich halt den Weg selber suchen.

Vielleicht dazu eine kleine Geschichte: Als ich zum ersten Mal vor 16 oder 17 Jahren auf den Glockturm (3353m) wollte, gab es bis auf eine Höhe von ca. 2700m recht gute Markierungen, bis ca. 3000m die Stoanamandl und dann nichts mehr. Als ich einen Bergführer darauf ansprach, meinte er nur ganz trocken:"Woann du auf so an Berg aufi wüllst, muast da den Weg söba suachen!" (Muss ich jetzt deutsch Untertitel eiblenden? )
__________________
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Alt 30.07.2020, 09:33   #13
Sir Donnerbold Duck

Themenersteller
 
 
Registriert seit: 16.01.2005
Ort: Pfinztal
Beiträge: 2.233
Nein, das ist auch ohne Untertitel verständlich. In der Höhe sind manche Wege tatsächlich oft nicht angelegt und markiert, so dass man sich selber orientieren muss. Meist gibt es aber einen erkennbaren Steig oder Trittspuren, denen man folgen kann. Auf unserem Abstecher war aber gar nichts.

Weiter geht es mit Muskelkater...

3. Tag: Über das Ramoljoch zum Ramolhaus
Von wüstem Muskelkater in den Beinen geplagt quälen wir uns früh aus dem Bett. Heute steht wieder eine lange Tour an: über das Ramoljoch (3186 m) zum Ramolhaus (3006 m). Das Martin-Busch-Haus liegt zwar auf 2501 m, aber leider führt der Weg erstmal ins Tal hinab bis auf 2180 m, so dass laut Führer 1170 Höhenmeter auf uns warten. Mit den Beinen wird das ein Spaß. Aber erstmal genießen wir den morgendlichen Blick auf Hauslabkogel und Saykogel:

Bild in der Galerie

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Dann geht es los: kurz vor 7:00 laufen wir auf dem Fahrweg ins Tal los. Zum Warmwandern ist der Weg ok und er bietet immer wieder schöne Blicke auf die Hütte und die Mutmalspitze hinter uns.

Bild in der Galerie

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Dummerweise verpassen wir den nicht markierten Abzweig zum Ramoljoch erstmal und steigen etwas zu weit ab. Wir bemerken den Fehler aber halbwegs schnell, ärgern uns aber trotzdem, dass es nun über 1200 Höhenmeter werden... Und die haben es in sich, wie wir schnell merken.

Bild in der Galerie
Der schmale, erfreulich einsame Pfad variiert zwischen steil und sausteil. Ein Stück verläuft auf einem Moränenkamm schnurstracks in die Höhe und lässt uns in der Morgensonne ordentlich schwitzen. Bei den zahlreichen Schnaufpausen blicken wir immer wieder zurück. Die Wildspitze bietet einen imposanten Anblick. Unten im Tal verläuft der Weg vom Martin-Busch-Haus nach Vent, von dem wir abgezweigt sind. Wir haben schon erfreulich viel Höhe gemacht, aber das ist leider noch nicht mal die Hälfte des Anstiegs. Wir müssen noch in weitem Bogen auf den Grashang rechts im Bild. Dort geht es dann tatsächlich ein kurzes Stück flacher weiter.

Bild in der Galerie
Der Weg führt uns im Grasgelände in ein weiteres Tal und wir erblicken über einer unwirtlichen Hochgebirgslandschaft erstmals das Ramoljoch links neben dem Spiegelkogel (3424 m). Den haben wir uns für den nächsten Tag aufs Programm gesetzt.

Bild in der Galerie

Eine Trinkpause nutze ich für ein Wildspitzenporträt:

Bild in der Galerie

Der Weg ist steil, das Joch ist fern und die Beine tun immer noch weh, aber da müssen wir jetzt durch. Dafür ist die Landschaft grandios.

Bild in der Galerie

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Zum Schlussansteig zeigt uns der Weg dann nochmal, wie steil er sein kann, aber irgendwann ist es dann vollbracht und wir sind auf dem Joch.

Bild in der Galerie

Der Blick zurück:

Bild in der Galerie
Unten im Tal erkennt man den Weg zu den Rofenhöfen, wo wir vorgestern waren.
Der Blick nach vorne zeigt ein tolles Panorama: im Tal liegt die Langtalereckhütte, darüber sind die Seelenkögel, die Hochwilde und ums Eck winkt schon der Gurgler Ferner. Spektakulär!

Bild in der Galerie
Unten im Geröll sieht man auch schon den Weg zur Hütte. Wir rasten erstmal, bevor wir uns an den sehr steilen Abstieg machen:

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Links rückt nun der Nördliche Ramolkogel (3427 m) ins Bild, auf dem ich zwei Jahre zuvor stand. Der Anblick lässt mich etwas erschrecken, denn damals war da deutlich mehr Eis...

Bild in der Galerie

Und dann ist auch schon unser Ziel in Sicht, das fantastisch gelegene Ramolhaus:

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Der Blick von der Hüttenterrasse ist unglaublich eindrucksvoll:

Bild in der Galerie

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Nach dem Essen genießen wir den abendlichen Blick auf die Hochwilde (3480 m):

Bild in der Galerie

Gegenüber liegen die Seelenkögel in der Abendsonne. Auf dem rechten Gipfel, dem Hinteren Seelenkogel (3470 m), war ich zwei Jahre zuvor - auch eine schöne Tour!

Bild in der Galerie

Da es dann auf der Terrasse doch schnell kalt wird, verziehen wir uns in die Hütte und dann auch bald ins Bett.

Morgen geht es dann weiter...

Gruß
Jan
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Alt 30.07.2020, 14:17   #14
TONI_B
 
 
Registriert seit: 13.12.2007
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Beiträge: 11.190
Ich sehe schon: wenn ich im Oberinntal und Kaunertal alles gemacht habe, muss ich wohl in diese Gegend ausweichen! Schaut alles wirklich toll aus - bis auf die aperen, sterbenden Gletscher...
__________________

Geändert von TONI_B (30.07.2020 um 14:24 Uhr)
TONI_B ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.07.2020, 21:34   #15
Sir Donnerbold Duck

Themenersteller
 
 
Registriert seit: 16.01.2005
Ort: Pfinztal
Beiträge: 2.233
So geht es mir mit deinen Bildern auch - sehr interessante Anregungen für künftige Touren!

Gruß
Jan
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Alt 30.07.2020, 22:00   #16
Harry Hirsch
 
 
Registriert seit: 24.08.2014
Ort: Stuttgart
Beiträge: 2.998
Auch den dritten Tag deiner Tour hast du toll beschrieben und mit Aufnahmen hiterlegt, um die ich dich beneide!
__________________
Grüße Joachim
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Das Leben ist einfach...einfach zu schwer. Es wäre so einfach, wenn es einfacher wär' (Lindemann)
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Alt 01.08.2020, 12:03   #17
Sir Donnerbold Duck

Themenersteller
 
 
Registriert seit: 16.01.2005
Ort: Pfinztal
Beiträge: 2.233
4. Tag: Abstieg

Eigentlich war der Plan, heute den Hüttenberg, den Spiegelkogel (3424 m) zu bezwingen, mit dem ich noch eine Rechnung offen habe. Zwei Jahre zuvor hatte ich mich beim Aufstieg verfranst und bin umgekehrt. Leider tobt aber zum Frühstück ein heftiges Gewitter, es blitzt, schneit, stürmt und hagelt und wir sitzen auf 3000 m mitten drin. Ein tolles Spektakel! Den Spiegelkogel können wir vergessen... Auch am Nebentisch werden spontan die Pläne geändert, da steht morgens um halb neun schon die erste Flasche Wein auf dem Tisch. Das Wetter sieht aber auch eher arktisch aus:

Bild in der Galerie

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Auf dem Regenradar erspähen wir eine heranziehende Regenpause, die wir für den Abstieg nutzen wollen, so dass wir wenigstens die etwas hakeligeren ersten Höhenmeter direkt von der Hütte trocken absteigen können. Rutschig und unangenehm wird es dank Neuschnee und Matsch dennoch. Aber wir kommen relativ schnell hinab auf den etwas besser gangbaren Weg nach Hochgurgl und können den Blick in die Landschaft schweifen lassen - solange die Wolken es zulassen. Zu unserer Rechten sind es die Seelenkögel, die immer wieder unsere Blicke anziehen:

Bild in der Galerie

Unter uns liegt die Langtalereckhütte:

Bild in der Galerie

Im Tal liegt unser Ziel Hochgurgl. Eigentlich ein unschwieriger Weg, aber bei der Nässe und Rutschigkeit erfordert er schon Konzentration. Den Weg gehe ich nun schon zum zweiten Mal und auch schon zum zweiten Mal bei solchem Sauwetter. Das scheint da also immer so zu sein... (unvollständige Induktion)

Bild in der Galerie

Nach etwa drei Stunden haben wir es geschafft und sind halbwegs trocken im Tal. Mit dem Bus fahren wir nach Vent zurück, stärken uns mit einem Kaiserschmarrn und fahren wieder heim. Schön war's!

Ich hoffe, dass ihr auch ein bisschen Spaß hattet beim Lesen. Noch ein Wort zur Technik: ich hatte die A7 II mit dem 4/16-35, 4/24-70 und dem 4,5-5,6/70-300 G dabei. Gegenüber der A850-Ausrüstung eine große Gewichts- und Volumenersparnis!

Gruß
Jan
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Alt 01.08.2020, 15:20   #18
Reisefoto
 
 
Registriert seit: 10.11.2007
Ort: Region Karlsruhe
Beiträge: 7.270
Schöne Touren, aber man fühlt schon beim Mitlesen die Anstrengung!
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Demnächst: Fotoreise chilenisches Altiplano, Nordwest-Argentinien und Peru mit Stopover an den Iguazu-Wasserfällen. Termin: September/Oktober 2021

Einige meiner Bilder: Winter und Polarlicht Nordnorwegen 2016 . Australien . Von Kalifornien nach Montana . Grönland 2016 . Australien 2009 . Meine Homepage[/SIZE]
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Alt 01.08.2020, 15:28   #19
Dornwald46
 
 
Registriert seit: 09.07.2007
Ort: Karlsruhe
Beiträge: 3.795
Zitat:
Zitat von Sir Donnerbold Duck Beitrag anzeigen
Ich hoffe, dass ihr auch ein bisschen Spaß hattet beim Lesen. Jan
Sehr!
Geniesse noch die Bergluft, wenn Du wieder bei uns hier unten bist, kommst Du vielleicht noch mehr ins Schwitzen.
__________________
ALLES WIRD GUT!
freundliche Grüsse, Hermann
Dornwald46 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.08.2020, 16:32   #20
Sir Donnerbold Duck

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Registriert seit: 16.01.2005
Ort: Pfinztal
Beiträge: 2.233
Noch ein kleiner Nachschlag: wie ich daheim den Rucksack auspacke, fällt mir die Wanderkarte in Hände und ich betrachte erstmals das Titelbild der Karte genauer, die ich während der Tour oft in der Hand hatte. Es zeigt einen ansteigenden Weg mit einem Berg im Hintergrund. "Ach", denke ich mir, "das ist doch die Wazespitze im Kaunertal, den Weg bin ich doch schon gelaufen. Lustig, so ein Bild habe ich doch auch." Kurze Denkpause... "Das ist doch mein Bild??" Und siehe an, ein Blick ins Impressum zeigt mir: das ist mein Bild, das ich bei einer Stockagentur feilgeboten habe. Da habe ich also ein Cover und entdecke es nur zufällig. Ein nettes Schmankerl zum Abschluss der Tour.

Gruß
Jan
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