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#1 | |
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Themenersteller
Registriert seit: 02.04.2019
Ort: Lübeck
Beiträge: 1.339
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Zitat:
Bei den Nachzüglern ist es deutlich schwieriger, das Hauptmotiv auszumachen. Ist es die Eisenkonstuktion? Ist es das Farbspiel (spannend, dass die Backsteine, das Holz der Bänke und das oben im Dach quasi die gleiche Farbe haben)? Ist es die dort sitzende Person? Sind es die guten Vorsätze, nach denen der Kubus rechts fragt? Man weiß irgendwie nicht, wonach man schauen soll und schaut deswegen ein bisschen ziellos im Bild hin- und her. Hilfreich ist dabei auch nicht, dass die Glasfront so hell ist (im Vergleich zum Ursprungsbild). Mit Sicherheit wäre es anders, wenn die Person in meine Richtung sitzen würde. Aber so... hm... Ich will das Bild nicht schlecht machen. Tatsächlich bin ich überraschend zufrieden mit ihm (und auch mit der Entwicklung) und es ist auch ein Anwärter auf meine persönliche Jahresauswahl der Bilder, die mich zufrieden machen. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich mir das andere an die Wand hängen
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"Die ersten 10.000 Bilder sind die schlechtesten" - wahlweise Henri-Cartier Bresson, Jackson Pollock oder Helmut Newton zugeschrieben |
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#2 |
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Registriert seit: 20.10.2013
Beiträge: 2.136
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Spannende Bildbeschnitte, eine ebenso spannende Diskussion! Ich mag das Motiv und seine Bearbeitung, schaue mir gern Eisenkonstruktionen an.
Für mich unterscheidet sich das erste Motiv (sonnenbeschienene Bänke) fundamental in seiner Aussage von dem zweiten mit dem Menschen. Dazu jedoch später. Im Beschnitt des Goettingers stehe ich offensichtlich auf dem Bahnsteig gegenüber, dessen harte Kante mir signalisiert: Stopp! Nicht weiter! Zudem könnte jeden Moment ein Zug vorbeikommen, der mich vom Anzuschauenden abschneidet. Der von Unschärfe vorgeschlagene Beschnitt verändert das Foto tatsächlich sehr in seiner Wirkung auf mich: Hier werde ich eingeladen, "näherzutreten", mir Zeit zu lassen mit der Erkundung des Raums und seiner Strukturen. Das kommt daher, weil ich buchstäblich auf derselben Ebene wie die Bänke stehe. Da möchte ich die Einladung, die von dem Foto ausgeht, den Raum zu erkunden, gerne annehmen. Das Bild mit dem Menschen konfrontiert mich symbolisch mit einer Aussage: Der Mensch zwischen schönem Schein (Werbung) und rauer Realität (Abfallkörbe). Er wird nicht abgeholt, er kommt nicht weiter, gefährlich nahe ist er dem Abfall. Ob er noch den Ausweg findet? Zwei wirklich interessante Fotos, wert der Beschäftigung mit ihnen! Viele Grüße Mainecoon
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Zur Demokratie gibt es keine Alternative. |
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#3 | |
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Registriert seit: 17.01.2024
Beiträge: 139
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Zitat:
Das mußt Du doch auch, es ist schließlich Dein Bild :-) Inhalte: Jetzt kratzt Du aber zart an meiner Oberflächlichkeit - ich bin ja schon zufriedenzustellen, wenn mir ein Bild einfach nur gefällt. Genau, die Farbe transportiert hier Einiges, deswegen sehe ich mir Farbbilder auch gerne mal in S/W an, das offenbart zuweilen reale Formensprache und Inhalte. In Farbe sehe ich einen hübschen Bahnhof, also Architektur, und die Bänke. Bahnhofskultur. Mir reicht das so, inhaltlich. Auf den 2.Blick zeigt sich die ungewohnte Leere ( ein ganz dramatischer Inhalt!), und die kann mich beschäftigen, wenn ich die Hintergründe nicht kenne. Die Leere scheint mir trotz der Andersartigkeit noch stimmig - es ist ja auch genau diese Leere, die Dich das Bild machen ließ. In S/W hab ich tatsächlich wieder vorwiegend die Bank, und bekomme zugleich negative Assoziationen: Corona, Leere/Wegschluß. Eine schöne Idee wäre vielleicht, den Bahnhof in einer Serie und vom gleichen Standpunkt aus Stück für Stück wieder zu beleben, fällt mir grad so auf. Geändert von Unschärfe (28.01.2024 um 18:21 Uhr) |
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