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#1 |
Registriert seit: 30.03.2010
Ort: Sonneberg
Beiträge: 2.225
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Na hier geht aber was durcheinander. Gerade bei "schlechtem" Licht hättest Du die Blende weiter aufmachen sollen.
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Gruß André |
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#2 |
Themenersteller
Registriert seit: 06.09.2013
Ort: Wien
Beiträge: 88
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Habe von diesem Glas-Bild Serie ~20 Bilder gemacht, viele mit unterschiedlichen Einstellungen. Werde mir die anderen nochmals ansehen und die Einstellungen vergleichen.
Vielleicht bringe ich da was durcheinander. Danke für die Tipps.
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Schöne Grüße aus Wien |
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#3 |
Registriert seit: 01.04.2008
Ort: Drabenderhöhe
Beiträge: 10.672
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Naja, bei Blende f/32 hast Du 8 sec und ISO 80 belichtet.
Bei diesen Kombinationen wäre das Bild genauso hell geworden, aber die Schärfentiefe jedesmal ein wenig knapper: f/22 - 4 sec f/16 - 2 sec f/11 - 1 sec f/8 - 1/2 sec f/5,6 - 1/4 sec f/4 - 1/8 sec f/2,8 - 1/15 sec Studiere diese Reihe, dann wirst Du sehen, dass es dort gegenläufige Regelmäßigkeiten gibt. Das Schließen oder Öffnen der Blende um einen vollen Wert verändert die Blendenzahl um den Faktor √2. Das bedeutet, die Lichtöffnung hat jeweils die halbe/doppelte Fläche, und dementsprechend wird die Belichtungszeit gegenläufig verdoppelt/halbiert. Das gilt, solange der ISO-Wert konstant bleibt. Bei doppeltem ISO-Wert halbieren sich die Belichtungszeiten. Bei noch mehr ISO werden die Zeiten noch kürzer. Um das Bild heller oder dunkler zu machen, brauchst Du nur einen dieser Werte zu ändern. Wenn Du den Zusammenhang einmal begriffen hast, kannst Du mit diesen 3 Werten jonglieren, wie Du willst. Wenn Du immer 2 Werte gegenläufig änderst, erhältst Du immer ein Bild, das genauso viel Licht bekommt. Nur wirken sich alle 3 Einstellmöglichkeiten anders auf das Bild aus. - Eine höhere ISO-Einstellung macht den Sensor (scheinbar) lichtempfindlicher. In Wirklichkeit werden die Lichtsignale rechnerisch verstärkt. Der Vorteil dieser Methode ist, dass man mit kürzeren Belichtungszeiten auskommen kann, wenn man z.B. kein Stativ verwenden kann. Der Nachteil ist, dass nicht nur das Bild, sondern auch seine Fehler verstärkt werden. Daher kommt das sogenannte Rauschen, das Bild erscheint also sehr grieselig und fleckig. Deshalb sollte man mit hohen Isowerten nicht über ein erträgliches Maß hinausgehen. - Die Belichtungszeit kann man von sehr lang bis sehr kurz einstellen. Bei unbewegten Motiven und bei Verwendung eines stabilen Stativs auf ruhigem Boden ist die Belichtungszeit völlig egal. Man sieht so einem Bild nicht an, ob es 30 sec oder 1/4000 sec belichtet wurde, solange die anderen Parameter für eine ausgewogene Belichtung sorgen. Lange Belichtungszeiten werden zum Problem, wenn sich das Motiv bewegt. Dieses Motiv wird dann verwischt und unscharf abgebildet, während die unbewegten Motive scharf bleiben. Lange Belichtungszeiten kann man auch nicht gut freihändig fotografieren, denn niemand kann eine Kamera so lange regungslos stillhalten. Ohne Stativ führen lange Belichtungszeiten zu verwackelten Bildern. Wo die Grenzen liegen, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Wenn man seine Kamera beherrscht, kann man diese Regeln gezielt einschränken, und die Bewegung als gestalterisches Mittel einsetzen. Dann sollte man aber genau wissen, wie man die Zeiten dosiert, und wann es für das Motiv förderlich ist. - Bleibt noch die Blende. Ich nenne sie zwar hier zuletzt, aber sie ist für die Bildgestaltung oft wichtiger als die anderen Einstellungen. Die Blende regelt durch ihre Öffnungsfläche nicht nur den Lichtanteil, der auf den Sensor gelangen kann, sondern sie ist für den Fotografen eines der Mittel, um die Ausdehnung der Schärfentiefe zu bestimmen. Es gibt Motive, die sollen scharf werden, wobei der Hintergrund jedoch in sahniger Unschärfe verschwimmen soll (z.B. Porträts). Andere Bilder sollen dagegen möglichst viele Details in aller Deutlichkeit zeigen (z.B. Produktfotos oder Landschaftsaufnahmen). Der Blendenwert ist nichts anderes als das Verhältnis der Lichtöffnung zur Brennweite. Nehmen wir als Beispiel ein 100mm-Objektiv. Bei Blende f/2 wäre der Durchmesser 50 mm, bei Blende f/8 nur 12,5 mm, und bei f/22 nur knappe 5 mm. Die größte Öffnung lässt das meiste Licht durch, und sorgt für kurze Belichtungszeiten. Der Schärfentiefebereich ist dabei nur sehr klein. Wieviel das genau ist, hängt auch von der Brennweite, der Sensorgröße und einigen anderen Faktoren ab. Je weiter man die Blende schließt, um so mehr wächst der Schärfentiefebereich. Es gibt allerdings das Phänomen, dass ein Lichtstrahl beim Auftreffen auf eine (Blenden-)Kante gebeugt wird, und auf dem Sensor einen Unschärfekreis erzeugt. Je weiter die Blende geschlossen ist, um so größer ist der Kantenanteil im Verhältnis zur Durchlassfläche. Die Beugungsunschärfe nimmt also zu, je weiter die Blende geschlossen wird. Nun arbeiten zwei Kurven gegeneinander. Die Schärfentiefe nimmt zu, und die Beugung macht das Bild wieder unschärfer. Dazwischen gibt es einen Punkt, an dem die optimale Schärfe erreicht wird, die sogenannte förderliche Blende. Dieser Punkt hängt von mehreren Faktoren ab, und befindet sich grob gesagt im mittleren Blendenbereich eines Objektivs. Bei hochauflösenden Kameras auch schon im weiter geöffneten Bereich. Sowas muss man nicht berechnen können, aber man sollte darum wissen, um erklären zu können, dass ein Bild mit f/32 nicht die Schärfe erreichen kann wie bei f/5,6. Das Fotografieren mit völlig geöffneter Blende ist ebenso nicht immer empfehlenswert, weil (insbesondere preisgünstige) Objektive in diesem Bereich weicher zeichnen als wenn man die Blende um 1-2 volle Werte schließt. Mit der Zeit lernt man seine Objektive kennen, und weiß, bei welcher Blende sie so abbilden, wie man es gerne haben möchte. Das geschieht jedoch nicht automatisch, sondern nur, wenn man bewusst auf diese Feinheiten achtet, und sich durch Blendenreihen die Unterschiede vor Augen führt. Ich hoffe, dass Du Dich von so viel Text nicht erschlagen fühlst. Lies diese Abschnitte ruhig mehrmals, und versuche sie Punkt für Punkt nachzuvollziehen. Da steckt eine Menge Grundwissen drin, das Dir später helfen wird, Deine Motive mit den optimalen Einstellungen aufzunehmen. Viel Spaß beim Lernen und Ausprobieren!
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Gruß Gottlieb Geändert von der_knipser (11.09.2013 um 22:17 Uhr) |
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#4 |
Registriert seit: 03.09.2011
Ort: Groß-Gerau
Beiträge: 1.161
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Bei Motiven wie dem Weinglas lohnt es sicher, den Hintergrund direkt anzublitzen sowie rechts und links des Glases, aber außerhalb des sichtbaren Bereiches zwei schwarze "Reflektoren" zu platzieren. Die zeichnen quasi die Ränder des Glases schwarz nach.
Für die Flüssigkeit würde ich mit echtem Rotwein (ganz schwarz-rot oder bläulich-rot) oder mit dem Saft der Roten Bete experimentieren. Grüße Steffen |
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#5 |
Registriert seit: 04.10.2003
Ort: d-köln
Beiträge: 5.307
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Hallp Gottlieb !
Dein Artikel über Grundbegriffe der Fotografie (so nenne ich deinen Kommentar) Ist so gut und verständlich geschrieben, daß man ihn in das Forumwicki (gibt es das?) aufnehmen solte. HANS |
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#6 |
Registriert seit: 01.04.2008
Ort: Drabenderhöhe
Beiträge: 10.672
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Danke Hans. Das gab es mal, ist aber mangels Interesse eingeschlafen und nicht wiedererweckt worden. Ist aber nicht schlimm. Frische Texte lesen sich auch gut.
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Gruß Gottlieb |
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#7 |
Themenersteller
Registriert seit: 06.09.2013
Ort: Wien
Beiträge: 88
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@der_knipser:
Nein, ich fühle mich vom Text nicht erschlagen ![]() Die Verhältnisse von ISO, Blende und Verschlusszeiten müssen ins Blut. @SteffDA: Roterrübensaft ist eine gute Idee! Ja, das mit den schwarzen Reflektoren habe ich im Nachhinein gelesen, damit die Kanten des Glases betont werden.
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Schöne Grüße aus Wien |
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#8 |
Themenersteller
Registriert seit: 06.09.2013
Ort: Wien
Beiträge: 88
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Also, nachdem ich einige Bilderserien mit Blenden, ISO und Verschlusszeiten hinter mir habe und schön langsam das Gefühl dafür bekomme, habe ich mich nochmals an das Weinglas herangetraut:
Mit neuem Licht und schwarzen Begrenzer links und rechts: -> Bild in der Galerie Ihr könnt sagen was Ihr wollt, mia gfoits ![]() ![]() Aber jetzt im Ernst: Im Beispiel hier: -> Bild in der Galerie sind noch Kerzen im unteren Bildrand. Wenn ich nun davon ausgehe, dass ich die Kerze ca. 700 bis 1000 ms an einen Platz lasse und sie dann weiterschiebe, dann benötige ich ca. 6 bis 7 Sek (ja, ich habe eine unregelmäßige und langsame Reaktion). Wenn ich nun im Modus S auf diese 6 Sekunden stelle, dann ergibt sich die Blende 32 automatisch. Ok, dachte ich mir. Es gibt ja noch den ISO Wert (lt. Beitrag vom 'der_knipser'). ... Bei doppeltem ISO-Wert halbieren sich die Belichtungszeiten... Ergo, wenn ich die Belichtungszeit verdopple dann halbiert sich der ISO. Aber irgendwann steht man bei 50 ISO an, da geht nix mehr. Und jetzt in den M Modus da ich ja die Blende verändern muss - 32 ist hier eine Böse Zahl. Aber alles darunter macht das Weinglas fast unsichtbar, da überbelichtet. Wie fotografiert man jetzt so ein Weinglas mit Kerzen? Dankbar für jedes Feedback.
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Schöne Grüße aus Wien |
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#9 |
Registriert seit: 13.10.2007
Ort: 64***
Beiträge: 1.689
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![]() Steffen
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"Unwissenheit ist die Mutter aller Abenteuer" Hägar der Schreckliche |
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#10 |
Registriert seit: 03.09.2011
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