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Startseite » Forenübersicht » Treffpunkt » Die Glaskugel » Was kocht in der Gerüchteküche?
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Alt 02.12.2025, 11:29   #1
DerGoettinger
 
 
Registriert seit: 02.04.2019
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Beiträge: 1.356
Zitat:
Zitat von CP995 Beitrag anzeigen
Seit es die kompakte A7c Reihe gibt, macht APS-C noch weniger Sinn und kompakte KB Linsen mit AF liefern mittlerweile die Chinesen.
Das ist leider mal wieder ein sehr eingeschränkter Blick auf die Situation, weil er random irgendwelche "Käufer" in den Blick nimmt, gleichzeitig aber anzweifelt, dass diese "Käufer" (wer immer sie sind) gar kein Interesse an diesem Produkt haben.

Die Antwort ist - leider - vielschichtiger.
Setzt Euch, nehmt Euch 'n Tee, wir nerden uns 'rein.

Es geht zum einen um Marktanteile insgesamt. Man kauft keine Kamera, sondern man kauft ein System. Wenn ich eine Canon-Kamera kaufe, kaufe ich nicht nur das Gehäuse, sondern binde mich auch an das Canon-System mit seinem Bajonett und den verfügbaren Objektiven. Wenn ich eine Fuji kaufe, binde ich mich an das Fuji-System usw. Es geht also nicht einfach nur stumpf darum, Kameragehäuse zu verkaufen, sondern Menschen das System schmackhaft zu machen. Und das geht eben in vielen Fällen (nicht in allen) über den Preis.

Sonys günstigste VF-Foto-Kamera ist die a7C, die von Sony aktuell für 1.699,- € *) verkauft wird. Für den reinen Body. Ohne Objektiv. Ohne irgendein sonstiges Zubehör. Die a6400-Gehäuse verkauft Sony aktuell für 849,- €. **) Das ist mal ziemlich exakt die Hälfte. Für Gelegenheitsknipser, die ein bisschen ambitionierter sind und einfach nur ein bisschen mehr haben wollen als das Handy, ist das extrem viel Geld. Selbst wenn man das 18-135 noch mit dazunimmt, liegt man mit 1.249,- € noch deutlich drunter und hat noch Luft für ein weiteres Objektiv. APS-C-Kameras neben Vollformat-Kameras anzubieten erlaubt also, weitere Preisregionen abzudecken und das eigene System attraktiver zu machen. Schon deshalb kommt kommt Sony um APS-C nicht herum. Vor allem auch, weil APS-C heute qualitativ kaum noch schlechter ist als Vollformat (sieht man ja auch an den MFT-Kameras, die sich ja auch alle stabil am Markt halten, obwohl der Sensor noch kleiner ist).

Aber nur eine Kamera lohnt sich nicht, sondern das funktioniert (auch finanziell) erst, wenn man einzelne Komponenten mehrfach verwenden kann. Auch wenn sich vieles natürlich aus dem Vollformat portieren lässt: Nur für eine Kamera lohnt sich der ganze Entwicklungsaufwand für APS-C-Objektive nicht, auch nicht für Dritthersteller. Und Sigma, Tamron und die anderen Hersteller haben sich ja auf Sonys APS-C-Bereich eingestellt. Die werden sicher nicht erfreut sein, wenn Sony den APS-C-Bereich einstellt, und Sony das an anderer Stelle merken lassen.

Also kommt Sony schon deshalb nicht darum herum, zumindest einen kleinen APS-C-Mikro-Kosmos mit mehreren Kameras aufrecht zu erhalten. Zwei ist vielleicht ein bisschen dünn, vier ist vielleicht ein bisschen zu ambitioniert. Drei ist also durchaus vertretbar. Die Frage ist also, wie man diese Kameras positioniert.

Bisher hatte Sony eine rein "vertikale Diversifikation": die a6100 ist die einfachste, die a6700 die beste, die a6400 liegt dazwischen. Das kann Sony natürlich so weiterführen, aber wir sehen an der a6100, dass das heute irgendwie nicht mehr so richtig funktioniert. **)

Aber was funktioniert ist eine Mischung aus vertikaler und horizontaler Diversifikation, wie wir es im Vollformatbereich von Sony sehen und wo verschiedlich mehrere "Kameraarten" nebeneinander stehen. Preislich z.B. gibt es zwischen einer a7SIII und einer a7RV kaum Unterschiede, aber beide haben ein extrem unterschiedliches Profil. Wir haben die verschiedenen "C"-Modelle, die sich "neben" den "normalen" Modellen in den großen Gehäusen einsortieren (die a7CR ist teurer als die a7IV). Gleichzeitig haben wir auch die klassische vertikale Diversifikation "a7 < a9 < a1". Und diese "Diversifikation in alle Richtungen" funktioniert ganz gut. Das könnte man "im Kleinen" auch im APS-C-Bereich machen. Verschiedendlich wird ja immer wieder der Wunsch nach einer APS-C-Kamera in einem großen Gehäuse gefordert. Ich will das nicht bewerten, aber Fakt ist, dass es Möglichkeiten für eine bessere Profilierung der APS-C-Kameras gibt als nur "gut - besser - topp".

Und eine ganz andere Sache darf man nicht außer Acht lassen, die wir typischerweise nicht auf dem Schirm haben: Sony ist einer der größen Sensoren-Entwickler. Viele Sony-Sensoren werkeln auch in Kamerasystemen anderer Hersteller. Sony ist also in der Situation, per se auch APS-C-Sensoren zu entwickeln. Ergibt es Sinn, nur die Sensoren zu entwickeln, aber dann keine eigenen Erfahrungen damit zu machen, sondern ausschließlich auf Basis externer Rückmeldungen diese weiterzuentwickeln? Aus meiner Sicht nicht wirklich. Sony hat ein Eigeninteresse daran, eigene Erkenntnisse aus der praktischen Anwendung von APS-C-Sensoren zu gewinnen (z.B. weil schnellerer und unverfälschterer Informationsrückfluss). Und das geht nur, wenn man auch eigene Produkte anbietet, in denen APS-C-Sensoren verbaut sind - womit wir wieder bei Synergien sind, weil natürlich viele Entwicklungen, die für APS-C-Kameras notwendig sind, eh schon vorhaben sind, weil man sie auch für die Vollformat-Kameras braucht.

Wenn Du also fragst ...,
Zitat:
Zitat von CP995 Beitrag anzeigen
Für wen denn?
... dann lautet die Antwort: für sich selbst, aus Eigeninteresse,
  • weil APS-C einen Einstieg in den Sony-Kosmos erlaubt, der noch einmal deutlich günstiger ist als der über die günstigste Vollformat-Kamera, und
  • weil Sony ein Eigeninteresse daran hat, unmittelbar eigene Erfahrung in der praktischen Anwendung von APS-C-Sensoren in Fotokameras zu sammeln
Rechnet man das alles zusammen, landet man schnell bei einem APS-C-Kosmos mit einer "günstigen" Einstiegskamera unter 1.000,- € und zwei höherwertigen Kameras, die sich vor allem dadurch auszeichnen, dass sie ein erkennbar unterschiedliches Profil haben und nicht nur "die eine ist besser, die andere ist noch bessererer", beide preislich angesiedelt oberhalb der günstigsten Vollformat-Kamera, aber noch unter einer aktuellen a7.


*) Ich nehme hier ausdrücklich die Preise von der Sony-Homepage und nicht die Marktpreise, weil nur so eine wirkliche Vergleichbarkeit möglich ist. Dass die tatsächlichen Marktpreise häufig niedriger sind und Sony dieses mit diversen Cash-Back-Aktionen noch unterstützt, ist nett für den Käufer, erlaubt aber keine echten Vergleiche.

**) Hinweis: die a6100 ist auf der Sony-Homepage aktuell gar nicht verfügbar, egal in welcher Konfiguration.
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"Die ersten 10.000 Bilder sind die schlechtesten" - wahlweise Henri Cartier-Bresson, Jackson Pollock oder Helmut Newton zugeschrieben
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Alt 02.12.2025, 11:41   #2
embe
 
 
Registriert seit: 11.02.2013
Ort: Südbaden
Beiträge: 6.608
Zitat:
Zitat von DerGoettinger Beitrag anzeigen
....

**) Hinweis: die a6100 ist auf der Sony-Homepage aktuell gar nicht verfügbar, egal in welcher Konfiguration.
Hmmm?

→ Bild in der Galerie
__________________
Viele Grüße,
Michael

Do what you can, with what you've got, where you are.
Bill Widener, of Widener Valley, Virginia, as quoted by Theodore Roosevelt in 'An Autobiography'
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Alt 02.12.2025, 12:08   #3
charlyone
 
 
Registriert seit: 10.05.2012
Ort: Ba-Wü, bei Pforzheim
Beiträge: 660
Zitat:
Zitat von embe Beitrag anzeigen
Hallo,

nur welcher informierter Nutzer würde diese "alte" Kamera 6100 oder 6100A kaufen?
Gerade entdeckt ist selbst embe nicht von dieser überzeugt:

https://www.sonyuserforum.de/forum/s...d.php?t=205132

Für 100 Euro gibt es doch schon eine aktuellere und auch bessere, dabei könnte man auch auf
Angebote z.B. Black Friday oder gebrauchte zurück greifen!

Von @CP995: Dies sehe ich nicht! Der einzige Grund ist, daß in Asien halt die kleinen Bodies sehr beliebt sind und solange dieser Markt dort noch existiert, werden sie ab und an mal ein APS-C Modell bringen.
Ansonsten verhalten sich die großen Drei (Canon, Sony, Nikon) absolut gleich, was das Desinteresse an APS-C betrifft.

Erstmal richtig der Asienmarkt.
Auch das Zubehör (Objektivpark) für Vollformat ist einfach preislich höher angesiedelt ...
Man darf nie die Einstiegsmotivation solch einer APS-C Kamera vergessen. Viele probieren erstmals aus oder haben einfach plötzlich Spaß am Fotografieren und steigen dann auf Vollformat um!
Einfach abwarten was passiert und weniger spekulieren!

Mir persönlich ist das Vollformat zu schwer und zu teuer!
Wünsche niemanden Rücken- und Knieprobleme.

Viele Grüße
Charly
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Alles gut mit E-Mount APS-C!
Küchenchef in einem Restaurant: "Ihre Fotos gefallen mir - Sie haben bestimmt eine gute Kamera." Helmut Newton (nach dem Essen): "Das Essen war vorzüglich - Sie haben bestimmt gute Töpfe."
Helmut Newton, Fotograf

Geändert von charlyone (02.12.2025 um 12:31 Uhr)
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Alt 02.12.2025, 13:47   #4
embe
 
 
Registriert seit: 11.02.2013
Ort: Südbaden
Beiträge: 6.608
Zitat:
Zitat von charlyone Beitrag anzeigen
Hallo,

nur welcher informierter Nutzer würde diese "alte" Kamera 6100 oder 6100A kaufen?
Gerade entdeckt ist selbst embe nicht von dieser überzeugt:

https://www.sonyuserforum.de/forum/s...d.php?t=205132

Für 100 Euro gibt es doch schon eine aktuellere und auch bessere, dabei könnte man auch auf
Angebote z.B. Black Friday oder gebrauchte zurück greifen!
...
Selbst ich,
Die Kamera ist gut, es gibt aber besser ausgestattete Modelle für dann auch mehr Geld (Binsenweisheit! )

Ich spendiere Deinem Satz oben ein 'mehr', sonst will ich jetzt sofort den link zum 100 Euro-Angebot für die A6400 haben....

Wenn ich es so sehen will, hat meine A7m3 eine zu geringe Auflösung, einen zu lahmen AF, keinen Flip-Dreh-Monitor und eine viel zu niedrige Serienbildrate....
trotzdem fotografiere ich gerne mit ihr.
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Viele Grüße,
Michael

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Alt 02.12.2025, 11:57   #5
usch
 
 
Registriert seit: 16.08.2010
Beiträge: 19.378
Zitat:
Zitat von DerGoettinger Beitrag anzeigen
**) Hinweis: die a6100 ist auf der Sony-Homepage aktuell gar nicht verfügbar, egal in welcher Konfiguration.
Logisch. Die 6100 ist ja Anfang des Jahres durch die 6100A ersetzt worden.
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usch ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 02.12.2025, 12:06   #6
CP995
 
 
Registriert seit: 21.10.2004
Beiträge: 3.681
Zitat:
Zitat von DerGoettinger Beitrag anzeigen
...
Sonys günstigste VF-Foto-Kamera ist die a7C, die von Sony aktuell für 1.699,- € *) verkauft wird. Für den reinen Body. Ohne Objektiv. Ohne irgendein sonstiges Zubehör. Die a6400-Gehäuse verkauft Sony aktuell für 849,- €. **) Das ist mal ziemlich exakt die Hälfte...
Das kann man nicht vergleichen denn die A6400 hat keinen IBIS. Also bitte den Preis der A6700 nehmen!

Zitat:
Zitat von DerGoettinger Beitrag anzeigen
...Und es gibt noch viel mehr Gründe, warum Sony den APS-C-Bereich am Leben halten wird/muss...
Die sehe ich nicht! Der einzige Grund ist, daß in Asien halt die kleinen Bodies sehr beliebt sind und solange dieser Markt dort noch existiert, werden sie ab und an mal ein APS-C Modell bringen.
Ansonsten verhalten sich die großen Drei (Canon, Sony, Nikon) absolut gleich, was das Desinteresse an APS-C betrifft.

Sony verkauft APS-C solange es sich für die Kamera Division noch lohnt, ganz einfach!
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Alt 02.12.2025, 12:24   #7
charlyone
 
 
Registriert seit: 10.05.2012
Ort: Ba-Wü, bei Pforzheim
Beiträge: 660
Zitat:
Zitat von CP995 Beitrag anzeigen
Das kann man nicht vergleichen denn die A6400 hat keinen IBIS. Also bitte den Preis der A6700 nehmen!
Der Preis liegt Dank Black Friday bei ca. 1100.- Euro inkl. Cashback!

Viele Grüße
Charly
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Alt 02.12.2025, 13:12   #8
DerGoettinger
 
 
Registriert seit: 02.04.2019
Ort: Lübeck
Beiträge: 1.356
Zitat:
Zitat von CP995 Beitrag anzeigen
Das kann man nicht vergleichen denn die A6400 hat keinen IBIS. Also bitte den Preis der A6700 nehmen!
Ernsthaft? Was hat der Stabilisator mit der Sensorgröße zu tun? Und warum soll man die a6400 nicht nehmen, wenn sie doch als Einsteigerkamera unter 1.000,- € propagiert wird (im Vergleich zur a6100A - ja, ich lerne - ist der Preisunterschied ja nun wirklich nur marginal, die Leistungsunterschied aber durchaus signifikant)? Hey, man kann sich für unter 1.000,- € ins System einkaufen. Darum geht es. Das Argument "hat keinen IBIS" erschießt sich mir nicht.

Zitat:
Zitat von CP995 Beitrag anzeigen
Ansonsten verhalten sich die großen Drei (Canon, Sony, Nikon) absolut gleich, was das Desinteresse an APS-C betrifft.
Aber alle drei haben APS-C-Systeme. Immer noch. Und Canon wird sich daraus nicht zurückziehen, gerade weil es das RF-Bajonett für Drittanbieter von APS-C-Objektiven inzwischen geöffnet hat. Du magst es "Desinteresse" nennen, aber Canon stärkt damit seine APS-C-Kameras. Warum? Um über die höhere Attaktivität mehr Marktanteile auch in diesem Bereich zu gewinnen. Was wird wohl die Reaktion von Sony sein? Doch sicher nicht "wir ziehen uns aus diesem Markt zurück und bieten zukünftig keine Kamera mehr unter 1.000,- € an".

Zitat:
Zitat von CP995 Beitrag anzeigen
ganz einfach!
Wenn Du Dir die Welt einfach machen möchtest, dann darfst Du das. Mich überzeugt das nicht.
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DerGoettinger ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.12.2025, 13:57   #9
Dirk Segl
 
 
Registriert seit: 05.05.2017
Beiträge: 3.745
Zitat:
Zitat von DerGoettinger Beitrag anzeigen
----------Hey, man kann sich für unter 1.000,- € ins System einkaufen. Darum geht es. Das Argument "hat keinen IBIS" erschießt sich mir nicht.
------.
Warum wird auf der einen Seite immer diese 1000.- Euro Grenze bei Kameras genannt und auf der anderen Seite wird von Systemen (Kamera + Objektiv) gesprochen ?

APS-C verliert immer mehr an Boden, da die Entwicklung kleiner KB Systeme, die A7C wurde ja schon erwähnt, Fahrt aufgenommen hat.

Grade dadurch, daß Dritthersteller für Sony massig sehr gute und günstige KB-Objektive auf den Markt werfen, macht APS-C grade bei Sony kaum noch Sinn.
Bei APS-C fehlen oft die Alternativen in Bezug auf die Objektive da man immer den Cropfaktor berücksichtigen muss.
Da schneide ich mir bei APS-C den Weg ab und zahle später doppelt, wenn ich dann doch eine andere Kamera benötige.

Da nehm ich mir ne A7C für 1399.- bei Otto und ein feines superleichtes Viltrox/Samyang und fertig ist die Butter.

Die Sensoren werden eh für KB entwickelt und somit wird es für Sony sogar günstiger einfach ein paar mehr herzustellen und diese in kleine vorhandene Gehäuse zu packen.

Mit der A7C kann man sehr günstig in die Welt der Genussfotografie einsteigen:
- Bessere Bildqualität
- höherer Dynamikumfang
- IBIS
- TOP AF
-..........

Da passt auch das Verhältnis Preis-Leistung für das System.

Die 6600 haben wir nur angeschafft für Makro in Verbindung mit hoher Akkulebensdauer und tollem AF und weil es sehr gut mit dem leichten Tamron Makro 90mm für A-Mount zusammenarbeitet (inkl. DMF).
Und für den Mond als Crop für das 100-400 inkl. 1,4erTC weil es einfach schon da war.

Für Landschaft/Street/Mond/Familienfeier/Astro/etc. würde ich immer auf den KB-Sensor setzen, weil er einfach besser ist in allen Belangen und vor allen Dingen bezahlbar.

APS-C wird wie schon erwähnt so lange laufen, wie es rentabel ist, aber der Weg geht Richtung KB bzw. Mittelformat.

Also ist die 1000.- Euro Grenze nur für eine Kamera einfach willkürlich aus der Luft gegriffen, um ein Thema in eine vorhersehbare Richtung zu lenken.

Grüße !!
Dirk
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Dirk Segl ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.12.2025, 16:04   #10
DerGoettinger
 
 
Registriert seit: 02.04.2019
Ort: Lübeck
Beiträge: 1.356
Zitat:
Zitat von Dirk Segl Beitrag anzeigen
Warum wird auf der einen Seite immer diese 1000.- Euro Grenze bei Kameras genannt und auf der anderen Seite wird von Systemen (Kamera + Objektiv) gesprochen ?
Weil es seine wichtige verkaufspsychologische Grenze ist. Es gibt derer mehrere.

Wir lesen zum Beispiel Zahlen von links nach rechts, weshalb wir auf die Zahl an der ersten Stelle natürlich zuerst aufmerksam werden. Und es macht psychologisch einen extremen Unterschied, ob eine Zahl mit "3" oder mit "2" anfängt. Oder anders: von 301 € zu 300 € spüren wir kaum eine Ersparnis, aber von 300 € zu 299 € schon.

Noch krasser wird es, wenn dann auch noch die "Stellen-Grenze" kommt. Wenn der Mensch irgendwo hinsieht, dann passiert das evolutionsbedingt quasi in mehreren Schritten. Zuerst sieht er die Konturen. Die lassen sich ganz schnell erfassen und auf "Gefahr/Nichtgefahr" hin überprüfen. Dann verfeinert er den Blick im Sinne von "Mensch/Tier/Pflanze" (also im Prinzip eine Feinkategorisierung) usw. Der entscheidende Punkt ist, dass der Mensch immer so schaut.

Beim Betrachten einer Zahl sehen wir also als erstes gar nicht den eigentlichen Zahlenwert, sondern erstmal nur seine "Struktur", also z.B. wieviel Stellen sie hat. Und an der Stelle stellt uns unser Gehirn gleich die nächste Falle, weil wir die Zahl "x.xxx,- € instinktiv als höher identifizieren im Vergleich zu "xxx,- €" (ist gleich ein ganzer Tausender), selbst wenn es beim genauen Hinsehen faktisch nur 1.000,- € und 999,- € sind. Ja, klar, rational kann man das dann noch bewerten, indem man über den tatsächlichen Zahlenwert nachdenkt. Aber die emotionale Entscheidung "teuer" und "nicht so teuer" ist damit getroffen.

Deswegen ist diese 1.000er-Grenze so wichtig.

Das andere ist das mit den Systemen:
Auch wenn man es vielleicht so gar nicht entscheidet: Mit der Wahl der Kamera entscheidet man sich auch für ein System. Man kann ja auf Sony-Kameras nur sehr schwer Canon-Objektive schrauben (mirrorless schon mal gar nicht, ältere nur mit Adapter und entsprechenden Einschränkungen).

Der entscheidende Punkt dabei ist, dass der Mensch per se "wechselunwillig" ist. Der Mensch neigt dazu, bei dem zu bleiben, was er hat, selbst wenn es bessere Alternativen gibt. Der Wechsel selbst wird auf einer emotionalen Seite als so nachteilig empfunden, dass es die Vorteile des anderen "Systems" überwiegt, auch wenn rational der Wechsel relativ einfach wäre. Dieses Phänomen gilt es z.B. auch in der Arbeitswelt, z.B. wenn es um die Einführung von neuen Prozessen geht.

Kurz: wer sich einmal für ein System entschieden hat (selbst nur unbewusst; er hatte sich ja einfach nur für eine Kamera entschieden), wird betrebt sein, in diesem System zu bleiben.

Sony macht das mit seiner a6400 geradezu perfekt:
Das Gehäuse wird für 849,- € angeboten. Aber da steht dann auf der Homepage auch "Nur Gehäuse" (markierung durch mich). Das ist nicht vollständig, da gehört noch ein Objektiv dazu. Aber, hey, wow, im Pulldown-Menü werden mir zwei Alternativen angeboten.

So viel weiß man dann auch schon: größerer Brennweitenbereich = flexibler. Also schaut man nach dem Preis mitd em 18-135. "Oh, shit, das ist teurer. Da bin ich dann doch schon erkennbar über die 1.000,- weg. Eigentlich wollte ich doch da drunter bleiben".

Aber, hey, Sony bietet noch eine Alternative an, und zwar nicht nur ein "Zoomobjektiv", sondern ein "Objektiv mit leistungsstarkem Powerzoom" ("Leistung", "stark", "Power"). Und wie geil, man bleibt damit sogar noch unter 1.000,- €. Das ist ja man richtig günstig.

Ich hab in den 1990ern Computer verkauft, und zwar nicht von der Stange, sondern welche, die auf Kundenwunsch konfektioniert wurden. Wir haben keine überteuerten Preise genommen, sondern wirklich faire Preise. Und dennoch haben wir viel Verkaufspsychologie angewendet. Der Kunde hat gesagt, was er maximal zahlen will und was er mit dem Rechner machen will, und wir haben dafür einen Rechner zusammengestellt. Der erste Rechner, der dabei herauskam, war immer erkennbar über der Preisgrenze des Kunden. Reaktion: "So viel will ich gar nicht ausgeben." Also haben wir einen zweiten Rechner konfiguriert, der erkennbar unter der Preisgrenze war (also "mit viel Luft nach oben"). Aber wenn wir ihn dann im einzelnen vorgestellt haben, dann war das schon in der Sprachregelung sowas wie "ja, damit können Sie im Prinzip alles machen, was sie wollen, aber so richtig dolle ist es nicht." Und dann haben wir sofort einen dritten Rechner konfiguriert, der sich dazwischen bewegte und preislich etwas über dem Wunschpreis des Kunden lag. Und dann haben wir noch einen "kleinen" Rabatt draufgegeben (weil heute so ein schöner Tag ist, weil mir danach war, weil das Gespräch so nett war), so dass wir preislich hauchdünn unter dem Wunschpreis lagen. Jetzt darfst Du mal raten, welchen Rechner unsere zufriedenen Kunden genommen haben. Solche psychologischen Preisgrenzen sind extrem wichtig. Wenn man die individuelle Preisgrenze des einzelnen Kunden kennt, umso besser. Es helfen aber auch die allgemein-psychologischen Grenzen.

Also: attraktiv patziert von Sony. Der Käufer kauft's - und ist im Sony-Univerum. Wechseln, weil man später erkennt, das Fuji doch einem besser gefallen hätte? Einfach nur Fuji kaufen? Ne, das Sony-Gelumpe muss ich ja auch wieder verkaufen. Entweder muss ich das in die eigene Hand nehmen (ebay? Kleinanzeigen? Und verpacken und versenden muss ich es auch noch. Und das Risiko? Gnäääh) oder ich verkaufe es an solche Händler wie Calumeth oder so, die (auch) Gebrauchtware gezielt aufkaufen. Dann verliere ich aber mehr Geld. Gnäääh. Ach, so schlimm ist Sony auch nicht, ich bleib erstmal...

Zitat:
Zitat von Dirk Segl Beitrag anzeigen
APS-C verliert immer mehr an Boden, da die Entwicklung kleiner KB Systeme, die A7C wurde ja schon erwähnt, Fahrt aufgenommen hat.
Dem halte ich entgegen,
  • dass aktuell von vielen YouTuber propagiert wird, dass APS-C heute kaum noch Abstriche gegenüber Vollformat hat und für viele Alltagssituationen meist ausreicht (warum also mehr ausgeben, wenn man nicht muss)
  • dass nicht jeder "Kleineinsteiger" bereit und/oder in der Lage ist, einen höheren 1.000er-Betrag auszugeben, und
  • dass Canon durch die Öffnung der APS-C-Objektive seine APS-C-Sparte gerade versucht, aktiv aufzuwerten.
Das deutet für mich nicht darauf hin, dass APS-C dem Tode geweiht ist.

Zitat:
Zitat von Dirk Segl Beitrag anzeigen
Bei APS-C fehlen oft die Alternativen in Bezug auf die Objektive da man immer den Cropfaktor berücksichtigen muss.
Mit Blick auf die Brennweiten: nein. Man kommt locker bis auf 10mm 'runter (was 15mm VF-Äquivalent entspricht), und nach oben ist es sogar ein Vorteil, weil man mit einem 800mm-Objektiv faktisch den Bildausschnitt einer 1.200mm-Linse hat, und das bei einer Auflösung, die dank der viel kleineren Pixel sich gar nicht so sehr hinter einer a7IV verstecken muss.

Der Vorteil von Vollformat ist heute vor allem ein "Freistellungsvorteil". Ich hab z.B. gerade auf meiner a6600 das Sigma 56mm/f1.4. Von der Bildwirkung her entspricht das offenblendig (streng gerechnet) einem 84mm/f2.1. Yoah, klar, das 85mm/1.8 ist da schon ein bisschen lichtstärker, aber wirkliche Unterschiede wird man da nicht so richtig sehen. Und wer das Geld für ein 85mm/f1.4 hat, der ist auch deutlich ambitionierter und definitiv kein "Mal eben Einsteiger" mehr.

Zitat:
Zitat von Dirk Segl Beitrag anzeigen
Da schneide ich mir bei APS-C den Weg ab und zahle später doppelt, wenn ich dann doch eine andere Kamera benötige.

Da nehm ich mir ne A7C für 1399.- bei Otto und ein feines superleichtes Viltrox/Samyang und fertig ist die Butter.
Ja, wenn man es verkürzt sagen will, ist Vollformat auf Basis der Zahlen und Daten in der Summe vielleicht wirklich besser als APS-C. Aber das ist nicht der Punkt.

Der Kunde entscheidet, nicht nur, was besser ist, sondern auch, ob ihm dieses "besser" auch einen "Vorteil" bringt. Wenn ich aus dem "besser" keinen Vorteil ziehen kann, warum muss ich es dann nehmen? Und selbst wenn er für sich erkennt, dass das "besser" für ihn einen Vorteil bringt, wägt er es mit den Nachteilen ab, die er dafür in Kauf nehmen muss. Und das ist zum Beispiel auch der Mehrpreis.

Und ich nehm Dich mal beim Wort: "man zahlt später doppelt, wenn man dann doch eine andere Kamera braucht." Eben. Man zahlt nur dann doppelt, wenn man später eine andere Kamera braucht. Aber braucht die jeder? Meine Frau ist z.B. immer noch mit der a6000 unterwegs, und sie ist vollkommen glücklich damit. Ich hab ihr meine a6500 angeboten, als ich auf die a6600 umgestiegen bin. Aber die wollte sie nicht, weil ihr die Kamera keinen Mehrwert geboten hat. Das magst Du für Dich anders sehen. Aber Du warst nicht derjenige, der damals die Entscheidung getroffen hat. Jeder Käufer trifft für sich allein die Entscheidung über Wert, Mehrwert, Nutzen, Vor- und Nachteilen. Auch wenn ich das unlogisch finde und ich anders entschieden hätte, er hat die Entscheidung getroffen.

Und in der Summe gibt es immer noch eine ganze Menge Menschen, die sich immer noch für APS-C entscheiden. Ob Dir oder mir das gefällt, ob Du oder ich das für sinnbefreit halten, ist dabeil vollkommen irrelevant.

Deine Argumentation für Vollformat ist ja durchaus in sich schlüssig. Aber die Vorteile, die Du darin für Dich siehst, sind eben Deine Vorteile. Es ist für Dich logisch. Aber das muss es für andere nicht sein, weil andere eben auch anderer Präferenzen haben. Für Dich ist der Einstieg in die "Genussfotografie" "sehr günstig". Für andere ist der Preis zu hoch für diesen Genuss. Sie wollen weniger als 1.000,- € ausgeben, und verspüren auch mit der geringeren Qualität der a6400 einen ausreichenden Genuss. Dass Du daran keinen Genuss hättest, ist in Ordnung und verständlich, aber für sie ist der Genuss ausreichend.

BTW.: auch wenn ich hier den Eindruck eines a6400-Verfechters mache, würde ich mir für mich keine a6400 holen. Ich bin auch kein Vollformat-Leugner. Im Gegenteil: ich bin schon höchst gespannt auf die a7V und denke auch die Anschaffung einer VF-Kamera als Ergänzung(!) zu meiner a6600 nach. Aber die a7IV hat mich an einen Stellen einfach nicht überzeugt (von den C-Kameras nicht zu reden), und für meinen "Genuss" sind die Preise der S- und R-Kameras, geschweige denn der 9er und 1er einfach zu hoch.
__________________
"Die ersten 10.000 Bilder sind die schlechtesten" - wahlweise Henri Cartier-Bresson, Jackson Pollock oder Helmut Newton zugeschrieben

Geändert von DerGoettinger (02.12.2025 um 16:06 Uhr)
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