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Alt 20.09.2022, 12:27   #1
mrrondi
 
 
Registriert seit: 23.09.2008
Ort: München
Beiträge: 8.456
Leider kann ich beiden Bildern nix abgewinnen.
Besonders - was sollen die Bilder aussagen ?
Für was sind die Bilder ?
Portraits einer Person ?
Gefühlt ist das Model total verunsichert auf den Bildern.
Normalerweise würde ich sagen das auf den Bildern keinerlei "Beziehung"
zwischen dem Fotografen und dem Model zu spüren. Keine Verbindung.

Ich seh zwar die Hände und Arme nicht auf den Bildern - aber die Haltung dieser
ist ned wirklich vorteilhaft für ein Porträt. Sprich der Aufbau für das Model.

Portraitfotographie ist kein leichtes Thema.
Aber gerade bei so einem Model, kann ich mit vorstellen das noch viel mehr geht, wenn man es "knackt".

LG RUDI
mrrondi ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 20.09.2022, 13:08   #2
turboengine
 
 
Registriert seit: 30.01.2006
Ort: Schaue auf Zürich
Beiträge: 9.343
Ich weiss nicht, so richtig will da kein Funke überspringen. Vom Bildausschnitt sind es eher Passbilder, von der Beleuchtung her sind sie etwas flau. Da könnte man mit etwas Bearbeitung schon noch verbessern. Aber Haltung und Mine wirken auch eher abweisend und verschlossen ohne „geheimnisvoll“ oder gar „mystisch“ zu sein. Dann wäre jede unterbelichtete Aufnahme „mystisch“. Ausser der Belichtung unterstützt nichts diese Gefühl. Da müsste das Gesicht partiell aus der Dunkelheit „herausbrechen“ und man müsste sich selbst erschaudernd fragen „Was mag sich in der Dunkelheit verbergen“. Beim jetzigen Konzept beantwortet sich das jeder Wohle selbst ganz schnell mit „Pappe“.

Ohne den Kontext zu kennen finde ich die Bilder nicht wirklich „zündend“.
__________________
Viele Grüße, Klaus

Geändert von turboengine (20.09.2022 um 13:12 Uhr)
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Alt 20.09.2022, 21:47   #3
jms
 
 
Registriert seit: 13.10.2005
Ort: Kraichtal
Beiträge: 3.412
Servus,

wir wissen alle, dass Portrait Fotografie eine Königsdisziplin ist. Und es dabei zu mindestens 50% auf das Modell ankommt - und damit maximal 50% auf den Fotografen und die Technik.

Auch ich habe die Fotos angesehen und sie haben mich kaum angesprochen ....
ABER: rein technisch kann ich nicht meckern.

Das Hochformat finde ich spannender. Um noch mehr Mystik rein zu bringen wäre tatsächlich noch etwas mehr im Dunkeln verborgen spannend.

Fazit: für ein spontanes, erstes Portrait Shooting doch super.

Grüße jms
__________________
Mein Fotoalbum: http://fotos.jmsfotografie.de/ *** Meine sphärische Panoramen: http://360.jmsfotografie.de/ *** Mein FotoBlog: http://blog.jmsfotografie.de/
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Alt 21.09.2022, 10:42   #4
mrrondi
 
 
Registriert seit: 23.09.2008
Ort: München
Beiträge: 8.456
Zitat:
Zitat von jms Beitrag anzeigen
Servus,

wir wissen alle, dass Portrait Fotografie eine Königsdisziplin ist. Und es dabei zu mindestens 50% auf das Modell ankommt - und damit maximal 50% auf den Fotografen und die Technik.

Auch ich habe die Fotos angesehen und sie haben mich kaum angesprochen ....
ABER: rein technisch kann ich nicht meckern.

Das Hochformat finde ich spannender. Um noch mehr Mystik rein zu bringen wäre tatsächlich noch etwas mehr im Dunkeln verborgen spannend.

Fazit: für ein spontanes, erstes Portrait Shooting doch super.

Grüße jms
Das seh ich ganz anders: 50 % auf das Model ? das würd bedeutend das jeder zweite Kunde für ein Portraitshooting nicht geeignet wäre.

Sorry - jeder Mensch kann Portraitiert werden. Nur ist es die Kunst diesen zu "knacken" und da kommt es zu 100% auf den Fotografen an.

Technisch gesehen - mei wenn man keine Ahnung hat von Lichtsetzung dann wirds immer schwer. Aber anders herum bringt das tollste Rembrandt Dreieck nix wenn das Model keinen Ausdruck rüber bringt.
mrrondi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.09.2022, 12:16   #5
DerGoettinger

Themenersteller
 
 
Registriert seit: 02.04.2019
Ort: Lübeck
Beiträge: 1.335
Zitat:
Zitat von mrrondi Beitrag anzeigen
Das seh ich ganz anders: 50 % auf das Model ? das würd bedeutend das jeder zweite Kunde für ein Portraitshooting nicht geeignet wäre.

Sorry - jeder Mensch kann Portraitiert werden. Nur ist es die Kunst diesen zu "knacken" und da kommt es zu 100% auf den Fotografen an.

Technisch gesehen - mei wenn man keine Ahnung hat von Lichtsetzung dann wirds immer schwer. Aber anders herum bringt das tollste Rembrandt Dreieck nix wenn das Model keinen Ausdruck rüber bringt.
So viel habe ich aus diesem Tread gelernt: Das Model an sich hat sicherlich einen Einfluss, ebenso wie auch das Zusammenspiel und die Emathie zwischen Fotograf und Model und natürlich der richtige Einsatz der Technik. Wie sich das verteilt, wird sich aber wohl eher nicht in Zahlen ausdrücken lassen. Aber insbesondere Letzteres ist ja etwas, was man üben und lernen kann (und muss). Und das mit Zusammenspiel und Empathie ergibt sich vielleicht auch mit der Erfahrung.

Das für mich Schwierigste (aber möglicherweise zentrale) Element ist das, was hier als "Kontext" umrissen wird. Den gibt es hier in meinen Bildern nicht, weil weder im Bild etwas ist , was einen Kontext herstellen könne (das ist einfach "nur ein Gesicht"), noch das Bild einen "kontextgebenden" Titel hat. Das hat auch damit zu tun, das ich selbst beim Fotografieren "keinen Kontext" hatte. Böse gesagt wollte ich "dieses Gesicht" einfach nur deshalb fotografieren, weil "es halt gerade da war" - und ich (noch böser gesagt) eben in dem Augenblick auch keinen Kontext schaffen wollte (weil ich einfach nicht daran gedacht habe, dass dieses notwendig ist). Ich könnte zur Entschuldigung nur anbringen, dass mir das so auch noch nie untergekommen ist.

O.k., Lernerfolg für mich: Portraits muss ich einen "Kontext" mitgeben (den ich ggf. sogar mir vorab vornehme und im Shooting dann gezielt umsetze). Gesicht allein reicht nicht.
__________________
"Die ersten 10.000 Bilder sind die schlechtesten" - wahlweise Henri-Cartier Bresson, Jackson Pollock oder Helmut Newton zugeschrieben

Geändert von DerGoettinger (21.09.2022 um 12:21 Uhr)
DerGoettinger ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 21.09.2022, 14:43   #6
turboengine
 
 
Registriert seit: 30.01.2006
Ort: Schaue auf Zürich
Beiträge: 9.343
Zitat:
Zitat von DerGoettinger Beitrag anzeigen
Böse gesagt wollte ich "dieses Gesicht" einfach nur deshalb fotografieren, weil "es halt gerade da war"



Gesicht allein reicht nicht.
Ja, das ist richtig beobachtet. Wenn das Portrait nicht ein bekannte Person zeigt, ist es dann entweder ein Passbild (Gesicht allein) oder ein Übungsstück, das für andere wenig bedeutet. Die Lichtsetzung kann man dann auch mit einer Schaufensterpuppe üben.

Aber man sieht halt einfach, dass das Bild die Summe aus vielen Kompromissen ist.
__________________
Viele Grüße, Klaus
turboengine ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.09.2022, 10:16   #7
DerGoettinger

Themenersteller
 
 
Registriert seit: 02.04.2019
Ort: Lübeck
Beiträge: 1.335
Zitat:
Zitat von mrrondi Beitrag anzeigen
Leider kann ich beiden Bildern nix abgewinnen.
Besonders - was sollen die Bilder aussagen ?
Für was sind die Bilder ?
Portraits einer Person ?
Gefühlt ist das Model total verunsichert auf den Bildern.
Normalerweise würde ich sagen das auf den Bildern keinerlei "Beziehung"
zwischen dem Fotografen und dem Model zu spüren. Keine Verbindung.

Ich seh zwar die Hände und Arme nicht auf den Bildern - aber die Haltung dieser
ist ned wirklich vorteilhaft für ein Porträt. Sprich der Aufbau für das Model.

Portraitfotographie ist kein leichtes Thema.
Aber gerade bei so einem Model, kann ich mit vorstellen das noch viel mehr geht, wenn man es "knackt".

LG RUDI
Das ist eine spannende Rückmeldung. Ja, ich stehe ganz am Anfang, und "Umgang mit dem Model" ist definitiv eine Baustelle, wie ich gerade merke.

Ich merke auch, wie subjektiv ich auf die Bilder reagiere, weil ich natürlich Malon sehr gut kenne. Er/sie ist ein sehr guter Freund. Möglicherweise kommte dieses "Verschlossene" genau daher: Malon ist queer und ist möglicherweise auch aufgrund der Erfahrungen, die er/sie in der Vergangenheit gemacht hat, ein Mensch, der andere nicht unbedingt "in sich hineinlässt". Malon ist kein Mensch, der sich leicht öffnet, und vielleicht daher auch kein "gutes" Portraitmodell, weil er/sie sich möglicherweise gar nicht "knacken" lässt. Eigentlich war Malon (für seine/ihre Verhältnisse) zumindest schon ziemlich entspannt und "geöffnet" während des Shootings.

Ich muss also offenkundig noch lernen, dass ein Außenstehender darüber hinaus noch eine Verbindung bekommen muss (die ich ja hatte und jetzt beim Betrachten auch noch merke). Andererseits finde ich es spannend, dass Ihr diese "Verschlossenheit" ja irgendwie wahrzunehmen scheint. Ich muss da noch mal sehr für mich drüber nachdenken. Ich frage mich z.B. gerade, ob andere queere Menschen auch so verschlossen wirken, wenn man sie "ungeschminkt" fotografiert.

Zitat:
Zitat von turboengine Beitrag anzeigen
Ich weiss nicht, so richtig will da kein Funke überspringen. Vom Bildausschnitt sind es eher Passbilder, von der Beleuchtung her sind sie etwas flau. Da könnte man mit etwas Bearbeitung schon noch verbessern. Aber Haltung und Mine wirken auch eher abweisend und verschlossen ohne „geheimnisvoll“ oder gar „mystisch“ zu sein. Dann wäre jede unterbelichtete Aufnahme „mystisch“. Ausser der Belichtung unterstützt nichts diese Gefühl. Da müsste das Gesicht partiell aus der Dunkelheit „herausbrechen“ und man müsste sich selbst erschaudernd fragen „Was mag sich in der Dunkelheit verbergen“. Beim jetzigen Konzept beantwortet sich das jeder Wohle selbst ganz schnell mit „Pappe“.

Ohne den Kontext zu kennen finde ich die Bilder nicht wirklich „zündend“.
Ja, "mystisch" ist definitiv der falsche Ausdruck. Mir fiel nur nichts anderes ein, als ich meine Antwort schrieb.

Danke übrigens an alle, die mir so offen ihre Meinung gesagt haben, auch wenn sie (zurecht) kein Lob waren. Ich hatte Euch ja aufgefordert, mich zu rösten

Ich merke, dass ich über den "Kontext" tatsächlich nicht nachgedacht habe, weder beim Fotografieren noch beim Posten hier, dass sich aber jetzt mit meinem Hintergrundwissen und Euren Reaktionen eigentlich ein Kontext ergibt. Wenn ich ihn in drei Worten zusammenfassen müsste, dann vielleicht "ungeschminkte queere Gesichter". Würde das Euren Blick auf die Bilder ändern?
__________________
"Die ersten 10.000 Bilder sind die schlechtesten" - wahlweise Henri-Cartier Bresson, Jackson Pollock oder Helmut Newton zugeschrieben

Geändert von DerGoettinger (21.09.2022 um 10:24 Uhr)
DerGoettinger ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.09.2022, 12:26   #8
cat_on_leaf
 
 
Registriert seit: 31.07.2006
Ort: 56*
Beiträge: 3.021
Zitat:
Zitat von DerGoettinger Beitrag anzeigen
Ich merke, dass ich über den "Kontext" tatsächlich nicht nachgedacht habe, weder beim Fotografieren noch beim Posten hier, dass sich aber jetzt mit meinem Hintergrundwissen und Euren Reaktionen eigentlich ein Kontext ergibt. Wenn ich ihn in drei Worten zusammenfassen müsste, dann vielleicht "ungeschminkte queere Gesichter". Würde das Euren Blick auf die Bilder ändern?
Ich hatte noch nichts geschrieben, da es nur eine Wiederholung des bereits gesagten gewesen wären.

Zum Kontext: Wenn ein Bild einen Kontext oder Titel braucht, dann wirkt es meist als einzelnes Bild nicht. In Serien kann das schon anders aussehen. Also bei mir würde es keinen anderen Blick auf das aktuelle Bild geben
__________________
Gruß


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cat_on_leaf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.09.2022, 12:35   #9
Ernst-Dieter aus Apelern
 
 
Registriert seit: 10.02.2005
Ort: 31552 Apelern
Beiträge: 19.572
Dem Goettinger sollte noch 1-2 neue Versuche starten ,wenn das Modell einverstanden ist!
__________________
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Ernst-Dieter aus Apelern ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.09.2022, 13:14   #10
hlenz
 
 
Registriert seit: 24.08.2008
Beiträge: 7.557
Vielleicht habt ihr unbewusst dennoch einen Kontext hergestellt, indem das Model verhalten schaut, die Farben sehr gedeckt und "matt" sind, die Person halb abgedunkelt ist, weil sie sich gar nicht richtig ins Licht traut. Da du sie kanntest hast du - natürlich auch im Rahmen deiner technischen Möglichkeiten - "gefühlt" wie du sie portraitieren wolltest.
Ein "Glamour"-Portrait mit Top-Ausleuchtung und bunten Farben hätte da gar nicht gepasst.
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