Sony Advertising
Amazon
Forum für die Fotosysteme von Sony und KonicaMinolta
  SonyUserforum - Forum für die Fotosysteme
von Sony und KonicaMinolta
 
Registrieren Galerie Objektiv-Datenbank Kalender Forenregeln Alle Foren als gelesen markieren

Startseite » Forenübersicht » Kamera und Technik » Objektive » E-Mount Objektive (ILCE, ILME, NEX) » α7 II: Welches Objektiv für schöne Blendensterne?
 
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 04.12.2017, 22:52   #5
der_knipser
 
 
Registriert seit: 01.04.2008
Ort: Drabenderhöhe
Beiträge: 10.679
Ich habe eine ganze Reihe alter Minolta-Objektive, die ich zu diesem Thema mal ausprobiert hatte, nicht nur Blendensterne, sondern auch Lensflares. Leider habe ich die Aufnahmen nur aus einer Laune heraus gemacht und zu wenig dokumentiert. Es gibt aber sehr große Unterschiede. Die meisten Rokkore haben 6 Lamellen und erzeugen keine besonderes schönen Sterne. Manche Objektive (meistens Zooms) erzeugen so gut wie gar keine Sterne.
Genannt wurden möglichst spitze Ecken der Blende, das ist aber nur zweitrangig. Der eigentliche Knackpunkt ist die Geradlinigkeit der Blendenkanten. Je gerader die Kanten, um so schmaler und intensiver wird das Licht gebeugt, und um so schärfer und schöner wird der Stern. Gerundete Blendenkanten streuen das gebeugte Licht, so dass nur ein undefinierter Schleier entsteht, den man kaum als Stern erkennen kann.

Das Licht beugt sich an jeder geraden Kante, und erzeugt einen Strahl, der sich sowohl zur Bildmitte als auch zum Rand hin erstreckt. Die Erkenntnis, dass Blenden mit gerader Lamellenzahl so viele Strahlen erzeugen, wie sie Lamellen haben, ist nur scheinbar richtig, denn dort überlagern sich die Doppelstrahlen der gegenüberliegenden Lamellen, so dass sie wie ein Strahl aussehen. Bei manchen Objektiven sieht man, dass die Blende kein regelmäßiges Vieleck bildet, sondern dass die Lamellen ungleichmäßig weit schließen. Diese Asymmetrie erzeugt Strahlen unterschiedlicher Breite oder auch Doppelstrahlen, die etwas versetzt zueinander sitzen, was als unschön empfunden wird.

Bei Blenden mit ungerader Lamellenzahl überlagern sich keine gegenüberliegenden Strahlen. Jede Kante erzeugt ihren eigenen Beugungsstreifen. Je nachdem, wie weit man die Blende schließt, sieht man dabei Längenunterschiede. Bei eng geschlossener Blende sind die Strahlen fast punktsymmetrisch, je weiter man die Blende öffnet, um so weiter ziehen auch die Strahlen mit an den Rand, so dass abwechselnd deutliche Längenunterschiede sichtbar werden. Das Problem mit überlagerten Strahlen, die als unsaubere Doppelstriche erscheinen, gibt es deshalb bei ungeraden Lamellen nicht.

Anhand der genannten Punkte kann man Objektive schon einigermaßen beurteilen, ob sich das Testen lohnt. Das genaue Verhalten lässt sich immer nur im Versuch feststellen.

Neben den Objektiveigenschaften spielt natürlich auch das Motiv eine Rolle. Kleine Lichtquellen erzeugen schärfere, dünnere Strahlen als große. Der Hintergrund sollte möglichst dunkel sein, damit sich die Sternstrahlen nicht im hellen Motiv verlieren.
Neben der ganzen Theorie bringt das Ausprobieren mehr als das Studieren, aber mit ein paar Hintergrundgedanken kann man sich viele Phänomene erklären, und es fallen Eigenschaften auf, die man sonst schnell übersieht.
__________________
Gruß
Gottlieb
der_knipser ist offline   Mit Zitat antworten
Sponsored Links
 

Themen-Optionen
Ansicht

Forenregeln
Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 05:24 Uhr.