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#11 |
Registriert seit: 13.10.2007
Beiträge: 22.918
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Denkt ihr, dass es wo anders besser ist?
Ich denke da an Subunternehmer bei DHL, an Leute, die bei Hermes arbeiten oder ähnlich. Es soll alles immer besser, immer schneller und dazu immer billiger werden. Dies geht alles auf die kosten derer, die ihr Geld mit ihrer Hände Arbeit verdienen und versuchen, sich und evtl. eine Familie damit über Wasser zu halten. Erst neulich kam ein Bericht im Fernsehen über die Machenschaften von Appel bei der Produktion von IPhone in China bei der Firma Foxconn. Vielleicht hat ja jemand den Bericht gesehen. Der gesamte Kapitaleinsatz zur Herstellung eines solchen Handys beläuft sich auf 150 Euro! Heimlich hat man in Wohnheimen gedreht, deren Fenster mit Netzen verhängt sind, damit sich niemand aus selbigen stürzt, wie schon oft geschehen. Hier leben 18 Menschen in 6 Betten auf 14 Quadratmetern. Gegessen wird im stehen vor den Werkstoren. Und das alles, damit einige mit ihrem Handy protzen können. Ich denke, es ist nicht der richtige Weg, sein Konto bei Amazon zu kündigen. Es ist an der EU, diesen Machenschaften ein Riegel vor zu schieben. Doch ich sage voraus, der Druck ist so enorm groß, das wird nicht geschehen, den hier versagt die Politik der EU wie so oft. Gruß Wolfgang
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Diskutiere nie mit einem Idioten. Er zieht dich auf sein Niveau herunter und schlägt dich dort aufgrund seiner Erfahrung Flickr |
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#12 |
Registriert seit: 01.01.2011
Beiträge: 132
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Ich bin bei dem Bericht eindeutig zwiegespalten.
Einerseits geht es um saisonale Arbeitskräfte. Dass diese über Leiharbeitsfirmen angeworben und beschäftigt werden, halte ich für legitim - keiner kann eine Festanstellung erwarten, wenn lediglich Spitzen über 2-3 Monate abgefangen werden müssen. Kommen wir zu den verschiedenen Punkten: 1. Anwerbung: Wenn die Arbeiter mit falschen Versprechungen angelockt wurden (Anstellung über Amazon, EUR 9,50 Lohn), dann aber "kurz vor Abflug" die Vertragsunterzeichnung über eine Leiharbeitsfirma mit EUR 8,50 Lohn erfolgt, dann ist das eindeutig eine Sauerei, da den Menschen "keine andere Wahl" bleibt. Leider wurde im Beitrag nicht erwähnt, ob die Arbeiter auf eigene Kosten anreisen müssen oder ob Amazon die Kosten übernimmt. 2. Unterbringung: Auch hier fehlen mir eindeutige Informationen - müssen die Arbeiter das oder zumindest einen ANteil aus eigener Tasche zahlen oder übernimmt Amazon die Unterbringung (freie Logis und Kost mit zwei Kaltmahlzeiten täglich). Was die Unterbringung selbst angeht, kann man sich darüber streiten, wieviel Platz dem einzelnen zur Verfügung stehen müsste. Geht man davon aus, dass die Unterbringung kostenlos ist, sollte man auch den Vergleich zu anderen Saisonarbeiten ziehen. Saisonarbeit war noch nie ein Tanzcafe und ich erinnere an dieser Stelle an Containerdörfer bei Großbaustellen und z.B. ERdbeer-/Spargelhöfen. Bei kleineren Landwirten, die ich kenne, teilen sich die Arbeiter während der Erntezeit zu zweit ein kleines Zimmer , abgetrennte Bereiche im Schopf oder zu zweit einen Wohnwagen. Dagegen wirkte die Ferienhaussiedlung einigermaßen luxuriös. Man kann auch nicht außer acht lassen, dass die Anstellung hunderter, gar tausender AUshilfskräfte eine logistische Herausforderung ist - und ich hätte auch eher "Massenschlafsääle" erwartet. DIe meisten Arbeiter haben ja auch laufende Kosten "daheim" und sind froh, wenn sie eine möglichst kostengünstige Unterbringung erhalten. Man möge sich ausrechnen, wieviel übrig bliebe, wenn sich jeder selbst ein Zimmer suchen müsste. 4. Bus-Logistik: Das scheint wirklich armselig zu sein und von einer Logistikfirma wie Amazon erwarte ich mehr. 5. Security: Das ist für mich der Hauptkritikpunkt. Zwar ist es verständlich, dass bei so einer "Großveranstaltung", wo so viele Leute eng aufeinanderhocken ein Sicherheitsdienst vorhanden sein muss. Schikane und Hausdurchsuchungen gehen aber einfach nicht, da muss man einfach einen besseren Partner finden (und evtl. auch besser zahlen). Amazon ist nicht die Heilsarmee, die Marktdurchdringung finde ich kritisch, wie ich auch viele weitere Kritikpunkte habe. Bei mir hat der Bericht aber mehr Fragen als Antworten hinterlassen, ich fand den undifferenziert, mir fehlten mehr Fakten, ein Bericht über die Arbeit an sich, und wie schon geschrieben der Vergleich zu anderen Saisonarbeiten. |
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#13 | |
Registriert seit: 22.02.2006
Beiträge: 11.388
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Zitat:
Rainer
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Sag' beim Abschied leise Servus ... |
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#14 | |
Registriert seit: 08.09.2003
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Beiträge: 18.423
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Zitat:
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Hinfallen, aufstehen, Krönchen zurechtrücken, weitergehen... Make Labskaus great again! Glenroses Kentucky Stinger
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#15 |
Registriert seit: 19.10.2003
Ort: Franken
Beiträge: 6.360
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Das ist kein Amazon Probleme, Das ist ein Weitreichenendes Problem in vielen Bereichen ! Ein Gesellschaftsproblemm !
Geiz ist Geil, und ihre Auswirkungen, Schnäppchen um jeden Preis! Die Problemme der Leute die in diesen Teufelskreis sich Befinden, Arbeiten zu Dumping Löhnen, Die nicht zum Leben reichen, und über die Gesellschaft ( uns ) über den Staat Aufgestockt werden sind einfach Menschen Unwürdig! Und als Krönung werden diese Personen später eine Rente Vorfinden die zu Nix reichen wird. ( den Private Vorsorge ist bei den Lohn ein Schlechter Wirt). Da ist ein Leben im Rahmen Sozialhielfe , Harz 4 Vorprogramiert! |
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#16 | |
Registriert seit: 28.09.2003
Ort: D 10557 Berlin Moabit
Beiträge: 16.964
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Zitat:
2. Ich gehe Freitags Mittag auch nach Hause, allerdings klappt es mit der Kohle nicht so richtig. ![]() 3. Vergessen? Sicher nicht, denn ein einmal geschlossener Entschluß (z. B. Boykott) bleibt bestehen, so lange jedenfalls bis sich jetzt bei Amazon nichts ändert. 4. Ich zahle immer einen fairen Preis, jage aber nicht wie so viele hinter jedem Cent her, da mir Service lieber ist. Aber wer macht da noch mit? Das ist die Frage, ist ja schon erstaunlich das sich viele diese Reportage angeschaut haben, was ich leider noch nicht konnte.
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mit einem Gruß von einem Dithmarscher aus dem Zentrum Berlins (Moabit) Ditmar |
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#17 | |
Registriert seit: 01.01.2011
Beiträge: 132
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Zitat:
Natürlich bleibt zu fragen, ob Essen in Form von Sachleistungen zur Verfügung gestellt werden sollte oder die Arbeiter über höhere Löhne ihr Essen selbst kaufen sollten. Und noch zum "Saisonarbeitervergleich": Ein Erntehelfer kommt für die Beerenobst-/Steinobsternte in der Ortenau auf einen tariflichen Lohn von EUR 6,50 zzgl. evtl. Leistungspauschalen, Unterbringung/Verpflegung frei. Ein erfahrener(!) Spargelstecher kann bei einem Akkordarbeitsmodell auf über 10 EUR/Stunde kommen. |
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#18 |
Forendiva
Registriert seit: 04.02.2009
Ort: Hamburg
Beiträge: 3.061
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Ich will das angeprangerte Geschäftsgebaren nicht rechtfertigen, doch:
Wer von denjenigen, die jetzt ihren Amazon-Account gelöscht haben, boykottiert außerdem Kikk, Lidl, Hermes und vielleicht auch noch all diejenigen, die "made in china" verkaufen? Wer von euch kauft nur noch fair trade - Waren? Was ist mit Apple, Microsoft und all die anderen Firmen, deren Zulieferer unter menschenunwürdigen Bedingungen produzieren lassen? Und wo wir schon dabei sind... Wisst ihr sicher, durch wessen Hände eure schönen teuren Sony-Geräte gegangen sind? Hier ist u. a. auch Sony aufgelistet: http://mobilegeeks.de/kommentar-skan...t-das-problem/ Genau, nicht die großen Konzerne sind das Problem, sondern das geltende Recht in unserem Land. Nicht nur Amazon geht den Weg, sich in der Hochsaison nach Bedarf Arbeitskräfte zu leihen. Nicht Amazon hat diesen Weg erfunden. Angefangen haben wir vielleicht schon mit den polnischen Spargelstechern, die Jahr für Jahr für ein paar Wochen in unser Land gekommen sind, um tagsüber stundenlang auf den Feldern zu ackern und nachts in maroden und engen Gebäuden zu hausen. Früher waren wir froh über diese billigen Kräfte, die sich für unseren kullinarischen Genuss den Rücken krumm machten. Immerhin ist der Spargel eine sch*** teure Delikatesse und wäre noch teurer, würde man die Leute vernünftig bezahlen. Niemand hat "Skandal!" geschrien. (Heute wandern Deutsche nach Polen, um dort Arbeit zu finden) Und wer hat Amazon & Co. diesen Weg geebnet? Die vom deutschen Volk gewählten Volksvertreter. Wir haben diese Regierung gewählt und machen lassen. Und wer hat davon profitiert, dass Amazon schöne günstige Sachen anbietet? Wir Verbraucher! Nicht gegen Amazon sollten wir unsere Wut und Energie richten, sondern gegen diejenigen, die diese Schlupflöcher ermöglicht und gefördert haben. Auch andere Großkonzerne überlassen fremden Firmen die Verantwortung für diejenigen, die ihre Waren produzieren. Ach ja: wer von euch fährt einen dicken Benz? Ein alter Artikel von vor drei Jahren, aber geändert hat sich bisher nicht viel bis gar nichts: http://www.stuttgarter-nachrichten.d...c6653b60c.html Erst seit kurzem verlangt Daimler, dass die Subunternehmen Betriebsräte bilden. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass die Subunternehmen mehr Leiharbeiter als fest angestellte Kräfte beschäftigen. Airbus verhält sich nicht besser... Fliegt ihr nun nur noch mit Maschinen anderer Hersteller in den teuren Urlaub, von dem die Leiharbeiter nur träumen können? Klar, wir können jetzt alle unseren Amazon-Account kündigen und damit ein Signal setzen. Vielleicht lässt das dann die anderen Konzerne aufhorchen. Vielleicht schauen die dann mal in ihren eigenen Reihen und räumen auf. Schön wäre es ja... Aber noch eine blöde Frage und dann ist Schluss: Warum wird erst JETZT berichtet und aufgeschrien? Zeitgleich mit den Meldungen über Einbrüche im deutschen Einzelhandel und über Umsatzzuwächse bei Amazon?
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Gruß aus Hamburg von Sabine Rettet die Wälder, esst mehr Biber! |
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#19 |
Registriert seit: 03.09.2009
Ort: Ilvese boi Mannem
Beiträge: 15.272
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Und Sabine, Fazit? Weiter, wie bisher?
bydey
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Meinungsvielfalt -1! Keine Meinung -> kein Profil!
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#20 |
Registriert seit: 08.09.2005
Beiträge: 2.896
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Ich habe den Bericht über Amazon nicht gesehen, brauche ich auch nicht. Ich hatte längere Zeit Einblick hinter die Kulissen, das ist gang und gebe. In der ganzen Welt, nicht nur in Deutschland und egal unter welchen Regierungen. Gestern war ein Film über Thailand zu sehen, da wurde von Saisonarbeitern aus Kambodscha geredet.
Heute Geschrei über die Arbeitsbedingungen bei Amazon, morgen weil alles so teuer ist und übermorgen finden die Medien wieder irgendwas wo sie kurzfristig Aufmerksamkeit erregen. Ändern wird sich da garnicht viel. |
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