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#51 | |
Registriert seit: 12.08.2008
Ort: Nürnberg
Beiträge: 4.198
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Zitat:
![]() Im Ernst - vermutlich hat man sich bei dem Motivprogramm gedacht, dass bei ISO400 mehr Umgebungslicht miteinbezogen wird - das wird gemeinhin als angenehmer empfunden (sorry für die Pauschalaussage). Indem Du auf ISO100 runtergehst, änderst Du die Balance zwischen Umgebungslicht und Blitzlicht in Richtung Blitz. Zur eigentlichen Frage: Man kann erstmal grob in manuelle Blitzbeleuchtung und Automatik unterteilen. Beim manuellen Blitzen stellt man die Blitzleistung selbst ein - die eingestellte Leistung wird einfach rausgepumpt. Die _gesamte_ Belichtung des Bildes (Blitzlicht + Umgebungslicht) kann man nun durch verändern der Blitzleistung, Blende und ISO und natürlich auch der Belichtungszeit beeinflussen. Blitzleistung rauf: heller (nur Blitzlicht), Blende auf: heller (beide), ISO rauf heller (beide), Belichtungszeit rauf: heller (Umgebungslicht). Durch geeignete Wahl der Parameter kann man nun: 1) Ausreichend hell belichten 2) Eine stimmige Balance zwischen Blitz und Umgebungslicht erreichen Dabei können auch andere gestalterische Aspekte (möglichst offene Blende wegen geringer Tiefenschärfe) oder das Einfrieren von Bewegungen mit kurzen Belichtungszeiten einen Einfluss auf die sinnvollen Parameter haben. Bei gleicher Belichtung kann man z. B. ISO oder Blende 2 Stopps aufmachen und dafür die Blitzleistung 2 Stopps runterregeln. Die Folge: Mehr Wirkung vom Umgebungslicht. Wird die Blitzleistung allerdings nicht gesenkt, dann ist der Blitz ebenfalls 2 Stopps heller und das Bild überbelichtet. Alternativ kann man auch Blitzleistung, Blende und ISO gleich lassen und nur die Belichtungszeit verlängern: Da das keine Auswirkung auf das Blitzlicht hat, kommt nur mehr Umgebungslicht ins Bild. Viele Blitze haben einen Zoomreflektor - damit kann man das Blitzlicht bündeln und benötigt z. B. bei größeren Brennweiten weniger Leistung für den gleichen Belichtungseffekt. Der Zoomreflektor wird meistens - selbst bei manuell geregelten Systemblitzen - automatisch anhand der von der Kamera gelieferten Brennweite eingestellt. Man kann das allerdings auch selbst einstellen. Man sieht: selbst im manuellen Modus kommunizieren Blitz und Kamera häufig (gewählte Brennweite). Eine übertragene Blende und ISO hat zwar keinen Einfluss auf die Einstellung der Blitzleistung, aber der Blitz kann damit berechnen bis zu welcher Entfernung anhand der gewählten Werte eine ausreichende Belichtung erreicht wird und dies dem Nutzer am Display anzeigen. All dies ist vollkommen unabhängig von jeglicher Automatik oder Blitzkompensation. Sobald man mit Automatik blitzt (egal ob nun A oder TTL oder ADI) überlässt man das Regeln der Blitzleistung der Automatik. Man kann dann trotzdem alle anderen (Kamera-)Parameter manuell einstellen (also M-Modus der Kamera) - die Blitzautomatik wird versuchen das Bild automatisch ausreichend zu belichten. Verstellt man nun die Belichtungsparameter, dann passt die Automatik stets die Blitzleistung so an, dass das Bild in ihren "Augen" korrekt belichtet ist; vorausgesetzt es ist genug Blitzleistung da oder die kleinste Leistungsstufe schwach genug. Da jedoch jede Automatik irren kann, kann man mit der "Blitzkompensation" die Wahl der Automatik noch beeinflussen. Viel Weiß oder ein Spiegel im Bild? Dann kommt bei TTL-Messung zuviel Licht an und die Automatik dreht irrtümlicherweise die Blitzleistung runter. Also kann man z.B. mit positiver Blitzkompensation ausgleichen. ADI will das genauer hinkriegen, indem die Entfernung noch eine Rolle in der Gleichung spielt. Bei einem Metz im A-Modus hat die Blitzkompensation der TTL-Automatik natürlich keinen Einfluss. [neon] Geändert von Neonsquare (28.09.2012 um 20:15 Uhr) |
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#52 |
Registriert seit: 17.08.2004
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Beiträge: 28
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Dank Dir Neon. Deine wirklich sehr ausführliche und interessante Antwort (zugegeben, ich musste sie 2x in Ruhe mit zeitlichem Abstand lesen und verinnerlichen) macht mir Mut, ein wenig mehr manuell zu experimentieren.
Grundsätzlich finde ich Motivprogramme nicht schlecht. Wenn ich mal unter Zeitdruck (so wie letztens wo ich in einer Kapelle vor einer Trauerfeier den Blumenschmuck fotografieren sollte) stehe oder bei Situationen, wo man ein wenig aufgeregt ist (z.B. Foto von Künstlerin nach dem Konzert), können sie einem hilfreich sein. Für "geplante" Aufnahmen ohne Zeitdruck experimentiere ich auch gerne mal mit verschiedenen Einstellungen rum. Eine Automatik spiegelt ja immer ein wenig die Intention des Programmierers wieder wie er sich ein ideales Foto vorstellt und wie die Umgebung geschaffen ist, bei manuellen Einstellungen kann ich mir das Ergebnis so gestalten, wie es mir gefällt. Durch deine Erläuterungen sind mir die Zusammenhänge im Bezug auf den Blitz verständlicher geworden. Vielen Dank! ![]() |
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