Thema: Olaf & Sabine
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Alt 04.10.2009, 14:24   #22
bismodo
 
 
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Also gut, dann führ ich das mal aus:

Was uns der Fotograf hier an Symbolik unterjubelt, ist ein Lore-Roman, der sich als Tatsachen-Bericht verkaufen will:

Fangen wir mit der Hauptsache an:

Die Ringe (die der Fotograf hier für den Bildtitel setzt):

Mann (grosser Ring) umschliesst Frau (kleiner Ring), und zwar vollständig. Sagt mir zwar nichts über die beiden Leute, wohl aber über das Arrangement, das der Fotograf trifft, und zwar symbolisch: In einer solchen Ehe dürfte die Frau, wenn ich dem Fotografen folge, nix zu lachen haben, sollte sie sich aus der Umklammerung des Mannes lösen wollen und zB - unerhörterweise - neben ihn treten wollen, von gleich zu gleich, auf Augenhöhe.

Soviel zur Symbolik der Ringe.

Diese Ringe, also die Hauptsache, behandelt der Fotograf als Nebensache, die sich gefälligst der Hauptidee des Fotografen anzupassen hat: die Ehe ist auf Rosen gebettet (symbolisiert durch die Ringe auf einer Rose). Weiter verkitscht wird diese Idee noch durch das Efeu (Symbol für Ewigkeit).

Deshalb finde ich meine Ursprungskritik prägnant auf den Punkt gebracht, und halte sie aufrecht: wer mit einer solchen Hypothek die Ehe von zwei lebendigen Menschen befrachtet, sollte sich über die Dauer nicht wundern. Das ist Kitschroman auf ein Foto reduziert. Wäre das das Thema gewesen, hätte ich die Umsetzung in der Idee für gut befunden.

Es ist eben ein Kreuz mit der Symbolik: das geht leicht nach hinten los! Was natürlich daran liegt, dass Symbole eben Symbole sind, also für etwas stehen, das allgemein bekannt, wiedererkennbar und deshalb besetzt ist.

Wenn ein Fotograf sich solcher Symbole bedient, soll er auch dafür geradestehen.
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