Zitat:
Zitat von holger-hb
Der und der ist bei 3,5 erst scharf etc. Der andere behauptet sein Glas wäre es schon bei 2,8 rasierklingenscharf.
Kann eigentlich sein, daß gerade die lichtstaken Objektive bei sehr hellem Licht überblenden?
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Jedes Objektiv wird (noch) besser, wenn man es abblendet. Bei sehr starker Abblendung wird es dann allerdings auch wieder schlechter, auch wenn das aufgrund größerer Tiefenschärfe oft nicht so auffällt (Beugung).
Es gibt Objektive, bei denen ist der Schärfegewinn beim Abblenden sehr groß, bei anderen dagegen eher gering. Bei ersteren wird dann empfohlen, 1-2 Lichtstufen (nach der klassischen Blendenreihe) abzublenden, bis sie dann zur Höchstform auflaufen, bei den letzteren sagt man, sie seien offenblendtauglich, wenn sie da schon sehr gut abbilden.
Ein typisches Beispiel für die erste Gruppe ist das 50mm/1.4, welches bei Offenblende sehr soft abbildet, fast wie durch einen Weichzeichner (aber nicht unscharf!), ab Blende 2.8 aber eines der schärfsten Objektive des Sony/Minolta-Systems ist. Zur zweiten Gruppe gehört das 50mm/2.8 Macro, welches schon bei Offenblende keinen Wunsch mehr offen lässt, sich aber dann auch nur noch sehr wenig steigert (wozu auch?).
Die weiche Offenblendcharakteristik vieler besonders lichtstarker Objektive rührt von den im Verhältnis zur Brennweite sehr großen Linsen her, wo auch viel Licht abseits der optischen Achse aufs Bild kommt. Die leicht geschlossene Blende begrenzt diese ungünstigen Bereiche.
Die Physiker/Techniker unter euch mögen mir die aus fachlicher Sicht vielleicht nicht ganz perfekten Erklärungen verzeihen...
Rudolf