Bei Offenblende werden generell die Kontraste etwas flauer, das hat nicht unbedingt etwas mit der Lichtstärke des Objektivs zu tun, sondern einfach mit der Physik und der Qualität des Objektivs. Aber das moderate Anheben von Kontrasten ist in der Ausarbeitung nicht wirklich ein Problem.
Ob ein Objektiv schon bei Offenblende scharf (nicht kontrastreich!) ist, hängt weniger von der kleinsten Blendenzahl als von der Qualität des Objektivs bzw. der darin befindlichen Linsen ab. Generell ist das bei Festbrennweiten eher zu erreichen als bei Zooms, und je mehr zoom umso schlechter.
Es gibt ein paar Ausnahmen, die Zeiss-Zooms oder das Minolta 28-75/2.8. Auch das Äquivalent von Tamron sowie das Tamron 17-50 dürften dazugehören, die kenne ich aber nicht aus eigener Erfahrung. Die gesamte Ofenrohrgeneration ist ebenfalls ziemlich offenblendentauglich (wenn auch nicht unbedingt lichtstark).
Überblenden bei zu hellem Licht sollte eigentlich nicht vorkommen, da ja die Kamera bei Zeitautomatik (und korrekter Belichtungsmessung) die richtige Verschlusszeit wählt, um immer die gleiche (ideale) Lichtmenge auf den Sensor zu lassen.
Natürlich kann es bei Offenblende recht schnell passieren, dass die kürzestmögliche Verschlusszeit noch zu lange ist. Wenn du dann nicht darauf achtest, dass die Anzeige im Sucher blinkt, und abblendest oder einen Graufilter aufschraubst, dann kommt es natürlich zu Überbelichtung. Mit dem Kontrast hat das aber meinem Empfinden nach nichts zu tun.
So ganz weiß ich allerdings nicht, wohin du mit deiner Frage willst.
Zufällig habe ich heute mal im Garten mit Offenblende rumgespielt (siehe
hier). Da ist nichts "überblendet". Das weiche Licht, dass durch die weit geöffnete Blende typischerweise entsteht, war hier so gewollt.