Zitat:
Zitat von Samsaveel
- was wären denn zum Anfang beliebte Motive für die HDR Fotografie?
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Gebäude eignen sich meist gut für den Anfang. Abendstimmungen sind auch gut, aber schon etwas schwieriger. Ein Innenraum mit einem hellen Fenster dahinter ist auch fein zum Üben.
Das ganze sollte aber weniger als Stilmittel eingesetzt werden, sondern ist gedacht, um Bilder mit extrem hohen Helligkeitsumfang korrekt darzustellen. Unser Auge sieht ein deutlich größeres Spektrum an Helligkeitswerten als eine Kamera. Belichtest du ein Bild, das sehr dunkle und sehr helle Partien enthält, werden entweder die hellen Anteile überstrahlt oder die dunklen Bereiche konturlos schwarz. Beides zugleich (was für unsere Augen kein Problem ist) schaffst du nicht in einer Aufnahme. Deshalb macht man mehrere Aufnahmen mit unterschiedlicher Belichtung: einmal so, dass die dunklen Bereiche gut dargestellt werden, einmal so, dass die hellen Partien noch Zeichnung haben, und einmal eine "mittlere" Belichtung. Je nach dem wie extrem die Helligkeitsunterschiede sind, kann man noch je eine Zwischenbelichtung nach oben und nach unten machen. Üblicherweise sind diese 3-5 Bilder genug.
Diese Bilder werden nun über die Helligkeitswerte zu einem HDR-Bild verrechnet, in dem die dunklen Bereiche ihre Bildinformationen aus dem hellsten Bild der Serie erhalten und die hellen Bereiche aus dem dunkelsten Bild. Die Mittentöne werden entsprechend aus den Zwischenbelichtungen verwendet.
Unsere Monitore können dieses HDR-Bild mit den vielen Abstufungen nun gar nicht mehr darstellen. Deshalb braucht man jetzt die Technik des Tonemappings, mit dem der Tonwert- bzw. Helligkeitsumfang wieder reduziert wird. Aber eben nicht in Richtung schwarz und weiß wie beim Ausgangsbild, sondern in den Mitteltönen, wodurch der Helligkeitsumfang in den Höhen und Tiefen erhalten bleibt. Dadurch entsteht diese "typische" plastische grafische Anmutung in den Bildbereichen mit den Mittentönen, die dann fälschlich als Stilmittel eingesetzt wird.
Wichtig ist der Unterschied zwischen DRI und HDR:
HDR = High Dynamic Range, ein Bild, das einen erhöhten Kontrast-, Tonwert- und Helligkeitsumfang enthält und so weder von unseren Kameras noch auf unserem Monitor darstellbar ist. Es gibt eigene Dateiformate dafür und eigene Ausgabemedien. Jedes Bild, dass du in der Natur mit deinen Augen siehst ist ein HDR-Bild
DRI = Dynamic Range Increase, die Technik, den Dynamikumfang des Bildes zu erhöhen und darstellbar zu machen.
Das geht tatsächlich auch aus einem RAW, wie vorgeschlagen, da das RAW ebenfalls mehr Dynamikumfang enthält, als der Monitor darstellt. Eine EV-Korrektur von -1 bis +1 ist normalerweise gar kein Problem, wenn du Glück hast, geht auch mehr. Damit erhältst du schon 3 Bilder, wovon eines auf die dunklen Bildteile und eines auf die hellen Bereiche hin optimiert ist sowie eines, das die mittleren Helligkeitsbereiche schön darstellt. Diese nun als jpg exportiert und als HDR verrechnet ermöglichen ein DRI-Bild, das den Helligkeitsumfang von überbelichtet, normal und unterbelichtet in sich vereint.
Es gibt verschiedene Programme, die das mit Vorschau und Reglern machen, die besseren sind kostenpflichtig.
Die bekannten Photoshop-Aktionen von Achim Blum, der das mit Ebenen und Masken macht, sind auch eine Möglichkeit, ein DRI-Bild zu erzeugen. Allerdings nicht über den "Umweg" eines HDR mit anschließendem Tonmapping, sondern indem schlichtweg aus jedem Bild der optimale Teil verwendet und der Rest maskiert wird.
Warum dein Bild als DRI-Bild nicht funktioniert solltest du nach meinem Roman nun selbst herausfinden können