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Alt 14.05.2008, 21:25   #8
duncan.blues
 
 
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Mit einem Linux System absolut kein Thema sofern die Festplatte noch intakt ist.
Es gibt Linux von CD das keine Installation benötigt (Knoppix) oder bei den einschlägigen Distributionen Suse, Redhat/Fedora gibt es auf der Installations-CD meist ein sogenanntes "Rescue System" das man starten kann. Eine Befehlskonsole (quasi DOS Box) reicht. Mit dem Befehl "su" in der Konsole bekommt man Administratorrechte.

Dann muss man noch wissen, welche Platte die zu löschende ist (idealerweise hat man dann nur die eine angeklemmt, damit nix passieren kann). Bei SATA Festplatten ist die Namensgebung meist /dev/sda für die erste Platte, /dev/sdb für die zweite, /dev/sdc usw.
Bei IDE Festplatten kann die Namensgebung entweder auch "sd<X>" oder "hd<X>" (vor allem bei älteren Linuxen) sein.

Folgender Befehl überschreibt die gesamte Festplatte (incl Partitionstabelle, Bootsektor und allem) mit Null-Bytes:

dd bs=1024 if=/dev/null of=/dev/sda
(Ziel entsprechend anpassen)

Wenn man über-Paranoid ist, und selbst noch Angst vor irgendwelchen Rest-Magnetisierungen hat, die ggf. neben den Null-Bytes noch mit FBI-Labormethoden nachgewiesen werden könnten, dann nimmt man statt Nullen Zufallszahlen und lässt dem Löschbefehl etliche Stunden Zeit (Random dauert! Lange!)...

dd bs=1024 if=/dev/random of=/dev/sda

Wer sich jetzt fragt, was sich hinter dem kryptischen Kürzel "dd" für ein sicherheitstechnisches Spezialtool versteckt... gar keins. "dd" ist ein low-level Konvertier- und Kopiertool. Der obige Befehl kopiert einfach aus einem Nullbyte-Generator (oder dem Zufallsgenerator) in Blöcken von einem Kilobyte (1024 Bytes) auf das Zielgerät (die zu löschende Festplatte).
Wenn man unter Linux mit Administratorrechten arbeitet (wie in dem Rescue System), dann kann man halt auch auf unterster Ebene rumschreiben (und auch alles kaputtmachen, wenn man denn will oder auch wenn man keine Ahnung hat )
Im Prinzip technisch kein Wunderwerk, Microsoft lässt einen nur an sowas schlichtweg nicht ran, weil otto-Normaluser ja nicht können darf, was Otto-Normaluser nicht können muss.

PS: Da war der Hinweis auf Heise, den ich eigentlich noch hätte schreiben sollen (weil eh viel schneller und praktischer, es hat doch selten jemand "mal eben" eine Linux CD rumfliegen der ein solches Problem hat). Ich denke "Wipe Disk" auf der heise Seite ist auf den ersten Blick n guter Kandidat.

Geändert von duncan.blues (14.05.2008 um 21:28 Uhr)
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